Allgemein

„Wir müssen dann mit aller Kraft deutlich machen: Kultur ist kein Sahnehäubchen, sondern Grundnahrungsmittel! Kultur muss
man sich auch in schlechten Zeiten leisten, auch in strukturschwachen Regionen…….Kultur ist systemrelevant, weil sie unsere Demokratie stärkt.“

Die neue Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth in einem Interview mit der „Zeit“ vom 9. Dezember. Foto: Claudia Roth

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in  Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel Block, Ingolstadt 
 
Motorenfans können ein Zimmer namens „Steve McQueen“ buchen, für Tennisspieler bietet sich „Wimbledon“ an. Wer sich gern gruselt, kann das großartig im Raum „Hai“ mit einem Wasser-Fisch- Foto auf dem Badboden. Alle Zimmer des Hotels Block sind phantasievoll bis ins Detail dekoriert und machen richtig Spaß. Auch das Frühstücksbüfett ist ein Highlight mit regionalen Spezialitäten und vielen verschiedenen Brotsorten. DZ ab ca 129 Euro. Foto: Hotel Block

Sachbuch: Wenn die Liebe endet

Es sind keine Liebesgeschichten, die die Scheidungsanwältin Rita Brockmann-Wiese für dieses Buch aufgeschrieben hat, obwohl einige als große Liebe begannen. Wie die des Studentenpaares, das sich in Boston mehr amüsiert als studiert und dann mit Kind in der Realität nicht klarkommt. Oder die des schwulen Paares, das sich vor Gericht um seinen Hund streitet. Oder die der Ehefrau, die immer mit Selbstmord droht, wenn ihr Mann sich trennen möchte, und es dann lange nach der Trennung tatsächlich tut.

Zusammen mit dem Journalisten Dr. Gerhard Spörl hat die Autorin ihre Erfahrungen mit Scheidungen zu zwanzig manchmal richtig tragischen Geschichten verdichtet, die gut geschrieben einen tiefen Blick in zwischenmenschliche Abgründe gestatten. Sehr interessant, aber selten lustig.

Rita Brockmann-Wiese: Schluss. Aus. Vorbei! 176 S. Verlag J.H.W.Dietz. 22 Euro. Foto: Dietz

 

 

Kunst: Bei den Nazis beliebt

Die berühmte Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg, in der alles neu anfing, unbelastet von der schrecklichen Vergangenheit, hat es weder in der Politik, noch in der Wirtschaft oder der Gesellschaft gegeben –  und jetzt hat eine Berliner Ausstellung noch einmal umfassend dokumentiert, dass auch die Kunst mit dem alten Personal weitermachte: Die meisten der „Gottbegnadeten“ – so der Titel, den Adolf Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels 1944 genau 114 Malern und Bildhauern in Anerkennung ihrer Verdienste für das Nazi-Regime verlieh – werkelten ab 1945 in ihren Ateliers unbehelligt weiter und durften sich zudem über zahlreiche öffentliche Aufträge, Lehrtätigkeiten und Auszeichnungen freuen.…

Farbe des Jahres 2022: Wie in jedem Jahr hat das Farbinstitut Pantone wieder einen Ton zur Farbe des Jahres gekürt. Der neue heißt Very Peri (Nr. 17-3938) und wird als „dynamisches Blau mit rötlich-violetten Nuancen“ definiert. Ein Beispiel gibt es schon vom Möbelhersteller Gallery: den Sessel „Kleo“ mit Samtbezug.
Foto: Gallery/Blume PR

bis 1. Februar: Wenn in Toulouse das größte Laternenfestival Europas stattfindet, erleuchten rund 1000 kunstvolle, sehr bunte, riesige Exemplare jeden Abend bis 23 Uhr auf ca. 10 Hektar die Stadt. Bei einem Spaziergang kann man 45 fröhliche Szenen erleben, zum Beispiel aus chinesischen Sagen, aus „Jurassic Park“ oder der Vergangenheit von Toulouse. Die Laternen haben 80 chinesische Künstler von Hand gefertigt. Mehr dazu: www.toulouse-visit.com/festival-des-lanternes-blagnac.

