Stadtspaziergänge und Hotels

Schlosshotel Klaffenbach, Chemnitz

Das erwartet man wirklich nicht: Kaum hat man die hässliche Innenstadt von Chemnitz hinter sich gelassen und ist nach Süden gefahren, schon steht man mitten in einem Idyll: dem 1560 vollendeten Wasserschloss Klaffenbach. Der markante Renaissancebau, für rund zwei Jahrhunderte im Besitz der Grafen von Taube, ab 1935 für den Reichsarbeitsdienst und von 1947 bis 1989 als Jugendwerkhof für Mädchen nicht gerade ruhmreich genutzt, wurde von 1991 bis 1995 umfangreich und kenntnisreich saniert. Nun finden im Schloss Konzerte statt, und im U-förmigen Nebengebäude residiert das Hotel mit feinem Restaurant und großer Terrasse im Innenhof mit Blick aufs Schloss. Die Zimmer sind nicht besonders groß, aber stilsicher und behaglich eingerichtet. Und im Schlosspark kann man schön flanieren …                                                           oder Golf spielen. DZ ab ca. 110 Euro Foto: CO

Ein wahrhaft malerisches Städtchen: Céret, 35 km südwestlich von Perpignan und 180 km nördlich von Barcelona gelegen, hat nur knapp 8000 Einwohner und ist in Frankreich wegen seiner sehr früh reifen Kirschen – das erste Körbchen bekommt traditionell der Staatspräsident – und sein exzellentes Kunstmuseum bekannt. Aber das mittelalterliche Städtchen ist auch aus anderen Gründen sehenswert.
Da ist zuerst einmal die Teufelsbrücke, Pont du Diable, erbaut 1321 bis 1341, die einen einzigen Bogen über 45 m spannt und damit im Mittelalter die größte halbkreisförmige Bogenspann-Steinbrücke der Welt war. Wenn man auf die Stadt zufährt, sieht man sie links neben der Autobrücke von 1939, rechts eine steinerne Eisenbahnbrücke von 1883. Ihren Namen hat sie übrigens dank der Legende, dass der Teufel die Brücke in einer einzigen Nacht aufgebaut haben soll.
Am Rande der Altstadt mit ihren schmalen Gassen gibt es große Parkplätze, in der Stadt ist man am besten zu Fuß unterwegs.…

Hotel Barcelo, Bilbao

Das famose Guggenheim Museum kann man vom Hotel aus zwar nicht sehen, aber zu Fuß ist man in zehn Minuten dort. Museum und Hotel liegen an verschiedenen Seiten des Flusses Ria, an dem man auf einer breiten Promenade spazieren kann. Die Hotelzimmer sind behaglich eingerichtet, die Bäder ausreichend groß, das Frühstücksbüfett lässt nichts zu wünschen übrig, und die Bar in der Lobby lockt mit kühlen Cocktails. Vor dem Hotel steht übrigens eine (fast) lebensgroße Kuh!
DZ ab ca. 130 Euro Foto: CO

Wie der Name Greifswald entstanden ist, darüber gibt es mehrere Vermutungen. Die hübscheste geht so: Die Mönche des Klosters Eldena , das 1199 unter dem Namen Kloster Hilda an der Mündung des Flusses Ryck gegründet worden war, schickten eine Abordnung aus, die einen guten Platz für eine Stadtgründung suchen sollte. Sie lief am Fluss entlang durch den Wald und stieß bald auf eine Lichtung, auf der ein Greif (Wappentier aus Adler und Löwe) brütete. Das war der richtige Platz!
Der Wald ist längst abgeholzt, und Greife hat man hier auch schon lange nicht mehr gesehen, dafür gibt es jetzt jede Menge Studenten.

Die Uni wurde schon 1456 gegründet und ist damit eine der ältesten in Mitteleuropa. Die heute über 10000 Studenten stammen aus über 90 Ländern, was die Stadt lebendig und sehr international macht.
Das Hauptgebäude der Uni mit einer barocken Aula und einem noch immer zu besichtigenden Karzer wurde zwischen 1747 und 1750 errichtet, die Bibliothek daneben hat Martin Gropius von 1880 bis 1882 gebaut.…

Hotel Butz, Schürsdorf, Schleswig Holstein

 

Schürsdorf gehört zu den eher unbekannten Orten in Schleswig Holstein, dabei ist es nicht mal 5 km vom gutbesuchten Ostseebad Scharbeutz entfernt. Und ein Besuch lohnt sich allemal: Am idyllischen Dorfteich des hübschen Ortes mit seinen 300 Einwohnern findet man das Hotel/Cafe/Restaurant Butz in einem 200 Jahre alten, wunderbar restaurierten Fachwerkhaus. Oben liegen die mit antiken Bauernmöbeln und knarrenden Holzdielen ausgestatteten Zimmer, unten laden mehrere hübsche Räume an ein üppiges Frühstücksbüffet, zu Kaffee und hausgebackenem Kuchen oder am Abend zu Kutterscholle und Labskaus. Bei schönem Wetter wird auch im Vordergarten serviert.

