Gastgeben leicht gemacht. Wer gern Freunde zum Essen einlädt, freut sich immer über ein paar realistische Tipps zur Planung, zum Ablauf und zur Dekoration. Die Journalistin Stefanie Luxat hat deshalb für ihr Buch „Herzlich Willkommen“ ganz viele kleine Anregungen und große Ideen gesammelt und sie mit einigen leckeren Rezepten, Interviews mit Experten wie einem Bäcker, einer Innenarchitektin und einem Barmann und ein paar hübschen Deko-Ideen ergänzt. Dazu erläutert sie Gastlichkeits-Trends – zum Beispiel blauweißes Geschirr oder farbiges Glas, stellt schöne Beispiele vor und liefert auch Bezugsadressen. Und das Ganze würzt sie mit einer Handvoll flotter Sprüche: „Das Ziel? Das Schnurren der Gäste.“

Stefanie Luxat: Herzlich Willkommen – Mit Gästen zuhause, Tischdekorationen & kreative Ideen, 192 Seiten, Callwey Verlag, 29,95 Euro. Foto: Callwey

Ein Würstchen geht seinen Weg. Ein ziemlich interessantes Thema: Wie haben Lebensmittel unsere Welt verändert? Dass die Gier nach Zucker den Sklavenhandel in Gang brachte, ist eigentlich bekannt. Die Kartoffel löste die verheerende Hungersnot in Irland 1854 aus, weil damals fast nur Erdäpfel angebaut und diese durch die Kartoffelfäule zerstört wurden. Das in Frankfurt erfundene Würstchen wiederum machte als Wiener und Hot Dog weltweit Karriere und entwickelte sich zum Imbiss für die Massen. Und die Dosensuppen von Campbell gelten heute in der Version von Andy Warhol als Ikone der globalen Pop-Art Begeisterung. Der britische Autor Bill Price berichtet in seinem Buch von fünfzig Lebensmitteln und ihrer Geschichte. Er erzählt von Coca Colas Beziehung zum amerikanischen Militär, berichtet von der Erfolgsgeschichte des Hamburgers, der wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts von Deutschen nach Amerika gebracht wurde, und erläutert den Einfluss des Gin auf die britische Politik: der wurde nämlich 1690 per Gesetz so billig, dass kollektives Komasaufen einsetzte. Unbedingt lesen!

Bill Price: Zucker, Dattel, Kaviar – 50 Lebensmittel, die unsere Welt verändert haben, 224 Seiten, Gerstenberg Verlag, 24,95 Euro. Foto: Gerstenberg

save the date- Floralien Flowertime15-Wim-Vanmaele-422. April bis 1. Mai: Im belgischen Gent finden zum 35. Mal die Floralien statt, die es nur alle fünf Jahre gibt. Dieses Mal zeigen Floristen ihr Können in der historischen Altstadt zu Themen wie „Bäume und die Stadt“ oder (nicht ganz so originell) „Vergangenheit und Zukunft“. Eine Künstlerin aus dem Partnerland Japan präsentiert eine Installation aus Azaleen, Kamelien und Bonsais. Workshops, Shows und Pop-Up-Shops gehören auch zum Programm. Eintritt: 35 Euro.

ECE/ Kunsthalle30. April + 1. Mai: Nach 17 Monaten Umbau mit kunstvoller Restaurierung der klassischen Fassade wird die Hamburger Kunsthalle mit einem großen Fest wieder eröffnet. Angeboten werden spezielle Führungen, Konzerte, Filme und Performances, mit dabei sind Studenten der Hochschule für Musik und Schauspieler vom Thalia Theater und dem Schauspielhaus. Die Cafés „Das Liebermann“ und „The Cube“ sorgen für angemessene Stärkungen. Geöffnet ist am Samstag von 14 Uhr bis 1 Uhr nachts, am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Fotos: Flandern Touristik/Hamburger Kunsthalle

Berlin Die Königliche Gartenakademie in Dahlem bietet wieder interessante Kurse an: Das begann schon im März mit einem „Workshop Kompost“ und einem zur Rasenpflege und wird im April mit „Rosenschnitt und -Pflege“, „Kleine Gärten“ und „Planung, Bepflanzung und Pflege von Balkon und Terrasse“ fortgesetzt. Bis Ende August sind noch viele weitere Kurse geplant.

