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„Aber das hat doch oft etwas Befremdliches, wenn man bei Männern mit deutlich jüngeren Partnerinnen erkennt: Hier ist die Frau eindeutig als Accessoire geplant oder als Wiederholungsschleife.“

Der Comedian Bastian Pastewka in einem Gespräch mit der Moderatorin Bärbel Schäfer in Chrismon 1/2018.

Foto: wikipedia

Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Hotel Saint Nicolas, La Rochelle

Wie romantisch!

La Rochelle hat mit 3200 Liegeplätzen den größten Yachthafen an der Atlantikküste und war in früheren Jahrhunderten überhaupt der größte Hafen in Frankreich. Das Meer war und ist sehr wichtig für die kleine Stadt. Aber es gibt eben auch eine sehenswerte Altstadt, eingefasst in eine begehbare Stadtmauer und viele Wehrtürme. Hier, wo man gerade noch das Meer riechen, es aber nicht sehen kann, liegt an einem kleinen malerischen Platz das Hotel Saint Nicolas in zwei alten Natursteinhäusern. Es hat 86 vor kurzem renovierte gemütliche Zimmer und (leider zu wenige) Parkplätze in einem kleinen Hinterhof. Das leckere Frühstück wird im verglasten Wintergarten serviert.
DZ ab ca. 77 Euro

Foto: Hotel Saint Nicolas

Mord in Grün

grünes Gift

Woran ist Kaiser Napoléon Bonaparte eigentlich gestorben? Schließlich wurde er nur 51 Jahr alt, da kann man doch schon mal fragen. In Frankreich glaubte man lange an eine Arsen-Vergiftung, denn bei der Exhumierung wurde das Gift in seinem Körper gefunden, und er hatte auf St. Helena in einem Raum mit grüngemusterter Tapete geschlafen. Deren intensives Grün konnte aber nur mit Arsen-Pigmenten hergestellt werden, mit denen der deutsch-schwedische Chemiker Carl Scheele 1775 zur Begeisterung aller Stoff- und Tapetenhersteller die bis dahin magere Palette von Grüntönen erweitert hatte.

Die Autorin Lucinda Hawksley, Expertin für die Kunst der Präraffaeliten, erzählt in ihrem neuen Buch die Geschichte des Arsens, seine Gewinnung, Verarbeitung und Verwendung im täglichen Leben im 19. Jahrhundert, wobei ihm der Einsatz als Mordwaffe den Beinamen Erbschaftspulver eintrug. Illustriert werden die unterhaltsamen Texte mit jeder Menge wunderschöner Tapeten-Beispiele u.a. von William Morris (1834-1896), dem Gründer der Arts and Crafts Bewegung in England.…

Die Internationale Möbelmesse in Köln ist knapp vierzehn Tage vorbei, und das Fazit, das in verschiedenen Medien gezogen wurde, ist ziemlich unterschiedlich. Die einen bejubeln die „neue Schlichtheit“, die perfekte Kombinierbarkeit mit allen Stilen, die anderen bedauern die Abwesenheit großer Entwürfe und sehen nichts als Langeweile. Wie auch immer, wir zeigen schon mal ein paar Neuheiten, die uns – positiv – aufgefallen sind:

Bay

Floret

562

L’Imprevu

Peacock

 

 

 

 

 

 

1. Sensationell gelungen finden wir die Sessel und Sofas „Bay“ von Nipa Doshi und Jonathan Levien für B&B Italia. Das Geflecht aus Polyester-Fasern sitzt auf einem Aluminium-Gestell. Bay ist für draußen und drinnen gedacht.

2. Kati Meyer-Brühl ist mit ihrem Sessel „Floret“ ein kleines, schickes, bequemes Möbel gelungen, das sich wunderbar kombinieren lässt. Der Bezug aus Stoff oder Leder ist abnehmbar.