DZ ab 97 Euro
Foto: Hotel Butz

Für viele Urlauber ist die Großstadt Nantes lediglich Ausgangspunkt für eine Schlössertour entlang der Loire. Dabei hat die Stadt selbst auch einiges zu bieten. 250 km Wege am Wasser zum Beispiel, denn hier fliessen die Erdre und die Sèvre in die Loire, und die Stadt liegt zum Teil auf einer großen Loire-Insel.
Oder die beeindruckende Schlossanlage „Chateau des ducs de Bretagne“ von 1466 aus weißem Tuffstein mit sieben massiven Türmen, die mit einem 500m langen Wehrgang verbunden sind. Hier befindet sich heute das Historische Museum.

Nicht weit davon steht die gotische Kathedrale  von 1434, die auf Resten einer Kirche von 549 entstand. Während der Französischen Revolution diente sie als Pferdestall und Magazin, die Glasfenster und Teile der Ausstattung wurden zerstört. Nach unterbrochenen Bauarbeiten, einem Brand und Zerstörungen im Krieg ist das Gotteshaus seit 1985 wunderbar restauriert wieder anzuschauen.
Direkt dahinter liegt das Musée d’ Arts mit Werken von Rubens, Breughel, Rousseau, Monet, Kandinsky, Tinguely, Richter und vielen anderen.…

My Place, Wien

Städtetrips können oft anstrengend sein, wenn man ein schönes Ziel zu Fuß erkundet. Da ist es gut, wenn man im Hotel eine ausgiebige Pause machen kann. Besonders fein ist das natürlich, wenn man ein ganzes Apartment wie im ziemlich zentral gelegenen Hotel My Place zur Verfügung hat. Ein großer Wohnraum mit Küchenzeile, Esstisch und Sofaecke neben einem großzügigen Schlafzimmer mit angeschlossenem Bad hat einfach alles, was man zur Erholung braucht. Und den Sonnenuntergang mit Blick auf den Stephansdom, den Donaukanal und das Riesenrad im Prater kann man auf der Dachterrasse genießen.
Suite für zwei Personen ab ca. 115 Euro. Foto: My Place

Wer mit dem Zug in Plön ankommt, steht gleich am größten See Schleswig Holsteins, über 28 qkm erstreckt sich der Große Plöner See, der in der letzten Eiszeit entstand und bis zu 58m tief ist. Seit 1992 liegt er zum größten Teil in einem Naturschutzgebiet, in dem Seeadler, Schellenden, Gänsesäger und Graugänse leben.  Im Bahnhofsgebäude ist das Tourismusbüro angesiedelt, dort gibt man Ihnen gerne einen kleinen Stadtplan. Aber erst einmal: Platz nehmen auf einer der Bänke und den Blick über den See genießen.
Und dann schlendern Sie den Strohberg/ die Lübecker Straße entlang, schauen vielleicht in die Buchhandlung Schneider mit seiner guten Auswahl und dem sehr freundlichem Service und in die Wegwarte, einen netten Feinkost-Shop mit ausgesuchten Spezialitäten aus der Region. Am Markt angekommen, sollten Sie wenn möglich einen Blick in die wirklich hübsche Nikolai Kirche werfen, die 1868 auf den Resten der nach einem Blitzschlag 1864 ausgebrannten Kirche entstand.…

Berghotel zum Edelacker, Freyburg, Unstrut

Am schönsten sitzt man auf der Terrasse hoch über dem hübschen Ort Freyburg an der Unstrut. Man schaut über sanfte Hügel ins Flusstal, hat die Reben des Weins vom nächsten Jahr vor Augen und kann dabei Kabeljau in Riesling oder Schweinemedaillons unter einer Bärlauchkruste genießen.
Die Zimmer des Berghotels sind ebenso zweckmäßig wie bequem eingerichtet, die Bäder praktisch, und das Frühstücksbüfett ist einladend bestückt mit allem, was morgens gut tut: Säfte, Brötchen, Eier, Wurst, Käse, Marmelade, Kaffee, Tee und Obst.  In Freyburg kann man übrigens die Sektkellerei Rotkäppchen besichtigen, und die schöne Stiftsdame Uta im Naumburger Dom ist auch nur 13 km entfernt. DZ ab ca. 118 Euro. Foto: Burghotel zum Edelacker