Nice to know shakeLondon und der Rest der Welt feiern am 23. April den 400. Todestag von William Shakespeare. Die Kampagne „Shakespeare Lives“ zeigt zum Beispiel 37 Kurzfilme, jeder zu einem seiner Stücke passend, am 23. und 24. April entlang der Themse auf großen Bildschirmen. Seit April 2015 – Shakespeares 450. Geburtstag – tourt bereits eine Theatergruppe mit seinen Stücken um die Welt und will bis zu seinem Todestag in allen Ländern der Erde aufgetreten sein. Weiterer Höhepunkt: Benedict Cumberbatch wird wieder den Hamlet geben – zumindest im Film.

Fissler_Akademie_FINAL2Idar-Oberstein Der Kochtopf- und Pfannen-Hersteller Fissler bietet jetzt zusammen mit zwanzig Kochschulen in ganz Deutschland unter dem Titel „Fissler-Koch-Akademie“ Kurse

Produkte FUERSTENBERG_OMNIA_12_RITUAL KopieProdukte FUERSTENBERG_OMNIA_5 KopieAuf dem Tisch wird es jetzt elegant: Die Serie „Omnia“ der Manufaktur Fürstenberg besteht nur aus vier Teilen – Becher, Schale und zwei verschieden große Teller – ist doppelwandig, innen glatt und außen mit Rillen, in Weiß, Anthrazit, zwei Brauntönen und mit Goldauflage zu haben. Superschick!

Produkte ASA atable ligne noire2ASA hat seinem zarten Geschirr „A Table“ eine „Ligne Noir“ verpasst und es mit einem hauchzarten schwarzen Rand versehen. Eine winzige Veränderung mit großem Effekt!

Proukte Gmundner 0110 Pur Geflammt Rot Kaffee QFAuch Gmundner hat wenig getan und viel erreicht: Ihrem Dessin „Grüngeflammt“ hat die Firma ein „Pur“ dazu gegeben und das Muster entrümpelt. Schon sieht das traditionelle Keramik-Geschirr ganz frisch und neu aus und lässt sich wunderbar mit dem alten kombinieren. Gibt es in Grün, Rot und Grau.

Im Idealfall ist sie glutrot und heiß, duftet nach frisch gemahlenem rotem Paprikapulver, Zwiebeln, Knoblauch und sieht schon von weitem höllenscharf aus. Duft und Geschmack werden von den mitgekochten Rindsknochen und dem Fleisch abgerundet. Das ist Gulyás, die Suppe der Rinderhirten. Die Etymologie ist einfach: Gulya (sprich: Guja) ist die Rinderherde, der Gulyás (sprich: Gujaaasch) deren Hirte, der seine Arbeit zu Pferde mit der Assistenz einiger schwarzer Hunde der Rassen Puli- und Komondor erledigt. Das Gericht hat zahllose Varianten. Je nach Gegend enthält es Tomaten, Thymian oder Graupen.