 

Kartell: Den eleganten Esszimmer-Sessel „Charla“ hat Patricia Urquiola für Kartell entworfen. Das Gestell wird aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Den Textilbezug gibt es in vielen Farben.
Brühl: „Jerry“ kann alles, was ein Sofa können muss: Man kann auf ihm sitzen, relaxen und schlafen. Das grazile Gestell ist aus einem verchromten Rohr gefertigt, hat hinten zwei Rollen, Sitz und Lehnen können mehrfach verstellt werden. Den gesteppten Bezug gibt es in Leder oder verschiedenen Stoffen in vielen Farben. Fotos: Hersteller

Design Museum Holon, Tel Aviv, Israel
 

Man kann sie schon von weither sehen, die breiten knallroten, orangefarbenen und braunen Stahlbänder, die sich wie auseinander gezogene Federn um ein Gebäude winden. Es ist Israels einziges Designmuseum, wurde vom israelisch-britischen Architekten und Industriedesigner Ron Arad (geb. 1951) entworfen und steht im Industriegebiet von Holon, etwa 5 km südlich von Tel Aviv. Die Ausstellungsräume sind schlichte, rechteckige, übereinander gestapelte Schachteln – perfekt für die Präsentation ganz unterschiedlicher Exponate. Aber interessant wird der Bau erst durch die sechs umschließenden Bänder, die die Räume stützen und Freiflächen entstehen lassen.
Foto: Ron Arad/DMH

Fondation Beyeler, Basel, 23. Januar bis 22. Mai 
Georgia O´Keeffe

„Man nimmt sich selten Zeit, eine Blume wirklich zu sehen. Ich habe sie groß genug gemalt, damit andere sehen, was ich sehe.“ Das sagte die amerikanische Malerin Georgia O´Keeffe (1887 – 1986) bereits 1926, und dem Prinzip von Größe folgte sie in ihrem gesamten Werk, das etwa 2000 Arbeiten umfasst. Die Künstlerin war mit dem Fotografen Alfred Stieglitz (1864 – 1946) verheiratet, der sie sehr häufig porträtierte und ihre Entwicklung unterstützte.
Die Fondation Beyeler zeigt jetzt eine große Retrospektive der experimentierfreudigen Malerin, die Natur und Einsamkeit gleichermaßen liebte. Organisiert wurde die Ausstellung zusammen mit dem Madrider Museo National Thyssen-Bormemisza, dem Centre Pompidou in Paris und dem Georgia O´Keeffe Museum in Santa Fe.

 
Foto: Georgia O´Keeffe, Stechapfel, Weiße Blüte Nr. 1 (Jimson Weed / White Flower No.1), 1932 , Öl auf Leinwand, 121,9 x 101,6 cm Crystal Bridges Museum of American Art, Bentonville, Arkansas © Georgia O’Keeffe Museum / 2021, ProLitteris, Zurich Foto: Edward C.

Vom Buddy Bär haben Sie bestimmt schon gehört. Das lebensgroße Tier aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurde 2001 in 350 Exemplaren hergestellt, bemalt und überall in Berlin aufgestellt. Seither macht die beliebte Skulptur – ca 2000 gibt es – auf der ganzen Welt Werbung für unsere Hauptstadt. Auch auf dem Washington Platz direkt hinterm Berliner Hauptbahnhof steht ein Buddy, aber dieser ist sehr besonders, denn wenn er umarmt wird, wechselt er die Farbe! Der Platz wird dominiert vom „Cube Berlin“, einem würfelförmigen, zehngeschossigen Bürogebäude mit einer gefälteten Glasfassade, die wie ein Kaleidoskop wirkt. Das beeindruckende Haus wurde vom dänischen Architektenbüro 3XN geplant und im Jahre 2017 für insgesamt 100 Millionen Euro fertiggestellt.
Über die Spree führt jetzt die denkmalgeschützte Moltkebrücke von 1886, die mit rotem Sandstein verblendet und mit Bildern und Skulpturen geschmückt ist.