Ganz schön mutig war das, was man Anfang der 1990er Jahre in Bilbao entschied. Die Industriestadt hatte lange von ihren Stahlwerken, dem Hafen und ihren Banken gelebt, doch die Zeiten waren vorbei. Also beschloss die Stadtregierung mit Bürgermeister Inaki Azkuna (1943 bis 2014) Spektakuläres, um die Stadt wieder attraktiv zu machen:
Sir Norman Foster, der große britische Architekt, wurde mit dem Bau einer Untergrundbahn beauftragt, deren Ausgänge von der Bevölkerung heute liebevoll „Fosteritos“ genannt werden. Der berühmteste spanische Architekt Santiago Calatrava entwarf die dynamische Fußgänger-Brücke „Zubizuri“  über den Nervion, und  die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid baute ein Bankgebäude.

Und das absolute Highlight, das sensationelle Guggenheim Museum, stammt vom kalifornischen Architekten Frank O. Gehry. Die Stadt hat sehr viel Geld in die Hand genommen – etwa 100 Millionen Dollar – und mit dem legendären Direktor Thomas Krens des Guggenheim Museums New York einen 20-Jahres-Vertrag geschlossen: Bilbaos Museum gehörte zur Guggenheim Familie, wurde von dort bespielt und die Stadt zahlte alles.…

Hotel Schloss Gamehl, Gamehl bei Wismar

Wer Ruhe sucht, der ist hier richtig. Der winzige Ort Gamehl hat nur eine Bushaltestelle, ein paar Häuser – und eben das Schloss. Das ist seit 600 Jahren – mit Ausnahme der DDR-Zeit – im Besitz der Familie von Stralendorff. Allerdings wurde der jetzige Bau erst 1860 errichtet, nachdem das alte Schloss abgerissen worden war. Im Jahr 2000 wurde es grundsaniert und in ein Hotel umgewandelt. Die neunzehn Zimmer und Suiten sind groß und hell und gemütlich eingerichtet.
Für das üppige Frühstück sollte man sich viel Zeit nehmen. Wintergarten, Terrasse und der wunderbare Garten laden zum Verbummeln eines ganzen Tages ein; wer lieber reitet, Golf spielt oder Fahrrad fährt, wird auch nicht enttäuscht. Abends bietet das ausgezeichnete Restaurant lokale Spezialitäten. Und wem partout nach noch mehr Abwechslung ist: Wismar und Kühlungsborn sind nicht weit.
DZ ab ca. 90 Euro. Fotos: CO

Am besten fährt man mit der U4 bis zum nagelneuen Endbahnhof „Elbbrücken“, der vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner gebaut und am 6. Dezember letzten Jahres eröffnet wurde. Er erinnert mit seiner eleganten Struktur an ähnliche Bauten des spanischen Architekten Santiago Calatrava und ist wirklich sehenswert.
Daneben entsteht ein neuer S-Bahnhof an der Linie vom Hauptbahnhof nach Harburg.
Wenn man aus dem schicken U-Bahnhof tritt, steht man erst einmal auf einer gigantischen Baustelle rund um einen Stichkanal der Elbe mit dem Baakenhafen und davor dem noch zu bauenden Amerigo-Vespucci-Platz. An der rundherum führenden Versmannstraße entsteht bis 2030 das letzte Stück der Hamburger Hafencity mit vielen Wohnungen, Büros und Geschäften. Die wird dann 127 ha groß sein, 7500 Wohnungen für etwa 15 000 Menschen und bis zu 45 000 Arbeitsplätze bieten, und soll (Elphi und Maritimes Museum, Hafencity-Uni und verschiedene andere Bildungseinrichtungen inklusive) ein hoffentlich lebendiges Wohnquartier werden.
Seit 2016 leben hier allerdings noch bis 2020 in einem Containerdorf mitten in der Einöde an der Kirchenpauerstraße etwa 700 Flüchtlinge.…

