„Qualität hat ihre Berechtigung und kommt den Menschen zugute. Nur, wer sie nicht kennenlernen durfte, verzichtet auf sie. Wer sie erfahren hat, weiß, dass es sich lohnt, für sie zu sparen. Qualitativ hochwertige Dinge erziehen uns zu weniger Konsum, denn man bleibt ihnen treu und möchte sie nicht austauschen.“

Die Mode-Designerin Jil Sander in einem Interview mit der Zeitschrift „Arcade“ (www.arcade-xxl.de). Foto: NYT

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, findet, Weihnachten kann gern etwas modernisiert werden.
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Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel Best Western Créqui, Lyon 

Schon die Lage ist ein angenehmer Kompromiss: In Lyons attraktive Altstadt jenseits der Rhone fährt man vom Best Western Créqui bequem mit der Straßenbahn, das Haus liegt in der Mitte zwischen dem Fluss und dem Bahnhof Part Dieu, an dem man aus Deutschland meist ankommt.
Das Hotel hat einen schön begrünten Innenhof, in dem man gerne sitzt und gut Kaffee trinken kann. Die Zimmer sind ruhig, gemütlich eingerichtet, die Bäder praktisch. Und zur berühmten Markthalle „Paul Bocuse“ sind es nur fünf Minuten zu Fuß, dort gibt es überaus leckere Spezialitäten.

DZ ab ca 120 Euro. Foto: CO

Kunst: Die Heroen

Sie waren Zeitgenossen, sind einander jedoch nie begegnet, aber der eine konnte sich immerhin bereits 1933 eine Ausstellung vorstellen, bei der beider Arbeiten zu sehen sind. Jetzt, über 90 Jahre später, ist sie endlich zustande gekommen, und siehe da: Ernst Ludwig Kirchner (Jahrgang 1880) und Pablo Picasso (Jahrgang 1881) sind zwei Heroen der Klassischen Moderne, deren Werk bemerkenswerte Parallelen aufweist. Nicht nur, dass sich beide als Originale ohne Vorbild verstanden, ihr künstlerisches Interesse galt auch ähnlichen Motiven. So entdeckten beide das Großstadtleben (mitsamt seinen dunkleren Seiten), einfühlsame Porträts entstanden, und ihre Bilder tanzender, badender, nackter Frauen zeugen von unbeschwerter Lebenslust. Und selbst bei der Hinwendung zur Abstraktion sind Gemeinsamkeiten unverkennbar: Ganz gaben sie die Figürlichkeit nie auf. Es gibt also viel Spannendes zu sehen in dieser Ausstellung (bis 18.1. in Münster, 15.2.-3.5.2026 in Davos); schade nur, dass die  Beiträge im Katalog das Vergnügen oft allzu hölzern geraten sind. PM

Katharina Beisiegel, Hermann Arnhold hrsg.: Kirchner. Picasso. 272 S., Wienand Verlag,    45 Euro.


Kunst: Die Pioniere

Sie waren Freunde und Liebende, Mentoren und Seelenverwandte – und Pioniere waren sie auch noch. Als sie Anfang der 1950er Jahre in New York auf der Bühne der zeitgenössischen Kunst auftauchten, machten sie die Stadt in kürzester Zeit zum Magneten der internationalen Avantgarde-Szene: der Komponist und Musiktheoretiker John Cage, der Choreograph und Tänzer Merce Cunningham sowie die drei Maler und Bildhauer Jasper Johns, Robert Rauschenberg und Cy Twombly. 
Den glorreichen Fünf ist jetzt die Ausstellung „Fünf Freunde“ im Kölner Museum Ludwig gewidmet (bis 11.01.2026), zu der ein famoser Katalog erschienen ist. Ausstellung und Buch dokumentieren nicht nur das intensive Beziehungsgeflecht dieser Künstler, sie lassen auch den grandiosen Auftakt der amerikanischen Moderne lebendig werden: Mehr als 180 Kunstwerke, Kostüme, Partituren, Archivalien, Fotos, Essays und Texte von Zeitzeugen erzählen von immenser Innovationskraft, kompromisslosem Aufbruch und ganz neuen Synergien, die bis heute nachwirken. UvS

Yilmaz Dziewior (Hrsg.): Fünf Freunde. 332 S., 415 farbige Abb., Schirmer/Mosel Verlag.
58 Euro. 

