Allgemein

„Ohne Lesen käme ich nicht durchs Leben. Wenn ich ein Buch ausgelesen habe, fange ich sofort das nächste an. Ohne ein Buch zu sein, hat etwas von freiem Fall. Unterhalb meiner Welt ist ein Netz aus den Welten der Bücher, das mich trägt und hält.“

Die Schriftstellerin Judith Hermann (geb. 1970) in „Fragen an das Leben“ in Chrismon 6/2021.

Foto: judithhermann.de

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig.…

Eisenacher Hof, Eisenach

Wie passend: Das Hotel am Fuße der Wartburg bietet in den Lutherstuben mit Ritterrüstungen und Schummerlicht einen Lutherschmaus aus Sankt Hubertus (Hirschgulasch) oder der Marketenderin (Gartengemüse mit Erdäpfeln) gefolgt von einem Fegefeuer (flambierter Fruchtspiess).
Die schlichten Zimmer sind gemütlich mit viel Holz eingerichtet, die Bäder funktional, und das üppige Schlemmerbüfett zum Frühstück ist köstlich und hält den ganzen Tag vor. DZ ab ca 104 Euro. Foto: Hotel Eisenacher Hof

Kochen:  Sanftes Feuer

Höllisch scharf isst man in Mexiko – so das gängige Vorurteil. Der berühmte, mexikanische Schriftsteller Fernando del Paso (1935 bis 2018) und seine Frau Socorro (1934 bis 2018) sammelten und beschrieben jede Menge köstliche Rezept – nur wenige sind scharf, überwiegend aus Mexiko, aber da das Paar lange in London und in Paris gelebt hatte, sind auch viele internationale Einflüsse darin zu finden. In einem umfangreichen Essay beschreibt del Paso die gar nicht so „exotische“ Küche seiner Heimat (für ihn sind Himbeeren exotisch) und erzählt von den Ursprüngen und Einflüssen aus aller Welt. Auch die zarten Zeichnungen stammen von del Paso. Seine Frau, die gern, viel und nach Aussage des Schriftstellers hervorragend kochte, hat die Rezepte für dieses Buch zusammen gestellt. Dabei sind bei uns so bekannte wie Avocadomousse und Ceviche, aber auch so ungewöhnliche wie gefüllte Maisblätter und Blutwurst in grüner Sosse.

Fernando del Paso, Socorro del Paso: Die Küche Mexikos, 192 S.,…

Noch bis 5. September gibt es im Londoner Design Museum die Ausstellung „Charlotte Perriand: The Modern life“ zu sehen. 25 Jahre nach der ersten Würdigung der französischen Designerin werden noch einmal Zeichnungen, Fotos und Original-Möbel gezeigt, die sie zum Teil mit Le Corbusier geschaffen hat.
Foto: Indochine Drehstuhl, Cassina
Noch bis 30. September zeigt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein die Schau »Deutsches Design 1949–1989. Zwei Länder, eine Geschichte«. Das deutsch-deutsche Design der Nachkriegszeit wird beleuchtet und zu einander in Beziehung gesetzt.
Foto: Installationsansicht »Deutsches Design 1949–198

Louisiana, Kopenhagen

Als der Däne Knud W. Jensen (1916 bis 2000) Anfang der fünfziger Jahre eine Stadtvilla von 1855 vor den Toren Kopenhagens für seine Kunstsammlung erwarb, beließ er es bei dem Namen „Louisiana“, den der Erbauer Alexander Brun dem Haus gegeben hatte, der war nämlich dreimal mit Frauen namens Louise verheiratet gewesen. 1958 eröffnete Jensen sein Museum, das die Architekten Jorgen Bo und Vilhelm Wohlert (später stieß noch Claus Wohlert zum Team) ihm rund um seine Villa gebaut hatten. Sie erfüllten mit ihren Pavillons und verglasten Gängen die Vorgaben des Bauherrn: „Erst wenn Kunst, Architektur

und Natur zusammenspielen, eine Einheit bilden, erfahren wir dieses undefinierbare Gefühl: Das ist etwas Besonderes.“ Und das ist es in der Tat: Das hügelige Anwesen mit riesigen, uralten Bäumen, natürlichen und angelegten Teichen und mit einem atemberaubenden Blick übers Meer bis zur schwedischen Küste gegenüber, ist der perfekte Hintergrund für Jensens Giacomettis, Jorns, Warhols, Lichtensteins, Baselitz und Kiefers.