Und dann steht man vor dem im Volksmund gern „Waschmaschine“ genannten Kanzleramt, ein gewaltiger Kasten, etwa achtmal so groß wie das Weiße Haus in Washington.…

„Seit ich herausgefunden habe, dass ich nicht Mozart bin, ist mir alles wurscht.“

Der Schauspieler Ulrich Wildgruber (1937 bis 1999) zitiert in der „Zeit“
vom 16. September 2021. Foto: wikipedia

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in  Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

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Le Grand Quartier, Paris.  
 
Obwohl es vom Le Grand Quartier nicht weit zur Gare de l´Est und das 10. Arrondissement quirlig und voller Kneipen ist, bleibt es im Hotel schön ruhig. Die Zimmer sind alle um einen großen Innenhof angeordnet, in dem man bei entsprechenden Temperaturen auch frühstücken oder einen Drink nehmen kann.
Zusätzlich lädt eine großzügige Dachterrasse ein. Die Zimmer bieten bequeme Betten mit gutem Leselicht, die sehr großen Bäder sind praktisch ausgestattet. Und eine Espressomaschine gibt’s auch.
DZ ab ca 180 Euro. Foto: Hotel Le Grand Quartier

Frauen: Ganz große Kunst

Die ganz große Kunst, so ein gängiges (Vor)Urteil, gibt es nur von Männern! Wirklich? Und wenn es großartige Künstlerinnen gab und gibt, warum weiß man so wenig über sie? In der Einführung des Kompendiums „Große Kunst von Frauen“ beschreibt die britische Kunstwissenschaftlerin Rebecca Morrill die vielen Hemmnisse, die Frauen jahrhundertelang von der Kunst fernhielten, angefangen von Verboten, Kunstschulen zu besuchen und Akte zu zeichnen. Aktzeichnen gehört aber zu den wichtigsten Fertigkeiten, die ein großer Maler lernen muss.
Insgesamt 400 Künstlerinnen aus 54 Ländern und aus 500 Jahren stellt Morrill jetzt vor. Jeder Künstlerin ist eine Seite gewidmet mit Lebensdaten, einem Hauptwerk und einer Kurzbiografie mit einer Einordnung. Bekannte Frauen wie Kiki Smith und Cindy Sherman, Niki de Saint Phalle und Pipilotti Rist, Shirin Neshat und Gabriele Münter sind dabei, aber auch viele unbekannte. Der Titel des Originals aus dem englischen Phaidon-Verlag ist übrigens treffender: Great Women Artists – denn es geht an erster Stelle um die Frauen, dann erst um ihre Kunst.

Museum für angewandte Kunst, Wien, 15. Dezember bis 19. Juni  2022
Josef Hoffmann. Fortschritt durch Schönheit

Er hat ein gewaltiges Werk hinterlassen, der Architekt, Designer, Ausstellungsmacher und Hochschullehrer Josef Hoffmann (1870 bis 1956), und so kann das Wiener MaK jetzt fast 1000 seiner Objekte zeigen. In 20 Kapiteln lernt man zum Beispiel seine erste große Architektur kennen, das Sanatorium in Purkersdorf, unterschiedliche Wohnungseinrichtungen, von ihm gestaltete Alltagsgegenstände wie Möbel, Geschirr und sogar Mode.  Hoffmann stammte aus Mähren in Österreich-Ungarn, studierte in Wien, lebte und baute ein Jahr lang in Italien, war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, 1903 der Wiener Werkstätten, 1907 des Deutschen Werkbundes und 1912 des Österreichischen Werkbundes: Ein Großmeister seiner Zunft, den man jetzt neu entdecken kann.

