Allgemein

„Die Regionalküche ist kein Trend, sie ist ein Notschrei! Eine Antwort auf den zunehmenden Identitätsverlust in der Gesellschaft. Die Menschen spüren eine gewisse Heimatlosigkeit, sie haben eine Sehnsucht…nach mehr Grün – wenigstens auf dem Teller.“

Der Koch und Autor Vincent Klink in einem Interview mit dem Feinschmecker 12/22.
Foto: vincent-klink.de

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat natürlich auch einen Kommentar zur Fußball-WM in Quatar.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

 
 
 

Hotel Art Nouveau, Berlin

Wie charmant! Aber nicht nur das Hotel Art Nouveau ist bezaubernd, auch der Hotelier und seine Kollegen sind ganz reizend. Ihre 21 Zimmer sind unterschiedlich mit einer Mischung aus alten und Design-Möbeln eingerichtet, die Bäder sehr hübsch und praktisch. Fast am schönsten aber ist der betagte Fahrstuhl mit zwei Sitzbänken, mit dem man in einem typischen Berliner Altbau in der Leibnizstraße nicht weit vom Kudamm in den vierten Stock fährt. Das Hotel bietet ein Bio-Frühstück vom Büfett für 18 Euro und eine Dachterrasse für den Sundowner.
DZ ab ca 75 Euro. Foto: Hotel Art Nouveau

Bald ist Weihnachten
 
Und hier kommen die schönsten Bücher, die Sie gut verschenken (oder selbst behalten) können, sie machen nämlich glücklich!

 

Kunst: Das eigene Selbst

Gesichter erzählen Geschichten: So wie Schriftsteller häufig eigene Spuren in ihren Romane hinterlassen, so erkunden bildende Künstler das eigene Ich im Selbstporträt. Die zahlreichen Selbstbildnisse von Vincent van Gogh etwa lassen sich wie ein autobiografischer Befund lesen. Auch Pablo Picasso, so der Kunsthistoriker Uwe M. Schneede in seinem neuen Buch, wählte regelmäßig das Selbstporträt, um seine Lebenskapitel zu kennzeichnen: Es sind „Ich-Botschaften“, die Auskunft geben über jugendliches „Aufbegehren“, über „Selbstbehauptung“ in späten Jahren bis hin zur „Selbstergründung“ gelebter Herausforderungen. Bei Marina Abramovic mündet sie in Performance-Arbeiten mit dem ganzen Körper.

Die mit viel Bedacht ausgewählten Abbildungen liefern ein Kaleidoskop großer Kunst des 20. Jahrhunderts. Was den Band überdies bemerkenswert macht, ist sein inzwischen 83jähriger Autor.  Schneede, von 1991 bis 2006 Direktor der Hamburger Kunsthalle und einer der großen Kenner der Moderne, präsentiert hier den Schatz seiner klugen Erkenntnisse – und somit, darf man wohl annehmen, ebenfalls eine Darstellung seiner Selbst.

Museum der Dinge: In Berlin hatte man jetzt eine interessante Idee –  eine Dingpflegschaft. Was das ist? Statt einer Spende übernimmt man die Kosten, ein Museumsobjekt ein Jahr lang oder länger zu pflegen. Ist doch ein schönes Geschenk, wenn Goldi auch im nächsten Jahr geputzt und gestriegelt wird! Foto: Museum der Dinge

Fondation Beyeler, Riehen/Basel noch bis 8.1.23
Jubiläumsausstellung I
Special Guest: Duane Hanson

Wer hat das schon: eine eigene spektakuläre Kunstsammlung und ein eigenes ebenso spektakuläres Museum. Der Schweizer Galerist Ernst Beyeler, er starb 2010 mit 88 Jahren, besaß beides – nur naheliegend also, jetzt zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Hauses im Baseler Vorort Riehen das eine für das andere zu nutzen. Herausgekommen ist eine der schönsten Ausstellungen des Jahres: In den großzügigen Räumen reiht sich ein Meisterwerk der Klassischen Moderne an das nächste – und um der Versammlung von Picassos, Rothkos oder Warhols noch einen besonderen Kick zu geben, haben sich die Ausstellungsmacher 13 hyperrealistische Skulpturen des Amerikaners Duane Hanson ausgeliehen. Nun sinnen ein älteres Ehepaar, ein Rasenmäher oder ein paar Bauarbeiter in Gesellschaft von Matisse, Monet & Co. vor sich hin. Und wenn Sie sich ein Fest für die Augen gönnen wollen, stellen Sie sich dazu. PM
Ein Katalog mit 25 Highlights ist bei Hatje Cantz für 18 Euro erschienen.…