 


Kunst: Die Verschwiegenen

Die Düsseldorfer Kunstakademie zählte im 19. Jahrhundert zu den besten Ausbildungsstätten des Landes. Aber nur für Männer. Frauen war der Zugang verwehrt. Sie durften dort nicht studieren und konnten sich nur selten an Ausstellungen beteiligen. So entstand der männlich dominierte Kanon der Kunstgeschichte, wie wir ihn kennen.

Ein Katalogbuch zur Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast (noch bis 1.2.26) zeigt nun, wie Frauen rund um diesen Anziehungsort für künstlerische Talente trotz aller Widrigkeiten findige Karrierestrategien entwickelten. Rund 30 von ihnen wurden ausgewählt, ihre Biografien dokumentiert und nach dem Verbleib ihrer Arbeiten geforscht. So entstand ein faszinierendes Spektrum künstlerischer Vielfalt von Frauen, deren Werke zum Teil noch nie gezeigt wurden. Mit fundierten Aufsätzen zum historischen Umfeld und einem fabelhaft gedruckten Bildteil liefert der Band einen erhellenden Beitrag zu einem – bislang – versäumten Kapitel der Kunstgeschichte. UvS

Kathrin DuBois (Hrsg.):Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter. 210 S., 220 meist farbige Abb., Hirmer Verlag, 50 Euro.

 


Kunst: Die Dünnen

Spindeldürr ist fast noch untertrieben: die Menschen, die Alberto Giacometti (1901-1966) ab den Vierzigern in seinem Pariser Atelier geformt hat, sind wirklich extrem dünn – und haben ihn zu einem der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts gemacht. Mal kaum größer als ein Zeigefinger, mal über zwei Meter hoch stehen und schreiten seine Figuren auf soliden Sockeln, und alle suchen sie offensichtlich ihren Platz in dem sie umgebenden Raum. Rund drei Dutzend dieser einsamen Wesen in einer fremden Welt sind noch bis 15. Februar in der Bremer Kunsthalle  zu sehen, daneben zeigt diese erste deutsche Giacometti-Retrospektive seit zehn Jahren eine Reihe von Köpfen und Zeichnungen. So sind an die 100 Werke zusammengekommen, die einmal mehr beweisen, mit welcher Beharrlichkeit der Schweizer Künstler an seinem ganz eigenen Menschenbild gearbeitet hat. PM

Hugo Daniel, Eva Fischer-Hausdorf Hrsg.: Giacometti. Das Maß der Welt. 208 S., 210 Abb. Schirmer/Mosel Verlag. 48 Euro.

 


Kunst: Die Nackten

Ein Auftrag mit Folgen bis heute: „Die Geburt der Venus“, gemalt von Sandro Botticelli 1486. Bestellt nicht, wie damals üblich, von der Kirche, sondern wahrscheinlich von einem Mitglied der Medici-Familie. Fortan war die nackte Venus das Maß aller Dinge, so sollten Frauen sein: wunderschön, wohlproportioniert, liebenswert und tugendhaft.
Die britische Kunsthistorikerin Amy Dempsey startet ihr neues Buch „Der weibliche Körper in der Kunst“ mit Botticellis Venus und zeigt anschließend Bilder, Skulpturen und Fotos nackter Frauen durch die Jahrhunderte und ordnet sie ein. Mit dabei „Die große Odaliske“, gemalt 1814 von Jean-Auguste-Dominique Ingres, die generell weibliche Schönheit und keine konkrete Person darstellt. „Olympia“ von Éduard Manet dagegen, 1863 entstanden, stellt eine konkrete, selbstbewußt schauende Pariser Kurtisane dar. 1993 dann zeigt die iranische Künstlerin Shirin Neshat in ihrem Foto „I am its secret“ ihr halb verschleiertes Gesicht, beschrieben mit einem schwarz-roten Text in Farsi, einem Gedicht, in dem es um Hoffnung und Liebe geht aus vorrevolutionären Zeiten.
Amy Dempsey erklärt in ihrer sehr lesenswerten Einleitung, dass Frauen von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert dargestellt wurden als „die Guten, die Bösen und die Hässlichen“ und dass sie zeigen will, wie diese Darstellungen im Laufe der Zeit hinterfragt, demontiert und ersetzt wurden. Das gelingt der Autorin so überzeugend, dass es viel Freude macht, ihren Einsichten zu folgen.

