Gaernern fuer Selbstversorger.inddGärtnern. Am Anfang ging erst einmal gar nichts. Denn als die schwedische Familie Mandelmann aufs Land zog, hatte sie keine Ahnung, aber ein großes Ziel: Die Mandelmanns wollten Selbstversorger werden. Sie sahen sich schon Äpfel entsaften und Kartoffeln ernten, Quitten einkochen und Knoblauch setzen, Bier brauen und Lammwurst abfüllen, Weinstöcke beschneiden und Schafe scheren, Kräuter trocknen und Bohnen einwecken. Fünfzehn Jahre später – die Familie besteht mittlerweile aus sechs Personen – können die Mandelmanns das alles und sind tatsächlich Selbstversorger geworden. Wie das ging, was sie alles gelernt haben, was schief ging und wie sie zu Bauern wurden, das beschreiben sie sehr detailliert und anschaulich in ihrem Buch „Gärtnern für Selbstversorger“. Mit vielen Fotos, eigenen Rezepten, Erklärungskästen und hübschen Zeichnungen von Tochter Tora kann man hier lernen, wie man Bäume beschneidet, Fledermauskästen baut und Früchte-Mandel-Brot backt – auch ohne gleich Selbstversorger werden zu müssen.

Marie und Gustav Mandelmann: Gärtnern für Selbstversorger, 272 Seiten. Kosmos Verlag, 29,99 Euro Foto: Kosmos

Nice to know- Stade1916 wurde Dada in Zürich erfunden, die Kunstrichtung, die laut ihrer Gründer nicht definierbar war. Zweifel an allem waren angesagt, Disziplin, gefestigte Ideale und Normen wurden abgelehnt. Die Dadaisten propagierten zufallgesteuerte Aktionen in Wort und Bild. Neben John Heartfield und George Grosz war Hannah Höch eine der wichtigsten deutschen Vertreter dieser Kunstrichtung. Zum Auftakt des Dada-Jahres mit weltweiten Ausstellungen widmet das Kunsthaus Stade Hannah Höch noch bis 21. Februar 2016 eine große Ausstellung mit 70 Werken aus allen ihren Schaffensperioden. Ein umfangreicher Katalog ist über das Museum zu bekommen.

Foto: Kunsthaus Stade

Produkte TobiasGrau_John_04Produkte Magis_Tide-Wandregalsystem-schwarzTobias Grau: Seiner eleganten Leuchte „John“ wurde eine ganz besondere Ehre zuteil: John steht auf dem Schreibtisch von Bond-Girl Dr. Madeleine Swann, gespielt von Léa Seydoux, der Psychaterin im neuesten James-Bond-Film „Spectre“.

Magis: Das Regal-System „Tide“, das die irakische Architektin Zaha Hadid für den italienischen Hersteller Magis designte, hätte auch gut in Dr. Swanns Büro gepasst. Es besteht aus Kunststoff-Modulen in Weiß, Schwarz oder Knallrot, die zu den unterschiedlichsten Formen unendlich aneinander an die Wand gehängt werden können.

Rodukte Ronda 2015-12-23 um 12.26.24Ronda Design: Ganz schlicht in der Form ist das hängende Sideboard „Sydney“ mit Metallfront, auf der wilde Schriftzüge, verschmierte Zeitungsseiten, eine Skyline oder bunte Blüten und Schmetterlinge abgebildet sind.

 

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Die Sprache der Magyaren ist geradezu wunderbar: Sie bringt sie zum Fliegen – jedenfalls behaupten sie es. Vielleicht erinnert sie das an den geheimnisvollen Vogel Turul, von dem sie der Legende nach abstammen. So fliegen sie hinauf in die Straßenbahn, hinein in Schiff, Bus, Taxi. Außerdem bekommen die ungarischen Männer Kinder. Das Wort für Eltern heißt Gebärende, und zu ihnen werden auch die Väter gezählt. Viele Sprachwissenschaftler behaupten, dass die jeweiligen Idiome, wie Lebewesen, Ausdruck des Unterbewusstseins der Gesamtheit ihrer Sprecher sind.

