„Wenn die Kinder größer werden, wird man selbst ein bisschen kleiner. Und trotzdem bleibt man abhängig: Wenn sie straucheln, strauchelt man mit. Wenn sie traurig sind, ist man es auch. Man fängt als Held an – und endet als Don Quijote.“

Der Journalist Tillmann Prüfer in seiner Kolumne „Prüfers Töchter“ im Zeit Magazin vom 30. April 2025.
Foto: Tillmann Prüfer

 

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, schätzt echte Hühnereier.
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Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

AC Hotel Burgos by Marriott, Burgos, Spanien

   
Wer die phantastische Kathedrale von Burgos besuchen möchte, ist hier richtig: Das Hotel liegt direkt am Fluss Arlanzón an der herrlichen Platanenpromenade, und bis zur Kathedrale sind es gerade mal 300 Meter. Das prächtige Art Deco-Gebäude ist innen ganz modern. Die Zimmer sind mit edlen Materialien schlicht gestaltet, die Bäder funktional und großzügig. In der dreieckigen Halle wird das leckere Frühstück im abgeteilten Barbereich serviert. DZ ab ca 118 Euro. Foto: Hotel AC Burgos

Der große Hockney

An die neunzig geht er allmählich, aber ans Aufhören denkt er noch immer nicht. Dabei hat David Hockney bis heute schon ein ebenso großes wie großartiges Werk vollbracht – aktuell nachzuprüfen nicht nur in der Pariser Fondation Louis Vuitton (bis zum 31. August), sondern auch in diesem veritablen Klotz von einem Buch. Und was hat der nimmermüde Brite nicht alles in seinem langen Leben ausprobiert. Mit Pop-Art-Bildern wurde er in den Sechzigern bekannt, internationalen Ruhm trugen ihm ein paar Jahre später seine Swimming-Pool-Gemälde aus dem sonnendurchfluteten Kalifornien ein. Dann entdeckte er die Möglichkeiten der Fotografie, setzte aus Hunderten von Polaroids raffinierte Collagen zusammen. Und dazwischen entstanden immer wieder intime Porträts, von seinen homosexuellen Freunden, von seiner Familie und (oft richtig bunte) Landschaften, für die der Technik-Freak Hockney im Alter auch das ipad nutzte. Eine überwältigende Vielfalt also – hier ist sie handlich und vom Künstler selbst kommentiert versammelt. PM

Hockney Total. Das gesamte Werk. 496 S., über 500 Abb. Midas. 49 Euro. 

 

Krieg und Frieden

Nur Vergangenheit ist hier zu sehen – doch aktueller könnte ein Buch kaum sein: Mit rund 100 Aufnahmen zeigt Harry Schmitt, einst Mitglied der legendären STERN-Fotografen-Riege, welch traurige und schlimme Folgen Kriege allein in den letzten zwei Jahrhunderten auf unserem Planeten gehabt haben. Europa steht – leider – im Mittelpunkt: Napoleons Feldzüge haben den Kontinent ebenso verwüstet wie später die beiden Weltkriege, doch auch in Asien (Vietnam) und Afrika (Südafrika) gab es blutige Auseinandersetzungen. Für Hoffnung blieb da meist nur wenig Platz, aber auch dafür gibt es in Schmitts eindrucksvollem Foto-Essay Beispiele: Wiederaufbauarbeiten auf dem zerstörten Balkan, Gräberpflege am Montecassino, der Händedruck von François Mitterand und Helmut Kohl in Verdun. Ein stilles, nachdenkliches Buch ist so entstanden – und vielleicht gerade das richtige für eine Zeit, die vor Krisen und Konflikten kaum noch ein und aus weiß. PM

Harald Schmitt: Krieg Frieden Versöhnung. 194 S. Sandstein Verlag. 44 Euro

 

Gärten barock

Wer sich für Gärten und Parks interessiert, der wird den Namen André Le Notre schon mal gehört haben. Er war der wichtigste Gartenarchitekt in Frankreich im 17. Jahrhundert und legte neben Versailles und Fontainebleau noch viele andere barocke Parks an, auch außerhalb seines Heimatlandes. Der Wissenschaftler Stefan Schweizer, der u.a. das Museum für Gartenkunst in Düsseldorf leitet, trägt in seinem Buch viele Fakten über Le Notre (1613 bis 1700) und seine Werke zusammen. Ab 1662 wurde der geniale Gartenplaner von Sonnenkönig Ludwig XIV. als oberster Gartenarchitekt eingesetzt und konnte so die meisten seiner Ideen umsetzen, Sichtachsen waren eine seiner wichtigsten. Wie er zu Werke ging, beschreibt Schweizer so detailliert, dass man mit seinem Buch in der Hand zum Beispiel den Pariser Tuileriengarten noch heute gut erkunden kann.
Stefan Schweizer: André Le Notre und die Erfindung der französischen Gartenkunst.
145 S., Wagenbach. 14 Euro

 