Amy Dempsey: Der weibliche Körper in der Kunst. 240 S., Laurence King Verlag, 38 Euro.

 


Kunst: Die Atmenden

Sie sind sehr klein oder bis zu 100 Meter groß, es gibt sie schon seit 359 Millionen Jahren – also eigentlich immer schon, sie sind wunderschön und für uns lebenswichtig: Bäume.
Kein Wunder, dass sie auch in der Kunst von der Höhlenmalerei an ein Thema waren, wie eine Gruppe von Wissenschaftlern – u.a. Botaniker, Biochemiker, Arboretum-Mitarbeiter, Kunstgeschichtler – jetzt in einen fulminanten Prachtband mit 300 Gemälden, Zeichnungen, Fotos und Skulpturen beweist. Sortiert wurden die Bilder nicht historisch oder alphabetisch, sondern in Paaren, um interessante Vergleiche oder Kontraste hervorzuheben. So steht „Der rote Baum“ von Piet Mondrian von 1910 einem im Londoner Nebel durch einen Park gehenden Mann, fotografiert 1951 von Robert Frank, gegenüber. Und dem „Porträt von Luther Burbank“, gemalt 1931 von Frida Kahlo, wurde „Der Baum der Schlachten“ beigeordnet, einer Illustration des französischen Gelehrten Honoré Bouvet von 1390. Caspar David Friedrichs „Hünengrab im Schnee“ von 1807 wird durch ein Schwarz-Weiß-Foto einer uralten Eibe von Tacita Dean von 2006 ergänzt.
Jedes Bild wird in einem kleinen Text erklärt, im Anhang gibt es eine zeitliche Einordnung, Biografien der meisten Künstler, ein Glossar und einen ausführlichen Index.
Ein großartiges Buch, in dem man immer wieder blättern, gucken und lesen kann.

Dr. Giovanni Aloi: Bäume – der Atem der Welt, 352 S., Midas Verlag, 59 Euro. 

 


Kunst: Die Fabelhaften

„Das Einhorn ist magisch…Es ist in keinem Zoo als lebendes Tier zu sehen, aber zugleich allgegenwärtig – in der Popkultur, als Werbung oder in den Kinderzimmern“, erklärt der Kurator Michael Philipp zu seiner Ausstellung „Einhorn – das Fabeltier in der Kunst“ im Potsdamer Museum Barberini (noch bis zum 1.2.26), zu der dieser mächtige Katalog erschienen ist. 150 Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Teppiche aus mehreren Jahrhunderten werden darin gezeigt, beschrieben und eingeordnet. Dazu gibt es lesenswerte Essays u.a. zur angeblichen Existenz des Einhorns, seiner mythischen, religiösen und naturkundlichen Bedeutung. Und im Anhang folgt man seiner Spur durch 2500 Jahre in Reiseberichten und in der Literatur.
Fazit: Ein umfassendes Werk von 400 Seiten über ein ganz fabelhaftes Tier.

Michael Philipp, Béatrice de Chancel-Bardelot u.a.: Einhorn – das Fabeltier in der Kunst, 400 S., Prestel Verlag, 49 Euro.