Seine wichtigsten Verwandten sind der Pörkölt und der Paprikás, die dem deutschen Gulasch zum Verwechseln ähnlich sehen. Paprika enthalten beide, der Paprikás dazu auch saure Sahne. Sicher ungewöhnlich, aber die Küche ist ja kein Ort der Gewohnheiten, sondern, wenn alles gut läuft, des Genusses. Der geheime Küchenwitz der ungarischen Kochkunst besagt, dass ursprünglich nicht die Suppe sondern der dickflüssige Pörkölt – Mahlzeit der schwer arbeitenden Hirten – Gulyás hieß. Der Clou: Dieses Gericht wird im Deutschen, richtig (!), Gulasch genannt. Zur Suppe verdünnt wurde es später. Allerdings wissen das in Ungarn nur die Küchenhistoriker. Erzählen Sie es bloß keinem Magyaren, besonders keinem Kellner! Ihr Leben könnte beim Frevel gegen die Nationalsuppe in Gefahr geraten.
Nach der
Ausstellungen-Leger_TheDivers_1943_1964.60_HarvardDer Franzose  Fernand Léger (1881-1955) war gelernter Architekturzeichner und beschäftigte sich sein Leben lang mit der Wirkung von Kunst im Raum. Bei der Entwicklung seiner eigenen Bildsprache erforschte er unter anderem den Kubismus von Picasso, ließ sich aber auch von russischen Avantgarde-Künstlern beeinflussen. Das Museum Ludwig konzentriert sich auf die Wandgemälde Légers, die er sowohl für Privathäuser als auch für öffentliche Gebäude gemalt hat – zum Beispiel für das UN-Hauptquartier in New York. Gezeigt werden Skizzen, Gemälde, Skulpturen, Dokumente und auch einige gewaltige Wandgemälde, die vorher nie ihren Entstehungsort verlassen hatten.

Museum Ludwig, Di-So 10-18 Uhr, jeden ersten Do im Monat 10-22 Uhr, Eintritt 11 Euro. Foto: Museum Ludwig/ Fernand Léger: The Divers, 1943, Harvard Art Museums/Fogg Museum, Gift of Mr. and Mrs. Josep Lluís Sert, Photo: Imaging Department, Courtesy of President and Fellows of Harvard College © VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Museum Ludwig, Fernand Léger. Malerei im Raum

Schon mal rohe Roulade probiert? Das ist neben Heidschnucke, Heidehonig, Heidegeist (Schnaps) und Heidesand (Kekse) eine Spezialität in Celle, die auch gern als „Löwenfutter“ bezeichnet wird. Dazu wird eine ganz dünne Scheibe Rindfleisch aus der Oberschale mit Senf bestrichen, mit Speck und Zwiebeln belegt, und mit einer speziellen Gewürzmischung – geheim, geheim! – verfeinert, dann aber eben nicht geschmort. Jedes Lokal rollt seine eigene spezielle Gewürzmischung mit hinein. Gibt es zum Beispiel im Restaurant „Bier-Akademie“ als Vorspeise oder Hauptgang mit Graubrot oder knusprigen Bratkartoffeln. Für Fleisch-Liebhaber ein Hochgenuss!

Aber beileibe nicht der einzige. In der Celler Altstadt findet man jedenfalls auffällig viele Restaurants, mit deutscher, italienischer oder internationaler Küche, es gibt Chinesen und Griechen, Steakhäuser und jede Menge nette Cafes. Das Museum-Café zum Beispiel am Markt, gleich neben der Stadtkirche St. Marien von 1308 und dem alten Rathaus mit dem Tourismusbüro, serviert als Spezialität Bienenstich und Maracuja-Torte.

Celle hat fast fünfhundert Fachwerkhäuser, alle gut restauriert

Kulin.Kolumne aldiDer Verbraucher fasst sich doch an den Kopf, wenn er diesen mehrfach von Entscheidungsträgern geäußerten Satz hört: „Die Lebensmittel sind zu billig.“ Das klingt erstens wie eine Bezichtigung der Konsumenten, weil sie angeblich nur auf den Preis achten, und es ist auch eine. Seltsam: Wo ein Markt für irgendetwas ist, wird doch immer auch auf den Preis geachtet, oder? So ist das Prinzip. Klingt zweitens danach, dass Lebensmittel allein des Teurerseins wegen teurer werden sollten, denn, so die ärgerliche Begründung, in Nachbarländern, wo für Nahrung zum Teil deutlich mehr bezahlt werden müsse, funktioniere das System doch auch. Dieses eigenartige Argument unterschlägt die Tatsache, dass wir im Ausland vielfach um unsere günstigen Preise beneidet werden. Und handelt es sich, drittens, in Wirklichkeit nicht vielmehr um das Wehklagen der eigentlich doch gut funktionierenden Lebensmittelbranche, die giergeplagt noch mehr und noch mehr Profit machen möchte?