Berggruen Museum, Berlin, bis 29. August
Picasso  & Les Femmes d’Alger

Im Winter 1954/55 schuf Pablo Picasso (1881 bis 1973) in nur drei Monaten fünfzehn Gemälde, etliche Zeichnungen und Grafiken zu nur einem Thema: Die Frauen von Algier.
Angeregt dazu hatten ihn zwei Bilder von Eugène Delacroix (1798 bis 1863), gemalt 1834 und 1849, die Picasso im Louvre studiert hatte. Einem Gerücht zufolge arbeitete eine sehr junge Malerin aus Algerien zeitgleich im Atelier nebenan an farbenfrohen Porträts ihrer Landsfrauen, die Picasso faszinierten und möglicherweise ebenso inspirierten.
Das Museum Berggruen zeigt jetzt etwa die Hälfte der Gemälde und viele Papierarbeiten, ergänzt durch Delacroix’ Haremsbild und Odalisken von Henri Matisse. Kontrastiert werden die Bilder der alten weißen Männer von zeitgenössischen Arbeiten algerischer Künstlerinnen.
Foto: Pablo Picasso, Les Femmes d’Alger (Version O), 14.2.1955 Öl auf Leinwand, 114 × 146,4 cm, Privatsammlung
© Bridgeman Images/Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                      

                                 Europäische Uni raus – chinesische Uni rein?

Seit Viktor Orbán an die Macht kam, 2010, bekämpfte er den jüdischen ungarisch-amerikanischen Investor George Soros, der 1991 die Central-Europäische-Universität, CEU, mit Sitz in Budapest gegründet hatte. Schließlich vertrieb Orbán die Lehranstalt mit juristischen Tricks – die Stadt Wien nahm sie 2020 mit Handkuss.
Orbáns neue Freunde sind nun allgemein die Chinesen und speziell die Studenten, Professoren und Leiter der Universität Fudan in Shanghai.  
Kein Wunder also, dass Orbán die Uni nach Budapest einlud. Dort darf sie jetzt eine neue Lehranstalt bauen, dazu auch ein ganzes neues Städtchen für die Studenten.

Dem beliebten, jungen, einfallsreichen, fahrradfahrenden Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony – und seinen zahlreichen Freunden – gefiel die Idee allerdings
gar nicht.…

Seinen Namen verdankt das Schloss  Sophie Charlotte von Hannover, der Gattin von Friedrich III., König von Preußen. Sie ließ das kleine Schloss 7 km von Berlin entfernt als Sommerresidenz errichten, die 1699 fertiggestellt wurde. Nach Sophie Charlottes Tod 1705 mit nur 36 Jahren gab der König dem Bau den Namen Charlottenburg.
Spätere Herrscher erweiterten das Schloss um Anbauten, eine Kapelle und eine Orangerie, den neuen Pavillon baute der legendäre Architekt Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841). Das berühmte Bernsteinzimmer, das immer noch gesucht wird, sollte ursprünglich im Charlottenburger Schloss eingebaut werden.
Übrigens übernachtete Kaiser Napoleon 1806 im Schloss, bevor er am 27. Oktober triumphal durchs Brandenburger Tor ritt.

Zur Zeit ist Charlottenburg coronabedingt noch geschlossen, kann aber bald wieder besichtigt werden. Ständig besuchen kann man den herrlichen Barockgarten, der ab 1695 angelegt und immer wieder erweitert und geändert wurde, so kann man jetzt durch 300 Jahre Gartenkultur spazieren.
Wenn Sie gegenüber vom Schloss zum Denkmal von Prinz Albrecht von Preußen gehen, dem Bruder von König Friedrich Wilhelm IV.…

„Markus Söder ist vor allem laut und omnipräsent…Ja, er sagt sogar dem Navi, wo es langgeht.“

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, über Bayerns Ministerpräsidenten. Zitiert in der Süddeutschen Zeitung.
Foto: wikipedia

 

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr
als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de.