3. Auch Rolf Benz stellt mit dem Sessel „562“ von This Weber ein richtig gutes Sitzmöbelchen vor, das auch schon mit dem „Innovative Interior 2018 Best of the Best“-Preis ausgezeichnet wurde.…

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

Über gute Weine – und ein böses Bier

Ungarische Winzer lieferten bereits im 15. Jahrhundert Weine an europäische Kaiser und Könige – und nicht nur den süßen Tokajer. Nach dem zweiten Weltkrieg, während der Diktatur des Proletariats und damit der langen Nacht des Geschmacks in Ost-Europa, rollten die Fässer nach Polen und in die Sowjetunion. Echter Neid konnte bei Kennern nicht aufkommen, denn die staatlichen Kellereien produzierten allein auf Quantität, und obendrein waren die Kenner gar nicht da. Sie kamen erst nach der politischen Wende, 1989, wieder heim. Unter ihnen Tibor Gál www.galtibor.hu , der zuvor für Alexander Baron von Essen in Südafrika das Weingut Capaia aufgebaut und für den toskanischen Marchese Ludovico Antinori den Kultwein Ornellaia kreiert hatte.…

14.2. bis 24.6.: Kunstforum, Wien

Man Ray

Gabrielle Chanel 1935

Den meisten ist er wohl als Fotograf bekannt, der amerikanische Künstler Man Ray (1890 bis 1976), der als Emmanuel Radnitzky in Philadelphia geboren wurde. Aber er malte auch, zeichnete, filmte, entwarf Objekte, kreierte Schriften und konzipierte Bücher und Magazine. Das Wiener Kunstforum stellt den Künstler, der nach ein paar Jahren in New York ab 1921 bis zu seinem Tod in Paris lebte, mit 150 Werken als Gesamt-Persönlichkeit vor und will damit zeigen, dass Man Ray einen der Grundsteine dafür legte, was wir heute als Kunst betrachten.

Foto: Man Ray, Gabrielle Chanel, 1935/36, Silbergelatineprint, Museum Ludwig, Köln © Rheinisches Bildarchiv, Köln © MAN RAY TRUST/ Bildrecht, Wien, 2017/18

Ausgesprochen einladend – die Altstadt Bautzens

Was fällt Ihnen zu Bautzen ein? Der Senf wahrscheinlich, und die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an den Begriff „gelbes Elend“ oder „Stasi-Knast“. Das Gefängnis in Bautzen wurde 1904 errichtet, damals für 1100 Häftlinge, und galt anfangs als sehr fortschrittlich. Zur Nazizeit waren hier politische Gegner von SPD und KPD, Zeugen Jehovas und kirchliche Gegner inhaftiert. Nach 1945 sperrten die Sowjets Kriegsverbrecher und später Stalinismus-Gegner unter unmenschlichen Bedingungen ein, bis zu 7000 Gefangene gleichzeitig. Nach zwei 1950 von der Volkspolizei der DDR brutal niedergeschlagenen Häftlingsaufständen wurde Bautzen auch im Westen bekannt und berüchtigt. Nach 1975 hielt die DDR hier unter anderen Menschen gefangen, die einen Ausreiseantrag gestellt hatten.
Unmittelbar neben dem Gefängnis, in dem heute bis zu 380 Straftäter einsitzen, befindet sich die Gräberstätte Karnickelberg mit einem Gedenkstein für die Opfer politischer Verfolgungen, die hier einst verscharrt wurden. Man muss sich den Knast am Stadtrand nicht unbedingt anschauen, aber dass es ihn noch gibt, sollte man zumindest wissen.…

„Ein gut gefüllter Ausschnitt ist eine Falle, die wir Frauen selbst aufstellen. Aber die Falle ist nicht für Sie, lieber Herr Brüderle, sie ist verdammt noch mal für Brad Pitt.“

Die Komikerin Carolin Kebekus in einem ihrer Bühnenprogramme, zitiert in einem Interview mit der Zeit Nr 47 vom 16. November 2017.
Foto: Carolin Kebekus

Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

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Hotel Dömitzer Hafen
Der Ausblick ins Elbtal aus dem Panorama Cafe hoch über Dömitz, nicht weit von Ludwigslust, ist grandios. Da schlängelt sich der Strom ganz friedlich durch saftige Wiesen, hier mal ein Boot, dort ein Stand-up-Paddler, am Ufer ein paar Jogger und eine wohltuende Stille. So schmeckt das Sechs-Minuten-Frühstücksei vom Büfett gleich noch viel besser. Die freundlich eingerichteten Zimmer des Hotels erinnern an Kajüten, die Bäder haben Metallwände, das Restaurant im Erdgeschoss bietet regionale Spezialitäten wie Fische aus der Müritz und Steaks von Bio-Auerochsen der Vielanker Brauhaus Herde. DZ ab ca. 74 Euro.
Foto: Dömitzer Hafen

