Allgemein

„Ich bin in der Sekunde, wenn ich meinen Smoking anziehe, in meiner Rolle. Und das hat etwas mit Haltung zu tun, die diese Kleidung verleiht. Ein gestärktes Hemd wirkt auch nach innen.“

Der Sänger Max Raabe, der ein Faible für die wilden Zwanziger hat, in einem Interview mit dem Stern Nr 50 vom 8.12.2022.
Foto: Max Raabe

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat natürlich auch einen Kommentar zur Energieknappheit.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel Josefine, Wien

Es geht schon an der Tür los: Entspannter Jazz empfängt die Gäste in dem  schönen Jugendstilbau von 1895. Gleich neben der Treppe kann man in einer Phonothek selbst Platten aus einer großen Sammlung auflegen und dort chillen – solange man möchte. Die Zimmer sind im Salon-Stil der 1920er Jahre sehr gemütlich eingerichtet, die offenen Bäder bieten modernsten Komfort. In der Bar im Untergeschoss mit Samtsofas und ebensolchen Sesselchen vor grünem Marmor wird auch das liebevolle Frühstück an kleinen Tischchen auf Etageren serviert.
Was für ein Erlebnis! DZ ab ca 150 Euro. Foto: Hotel Josefine

 

Vorfreude

Jetzt ist die Zeit, den nächsten Urlaub zu planen! Wie wären denn mal fast touristenfreie Städte in Spanien? In diesem neuen Buch kann man sechzig spannende Orte entdecken von Santander über Burgos und Tarragona bis Ronda. Jeder Stadt sind ein oder zwei Doppelseiten gewidmet mit schönen Fotos, einem informativen Text, einem Extra-Tipp und wichtigen Websites. Eine Karte und ein paar grundlegende Fakten über Land und Leute runden den Band ab. Also, auf zum Beispiel in die „Stadt der drei Kulturen“, wie Toledo wegen des friedlichen Zusammenlebens von Christen, Juden und Muslimen über Jahrhunderte genannt wird!
Nicole Biarnés, Grit Schwarzenburg: Secret Citys Spanien – 60 charmante Städte abseits des Trubels, 29,99 Euro, Bruckmann, Foto: Bruckmann

 

Unser Apfel

Schon vor 2500 Jahren gab es Gärten, in denen Äpfel wuchsen, die sich kaum von denen unterschieden, die wir heute im Supermarkt finden. Tiere wie Bären, Pferde und auch Kamele, denen die Früchte gut schmeckten, sorgten für eine weite Verbreitung, und weil Äpfel nicht nur gesund sind und sich gut lagern lassen, begeisterten sich Menschen in aller Welt.…

Farbe des Jahres 2023: Wie in jedem Jahr hat die Firma Pantone wieder eine Farbe des Jahres vorgestellt. „Viva Magenta“ ist ein satter, kraftvoller Rotton, lebendig und optimistisch. Genau die Farbe, die wir 2023 gut gebrauchen können!
Foto: Paradise von Wittmann/Markenkuktur

nur noch bis 7. Januar: Im Hamburger Bucerius Kunstforum sind zur Zeit nicht nur „Die neuen Bilder des Augustus“ zu sehen, ergänzend zeigt der Verein „Stein Hanse“ jetzt eine Lego®?Zeitreise in die Antike – gebaut natürlich aus den berühmten Plastiksteinen. Zu sehen sind unter anderem das Kolosseum, die Römerbrücke von Trier und römische Siedlungen mit einer kompletten Kohorte. Mehrere 100 000 Legosteine haben die Fans von Stein Hanse hier verbaut. Unbedingt sehenswert.…

