Als erstes gönnt man sich eine Tüte. Eine Tüte Fritten. Die munden hier in Brüssel einfach grandios und werden niemals in Plastikschalen, sondern immer in spitzen Papiertüten verkauft, dazu gibt es Sauce Bearnaise, Cocktail-, Currysauce oder Sauce Tartare. 1781 wurden die Kartoffelstäbchen angeblich erstmalig erwähnt, da hieß es nämlich in einem Kuriositäten-Bändchen, die Anwohner der Maas würden im Winter, wenn sie keine Fische aus dem zugefrorenen Fluss ziehen könnten, Kartoffelstücke in heißem Fett garen. In den USA nennt man die Pommes Frites übrigens „French Fries“, weil amerikanische und kanadische Soldaten die Kartoffelstäbchen im ersten Weltkrieg bei der belgischen Armee kennen lernten, und die sprach damals ausschließlich Französisch.
Eine gute Adresse für typische Frites ist  – unter vielen anderen – die „Friterie Tabora“ in der Taborastraat.
 
Stadtsp 1 Brussels_floral_carpet_BVon dort sind es nur ein paar Schritte zum Grand Place oder Grote Markt, dem zentralen, sehr lebendigen Platz mit gotischem Rathaus und barocken Fassaden. Ursprünglich entstand der Platz im 11. Jahrhundert, wurde aber 1695 durch den Beschuss französischer Truppen zerstört und dann mit vielen Zunfthäusern einheitlich im barocken Stil wieder aufgebaut. Der Grand Place steht heute unter Denkmalschutz. Alle zwei Jahre – diesmal vom 12. bis 15. August 2016 – wird der Platz mit einem Blumenteppich aus 750.000 Blüten bedeckt, 1.800 Quadratmeter Begonien formen Bilder zu einem bestimmten Thema. Wunderschön!
 
Stadtsp 2 Schokolade-bei-ElisabethWenn man jetzt die pittoreske Rue de Marché aux Herbes in Richtung Place Royale schlendert, muss man unbedingt einen Blick bei „Elisabeth“ hinein werfen. Dort gibt es lange Regale mit belgischen Pralinen, Trüffel, Waffeln, Tüten voller Baisers, jede Menge Nougat, „Orangetten“ und „Manneken Pis“ aus Schokolade. Nach den herzhaften Frites kommt einem so ein Schokolädchen gerade recht.
Weiter geht’s zum „Royal Palace“ mit gegenüberliegendem „Parc de Bruxelles“. Baubeginn des Palastes war 1783, die Fassade wurde allerdings erst 1934 beendet. Im Sommer kann man das imposante Treppenhaus, den Goya Raum, den Vasenraum, Spiegel- und Thronsaal besichtigen. Es sei denn, die königliche Familie veranstaltet gerade ein Bankett, oder wichtige Staatsgäste sind zu Besuch. Aber in dem riesigen, ältesten Park Brüssels kann man natürlich immer lustwandeln und sich auf einer der vielen Bänke ein wenig erholen.
 
Stadtsp 4 Petit SablonIMG_3340 IMG_3335 IMG_3336Nächste Station: Der Place du Sablon, der eigentlich aus zwei Plätzen besteht. Auf dem „Petit Sablon“, einer kleinen, grünen, umzäunten Oase, steht ein Denkmal für zwei Kämpfer gegen die spanische Besatzung von 1568, umgeben von vielen Statuen, die Zünfte repräsentieren.
Der „Grand Sablon“ ist das Zentrum der Antiquitätenhändler, die hier jeden Samstag und Sonntag einen beliebten Markt veranstalten. Rund um den Platz gibt es jede Menge Cafés, Restaurants und Chocolatiers.
 
Stadtsp 6 Laduree-Fenster Stadtsp 7 Laduree2Wir empfehlen einen Besuch bei Ladurée, ursprünglich 1862 in Paris gegründet, vielleicht zum Tee oder auf einen Aperitif, auf jeden Fall muss man ein paar bunte Macarons probieren, die sind hier die Spezialität.
 
IMG_3332Und beim Genießen kann man auch in Ruhe darüber nachdenken, was man alles noch nicht gesehen und gekostet hat: die Kathedrale und das Atomium, das Manneken Pis im Original und das Magritte Museum, Comics an Hauswänden, 500 Sorten Bier und knusprige Waffeln. Also: Wiederkommen!
 
Fotos: MSM/Wikipedia/Brüssel Pictures