Bemerkenswertes Bauen

Nicht alles, was zur Zeit in Deutschland gebaut wird, sieht von außen spektakulär aus. Sicher, da sind Hamburgs ganzer Stolz, die Elbphilharmonie, und die nicht so geliebte Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin. Aber es gibt auch jede Menge Neubauten, sanierte Altbauten und clevere Umbauten, die ihre Qualitäten im Innern entfalten. Da ist zum Beispiel die Aktivhaus-Siedlung in Winnenden aus 38 in Holzrahmenbauweise gefertigten Modulen, die erst für Flüchtlinge, später als Sozialwohnungen vergeben werden. Oder – ganz anders – das winzige Haus in einer Baulücke in einer denkmalgeschützten Hauszeile in Köln, das nur eine Grundfläche von 10 x 3,5 m hat.
95 der auf der Nominierungsliste für das Deutsche Architektur Jahrbuch versammelten Bauten haben die drei Herausgeber kurz und knapp mit je zwei Fotos, Grundriss, Umgebungsplan und kompaktem Text für diesen Führer zusammengefasst. Mit dem ebenfalls abgedruckten QR Code lässt sich jedes Bauwerk auch ohne Buch finden.

Yorck Förster, Christina Gräwe, Peter Cachola Schmal: Architekturführer Deutschland.

15.-21. Januar: In Köln findet wieder die Internationale Möbelmesse statt, die im letzten Jahr 1361 Aussteller aus 51 Ländern und 104 000 Fachbesucher hatte. Freitag, Samstag und Sonntag ist dann für jedermann geöffnet. Wer übers Internet Tickets bucht, zahlt nur 8 Euro.
17. Januar-13. Februar: In Umbrien, hauptsächlich in Perugia, wird Karneval gefeiert, ganz ohne Alaaf und Helau aber mit grellen Verkleidungen und jeder Menge Konfetti.
19.-21.Januar: Der erste von vielen Gartenkursen der „Königlichen Gartenakademie“ in Berlin wird in diesem Jahr zum Thema „Gestalten Sie Ihren eigenen Garten“ von Gabriella Pape veranstaltet.
31. Januar-4. Februar: Im belgischen Gent wird das Lichtfestival gefeiert. Internationale Lichtkünstler illuminieren die historische Altstadt, das Kunstviertel und erstmals auch Industriebauten.…

Da Vinci in Abu Dhabi: Das teuerste Gemälde der Welt, „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci, ging für 450 Millionen Dollar an einen unbekannten Bieter. Das Bild, dessen Herkunft und Provenienz nicht vollständig geklärt ist, wird zukünftig im Louvre Abu Dhabi zu sehen sein.
Die Trendfarbe des Jahres: Das Institut Pantone hat wie in jedem Jahr auch für 2018 die Farbe des Jahres gekürt, diesmal ist es ein sattes Lila, das „Ultra Violet“. Die schöne Farbe gibt es auf Möbeln, Stoffen, Kleidung und Glas. Einfach herrlich!…

Neues Jahr – neue Möbel. Noch sind sie nicht in unseren Wohnungen angekommen, erst einmal zeigt man sie auf den Messen des Frühjahrs in Köln, Frankfurt und Mailand. Ein paar Beispiele gibt es hier schon mal vorab, im Original sieht man sie im Kölner MAKK unter dem Titel „It’s not about everything – it’s about the best.

 

Ligne Roset: Papai heißt das neue Sofa des italienischen Design-Duos Paolo Lucidi und Luca Pevere.

 

Riviera Maison: Der Stuhl „Amsterdam City“ aus Kunststoff sieht aus wie gepolstert.

 

 

 

More: Der Hamburger Designer Peter Fehrentz hat eine Bar namens „Harri“ geschaffen.