 


Fotografie: Die Realistischen

Ihre üppige Badeschönheit aus dem Jahr 1939 ist längst eine Ikone der Fotografie, und auch viele andere ihrer oft ebenso empathischen wie schockierend realistischen Bilder zählen zu den Meisterwerken des Genres  – dabei hat Lisette Model (1901-1983) nie eine einschlägige Ausbildung absolviert. Die Autodidaktin aus einer jüdischen Wiener Familie wollte eigentlich Sängerin werden, ehe sie um 1933 die Kamera für sich entdeckte und nach ihrer Emigration zunächst nach Frankreich und 1938 in die USA mit dokumentarischen Serien wie “Promenade Des Anglais“, „Lower East Side“ oder „Sammy’s Bar“ bekannt wurde. Ein Motiv müsse einen treffen wie ein „Schlag in die Magengrube“ lautete ihr Credo, wie oft ihr das mit ihren Aufnahmen gelungen ist, kann man zum einen in diesem großformatigen Katalog und zum anderen bis zum 22. Februar 2026 in der Wiener Albertina und vom 18. März bis 7. Juli 2026 im Kunstfoyer der Versicherungskammer München überprüfen. PM

 Damarice Amao u.a.: Lisette Model. 256 S., Prestel Verlag. 49 Euro. 

 


Garten: Die Schönsten

Ein Fest für die Augen! Die Fotografin Sabrina Rothe hat für ihr neues Buch vier besonders schöne Gärten dokumentiert. Mit viel Geduld hat sie ihre Motive ins richtige Licht gesetzt, sodass man auf den großen, doppelseitigen Szenen richtig ins Schwelgen gerät.
Kurze Texte führen in jeden Garten ein, im Anhang erfährt man in knappen Bildunterschriften, welche Pflanzen abgebildet sind.
Nützlich wären noch kleine Grundrisse gewesen, damit man Aufteilung und Zusammenhang der Bäume, Sträucher und Blumen nachvollziehen kann.

Sabrina Rothe: Gärten – Vom Festhalten der Zeit. 156 S., Wienand Verlag 38 Euro. 

 


Wohnen: Die Ideen-Geber

Die Britin Lucy Gough ist keine Innenarchitektin, sondern sie bezeichnet sich als Raumgestalterin, der besonders die kleinen Verschönerungen am Herzen liegen. In ihrem neuen Buch erklärt sie etwa die Sache mit den „Moodboards“, auf denen man Ideen für Farben, Materialien und Strukturen für einen Raum zusammenträgt und so ein Konzept entwickelt. Anhand von vielen Beispielen gibt sie Ratschläge für den Umgang mit Farben: So setzt man leuchtende Farben besser nicht in Räumen wie Schlaf- und Arbeitszimmer ein, da man dort eine ruhige Atmosphäre braucht. Und auch zu Fußböden, kleinen Räumen oder dem Einrichten von Regalen hat sie jede Menge Tipps.
Ein anregendes Buch, das Lust auf hübsche Veränderungen in den eigenen vier Wänden macht.

Lucy Gough: Home Style – Die schönsten Ideen für Dein Zuhause, 224 S., Callwey Verlag, 29,95 Euro.


Wir verlosen je fünf CDs von

Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, gelesen von Gert Westphal. Der Audio Verlag, 20 Euro.

Der einzige Roman von Rainer Maria Rilke erschien 1910 als „fingiertes Tagebuch“ des Malte Laurids Brigge mit Aufzeichnungen über seine Kindheit, seine Zeit in Paris und seine Gedanken zu historischen Ereignissen. Der Roman wurde von der Zeit-Bibliothek und auch von Le Monde in die 100 Bücher des Jahrhunderts aufgenommen.

und 5 CDs von:
Rainer Maria Rilke: Weihnachten mit Rilke. Briefe und Gedichte, 
gelesen von August Diehl. Der Audio Verlag, 14 Euro.

Für Rilke war Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres. Seine schönsten Weihnachtsgedichte und seine liebevollen Briefe an Familie und Freunde werden hier von August Diehl vorgetragen.

Wer eine CD gewinnen möchte schickt bitte eine Email an: christiane@oster-meyer.de,
Betrifft: Rilke. 
Das Los entscheidet. Der Gewinn geht Ihnen per Post zu.