Hotel Ayre Astoria, Valencia

Vom Frühstücksraum im siebten Stock sieht man bis zum Mittelmeer, davor die Altstadt von Valencia und am Rand die Spitzen der „Ciutat de les Arts i les Ciències“ (Stadt der Kunst und Wissenschaft), die der Ausnahme-Architekt Santiago Calatrava seiner Heimatstadt gebaut hat.
Auf der anderen Hotelseite blickt man auf die kleine Plaza Rodrigo Botet mit einem hübschen Brunnen unter Platanen.
Die Zimmer des Hotels sind mit dunklen Möbeln gemütlich eingerichtet, das Bad ist groß und praktisch. Das Büfett zum Frühstück ist typisch südeuropäisch mit vielen süßen Teilchen bestückt – aber Toast und Eier gibt es auch. Unbedingt besuchen muss man die Bar im Erdgeschoss, dort laufen auf einer riesigen Leinwand wichtige Fußballspiele, und spanische Großfamilien bewundern die gegenseitigen Schnäppchen aus Unmengen von schicken Tüten.
DZ ab ca. 120 Euro. Foto: Hotel Ayre

Er heißt „Bunter Garten“ und das zu Recht. Der Stadtpark von Mönchengladbach bietet gerade jetzt viele farbenprächtige Beete, Büsche, Hecken und Bäume, alles blüht und lockt jede Menge Spaziergänger, Jogger, Gassi-Geher und spielende Kinder an (Auch unsere Hundefreundin Tapsi und ihr Frauchen sind ganz vernarrt in den Garten). Der Park, zu dem auch der Kaisergarten und der Botanische Garten gehören, ist etwa 30 ha groß und wurde schon 1890 angelegt, eine seiner Attraktionen ist eine riesige Vogelvoliere mit 200 Tieren. Die Grünanlage erstreckt sich vom Hauptfriedhof bis zur Kaiser Friedrich Halle, die zur Zeit renoviert wird. Sie wurde 1903 im Jugendstil erbaut, und bietet ab dem Sommer wieder Konzerte, Theater, Lesungen und andere Veranstaltungen an.
Wenn man jetzt durch das nahegelegene Gründerzeitviertel zwischen Schiller- und Adenauerplatz spaziert, dann muss man einfach immer wieder stehen bleiben, den Kopf in den Nacken legen und die wunderschön restaurierten Fassaden bewundern. Damit dieses Viertel so erhalten bleibt und mehr gewürdigt wird, hat sich eine Gruppe Bewohner zum Verein „Initiative Gründerzeitviertel“ zusammengeschlossen, der Feste und andere Aktionen veranstaltet.…

Poggio a Poppi, Italien

Wenn man es endlich geschafft hat, die immer schmalere, im Sommer meist staubige Sandpiste am Friedhof vorbei hinauf bis zur Hügelkuppe zu fahren, dann liegt einem nicht nur die Toskana zu Füßen, man ist auch in einem überaus charmanten Agriturismo angekommen. Die Zimmer sind groß und typisch toskanisch mit dunklen Holzmöbeln eingerichtet. Die Bäder sind modern und behaglich mit ausreichend Ablageflächen ausgestattet.
Im Pool gibt es im Sommer Wassergymnastik, das Frühstück ist üppig, das Restaurant bietet liebevoll zubereitete Spezialitäten und auch Kochkurse. Die hübschen Orte Poppio und Bibbiena liegen in Sichtweite. DZ ab 80 Euro. Foto: Poggio a Poppi

Sie sieht alt aus, die Altstadt von St. Malo, aber sie ist es nur in Teilen. Denn die Alliierten bombardierten die Stadt 1944, weil der deutsche Besatzungskommandant Oberst von Aulock nicht kapitulieren wollte. Dadurch wurden 85% der Altstadt zerstört, nur die gewaltige Festungsmauer blieb praktisch unbeschädigt. Aber die Einwohner von St. Malo bauten ihre Stadt nach alten Plänen sofort wieder auf, so wie sie im 15. und 16. Jahrhundert entstanden war.
Parkplätze gibt es natürlich nur außerhalb der Stadtmauer, aber dort sind sehr viele vorhanden, und das Tourismusbüro an der „Grand Porte“ hält kleine Stadtpläne bereit.
Von hier sind es nur wenige Schritte durch das Große Tor der Stadtmauer zur Place

Chateaubriand mit dem schönen Hotel France & Chateaubriand von 1882 mit einer einladenden Brasserie. Benannt ist das Hotel nach St. Malos größtem Sohn, dem Dichter und späteren Botschafter u.a. in Berlin, Francois-René de Chateaubriand (1768 bis 1848), der auf eigenen Wunsch auf der seiner Heimatstadt vorgelagerten Insel „Grand Bé“ anonym begraben wurde.…