Wenn man als Wien-Tourist im Stephansdom und in der Hofburg war, nach Schönbrunn und in den Prater gepilgert ist, und wenn man die Spanische Hofreitschule, das Museum Albertina, den Naschmarkt und das eine oder andere Kaffeehaus besucht hat, dann ist es richtig erholsam, sich mal das ganz normale Leben der Österreicher in ihrer Hauptstadt anzuschauen.
Wir sind dazu einfach von der Shoppingmeile Mariahilfer Straße abgebogen in die Kirchgasse. Vorbei am Schnickschnackladen „Flying Tiger“, dem hübschen Babyausstatter „Herr und Frau Klein“, dem schicken Conceptstore „Kauf Dich glücklich“ mit Designermode für sie und ihn. An der Ecke Siebensterngasse kann man schon mal eine Pause einlegen, im Kulturzentrum „Cafe 7Stern“ mit Poetry Slam, Vorträgen und Lesungen bei einer Melange und hausgebackenem Kuchen.

Kein Kaffee? Dann machen Sie doch im Siebensternpark eine Pause und schauen den Kids der Umgebung beim Spielen in Sand und Schlamm oder – im Sommer – unter der Wasserfontäne zu. Dazu bietet der Platz natürlich eine Sandkiste, eine Rutsche, Schaukeln, Wippen, eine Kletteranlage, Tischtennis, Basketball und Picknicktische – und immer jede Menge fröhlicher Kinder.…

„Was ich mag, ist die Intuition, die mir sagt, wann ein Werk fertig ist. Ich bin kein elitärer Künstler, sondern ein einfacher Autodidakt, der ein Teil der Familie von Künstlern sein möchte.“

Der amerikanische Maler und Zeichner Jean-Michel Basquiat (1960-1988), der als erster afroamerikanischer Künstler den Durchbruch in die weiße Kunstwelt schaffte und dessen Bilder gerade in einer großen Einzel-Ausstellung in der Albertina in Wien zu sehen sind.
Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow hat soeben seinen zweiten Roman vorgelegt. Wenig überraschend bei einem gelernten Graphiker und Zeichner, der in Berlin aufgewachsen ist und seit langem in Nordfriesland lebt, geht es auch hier um Schrift. Genauer um die Brand-Antiqua und deren Schöpfer, der zwei Studenten nach der verschwundenen Emilia suchen läßt und sie so in ein Abenteuer schickt, um zu klären: „Wo ist Emilia?“

Peter Butschkow: Wo ist Emilia?, 308 S., Verlag Konkursbuch, 14 Euro

Hotel am Schloss, Apolda

Wer bei dem Namen ein altes Gemäuer erwartet, liegt hier völlig schief, das Hotel ist ganz modern. Das eher schlichte Schloss gegenüber soll allerdings so alt wie die Wartburg sein, also aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts stammen. Das Hotel teilt sich mit dem Kulturzentrum im Schloss einen schönen Innenhof mit großem Teich. Dort draußen kann man im Sommer auch frühstücken oder am Abend regionale Spezialitäten genießen. Die Zimmer sind mindestens 22qm groß und haben alle eine Sitzecke.
Der hübsche Marktplatz mit Rathaus und einigen Lokalen ist wenige Schritte entfernt, und zum Glocken-Museum https://glockenmuseum-apolda.de/, in dem über die Geschichte der dazugehörigen Glockengiesserei informiert wird, ist es auch nicht weit. DZ ab ca 105 Euro.
Foto: Hotel am Schloss