Auch wenn immer wieder gesagt wird, es sei eine typische Marotte des Deutschen, immer auf den Preis zu schielen, sieht die aktuelle Lage doch so aus: Im Moment hackt die Branche auf ALDI herum, weil der Discounter – mal wieder – eine Preissenkungsschlacht eingeläutet hat. Wohlgemerkt, der Konzern und nicht

ClemenGold-KuNo-400px– sponsored by SanLucar – Vitamine dringend gesucht!

Lust auf Sonne? Klar, jeder möchte im kalten, grauen, regnerischen, kurz: fiesen Februar ein bisschen mehr Licht und Energie.
Wir haben da was: Die leckerste aller Zitrusfrüchte, die ClemenGold! Sie passt in eine Hand, ist knallorange, fest und glatt, ein hübscher Vitaminkraftprotz und schmeckt auch noch nach Sommer, denn sie kommt aus Valencia, wo es jetzt sonnige Tage und milde Nächte gibt. Die ClemenGold lässt sich leicht schälen, ist sehr süß, hat wenig Säure und praktisch keine Kerne. Sie ist sehr saftig, duftet frisch und schmeckt außerordentlich aromatisch. Mit anderen Worten – sie ist eine Delikatesse, der Höhepunkt der Zitrussaison!

Einen kleinen Nachteil hat allerdings auch diese Clementine: Man kann gar nicht genug davon bekommen!
ClemenGold gibt es übrigens nur bei SanLucar im deutschsprachigen Raum. Foto: SanLucar, weitere Fotos hier

Zitat dunja-hyali-2016„In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist.“

Die TV-Moderatorin Dunja Hayali, Tochter irakischer Eltern, in ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung der „Goldenen Kamera“ in der Kategorie „Beste Information“ am 6. Februar 2016. Foto: Goldene Kamera

peter-butschkow-pommesPeter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft. Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

kuno3 Was für eine Pracht! Schon von draußen kann man die riesige Lobby mit ihren Marmorsäulen, Spiegeln, rosa Kronleuchtern und dem goldgefliesten Rezeptionstresen bewundern. Falls Sie Sonntag Abend hereinschauen: Dann wird dort Tatort geguckt, das ist Kult!
Die Lounge lockt mit bequemen Sesseln und einer interessanten Fotowand. Etwas schlichter, aber sehr elegant sind die 278 im Art-Deco-Stil eingerichteten Zimmer des Hotel Reichshof. Richtig staunen kann man im Restaurant „Slowman“ mit Holzvertäfelung und Marmortischen und in der Bar „1910“ – benannt nach dem Gründungsjahr des Hotels – mit Ledersesselchen, niedriger Stuckdecke und Billardtisch. Dort werden auch verwöhnte Cocktail-Trinker ihren Lieblingsdrink finden. Also, wie wäre es mal mit einem „Harvey Wallbanger“, einem „Salty Dog“ oder gar einem „Godfather“?

Hotel Reichshof Hamburg. DZ ab ca. 126 Euro. Foto: Reichshof Hamburg

Musik fürs Auge. Er inspirierte Max Beckmann, faszinierte Piet Mondrian, motivierte Otto Dix: der Jazz. Jene eigenwillige Musik, die viele bis heute für Amerikas genuinsten Beitrag zur Kultur dieser Welt halten und die, kaum dass sie in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts die Clubs, Konzertsäle und Tanzschuppen rund um den Globus eroberte, auch zahlreiche Künstler interessierte. Wie fruchtbar und vielfältig diese Auseinandersetzung bis in die Gegenwart ist, belegt nun eine höchst sehenswerte Ausstellung im Stuttgarter Kunstmuseum samt ebenso informativem Katalog. Über 100 Arbeiten zeigen aufs Kurzweiligste, dass Blue Notes nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen begeistern können.