Museé Orsay, Paris

Hier hielten mal Züge

Was für eine Pracht! Und das war einmal ein Bahnhof mitten in Paris!
Entstanden ist er auf einem Grundstück direkt an der Seine, wo einst das Palais d’Orsay stand, das 1871 abbrannte. Am 14. Juli 1900 wurde der pompöse Neubau während der Weltausstellung eingeweiht, samt Hotel, in dem große Bankette und Tagungen stattfanden. Hotel und Bahnhof wurden auch gern als Kulisse genutzt, so drehte Orson Welles 1962 hier seinen Film „Der Prozess“ nach Franz Kafka. 
Der Zugverkehr nahm allerdings – nicht zuletzt dank zu kurzer Bahnsteige – immer mehr ab, sodass man Mitte der siebziger Jahre tatsächlich darüber diskutierte, das Gebäude abzureißen und ein modernes Hotel zu errichten. 1977 dann initiierte der französische Präsident Giscard d’Estaing die Umwandlung in ein Museum, und 1978 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt.
Das Innere gestaltete die italienische Architektin und Designerin Gae Aulenti sehr behutsam um. Die große Bahnhofshalle bekam mehrere Nebengalerien mit darüber liegenden begehbaren Balkonen; unterm Dach und im ehemaligen Hotel entstanden große Ausstellungssäle.
Gezeigt werden dort heute Gemälde, Skulpturen, Designobjekte, Grafiken, Fotos und Möbel aus der Zeit zwischen 1848 und 1914. Die größte Attraktion des Hauses befindet sich ganz oben im fünften Stock: die riesige und weltweit einzigartige Sammlung impressionistischer Gemälde. Foto: CO

Die trutzige Burg

Das Schloss von Tournon kann man schon von Weitem sehen, die massive Burg thront auf einem hohen Felsen über der Rhone, etwa 80km südlich von Lyon. Seit dem 10. Jahrhundert stand hier immer eine Burg, in der die Könige Frankreichs auf ihren Reisen übernachteten. Im 16. Jahrhundert wurden eine Kapelle und neue Wohnräume angebaut, dort gibt es heute ein Museum
Das Schloss hat eine wunderbare Terrasse über dem Fluss, aber leider kein ständiges Restaurant. Am besten gehen Sie deshalb über die Place du Marche zur Grand Rue mit seinen gut restaurierten, mittelalterlichen Fassaden. Dort findet man auch eine sehr feine Chocolaterie mit herrlichen Spezialitäten, eine Patisserie mit leckeren Croissants, süßen Teilchen und üppigen Tortenstücken und eine Fromagerie mit dem besten Käse der Region. Am Ende der Grand Rue steht das letzte noch existierende Stadttor, das die Zerstörung der Stadtmauern 1787 überstanden hat.
Sollte es gerade Samstag sein, dann machen Sie noch einen Abstecher zur Place Jean Jaures, denn samstags findet hier von 6 Uhr 30 bis 12 Uhr 30 ein  regionaler Markt statt, wo man frisches Obst und Gemüse direkt vom Bauern kaufen kann.

Das Theater

An der Place Rampon steht das charmante Theatre Jacques Bodoin, das neben Theateraufführungen auch Ballett und Konzerte anbietet, außerdem sind täglich Filme im dazugehörenden Kino zu sehen.
Auf dem Weg durch die Rue Thiers kommt man am Lycée Gabriel Faure vorbei, einem Gymnasium in einem Gebäude von 1536 und der dazu gehörenden Kapelle. Am Ende der Straße gelangt man an die Rhone und kann sie auf der Fußgänger-Hängebrücke Marc Seguin  von 1840 überqueren. Auf der anderen Seite erreicht man den Ort Tain L’Hermitage, und von dort ist man schnell in den Weinbergen, den berühmten Cȏtes du Rhone. Den Wein muss man natürlich unbedingt probieren. Fotos: CO

„Es geht nicht darum, aus welchem Land ein Genozid kommt. Es geht darum, was Menschen anderen Menschen antun. Als Mensch trage ich auch Verantwortung für andere Menschen, ich denke, es ist zu einfach zu sagen: “Das ist nicht mein Problem.“ Das geht uns alle an. Da bin ich fest von überzeugt.“
Der Regisseur Fatih Akin in einem Interview anlässlich seines neuen Films „Amrum“ mit dem Magazin „Sleek“ Nr 86/ Herbst 2025. Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat noch nie etwas für Selfies übrig gehabt.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel Josefshof am Rathaus, Wien