Kunsthalle Hamburg, noch bis 10.4.23

Femme fatale

Sie gilt als Sinnbild der Sündhaftigkeit, als dämonische Verführerin, als wollüstiges Machtweib, gar als männermordend – die Femme Fatale. Die Hamburger Kunsthalle beschäftigt sich jetzt in einer großen Ausstellung mit dem Mythos dieser verführerischen Figur in Kunst und Literatur. Zu sehen sind etwa 200 Werke, beginnend mit den Präraffaeliten, den Symbolisten, den Impressionisten, gefolgt von Werken des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit bis zu aktuellen Arbeiten der feministischen Avantgarde. Am Anfang wird mit Darstellungen von Salome oder Medusa das „klassische“ Bild der biblischen, mythologischen „verhängnisvollen“ Frau gezeigt, um 1900 wurde der Begriff dann auch auf reale Menschen wie Sarah Bernhardt projiziert. Dekonstruiert wurde der Mythos schließlich in den 1960er Jahren durch feministische Aktionen; die jüngsten Arbeiten stammen aus der MeToo-Bewegung oder dokumentieren den male gaze im Film.
Zu sehen sind u.a. Werke von Lovis Corinth, Max Liebermann, Edvard Munch und Jeanne Mammen.
Bild: Dante Gabriel Rossetti (1828–1882) Helena von Troja, 1863, Öl auf Mahagoniholz,
32,8 x 27,7 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford …

Man merkt es sofort: Freiburg ist Universitätsstadt und deshalb voller junger Menschen – zu zweit, in kleinen oder großen Gruppen, auf Rädern oder zu Fuß, in Straßencafés und auf Parkbänken. Und natürlich gibt es viele, viele Kneipen und Cafés, Restaurants, Bäckereien und Imbissbuden. Freiburg ist jung und sehr lebendig, dabei stammt die wunderschöne, fast autofreie Altstadt großenteils aus dem 13. Jahrhundert.

Also, dann mal los: Vom Hauptbahnhof gehen wir durch die Eisenbahngasse zur Rathausgasse und bis zum Rathausplatz. Dort steht das Alte (von 1559) neben dem Neuen Rathaus (von 1545) und um die Ecke in der Turmstraße findet man die „Gerichtslaube“ (von 1303), die das erste Rathaus war. Jetzt sind Sie verwirrt, nicht wahr? Aber die Baujahre korrespondieren hier nun mal nicht mit den Namen.
Mitten auf dem hübschen Rathausplatz steht ein Brunnen mit der Figur des Bertold Schwarz,  einem Mönch, der im 14. Jahrhundert angeblich das Schwarzpulver entdeckt hat.
Weiter geht’s durch die Schusterstraße bis zur Eisenstraße, dort links ab und bis zum beeindruckenden Münsterplatz.…

„Die Regionalküche ist kein Trend, sie ist ein Notschrei! Eine Antwort auf den zunehmenden Identitätsverlust in der Gesellschaft. Die Menschen spüren eine gewisse Heimatlosigkeit, sie haben eine Sehnsucht…nach mehr Grün – wenigstens auf dem Teller.“

Der Koch und Autor Vincent Klink in einem Interview mit dem Feinschmecker 12/22.
Foto: vincent-klink.de

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Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat natürlich auch einen Kommentar zur Fußball-WM in Quatar.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

 
 
 

Hotel Art Nouveau, Berlin

Wie charmant! Aber nicht nur das Hotel Art Nouveau ist bezaubernd, auch der Hotelier und seine Kollegen sind ganz reizend. Ihre 21 Zimmer sind unterschiedlich mit einer Mischung aus alten und Design-Möbeln eingerichtet, die Bäder sehr hübsch und praktisch. Fast am schönsten aber ist der betagte Fahrstuhl mit zwei Sitzbänken, mit dem man in einem typischen Berliner Altbau in der Leibnizstraße nicht weit vom Kudamm in den vierten Stock fährt. Das Hotel bietet ein Bio-Frühstück vom Büfett für 18 Euro und eine Dachterrasse für den Sundowner.
DZ ab ca 75 Euro. Foto: Hotel Art Nouveau

Bald ist Weihnachten
 
Und hier kommen die schönsten Bücher, die Sie gut verschenken (oder selbst behalten) können, sie machen nämlich glücklich!

 

Kunst: Das eigene Selbst

Gesichter erzählen Geschichten: So wie Schriftsteller häufig eigene Spuren in ihren Romane hinterlassen, so erkunden bildende Künstler das eigene Ich im Selbstporträt. Die zahlreichen Selbstbildnisse von Vincent van Gogh etwa lassen sich wie ein autobiografischer Befund lesen. Auch Pablo Picasso, so der Kunsthistoriker Uwe M. Schneede in seinem neuen Buch, wählte regelmäßig das Selbstporträt, um seine Lebenskapitel zu kennzeichnen: Es sind „Ich-Botschaften“, die Auskunft geben über jugendliches „Aufbegehren“, über „Selbstbehauptung“ in späten Jahren bis hin zur „Selbstergründung“ gelebter Herausforderungen. Bei Marina Abramovic mündet sie in Performance-Arbeiten mit dem ganzen Körper.