Lindner Congress Hotel, Cottbus
Spektakulär ist das Hotel nicht, aber wer ein Zimmer in den oberen Stockwerken erwischt, der hat einen schönen Ausblick über ganz Cottbus. Und Altmarkt, Puschkin- oder Goethepark sind zu Fuß schnell zu erreichen. Die Zimmer sind etwa 20qm groß, farblich zurückhaltend eingerichtet und die Bäder praktisch. Wenn es dann wieder möglich ist, laden eine schicke Sportsbar und ein feines Restaurant zum Verweilen ein.
DZ ab ca 114 Euro. Foto: Hotel Lindner

Garten: Romantische Räume

Für Gartenfreunde hat der Name „Sissinghurst“ einen ganz speziellen Klang. Denn dort in der Grafschaft Kent haben die Schriftstellerin Vita Sackville-West und ihr Mann Harold Nicolson 1931 ein Anwesen erworben und darin einen riesigen, üppig bewachsenen, sehr romantischen Park angelegt, der heute jährlich von mehr als 180 000 begeisterten Menschen besucht wird. Das etwa 5 Hektar große Gelände teilte das Ehepaar in zehn gleich große Räume auf, um sie nach unterschiedlichen Themen einzurichen: So entstanden ein Rosen- und ein Bauerngarten, ein Linden- und ein Grabengang, ein Kräuter- und ein weißer Garten. Der Historiker Tim Richardson erläutert in seinem Buch jeden einzelnen Raum kenntnisreich und detailgenau und erzählt von dem berühmten Paar und seiner gemeinsamen Leidenschaft für das Gärtnern. Und spätestens, wenn man sich die herrlichen Bilder des Fotografen Jason Ingram angesehen hat, möchte man – Brexit hin, Brexit her – am liebsten sofort nach England aufbrechen.
Das Buch erscheint am 1.Juli.…

Der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 – 1881) hat sechs große Romane, viele Novellen, Erzählungen und Essays hinterlassen, er gilt als einer der bedeutendsten Autoren Russlands. Seine Werke wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt.
Der Audio-Verlag bringt jetzt eine zehn-Stunden-Kassett , gelesen von den Schauspielern Leslie Malton, Eva Garg und Ignaz Kirchner, mit zehn CDs heraus. Unter anderen sind „Der Spieler“, „Weiße Nächte“ und „Die Sanfte“ zu hören. Die Kassette gibt einen umfangreichen Eindruck von Dostojewskis Werk, sie kostet 30 Euro und erscheint am 23. Juli 2021. Foto: Audio-Verlag

Brandhorst, München

Die Form ist schlicht, denn für eine sensationelle Konstruktion war gar kein Platz auf dem 100m langen und nur 34 m breiten Grundstück an der Türkenstraße. Dafür ist aber die Fassade ein Kunstwerk. Sie besteht aus 36 000, vertikal angebrachten Keramikstäben, die in 23 verschiedenen Farben glasiert sind und das Gebäude optisch in Schwingung versetzen. Darunter sitzt eine Schicht Wärmedämmung auf einer horizontal gefalteten und perforierten Blechhaut, mit der der Verkehrslärm aufgesaugt wird.
Im Inneren ergeben viele unterschiedlich große Räume mit bis zu 9 m hohen weißen Wänden viel Platz für Gemälde, die überall mit Tageslicht versorgt werden. Ein durchgehendes Fensterband teilt das Museum in zwei Geschosse ein. Sogar im Souterrain kommt natürliches Licht an, möglich wurde das durch eine seitliche Verschiebung des Grundrisses.
Foto: Museum Brandhorst

Der Hamburger Fotograf Hans Hansen (geb. 1940) hat sein gesamtes Archiv eigener Arbeiten und seine Sammlung von Fotos anderer Künstler dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe www.mkg-hamburg.de als Dauerleihgabe überlassen. Hansen wurde für seine reduzierte Bildsprache in Produkt- und Foodfotografie bekannt.…

Little Greene www.littlegreene.de : Der britische Hersteller hat seine Farben um 14 neue Töne erweitert und sich dabei an Nuancen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert orientiert. Besonders gut angekommen sind dabei die Grüntöne, z.B. „Garden“.
Driade www.driade.com/us/hidalgo-container-light-blue-brick-red-black-d00164j474f64.html : „Hidalgo“ heißt die dreitürige Kommode, die mehr einer Skulptur als einem Schrank ähnelt. Hidalgo ist bunt lackiert, mit Farbverläufen oder Holzoberflächen zu haben.