I Got Rhythm. 288 S. 119 Abb. Prestel. 49,95 Euro. Foto: Prestel

Bücher Was geschah wann?Was wann geschah. Wann wurde eigentlich das Klavier erfunden? (1709 in Italien). Wo landeten die ersten britischen Sträflinge in Australien? (1788 in der Botany Bay, dem heutigen Sydney). Wie alt ist Memphis? (Die Stadt am Nil entstand um 3100 v. Chr. und war danach lange vermutlich die größte der Welt). Gedacht ist das wunderbare Buch „Was geschah wann?“ für Kinder ab 10 Jahren, aber auch Erwachsene werden sich an der mit vielen Karten erzählten Welt-Geschichte, den detaillierten Infografiken und den hübschen Zeichnungen erfreuen und gern durch die Frühzeit, das Mittelalter, die Neuzeit und das 20. und 21. Jahrhundert blättern. Natürlich sind einige Ereignisse verkürzt dargestellt, was gelegentlich auch ärgerlich ist. Aber es macht einfach Spaß, den Piraten durch die Karibik oder den Goldsuchern von Kalifornien nach Südafrika und Australien zu folgen. Und sicher kann man auch noch das eine oder andere lernen – oder haben Sie gewusst, dass die Zeit erst mit dem „Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung“ vom 12. März 1893 im Deutschen Reich überall nach der Sonnenzeit in Greenwich egalisiert wurde? Notwendig geworden war das durch Eisenbahnen, die bei unterschiedlichen Zeit zu leicht kollidierten.

Bücher Mug CakesKlein und köstlich. Es geht ratzfatz und schmeckt sehr lecker: Tassenkuchen sind schnell zusammengerührt und brauchen nur 2 bis 5 Minuten in der Mikrowelle. Die Foodstylistin Antje Küthe stellt in ihrem schmalen Büchlein etwa 30 Rezepte mit Zutatenliste, detaillierter Zubereitung und schönen Fotos vor und hat sich für jedes süße und salzige Küchlein auch noch eine Extra-Dekoration einfallen lassen. Trotzdem: Bevor Sie eins der Backwerke Ihren Gästen servieren, probieren Sie es unbedingt aus!

Antje Küthe: Glamour Mug Cakes, 64 Seiten, Thorbecke Verlag, 9,99 Euro. Foto: Thorbecke

Wortwalz_Cover_151123_02_cb.inddWandern und lernen. Eine junge Frau geht auf die Walz. Für eine Handwerkerin ist das heutzutage schon ungewöhnlich, aber für eine Journalistin? Jessica Schober ist hundert Tage lang ohne Geld und ohne Handy durch Deutschland gewandert und getrampt, hat in Lokalredaktionen ausgeholfen und viele freundliche Menschen getroffen. In ihrem Buch erzählt sie von ihren Begegnungen, von Schlafplätzen im Wald und überraschenden Einladungen zum Essen, und sie berichtet von den Geschichten, die sie unterwegs für ihre jeweilige Zeitung schreibt. Außerdem erläutert sie sehr spannend die Tradition und die Rituale der Walz und was sie für Handwerker bedeuten. So ist aus einem spannenden Projekt ein wirklich lesenswertes Buch geworden, bei dem man immer wieder denkt: Ist die mutig!
Natürlich ist Jessica Schober verändert zurück gekommen. Und kann jetzt die alte Erfahrung der Wandergesellen bestätigen: Heimkommen ist schwerer als losgehen.

Jessica Schober: Wortwalz – Von einer die schreibt und nirgends bleibt – eine Reporterin auf Wanderschaft, 256 Seiten, Edel Verlag, 14,95 Euro. Foto: Edel

Nice to know bierNice to know Helsinki 2016-02-18 um 12.23.10500 Jahre Reinheitsgebot: 1516 erließen die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. das Reinheitsgebot für das Brauen von Bier in Bayern. Das muss natürlich gefeiert werden in diesem Jahr: mit Ausstellungen, Festivals, Radl-Touren, Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahrten und selbstverständlich ganz viel Bier.