Theaterfreunde sind hier richtig, fünf Gehminuten entfernt vom komfortablen Hotel Josefshof befindet sich das Burg-Theater, und das älteste englischsprachige Theater Europas, „Vienna’s English Theatre“  ist genau nebenan. Und auch zum berühmten „Theater in der Josefstadt“  kann man zu Fuß gehen.
Die Zimmer sind in warmen Farben gestaltet, haben gemütliche Betten und schöne Holzböden. Das Frühstücksbüfett läßt keine Wünsche offen, frisch gepresster Orangensaft ist Standard, und auch Kaiserschmarrn oder Weißwürste werden angeboten.

DZ ab ca 119 Euro. Foto: Josefshof

Ist Weben weiblich?

Das zumindest fanden die Meister am Bauhaus. Entgegen ihrer eigenen Statuten, dass nämlich „jede Person ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht aufgenommen werden könne, deren Begabung anerkannt wurde“, drängten die Meister rund um Walter Gropius die Studentinnen in die Weberei-Werkstatt und hielten sie aus Tischlerei, Metallwerkstatt und Architekturklasse heraus.
Die Berliner Autorin Unda Hörner hat aus den Biografien von elf „Frauen am Bauhaus Dessau“ eine überaus lesenswerte Geschichte der Hochschule zusammengestellt. Die Frauen waren Künstlerinnen, Partnerinnen der Meister oder auch selbst Meisterinnen, und die Autorin zeigt ihren gemeinsamen Kampf gegen äußere und innere Widrigkeiten.

Unda Hörner: Frauen am Bauhaus Dessau, 144 S., ebersbach & simon, 20 Euro 

 


Zeit für Suppe!

Der November ist der Monat der Suppe. „Zitronige Hühnersuppe“ mit Grünkohl zum Beispiel wärmt so richtig durch, und die „Cremige Selleriesuppe“ mit knusprigem Salbei macht satt und glücklich. Dass man aber auch die übrigen elf Monate genussvoll löffeln kann, beweist das neue Buch der Londoner Feinschmeckerin Emily Ezekiel, in dem etwa auf eine leckere Frühlings-Minestrone eine sommerliche Garnelen-Gumbo und eine „Miso-Ingwer-Ramen“ im Herbst folgt. Ergänzt werden die herrlichen Suppen-Rezepte mit Beispielen für Brühen und Fonds, knusprige Toppings,  verschiedene Ofengemüse, Brotsorten und gewürzte Öle. So kommt man ziemlich zufrieden durch Herbst und Winter.

Emily Ezekiel: Suppe macht glücklich. 208 S., Callwey, 22 Euro. 

Ja, es kommt schon wieder auf uns zu, das Fest aller Feste! Also sollte man sich spätestens jetzt schon mal Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen, damit es dann nicht wieder holterdipolter gehen muss!  Wir haben ein paar Vorschläge für Sie zusammengestellt:
1. Nostalgisch: Sie sieht aus wie eine alte Petroleumlampe, ist aber eine LED Leuchte mit Akkus von Feuerhand. 
2. Lecker: Handgekochte Chutneys von Susann aus Stade machen Lust auf würzige Experimente, mal mit Walnuss, mal mit Feige-Pflaume.
3. Schmückend: Mit dem 3D Drucker entstehen bei Recozy neben Vasen, Leuchten und Kleinmöbeln jetzt auch sehr feine Baumanhänger. 
4. Süß: Der dicke Schneemann macht einfach Freude! Einfach zu backen in einer dreidimensionalen Form von Städter.
5. Scharf: Perfekt gewürzt  – zum Beispiel mit „Fiesta“, wenn es nach Chili und Mexiko schmecken soll. Wiberg verfeinert auch Pizzen, Gegrilltes oder Kartoffeln.
6. Niedlich: Räder ist schon lange bekannt für seine dekorativen Porzellanobjekte, auch dieses Jahr gibt es neue weihnachtliche Produkte.
7. Würzig: Ein kleines Raclette für zwei Käseliebhaber gibt es in schönen neuen Farbtönen von Stöckli. 
8. Persönlich: Einfach Geschenke selbst verschönern mit bunten Stempeln von Trodat, entweder „Handmade“ oder „Dankeschön“ oder aber „Frisch aus der Küche“. 
9. Schonend: In Nordafrika wird in Tajinen jeden Tag gesund gekocht, denn der Dampf steigt in den spitzen Deckel, kondensiert und tropft zurück in die Bodenschale. Gibt es jetzt auch in ganz klein, z.B. für einen Apfel, von cosy & trendy.