Ich denke, sie haben Recht. Ungarisch kann – wenn es wichtig ist – auch mal logisch sein: Hauptwörter haben keine Artikel, die auf ein Geschlecht hindeuten. Soll wohl heißen, dass es verhältnismäßig leicht ist, eine Frau von einem Mann zu unterscheiden, man braucht sie nicht die Frau beziehungsweise der Mann zu nennen. Noch weniger sinnvoll ist es, einen Tisch männlich und eine Lampe weiblich zu bezeichnen. Manchmal zwingt die Sprache sogar zur Vernunft.
Auf Ungarisch kann man nicht sagen: „Die beiden kennen sich.“ Denn wer kennt sich schon selbst? Und dann noch den anderen? So sagt man eben: „Die beiden kennen einander – egymást.“ Bemerkenswerter Weise existiert dieses abgeschliffene einer-den-anderen auch im Deutschen – nur wird es kaum benutzt.
AusstellungDefiniert wird Malerei ja ganz simpel: Öl auf Leinwand. Aber natürlich ist das nur ein technischer Begriff. Wichtiger war immer das, womit die Maler sich in ihren Bildern beschäftigten. Was also hat sich in der Malerei getan, seit das digitale Zeitalter begann, seit die Informationstechnologie unseren Alltag beherrscht? Das Museum Brandhorst zeigt jetzt Gemälde der letzten fünfzig Jahre aus Europa und Nordamerika unter den drei Abteilungs-Titeln „Geste und Spektakel“, „Exzentrische Figuration“ und „Soziale Netzwerke“, mit denen sowohl die Popkultur, als auch die Computertechnologie, feministische Kunst, soziale und andere Themen dargestellt werden. Insgesamt gibt es 230 Werke von 107 Künstlern zu sehen. Mit dabei sind Niki de St. Phalle, Keith Haring, Sigmar Polke, Joseph Beuys, Isa Genzken, Jörg Immendorf, Rosemarie Trockel und viele andere.

Museum Brandhorst, Di – So 10-18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, Eintritt 10 Euro. Foto: Nicole Eisenman, (*1965), Beer Garden with Ash, 2009, Öl auf Leinwand, 165 x 208 cm Privatsammlung, Schweiz Foto: P. Schälchli, Zürich © the artist, Anton Kern Gallery, New York; Susanne Vielmetter Los Angeles Projects; and Galerie Barbara Weiss, Berlin

Die kleine Gloria hat Kraft. Schließlich befördert sie den ganzen Tag jede Menge aufgeregte Touristen und langmütige Einheimische den steilen Berg hinauf. „Ascensor da Gloria“ ist eine ziemlich alte, ziemlich niedliche Standseilbahn. Sie fährt vom Lissaboner „Praca de Restauradores“ mit seinem Teatro Eden, einem Großkino von 1931, in dem heute ein Hotel ist, 265 m hoch, überwindet dabei eine Höhe von 48 m und eine Steigung von 18 %. Seit 1885 ächzen Gloria und ihre Vorfahren dort hinauf. Oben hat man dann aus dem kleinen Park „Jardim de Sao Pedro de Alcantara“ einen großartigen Überblick über die Altstadt.
 
Wieder unten spaziert man vorbei an dem schönen Bahnhof „Rossio“ von 1890 am gleichnamigen Platz, der im sogenannten manuelinischen Stil mit hufeisenförmigen Eingängen erbaut wurde. Benannt ist der prachtvolle Stil nach König Manuel I., der von 1495 bis 1521 regierte und Portugal zu wirtschaftlichem und kulturellem Aufschwung verhalf.
Gleich neben dem Bahnhof findet man übrigens ein sehr nettes Restaurant, das „Leao d’Ouro“ mit schönen Fliesenbildern an den Wänden

Beleg-KuNo-KulturNotizen-Lebensreisen

Zitat Michael_Fassbender_by_Gage_Skidmore_2015Ich bin sehr gerne nackt … Ich bin kein besonders intellektueller oder analytischer Schauspieler. Ich bin sehr körperlich orientiert.“

Der in Deutschland geborene Hollywood-Schauspieler Michael Fassbender, der zur Zeit als Macbeth und als Steve Jobs im Kino zu sehen ist, in einem Interview mit dem Lufthansa Magazin 11/2015.