Bald ist Weihnachten

Es ist zwar eine Binse, aber doch wahr: Wer gut plant und früh anfängt, gerät seltener in Hektik und kann schon die Vorweihnachtszeit genießen. Dabei hilft dieses Buch mit seinen vielen schönen Dekorationsideen und leckeren Rezepten.
Wer also mit Misteln oder Zapfen Akzente setzen oder Girlanden aus Tannen winden möchte, wer ein Lebkuchenhaus backen, eine herzhafte Suppe kochen oder Marshmallows grillen möchte, der ist mit diesem mit schönen Fotos ausgestattetem Buch gut bedient. Selbst ein Weihnachtsmenü für die ganze Familie kann man sich mit seiner Hilfe zusammenstellen: Den Anfang macht zum Beispiel eine Süsskartoffel-Ingwer-Suppe mit Kokos Sambal, gefolgt von Boeuf Bourguignon mit überbackenem Rosenkohl und gekrönt von einem Bratapfel im Blätterteig. So kann Weihnachten kommen!

Wohnen& Garten: Winterglück & Weihnachtszeit – Rezepte und Ideen für die schönste Jahreszeit, 160 S., 35 Euro, Callwey Verlag…

Kunstmuseum, Basel

Eigentlich sind es drei Häuser, die zum Kunstmuseum der Schweizer Stadt gehören. Da ist der Hauptbau von 1936 im St. Alban-Graben, den die Architekten Rudolf Christ aus Basel und Paul Bonatz aus Stuttgart nach oberitalienischen Vorbildern schufen. Das zweite Haus von 1980 ist nur der Gegenwartskunst gewidmet und liegt am St. Alban Rheinweg, gebaut haben es Katharina und Wilfrid Steib aus Basel.
2016 entstand dann gegenüber dem Hauptgebäude ein eigenwilliger Erweiterungsbau, mit unterirdischer Verbindung zwischen beiden. Die Ausschreibung von 2009 hatte das Basler Büro Christ & Gantenbein (Emanuel Christ ist der Großneffe von Rudolf Christ) gegen so große Namen wie Zaha Hadid und Rem Koolhaas gewonnen.
Christ & Gantenbein entschieden sich für eine wuchtige Fassade aus grauen Ziegelsteinen, die nach oben heller werden und in denen ganz oben LED-Bänder eingelegt sind. Der markante Bau hat zur Kreuzung hin einen Knick nach innen und nur wenige Öffnungen für Fenster und Türen.…

November/Dezember: Jetzt ploppen wieder überall die Weihnachtsmärkte auf, ab Mitte November wird Glühwein getrunken und Schmalzgebackenes verdrückt, auf Mittelaltermärkten Glasbläsern zugeschaut und Kunsthandwerk bewundert. Suchen Sie sich Ihren Lieblings-Christkindlmarkt aus auf www.deutsche-weihnachtsmaerkte.de

Trotz Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen: Die ersten Spekulatius sind schon verputzt, Adventskalender bereits gebunkert. Und auch die Jagd auf Weihnachtsgeschenke hat längst begonnen. Wir zeigen Ihnen frühzeitig ein paar besonders einfallsreiche:

Seifen: Handgemacht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, ausgestattet mit feinem Duft und einem Tannenbaum oder einem Wort dekoriert. Verschenken Sie Meer, Himmel, Wald oder Mut für je 9,95 Euro. Foto: Chrismon.

Tannenbaum: www.balsamhill.de Vor dem Fest wird er teuer gekauft, danach auf die Straße geworfen! Das muss nicht sein: Die verblüffend echt aussehenden Weihnachtsbäume aus Kunststoff – Blau -, Silber- oder Nordmanntannen, Weiß- oder Rotfichten – halten ewig, sind bis zu 365 cm hoch und können sogar mit handmontierten LED-Leuchten geliefert werden. Preise von 100 bis 2000 Euro.

Vogelfutter:  Die kleine Glaskugel wird mit einem Saugnapf einfach an der Fensterscheibe befestigt, so kann man den Piepmätzen beim Futtern zuschauen. Die Idee kommt aus Schweden und kostet 19,90 Euro.…

Museum Haus Lange, Krefeld, 
noch bis 26.2.23
Maison Sonia

Die ukrainisch-französische Malerin und Designerin Sonia Delaunay (1885-1979) entwickelte mit ihrem Mann Robert Delaunay den sogenannten Orphismus, eine Variante der abstrakten Malerei, die darauf abzielte, der reinen Musik eine reine Malerei entgegen zu setzen. Ab 1926 beschäftigte sie sich auch mit Theaterdekorationen, entwarf Stoffe und eröffnete ein Mode- und Einrichtungshaus. In Krefeld wird jetzt ein umfassender Überblick über ihr Werk gezeigt. Mit dabei sind Objekte aus den Bereichen Mode, Textil, Möbel, Buchkunst.