Mehr Infos über 1.,4.,5., 6.,8. gibt es bei Ildiko Schiller, info@trendxpress.org
und über 2.,3.,7.,9. bei Dr. Thomas Lücke, info@I-I-kommunikation.de 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

noch bis 1. Februar 2026: Das Barberinizeigt das „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst.“ Seit der Antike glauben Menschen an die Existenz des Einhorns und schreiben ihm die unterschiedlichsten Eigenschaften zu. In Potsdam zeigt man jetzt 150 Gemälde, Grafiken, Skulpturen von u.a. Albrecht Dürer, René Magritte und Rebecca Horn.
noch bis 22. März 2026: In Köln beschäftigt sich das  Museum Ludwig mit der „Geschichte des Lächelns“ anhand von Porträtfotos seit der Erfindung der Fotografie. Besonders spannend: den Mundwinkeln zuschauen, wie sie sich im Lauf der Zeit nach oben schieben.

Fälschermuseum, Wien
 

Sehr groß ist das Museum nicht, aber in dem Souterrain in der Wiener Löwengasse 28 kann man so einige Kleinode entdecken. Da hängt zum Beispiel Rembrandts „Selbstbildnis mit Saskia“ neben Vermeers „Christus und die Ehebrecherin“, und in einer Glasvitrine liegt eine Stradivari-Geige. Was für Schätze!
Und die haben eins gemeinsam: Sie sind allesamt gefälscht.
Auf jede echte Stradivari – so erfährt man hier – sind etwa 200 Kopien in Umlauf. Der Rembrandt etwa stammt von Edgar Mrugalla (1938 bis 2016), der zugab, etwa 3000 Gemälde nachgemalt zu haben. Und den Vermeer malte Han van Meegerens (1889 bis 1947) 1942 und verkaufte ihn an Hermann Göring. Als der Maler nach dem Krieg wegen Feindbegünstigung angeklagt wurde, gestand er seine Fälschungen ein.
Auch Konrad Kujau (1938 bis 2000) , dem Fälscher der Hitler-Tagebücher für das Magazin Stern von 1983, ist eine Vitrine gewidmet.
Ein durchaus interessanter, vielfältiger Museums-Besuch also, der mit einem Einkauf lustiger Postkarten, Accessoires und Bücher im Shop ergänzt werden kann.

Foto: Fälschermuseum

Pont d’Avignon

Definiert wird eine Brücke als „Bauwerk, das als Teil eines Weges der Überquerung eines physischen Hindernisses dient“. Danach ist die berühmteste Brücke Frankreichs gar keine Brücke. Denn auf der Pont Saint-Bénezet, besser bekannt als Pont d’Avignon, kann man die Rhone schon lange nicht mehr überqueren. Von den im 12. Jahrhundert erbauten 22 Bögen sind nur noch 4 erhalten. Und so steht man zwar „sur le pont d’Avignon“ und schaut auf  den schnellen Fluß hinab, kann aber nicht ans andere Ufer gelangen.
Der Legende nach befahl eine Stimme einst dem einfachen Hirten Benedikt, in Avignon eine Brücke zu bauen. Mit einer gewaltigen Kraft, die ihm plötzlich verliehen wurde, setzte er einen riesigen Felsbrocken eigenhändig ans Ufer, baute dann mit der begeisterten Bevölkerung jene 900m lange Brücke, und so wurde der kleine Hirte zum Heiligen Bénézet. Sein Meisterwerk wurde allerdings im Laufe der Zeit durch Hochwasser und Kriege so sehr beschädigt, dass man sie im 17. Jahrhundert aufgab. Aber natürlich ist die kurze Rest-Brücke noch immer absolut sehenswert.