Foto: it.wikipedia.org 

TV-Mann-Copyright-Peter-Butschkow„TV-Mann“ Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft. Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Bücher Geschichte_zeitgenoessische_Photographie_NEU_NEUFoto-Kunst. Schon ein Jahr nach seiner Gründung erwarb das New Yorker Museum of Modern Art 1930 die erste Fotografie; 1940 waren es bereits so viele, dass eine eigene Abteilung eingerichtet wurde, heute besitzt das Haus über 25000 Aufnahmen. Doch nicht nur die schiere Menge macht die Kollektion zu einer der bedeutendsten der Welt; Direktoren wie der berühmte Fotograf Edward Steichen sorgten auch für ein durchgehend hohes Niveau. Nachzuprüfen jetzt im eindrucksvollen letzten einer auf drei Bände angelegten Edition, der sich den Neuzugängen aus den Jahren 1960 bis heute widmet. Thematisch in acht große Kapitel gegliedert sind da von Robert Adams über Helen Levitt bis Gary Winograd fast alle Großen aus dieser Zeit versammelt; spektakuläre Reportage-Fotos fehlen ebenso wenig wie intime Porträts oder verschnurrte Experimental-Aufnahmen. Einziger – allerdings nicht unerheblicher – Mangel: Viele der Fotos sind viel zu klein abgebildet.

Hrsg. Quentin Bajac u. a.: Die große Geschichte der zeitgenössischen Photographie 1960 bis heute. 368 S., 642 Abb. Schirmer/Mosel Verlag. 78 Euro Foto: Schirmer/Mosel Verlag

Bücher faelschung-downloadFalsche Kunst. Warum malte Wolfgang Beltracchi im Stil von Heinrich Campendonk und Tom Keating so

MelegyUnser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de.

Schweinische Auslandskontakte. Die (vierbeinigen) Schweine erfreuen sich in Ungarn großer Beliebtheit. Besonders das Urvieh Mangalica, dem Wildschein nahe verwandt, das aus seiner Not eine Tugend gemacht hat. Da es leicht aber ungern friert, hat es sich ein hübsches lockiges Fell in verschiedenen Farben an-mutiert, dazu fein verteiltes Fettgewebe in seinem Muskelfleisch. Und da Fett den Geschmack transportiert, hat sich das Wollschwein durch diese zweite Mutation in Gaumen und Herz der Feinschmecker geschlichen.

Und wie das Schicksal spielt, wollte an einem sonnigen Herbsttag zu Anfang des 19. Jahrhunderts im südungarischen Szeged, ein armer italienischer Maroni-Händler beim Metzger Márk Pick ein Stück Speck kaufen – konnte aber nur mit Maroni und einer Idee bezahlen. Pick hat den Einfall verstanden und mit italienischen Gastarbeitern eine Salamifabrik gegründet. Nicht nur die Idee, auch das Wort ist italienisch und bedeutet „das Eingesalzene“. Dafür ist die Pick-Szalámi ungarisch und bis heute eine der besten.
Als ich vor kurzem für einen

Oscar_Buchdecke_02_KuNoEin Oscar für Hitler und zehn andere phantastisch-realistische Erzählungen von Péter Pál Meleghy. Im Vordergrund meiner elf Erzählungen stehen meist ungewöhnliche Menschen bei ungewöhnlichen Ereignissen und in ungewöhnlichen Rollen. Doch weil dies in einer weitgehend realen Umgebung geschieht, kann es die Vernunft des Lesers nicht als (reine) Fantasy abtun. Der Inhalt ist zu nah an seinen Erfahrungen. Dahinter allerdings steckt das Ungewöhnliche und nährt die Vermutung, dass hinter alledem noch etwas verborgen sein müsse. Das zu finden kann in Herz und Hirn des Lesers ein nachdenkliches Lächeln zaubern, oder das nackte Entsetzen über sich selbst. In der Titelgeschichte bekommt Hitler einen Oscar überreicht, weil er der Filmindustrie gigantische Einnahmen beschert – und ganz nebenbei unsere dunkelsten Seiten aufgedeckt hat.Entstanden sind die Erzählungen neben meiner journalistischen Tätigkeit und durch sie inspiriert. Zwei der Texte wurden im NDR in der Reihe „Literatur in Norddeutschland“ – „Am Abend vorgelesen“ gesendet. 24,90 Euro, epubli-Verlag.