Le Moulin des Chennevières, Giverny, Frankreich

Viele Hotels gibt es in dem kleinen Ort Giverny in der Normandie wirklich nicht. Die meisten Besucher des Monet-Gartens kommen mit dem Bus frühmorgens und sind am frühen Abend wieder weg. Und so entgeht ihnen das Hotel in der zauberhaften alten Mühle aus dem 17. Jahrhundert, das nur drei Doppelzimmer hat, durchweg etwas windschief, aber liebevoll eingerichtet. Das Frühstück wird von allen Gästen gemeinsam am großen Tisch in der Küche eingenommen. Sehenswert ist der Garten der Mühle: Auf drei Hektar schlängelt sich ein Flüsschen durch über hundert Jahre alte Bäume, man überquert das Wasser über eine romantische Brücke und kann sogar Wallabies beobachten. Und hier gibt es – im Gegensatz zu Monets Garten – praktisch keine Touristen. DZ ab 115 Euro. Foto: Le Moulin Chennevières

Etwas gruselig ist es schon! In der Mitte des rundum und an der Decke mit Holz getäfelten gar nicht besonders großen Raumes steht ein Marmortisch hinter einem Holzgeländer. Dort wurden schon im 17. Jahrhundert Leichen seziert, von einem Schlachter unter Aufsicht eines Medizin-Professors und unter den wachsamen Augen eines Kirchenvertreters. Das fand aber nur im Winter und nachts statt, denn sonst war es in Bologna einfach zu heiß. Die Holzwände sollten die Gerüche absorbieren, damit die rundum sitzenden und stehenden Medizinstudenten nicht umfielen. Zu riechen gibt es heute nichts mehr, aber die Vorstellung, wie hier einst seziert wurde, ist doch gewöhnungsbedürftig.
Das „Amphitheater der Anatomie“, dekoriert mit Wappen und geschnitzten, großen Figuren berühmter Chirurgen, die hier gelehrt haben, befindet sich in den kunstvoll ausgestatteten Räumen des Palazzo dell’ Archiginnasio, dessen Baubeginn auf 1564 datiert wird und in dem lange die Universität ihren Sitz hatte. Als offizielles Gründungsjahr des akademischen Lehrbetriebs gilt allerdings schon das Jahr 1088, und damit beherbergt Bologna die älteste Universität der westlichen Welt.…

Seehotel Huberhof, Uckermarck

Falls Sie die Uckermarck noch nicht kennen, dann müssen Sie unbedingt hin, wenn Sie sie kennen, wollen Sie sowieso wieder hin. Um zum Beispiel im zauberhaften Garten des Huberhofes direkt am Oberuckersee im Liegestuhl Luft und Licht und Landschaft zu genießen. Die Zimmer des Hotels sind eher rustikal, die Bäder ganz ordentlich, das Frühstück auf der wunderbaren Terrasse aber ist mehr als üppig. Und wenn man einen Sommerabend bei regionalen Spezialitäten draußen erleben möchte, dann sollte man schon mal frühzeitig den Urlaub 2019 planen. DZ ab 70 Euro. Foto: Seehotel Huberhof

Herrlich dieses Angebot! Natürlich gibt es Orangen und Clementinen, Melonen, Ananas und Kiwis, jede Sorte Tomaten, Möhren, Kohl und Zuccinis, nebenan Gewürze und Nüsse, ein Stück weiter Pulpo, Doraden und Scampis, und ganz hinten köstlichen Schinken und würzige Käse. Das muss das Paradies sein!

Nicht ganz – aber die Markthalle in Valencia hat wirklich ein riesiges, frisches, regionales Angebot, das zudem sehr ästhetisch und pieksauber arrangiert ist. Und die Halle selbst ist ein Kleinod des Jugendstils aus dem Jahre 1928. Der Kuppelbau aus Eisen, Glas und Keramikfliesen ist 30 Meter hoch und beherbergt auf zwei Ebenen 959 Marktstände.

Schräg gegenüber ist gleich das nächste Schmuckstück dieser wunderbaren, geschichtsträchtigen Stadt zu finden. Hinter einer

unspektakulären Fassade versteckt sich die Seidenbörse, La Lonja de la Seda , die 1469 als Ölmarkt gegründet wurde. Von 1483 bis 1533 wurde an dem bedeutendsten Gebäude der profanen Gotik in Europa gebaut. Nachdem man den Turm, den mit Zitrusbäumen bepflanzten Innenhof und einen großen Saal mit herrlichem Fußboden-Mosaik bewundert hat, steht man schließlich in einer riesigen, etwa 30m hohen säulengestützten Halle, in der mehrere Jahrhunderte lang mit Seide gehandelt wurde.…