Die mit viel Bedacht ausgewählten Abbildungen liefern ein Kaleidoskop großer Kunst des 20. Jahrhunderts. Was den Band überdies bemerkenswert macht, ist sein inzwischen 83jähriger Autor.  Schneede, von 1991 bis 2006 Direktor der Hamburger Kunsthalle und einer der großen Kenner der Moderne, präsentiert hier den Schatz seiner klugen Erkenntnisse – und somit, darf man wohl annehmen, ebenfalls eine Darstellung seiner Selbst.

Museum der Dinge: In Berlin hatte man jetzt eine interessante Idee –  eine Dingpflegschaft. Was das ist? Statt einer Spende übernimmt man die Kosten, ein Museumsobjekt ein Jahr lang oder länger zu pflegen. Ist doch ein schönes Geschenk, wenn Goldi auch im nächsten Jahr geputzt und gestriegelt wird! Foto: Museum der Dinge

Fondation Beyeler, Riehen/Basel noch bis 8.1.23
Jubiläumsausstellung I
Special Guest: Duane Hanson

Wer hat das schon: eine eigene spektakuläre Kunstsammlung und ein eigenes ebenso spektakuläres Museum. Der Schweizer Galerist Ernst Beyeler, er starb 2010 mit 88 Jahren, besaß beides – nur naheliegend also, jetzt zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Hauses im Baseler Vorort Riehen das eine für das andere zu nutzen. Herausgekommen ist eine der schönsten Ausstellungen des Jahres: In den großzügigen Räumen reiht sich ein Meisterwerk der Klassischen Moderne an das nächste – und um der Versammlung von Picassos, Rothkos oder Warhols noch einen besonderen Kick zu geben, haben sich die Ausstellungsmacher 13 hyperrealistische Skulpturen des Amerikaners Duane Hanson ausgeliehen. Nun sinnen ein älteres Ehepaar, ein Rasenmäher oder ein paar Bauarbeiter in Gesellschaft von Matisse, Monet & Co. vor sich hin. Und wenn Sie sich ein Fest für die Augen gönnen wollen, stellen Sie sich dazu. PM
Ein Katalog mit 25 Highlights ist bei Hatje Cantz für 18 Euro erschienen.…

Wenn man als Wien-Tourist im Stephansdom und in der Hofburg war, nach Schönbrunn und in den Prater gepilgert ist, und wenn man die Spanische Hofreitschule, das Museum Albertina, den Naschmarkt und das eine oder andere Kaffeehaus besucht hat, dann ist es richtig erholsam, sich mal das ganz normale Leben der Österreicher in ihrer Hauptstadt anzuschauen.
Wir sind dazu einfach von der Shoppingmeile Mariahilfer Straße abgebogen in die Kirchgasse. Vorbei am Schnickschnackladen „Flying Tiger“, dem hübschen Babyausstatter „Herr und Frau Klein“, dem schicken Conceptstore „Kauf Dich glücklich“ mit Designermode für sie und ihn. An der Ecke Siebensterngasse kann man schon mal eine Pause einlegen, im Kulturzentrum „Cafe 7Stern“ mit Poetry Slam, Vorträgen und Lesungen bei einer Melange und hausgebackenem Kuchen.

Kein Kaffee? Dann machen Sie doch im Siebensternpark eine Pause und schauen den Kids der Umgebung beim Spielen in Sand und Schlamm oder – im Sommer – unter der Wasserfontäne zu. Dazu bietet der Platz natürlich eine Sandkiste, eine Rutsche, Schaukeln, Wippen, eine Kletteranlage, Tischtennis, Basketball und Picknicktische – und immer jede Menge fröhlicher Kinder.…

„Was ich mag, ist die Intuition, die mir sagt, wann ein Werk fertig ist. Ich bin kein elitärer Künstler, sondern ein einfacher Autodidakt, der ein Teil der Familie von Künstlern sein möchte.“