Leseproben finden Sie unter www.ein-oscar-fuer-hitler.com einen Essay unter www.phantastisch-realistische-literatur.de Foto: epubli

Ausstellung MKG_NoNameDesign_Clivio_4Wer weiß schon, wer Pfannen, Kochlöffel, Scheren, Brillen oder Hammer entworfen hat? Der Schweizer Produktdesigner Franco Clivia weiß es auch nicht, hat sie aber alle gesammelt. Rund 1000 gut gemachte Alltagsgegenstände, die auf einer besonderen Idee oder einer raffinierten Konstruktion beruhen, stellt er jetzt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe vor. Die 30 Vitrinen sind unterteilt in 29 Kapitel und wurden von Fotograf Hans Hansen liebevoll arrangiert. Die Ausstellung zeigt, was gutes und zeitloses Design ausmacht. Sehr sehenswert!

Museum für Kunst und Gewerbe, Di – So 10-18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 Uhr, Eintritt 10 Euro. Foto: Schlag auf Schlag von Hans Hansen

foto angela 2014 IMG_#A32E1Von Gastautorin Angela Oelckers, die zwölf Jahre als Cheredakteurin und 5 Jahre als Ressortleiterin in verschiedenen Wohn- und Frauenmagazinen vorzuweisen hat, und heute ein eigenes Redaktionsbüro in Hamburg führt.  angela.oelckers@gmx.net

Entspannung für Fortgeschrittene

Stadtsp 1 Abfahrt, copyright Lohnkutscherei BlattnerIm Allgäu ist alles Landschaft: wilde, romantische, liebliche, schroffe, nützliche und oft auch gefährliche. Wenn an einem späten Herbsttag die Gipfel der Hochalpen verschneit glänzen und im Tal alles in knalligen Farben leuchtet, mutet sie geradezu kitschig an. Das Wetter meint es gut mit soviel Schönheit, während sich andernorts zäh der Nebel hält, scheint hier gern strahlend die Sonne. So kommen die meisten Besucher wegen der Landschaft her, zum Wandern oder Skifahren. Zack, von der Bahn auf den Wanderweg oder in die Gondel. Dabei hat das Örtchen Oberstdorf, die südlichste Gemeinde Deutschlands und im Jahr 1141 durch die Weihe-Inschrift in der Kirche erstmals urkundlich erwähnt, auch Einiges zu bieten. Durchaus dörflichen Charme etwa, alte Häuser im Allgäuer Bauernstil und traditionelle oberstdorf stillachtalGeschäfte, erstklassige Restaurants und regionale Spezialitäten. Starten wir unseren Rundgang

Zitat Clarins 2015-10-08 um 10.25.42„Mit den eigenen Kindern zu arbeiten hat mehr Vor- als Nachteile. Denn in ihrem Leben werden sie immer irgendwo einen Chef haben. Also besser einen, der sie liebt.“

Der Chef des Kosmetikkonzerns Clarins, Christian Courtin-Clarins, in der Modebeilage des Stern, Herbst/Winter 2015. Foto: groupeclarins.com 

cartoon-heringsschmaus-butschkowsuperplaner-butschkow-2016„Heringsschmaus …“ Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft. Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Malchow 2015Wie schön, endlich mal kein Büfett! Zum Frühstück serviert eine reizende junge Dame statt dessen eine Etagere mit Schinken und Melone, mit Frischkäse und Schnittlauch, mit Leberpastete und Gürkchen. Dazu gibt es knusprige Brötchen aus der hauseigenen Backstube, frischen Kaffee und einen leckeren Smoothie – und alles mit Blick auf den herrlichen Malchower See. Auch aus den meisten der schick eingerichteten Zimmer mit großem Doppelbett und Sofa, mit extra gutem Leselicht und riesigem Flachbildschirm hat man freien Blick aufs Wasser. Und in der Dependance, zu der man über eine der wenigen Drehbrücken Norddeutschlands geht, gibt es sogar ein Plätzchen direkt am See. Übrigens: die gemütlichen Hotelzimmer haben Namen wie Fantasie, Übermut, Sinfonie oder Sehnsucht. Und wer nicht gestört werden möchte, hängt eine kleine Schiefertafel an die Tür, darauf steht: Wir träumen noch! Hotel Rosendomizil, Malchow, Mecklenburg Vorpommern, DZ ab 79 Euro Foto: Klaus Hemme