Foto: Sonia Delaunay, Handtasche, um 1930, Francesca Galloway, London, Pracusa S.A.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Hatje Cantz…

Zwischen Hamburg und Berlin hält der Zug immer in Spandau – und fast nie steigt jemand aus. Alle wollen schließlich in die Hauptstadt und haben keine Zeit für die kleine Schwester. Dabei lohnt sich ein Spaziergang durch Spandaus Altstadt auf einer Insel in der Havel am Zufluss der Spree auf jeden Fall!
Also aussteigen und über die stark befahrene Kreuzung vorm Bahnhof hinweg zum Rathaus in der Carl-Schurz-Straße gehen. Das wurde 1910 bis 1913 erbaut und nach starker Zerstörung im 2. Weltkrieg in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Schauen Sie mal hinein, in der Vorhalle steht eine überraschende Skulptur, ein Junge auf einem Esel, der „Eselreiter“ von Bildhauer August Gaul von 1912.
Weiter geht’s in Richtung Marktplatz, der im Krieg vollständig zerstört und 1982 in heutiger Form errichtet wurde. Richtig alt ist das „Gotische Haus“ in der Breiten Straße 32. Der Kernbau soll um 1450 entstanden sein, brannte aber 1788 ab und wurde um 1800 im Stil des Klassizismus wieder aufgebaut.…

„Wir wissen, und in England wurde das wissenschaftlich erwiesen, dass die meisten Männer keine Bücher von Frauen lesen. Frauen hingegen lesen Bücher von Männern und Frauen.
Wir interessieren uns auch für Erfahrungen, die über die eigenen hinausgehen“

Die britische Schriftstellerin Bernadine Evaristo, die 2019 für ihren Roman „Mädchen, Frau etc.“ den Booker Prize gewann, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 17. September 22.
Foto: the booker prizes

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow, der in Nordfriesland lebt und arbeitet, beschäftigt sich gern mit dem alltäglichen Leben. Diesmal mit Corona.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-
 

Hotel Star Inn, Dresden

Nicht nur, dass dieses feine Hotel mitten in Dresden liegt, es bietet auch ganz besondere Angebote. Möchten Sie vielleicht zum Marathon am 30. Oktober in die Stadt kommen? Im Hotel Star Inn können Sie ein Paket für 159 Euro buchen, zwei Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück vom Büfett, Mineralwasser und einer Überraschung inklusive. Die Zimmer sind groß und hell, die Bäder praktisch, und vom Altmarkt ist es nicht weit zu den wunderbaren Museen, dem Zwinger und zur Elbe.
DZ ab ca 100 Euro. Foto: Star Inn

Museum für Moderne Kunst, Frankfurt

Der Wiener Architekt Hans Hollein (1934 -2014), der zu den Pionieren der Postmoderne zählt, bekam 1983 den Auftrag, ein Museum für Moderne Kunst in Frankfurt zu bauen. Und er enttäuschte seine Auftraggeber nicht: Das Haus auf einem dreieckigen Grundstück mitten in der Altstadt gelang ihm so unverwechselbar, dass es schon bald nach der Fertigstellung von der Bevölkerung als „Tortenstück“ bezeichnet wurde.

Hollein plante nach dem Motto, in einem Museum könne es keine neutralen Räume geben, „sondern nur charakteristische Räume unterschiedlicher Größenordnung (und ihre Erschließung), mit denen das Kunstwerk eine Dialektik eingeht – in gegenseitiger Potenzierung“.
Er entschied sich deshalb für eine axial gestaltete, zentrale Halle über alle Stockwerke, die von oben durch ein großes Glasdach beleuchtet wird. Von hier aus erreicht man die dreissig, völlig unterschiedlich proportionierten Ausstellungsräume in drei Geschossen. Außen passte der Architekt sich mit Material und Farbgebung der Umgebung an und nutzte Sandstein und Putz für die Fassade.…