Foto: Josef Hoffmann, Porzellanservice „Melone“ für die Porzellanmanufaktur Augarten, 1931, Mak/Katrin Wisskirchen

 

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie überall Hände in Keksform oder aus Schokolade in den Geschäften finden. Die Antwerpener erinnern die Hände an den römischen Soldaten Silvio Brabo, der einst die Stadt von dem Riesen Druoon Antigoon befreit haben soll, in dem er ihm die Hand abschlug und sie in die Schelde warf. An Brabo erinnert der üppige Brunnen auf dem Grote Markt , einem der eindrucksvollen Plätze in Antwerpen. Suchen Sie sich einen Stuhl in einem der vielen Cafes und betrachten Sie den schönen Platz mit dem herrlichen Rathaus von 1560 im italienischen Renaissance-Stil ganz in Ruhe. Neben dem Rathaus stehen viele Gildehäuser, die im 19. Jahrhundert nach Vorbildern aus dem 16. und 17. Jahrhundert entstanden.
Durch die kurze Straße Maalderij erreicht man den Handschoenmarkt vor der Vrouwekathedraal , Belgiens größter gotischer Kirche von 1352, deren 132 m hoher Turm seit 1999 zum Weltkulturerbe gehört. Das Dach der mächtigen Kathedrale tragen über hundert Säulen, drinnen sind vier Gemälde von Peter Paul Rubens zu bestaunen, dem großen Sohn der Stadt.…

„Den Klimawandel zu bekämpfen wird die große Herausforderung der kommenden Jahrzehnte sein. Da reicht es nicht zu sagen: Es wird entweder schlimm oder nicht ganz schlimm. Es müsste heißen: „I have a dream.“ Wir denken unsere Welt noch einmal anders und neu.“

Die Autorin Juli Zeh in einem Interview im Spiegel vom 28.9.20 Foto: wikipedia

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in  Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

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Mercure Nantes Centre, Grand Hotel, Frankreich

Wer Nantes besucht, die sechstgrößte Stadt Frankreichs am Rande der Bretagne, der wird sicher das letzte Loire-Schloss vor dem Ozean, das Château des ducs de Bretagne,  und im Hafen der Stadt „Les Machines de L’ile“, von Jules Verne inspirierte, übergroße mechanische Tiere und Puppen, anschauen. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist das elegante Hotel Mercure mitten im Zentrum, in dem es ein gutes Restaurant, eine schicke Bar, einen Fitnessraum und Konferenzräume gibt. Zimmer und Bäder sind praktisch und in schönen Farben eingerichtet, und eine Garage gibt es auch. DZ ab ca 80 Euro. Foto: Hotel Mercure

Zum Vorlesen:  Wintergeschichten

In Mexiko erzählt man sich die Sage vom Weihnachtsstern, dessen grüne Blätter Heiligabend über der Krippe plötzlich rot leuchteten, in der Ukraine kennen viele die Geschichte vom Handschuh, in dem sich alle Tiere gleichzeitig wärmen, und in Polen weiß man von einem Schneider, der „Mond“ (der hier weiblich ist) einen weichen Mantel näht. Achtzehn Märchen, Sagen und Fabeln aus aller Welt hat die britische Autorin Dawn Casey für dieses Buch neu aufgeschrieben. Mit dabei ist auch der Nussknacker von E.T.A. Hoffmann und die Schneekönigin von Hans Christian Andersen. Die Illustratorin Zanna Goldhawk steuerte wunderschöne, farbenfrohe Zeichnungen bei.

Dawn Casey/Zanna Goldhawk: Wir warten auf Weihnachten – mit den schönsten Wintergeschichten aus aller Welt. 96 S. Knesebeck. 18 Euro Foto: Knesebeck


 

Gehört werden:  Frauen auf der Flucht

Wie fühlt sich Flucht an? Wie erträgt man Fußmärsche durch mehrere Länder? Wieviel Angst kann man aushalten auf winzigen Booten dichtgedrängt auf offenem Meer?…