Der amerikanische Maler und Zeichner Jean-Michel Basquiat (1960-1988), der als erster afroamerikanischer Künstler den Durchbruch in die weiße Kunstwelt schaffte und dessen Bilder gerade in einer großen Einzel-Ausstellung in der Albertina in Wien zu sehen sind.
Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow hat soeben seinen zweiten Roman vorgelegt. Wenig überraschend bei einem gelernten Graphiker und Zeichner, der in Berlin aufgewachsen ist und seit langem in Nordfriesland lebt, geht es auch hier um Schrift. Genauer um die Brand-Antiqua und deren Schöpfer, der zwei Studenten nach der verschwundenen Emilia suchen läßt und sie so in ein Abenteuer schickt, um zu klären: „Wo ist Emilia?“

Peter Butschkow: Wo ist Emilia?, 308 S., Verlag Konkursbuch, 14 Euro

Hotel am Schloss, Apolda

Wer bei dem Namen ein altes Gemäuer erwartet, liegt hier völlig schief, das Hotel ist ganz modern. Das eher schlichte Schloss gegenüber soll allerdings so alt wie die Wartburg sein, also aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts stammen. Das Hotel teilt sich mit dem Kulturzentrum im Schloss einen schönen Innenhof mit großem Teich. Dort draußen kann man im Sommer auch frühstücken oder am Abend regionale Spezialitäten genießen. Die Zimmer sind mindestens 22qm groß und haben alle eine Sitzecke.
Der hübsche Marktplatz mit Rathaus und einigen Lokalen ist wenige Schritte entfernt, und zum Glocken-Museum https://glockenmuseum-apolda.de/, in dem über die Geschichte der dazugehörigen Glockengiesserei informiert wird, ist es auch nicht weit. DZ ab ca 105 Euro.
Foto: Hotel am Schloss

Bald ist Weihnachten

Es ist zwar eine Binse, aber doch wahr: Wer gut plant und früh anfängt, gerät seltener in Hektik und kann schon die Vorweihnachtszeit genießen. Dabei hilft dieses Buch mit seinen vielen schönen Dekorationsideen und leckeren Rezepten.
Wer also mit Misteln oder Zapfen Akzente setzen oder Girlanden aus Tannen winden möchte, wer ein Lebkuchenhaus backen, eine herzhafte Suppe kochen oder Marshmallows grillen möchte, der ist mit diesem mit schönen Fotos ausgestattetem Buch gut bedient. Selbst ein Weihnachtsmenü für die ganze Familie kann man sich mit seiner Hilfe zusammenstellen: Den Anfang macht zum Beispiel eine Süsskartoffel-Ingwer-Suppe mit Kokos Sambal, gefolgt von Boeuf Bourguignon mit überbackenem Rosenkohl und gekrönt von einem Bratapfel im Blätterteig. So kann Weihnachten kommen!

Wohnen& Garten: Winterglück & Weihnachtszeit – Rezepte und Ideen für die schönste Jahreszeit, 160 S., 35 Euro, Callwey Verlag…

Kunstmuseum, Basel

Eigentlich sind es drei Häuser, die zum Kunstmuseum der Schweizer Stadt gehören. Da ist der Hauptbau von 1936 im St. Alban-Graben, den die Architekten Rudolf Christ aus Basel und Paul Bonatz aus Stuttgart nach oberitalienischen Vorbildern schufen. Das zweite Haus von 1980 ist nur der Gegenwartskunst gewidmet und liegt am St. Alban Rheinweg, gebaut haben es Katharina und Wilfrid Steib aus Basel.
2016 entstand dann gegenüber dem Hauptgebäude ein eigenwilliger Erweiterungsbau, mit unterirdischer Verbindung zwischen beiden. Die Ausschreibung von 2009 hatte das Basler Büro Christ & Gantenbein (Emanuel Christ ist der Großneffe von Rudolf Christ) gegen so große Namen wie Zaha Hadid und Rem Koolhaas gewonnen.
Christ & Gantenbein entschieden sich für eine wuchtige Fassade aus grauen Ziegelsteinen, die nach oben heller werden und in denen ganz oben LED-Bänder eingelegt sind. Der markante Bau hat zur Kreuzung hin einen Knick nach innen und nur wenige Öffnungen für Fenster und Türen.…