Hinter_der_Kamera_SU.inddLebensgeschichten. Natürlich lässt sich auch bei diesem Buch wieder trefflich streiten: Warum ist der oder die drin, warum ist der oder die draußen. Aber im Großen und Ganzen kann sich die Auswahl in „Hinter der Kamera“ schon sehen lassen. „Das Leben der großen Fotografen“ (so der Untertitel) zu schildern, hat sich die englische Kunsthistorikerin Juliet Hacking vorgenommen, das Ergebnis sind 38 – zwischen 3 bis 6 Seiten lange – meist ebenso informative wie unterhaltsame Kurzbiografien. Lee Miller fehlt zwar ebenso wie Eve Arnold oder Berenice Abbott, und überhaupt sind die Frauen mit gerade mal 7 Kapiteln kläglich unterrepräsentiert (dafür ist der angloamerikanische Bereich insgesamt überrepräsentiert), doch wer wissen will, wie die Pioniere und Heroen der ja immer noch relativ jungen Kunstdisziplin Fotografie zu ihrem Medium fanden und es formten, der wird hier gut bedient.

Juliet Hacking: Hinter der Kamera, 304 S., 103 Abb. Sieveking Verlag. 39,90 Euro. Foto: Sieveking Verlag

150202_Umschlag_Muray-F2_Druckdaten_rl_Layout_12Stars und Sternchen. In den USA war er bis zu seinem Tod 1965 eine große Nummer, doch in Deutschland ist Nickolas Muray auch heute noch so gut wie unbekannt. Dabei war der gebürtige Ungar, der – nach einer kurzen Karriere in Deutschland – 1913 nach New York ging, spätestens seit den späten zwanziger Jahren ein viel gebuchter Fotograf, dessen glamouröse Porträts von Promis wie Charlie Chaplin oder Greta Garbo ebenso hoch im Kurs standen wie seine opulenten Werbeaufnahmen für Kaffee oder Kekse. Denn ob große Pose oder verführerisches Arrangement, stets versuchte Muray, „das Beste aus meinem Gegenüber“ herauszuholen. Eine Ausstellung in Halle an der Saale stellte in diesem Frühjahr dem heimischen Publikum erstmals eine repräsentative Auswahl seiner (im wahrsten Sinne des Wortes) Hochglanz-Produkte vor, und wenn auch einiges mittlerweile arg gekünstelt wirkt: Dass Muray sein Handwerk verstand, belegen die Bilder, die jetzt noch einmal in dem Begleit-Katalog versammelt sind, aufs Schönste.

Nickolas Muray: Double Exposure, 304 Seiten, 251 Abb., Hirmer Verlag, 39,90 Euro Foto: Hirmer Verlag

Save the date affordable art fair19. bis 22. November: In Hamburg findet zum vierten Mal die „Affordable Art Fair“ mit 75 nationalen und internationalen Galerien statt, die Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Fotos von Newcomern und etablierten Künstlern zeigen. Kein Kunstwerk kostet mehr als 7.500 Euro. Eintritt: 14 Euro.

Save the date Krippenweg_Bad_Woerishofen_Krippe_Hauptstrasse29. November bis 6. Januar 2016: 2,4 km lang ist der Bad Wörishofer Krippenweg, und mehr als 75 alte und hochmoderne Krippen sind auf diesem Weg zu bewundern. Mit dabei sind orientalische, alpenländische und norddeutsche Kunstwerke aus Holz, Gips, Ton und Wachs.

Fotos: Affordable Art Fair/Bad Wörishofen