 

 

Schönbuch: Der Servierwagen von Sebastian Herkner heißt „Grace“.

TON: Den „Chips Lounge Chair“ hat die Tschechin Lucie Koldova entworfen, die in diesem Jahr auch „Das Haus 2018“ auf der Kölner Messe gestaltet.
Fotos: Stylepark

19. 1. bis 18.3.: Photobastei. Zürich
Meister des 20. Jahrhunderts – der andere Blick
Ein Streifzug durch private Sammlungen und die Fotogeschichte

Einen eindrucksvollen Überblick über die Fotografie im vergangenen Jahrhundert geben die jetzt in Zürich gezeigten 140 Bilder von 90 Kamerakünstlern. Der Bogen reicht von dem Pariser Eugène Atget, der seine Stadt am liebsten an unscheinbaren Orten festhielt, bis zu Porträtisten unserer Zeit wie Martin Parr, Modefografen wie F.C. Gundlach und Sozialdokumentaren wie Sebastiao Salgado. Die Aufnahmen stammen aus verschiedenen privaten Sammlungen in Deutschland und der Schweiz. Mit dabei sind auch Werke von Berenice Abbott, Diane Arbus, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Robert Lebeck, Ruth Orkin, August Sander, Karin Szèkessy und Wim Wenders.
Foto:

Noch bis 18.3.: Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
Madame d’Ora. Machen Sie mich schön!

Sie hatte sie alle vor der Kamera, die Schönen ihrer Zeit. Die Wienerin Dora Philippine Kalmus (1881-1963), die sich später Madame d’Ora nannte, fotografierte die Primaballerina Anna Pawlowa, den Operettenstar Fritzi Massary, die Modeikone Coco Chanel, den Schriftsteller Arthur Schmitzler und viele andere.…

Wenn man morgens kurz vor halb zehn vor dem Eingang zu Monets Garten im kleinen normannischen Dorf Giverny steht, dann könnte man auf die Idee kommen, dass man den herrlichen Garten nur mit den paar anderen Neugierigen besichtigen kann, die gerade um einen herum stehen. Ist man dann aber erst einmal am Kassenhäuschen vorbei und durch den gigantischen Andenkenladen hindurch, dann muss man leider erkennen, dass mehrere Gruppen in Busstärke an einem anderen Tor hinein gelassen wurden. Monets Garten ist einfach immer voll, denn er ist in der ganzen Welt bekannt. Und er ist wirklich wunderschön!
Der verwitwete Maler Claude Monet (1840 bis 1926) mietete sich 1883 zusammen mit seinen beiden Söhnen, seiner späteren Frau Alice Hoschedé und deren sechs Kindern in Giverny ein und begann den Garten anzulegen. Sieben Jahre später konnte er das Anwesen kaufen und sogar noch angrenzendes Land dazu. Aus dem ehemaligen Nutzgarten machte er einen Ziergarten mit geraden Perspektiven und rankenden Pflanzengewölben.…

„Damals dachte ich, wir würden uns in die richtige Richtung bewegen, in Richtung einer Welt, in der wir den Rassismus hinter uns lassen. Ich habe mich getäuscht.“

Die amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow in einem Interview mit dem Stern Nr 47/17 zu ihrem neuen Film „Detroit“ und der Frage, wie es war, Obama zu begegnen. Foto: wikipedia

Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

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Hotel Weisser Hirsch, Hohnstein

Die gewaltige Burg Hohnstein aus dem 12. Jahrhundert thront hoch über dem Ort, genau gegenüber des Zugangs liegt das kleine, sehr nette Hotel, das auch auf den Namen Meister Bär hört. Der hübsche Biergarten liegt direkt an der viel befahrenen Straße und ist doch sehr einladend. Die großzügigen Zimmer sind hell, die Bäder klein, aber praktisch. Das Frühstücksbüfett lässt nichts zu wünschen übrig. Fahrräder kann man leihen und eigene nachts in der Parkgarage sichern. Wanderer bekommen üppige Lunchpakete gepackt, und zum Abendessen gibt es große Portionen regionaler Spezialitäten. Und: Die sächsische Schweiz liegt einem hier zu Füßen.

DZ ab ca. 120 Euro

Foto: CO