In Helsinki wird auch gefeiert: Vom 17. bis 20. März 2016 findet zum dritten Mal das „Streat Helsinki  statt, ein Streetfood-Fest, bei dem jeder, der will, auf der Straße schnippelt, rührt und brutzelt und seine Spezialitäten zu kleinsten Preisen anbietet – nicht mehr als 5 Euro. In diesem Jahr sind auch Profis dabei und zeigen, was sie unter Streetfood verstehen.

Schon gehört? Der neueste Trend ist „Switching Economy“: nach dem Beispiel von Car-Sharing und Home-Sharing ist es jetzt möglich, technische Geräte nicht mehr zu kaufen, sondern für eine gewisse Zeit zu mieten und dann gegen das Neueste auszutauschen. Technik-Fans wird das sicher freuen, ob es gut für die Umwelt ist, muss sich erst noch herausstellen.

Fotos: Tourismus Zentrale

Produkte Ligne Roset SliceLigne Roset stellte in Köln unter anderem einen alten Entwurf von Pierre Charpin vor. Den Sessel „Slice“, der mit mehreren, verschieden farbigen Hockern zum Longchair verlängert werden kann, hatte der Designer schon 1998 für Cinova entwickelt. Jetzt hat Ligne Roset ihn mit verbessertem Sitzkomfort neu heraus gebracht.
 
Produkte Classicon pli-side-table-blue-glass-glossy-black-glass-satin-finishedProdukte Montanacontract6-683
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auch wenn es auf den Frühjahrsmessen im Allgemeinen farblich eher zurückhaltend – um nicht zu sagen: langweilig – zuging, gab es doch Ausnahmen. Classicon zum Beispiel präsentierte den Beistelltisch „Pli“ der Designerin Victoria Wilmotte, dessen gefalteter Edelstahlfuß durch unterschiedlich lange Oberflächenbehandlung grün, blau, braun oder schwarz schimmert. Die Glasplatte ist von unten jeweils passend lackiert. Sieht toll aus!
Montana gehörte in diesem Jahr natürlich auch zu den wenigen Farb-Mutigen. 42 Lackfarben bieten die Dänen für ihre Montana Collection „Dream“  an, die auf bestehenden Modulen aufbaut und Nachtschränke, Kommoden, Rollcontainer, Garderoben, Büroschränke, Schreibpulte und sogar Waschtische im Programm hat. Richtig schick!
 
Produkte Paschern Bild 2_Urban Concept One_ Sideboard und Bookshelf

Vor wenigen Wochen habe ich mit Freuden entdeckt, dass genau vor meinem Budapester Lieblingsthermalbad (Rudas, mit 29 Grad warmem Wasser im Schwimmbecken) eine neue Straßenbahnhaltestelle entstanden ist. Bis dahin lag das Bad genau zwischen zwei Stationen. Ich war begeistert.

Begeistert bin ich auch immer noch über die Verschönerung einer der wichtigsten Postkarten-Idyllen der Hauptstadt: Wenn man noch vor wenigen Jahren aus einem der Hotels am östlichen (Pester) Donauufer aus dem Fenster geschaut hat, sah man auf der gegenüber liegenden (Budaer) Seite, unterhalb des barocken Burgschlosses, eine Reihe hässlicher, teils verfallener Mietshäuser. Sie waren mit langfristigen Verträgen  an Maler und Bildhauer vermietet. Die Orban-Regierung erließ schließlich eine entsprechende Verordnung, und ein Bauunternehmer aus dem Freundeskreis des Ministerpräsidenten fegte die Häuser weg. Anschließend errichtete er einen weitläufigen romantischen Park am Hang desselben langgezogenen Hügels: Rosenbüsche, Springbrunnen, Wasserfälle, Terrassen, gar eine Rolltreppe. Über alledem eine neue Bastei – mit herrlichem Blick auf die Donau, die Brücken und das östliche Häusermeer der Stadt. Eine breite und hohe Tafel, von alten Bäumen ein wenig verdeckt, verkündet, wieviel Euros Brüssel zur Pracht hinzugeschossen hat. Die Zahl hat sehr viele Nullen und auch dazu beigetragen, dass die gotische Mathiaskirche und die Zinnen der Fischerbastei etwas nördlicher auf demselben