Der Papstpalast

Nicht weit von ihr entfernt liegt die große „Place du Palais“ vor dem beeindruckenden Papstpalast, der ab 1335 erbaut wurde. 15 000 qm ist er groß und damit das größte gotische Bauwerk  Europas und eine der wichtigsten Unesco-Weltkulturerbestätten Frankreichs. Wir werden in einem der nächsten KuNos ausführlich über diesen prächtigen Palast berichten.
Jetzt aber gehen wir erst mal Kaffeetrinken um die Ecke am Place des Chataignes im entzückenden Café „Chez Lisette“  Die leckeren Croissants riecht man schon von weitem.

Place des Chataignes

Frisch gestärkt schlendern wir über die Place Jerusalem zur Place Pie und bewundern in der Markthalle das herrliche Angebot an provencalischem Obst und Gemüse, Käse und Gewürzen, Fisch und Meeresgetier. Wohl dem Touristen, der hier eine Wohnung mit Küche gemietet hat! 
Auch die Place Pie eignet sich gut für eine Pause, es gibt mehrere nette Restaurants mit vielen Tischen unter Sonnenschirmen. Hier kann man wirklich das ganz normale Südfrankreich-Alltagsleben beobachten.
Anschließend schauen wir uns  an der Place de l’ Horloge das Rathaus und die Oper an, beide aus dem 19. Jahrhundert.
Und wenn man dann die Rue de la République entlangschlendert, kann man sich im Tourismusbüro einen kleinen Stadtplan abholen, damit man zuhause noch mal gucken kann, wo man überall im ebenso schönen wie beschaulichen Avignon gewesen ist.  Fotos: CO

„Ich koche mit Wein. Manchmal gebe ich ihn sogar ins Essen.“

Der amerikanische Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor W.C. Fields (1880-1946), zitiert in vielen Zitatsammlungen.

Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, bewundert den Mut der ganz Kleinen!

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Super 8 by Windham, Chemnitz

Zwei Haltestellen mit dem Bus oder der Straßenbahn vom Hauptbahnhof und nur 300m von der Altstadt entfernt befindet sich das Super 8 Hotel mit schlichten Zimmer, festen Matratzen und guten Duschen. Auch ein Frühstücksbüfett wird angeboten. 
Und bis zum berühmten überdimensionalen Karl-Marx-Kopf  sind es nur 150m! DZ ab ca 85 Euro. Foto: Hotel Super 8

Grand Palais, Paris, noch bis 4. Januar 2026
Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Pontus Hulten
       
Alle zehn Minuten rasselt, klingelt, schnarrt die zimmergroße kinetische Skulptur los. Da drehen sich Räder, heben sich Gießkannen und Puppenköpfe, scheppern Blechdosen, Licht geht an und wieder aus.
Das Werk des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925 – 1991) ist derzeit im Grand Palais in Paris zu sehen, kombiniert mit  Arbeiten seiner Frau Niki de Saint Phalle (1939 – 2002), ihren fröhlich bunten Skulpturen und ihren Nanas aus Polyester. Dritter in dieser Ausstellung ist Pontus Hulten (1924 – 2006), der Gründungsdirektor des Moderna Museet in Stockholm und später des Centre Georges Pompidou in Paris, der das kreative Paar von Beginn an förderte und hier mit gewürdigt wird.
Noch bis zum 4. Januar 2026 ist diese muntere Ausstellung, die so richtig Spaß macht, zu sehen. Foto: Grand Palais

Thonet: Vor hundert Jahren zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau. Zum Jubiläum bietet Thonet die Satztische von Bauhaus-Lehrer Marcel Breuer, kombiniert mit dem (jetzt von der Schweizer Manufaktur Naef produzierten) Schachspiel seines Kollegen Josef Hartwig, als Set an.
Foscarini: Die italienische Designerin Francesca Lanzavecchia hat den Kronleuchter ganz neu gedacht. Leicht und poetisch ist ihr Entwurf für „Tilia“ (Linde auf Lateinisch) geworden.
Foto: Foscarini