Fotos: Hersteller

Bundeskunsthalle, Bonn, bis 12. September
Dress Code –
Das Spiel mit der Mode

Wie war das heute Morgen bei Ihnen? Haben Sie sich perfekt gestylt? Oder ist heute Jogginghose und Schlappertshirt angesagt?
Wie wir uns kleiden, ist immer auch Ausdruck unserer Persönlichkeit, unserer Stimmung, eben unserer Individualität.
In der Ausstellung „Dress Code“, die mit dem japanischen Museum of Modern Art in Kyoto gemeinsam entstand, wird Mode als Spiel inszeniert. Gezeigt werden Modeklassiker und Streetwear, kreiert von Armani, Chanel, Comme des Garcons, Issey Miyake und vielen anderen. Immer ist die Mode, ob wir uns nun kleiden oder verkleiden, ein Spiegel der Gesellschaft, der „Dress Code“ einer bestimmten Gruppe, Kultur oder Gesellschaft.

Foto: COMME des GARÇONS/Rei Kawakubo, Dress, Spring/Summer 2018, Collection of The Kyoto Costume Institute, photo by Takashi Hatakeyama

Meldungen aus einem kleinen Land
Peter Meleghy berichtet aus Ungarn

Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Webseite www.ungarnaktuell.de , außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 

                                        Tierische Flugkünstler; alte Sender, neuer Stil 


Jedes Jahr im Mai schlüpfen in einem Versteck des romantischen Hinterhofs vor meinen Fenstern zwei Schwalben-Kinder.
Kaum auf der Welt, jagen sie einander mit sagenhafter Geschwindigkeit, machen Purzelbäume und andere akrobatische Darbietungen.
Wie ich allerdings in einer Bio-Sendung im Rundfunk höre, repräsentieren die beiden Flugkünstler zwei Millionen Verwandte – die in Ungarn fehlen.

Denn: Die Schwalben machen nicht nur Purzelbäume in der Luft, sondern sie jagen und fressen auch im Flug. Am liebsten Mücken. Doch im Land zwischen Donau und Theiß herrscht Mückenangst. Also wird jedes Jahr im Mai in die frische Luft der feuchten Wälder mit Kanonen Mückengift geschossen.
Der Trost: Da in Budapest kein Waldlüftchen weht, und es kaum Mücken gibt, sprüht man hier kein Gift.…

Sie sind wirklich eine Attraktion, die Sportler des Ratzeburger Ruderclubs . Der Verein am Küchensee hat schon viele Europameister, Weltmeister und Olympiasieger hervorgebracht, im Einer, im Vierer und in der Paradedisziplin, dem Achter.
Und so kann man denn an den vier Seen, Dom -, Kleiner Küchen -, Küchen- und Ratzeburger See, rund um die Inselstadt immer wieder gut durchtrainierte Menschen in ihren Booten bewundern. Die Übungszeiten der verschiedenen Gruppen findet man auf der Website. Wer Rudern als Leistungssport betreiben oder gar Trainer werden möchte, auch der ist in Ratzeburg richtig, denn unweit des Doms gibt es die Ruderakademie als Teil des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig Holstein.
Aber natürlich gibt es neben gut gebauten Sportlern auch noch andere Sehenswürdigkeiten in Ratzeburg.

Den Dom zum Beispiel. Der ist Heinrich dem Löwen zu verdanken, der ihn 1165 stiftete, 1220 war der Bau beendet, er ist damit der älteste Backsteindom in Norddeutschland. 1893 brannte er teilweise ab und wurde ab 1952 restauriert.…