Und noch mehr Gärten 

Nach der Mode der Barockgärten im 17. Jahrhundert wandte man sich besonders in England im 18. Jahrhundert den „natürlichen“ Landschaftsgärten zu. Der britische Autor und Universitätslehrer Tim Richardson zeigt in seinem neuen Buch zwanzig Beispiele, die noch heute erlebt werden können. Jeder Garten wird dabei nicht nur mit charakteristischen Bildern und einem genauen Grundriss dargestellt, sondern in ausführlichen Texten werden die Anlagen mit Bäumen und Beeten, mit Skulpturen und Mauern, mit Wasserläufen und Tempeln erklärt, und obendrein werden die Biografien der Gartenbesitzer erzählt.
Denn Richardson erkannte bei seinen Recherchen, dass die Herkunft und Erziehung, der Freundeskreis und auch politische Interessen des Landbesitzers bei der Gestaltung seines Anwesens durchaus eine große Rolle spielten. So gehörte der malerische Garten „Claremont“ in Surrey von 1714 bis 1768 dem Duke of Newcastle, der dorthin seine Freunde, politischen Kollegen, ausländische Botschafter und auch König George II. einlud, um seine politische Karriere zu befördern.

Tim Richardson: Englische Landschaftsgärten – Der Traum von Arkadien. 320 S., Gerstenberg Verlag. 46 Euro

Bundeskunsthalle, Bonn, 1. August bis 11. Januar 2026
W.I.M. Die Kunst des Sehens
      
Zum 80. Geburtstag des Filmemachers und Fotografen Wim Wenders (am 14. August) widmet ihm die Bundeskunsthalle eine große Ausstellung, in der Szenen seiner Filme, Fotoarbeiten und auch Collagen und Zeichnungen von ihm gezeigt werden.
Und so kann man noch einmal Ausschnitte aus „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ von 1972 sehen, „Der Amerikanische Freund“ von 1977, „Der Himmel über Berlin“ von 1987 und den mit einer Oscar-Nominierung geehrten Film „Buena Vista Social Club“ von 1999, aber auch aus seiner Dokumentation über Anselm Kiefer „Anselm – das Rauschen der Zeit“ von 2023. Requisiten, Produktionsunterlagen und ein „Audiowalk“, in dem Wenders einzelne Stationen seiner Karriere kommentiert, runden den Überblick über ein eindrucksvolles Werk ab, das nun schon mehr als fünf Jahrzehnte umfasst. Foto: Bruno Ganz im „Der Himmel über Berlin“

Wittmann: Den 1910 von Josef Hoffmann entworfenen Sessel „Kubus“, den perfekten Würfel aus vielen Quadraten, bietet der österreichische Hersteller zum 115. Jubiläum in einer Limited Edition, begrenzt auf 115 handgefertigte Exemplare in drei Lederfarben an. Foto: Wittmann

noch bis 2. November: Im Berliner Brücke Museum kann man das Werk der deutsch-afrikanischen Expressionistin Irma Stern (1894 – 1966) wieder entdecken, die in Berlin und Weimar studierte, 1933 Nazi-Deutschland verließ und nach Südafrika ging, wo sie seit langem als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Moderne gilt.
noch bis 5. Oktober: Das Kunstmuseum in Ahrenshoop auf dem Darß zeigt das facettenreiche Werk von T. Lux Feininger (1910 – 2011), einem Sohn von Lyonel Feininger, der am Bauhaus studierte und ab 1936 in den USA lebte. Unter dem Titel „Moderne Romantik. Versuche zu einer archetypischen Szenerie“ gibt es oft traumhaft anmutende Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und kleine Skulpturen zu sehen.
10. August bis 2. November: Die Kunstsammlungen in Chemnitz widmen sich dem Thema „Edvard Munch. Angst“ mit einer großen Ausstellung, in der auch der Aufenthalt des norwegischen Künstlers 1905 in Chemnitz herausgestellt wird.

Gut Hohen Luckow, Mecklenburg Vorpommern

1707 ließ Christoph von Bassewitz das repräsentative Herrenhaus in Hohen Luckow ca. 20 km von Rostock entfernt im barocken Stil errichten. Mit etwa 1000 Hektar Land gehörte das Gut schon damals zu einem der größten in Mecklenburg.
Heute bewirtschaftet man hier 2700 ha Acker, 65 ha Grünland und 65 ha Wald, außerdem gibt es 3000 Milchkühe.
Das gelb gestrichene Herrenhaus mit roten Fensterumrandungen bekam im 18. Jahrhundert zwei Seitentürme, in einem befinden sich heute Gästezimmer.
Unbedingt sehenswert ist der Rittersaal im zweiten Stock mit seiner herrlichen Stuckdecke und dem vergoldeten Kamin. Hier finden regelmäßig Konzerte statt. Im ersten Stock kann man eine große Fayencen- und Terrinen-Sammlung aus dem 17. und 18. Jahrhundert bewundern, die prächtigen Gefäße waren einst der Mittelpunkt jeder barocken Tafel.
Und auch im öffentlich zugänglichen Park rund ums Herrenhaus gibt es Sehenswertes: Hier stellen überwiegend Mecklenburger Künstler ihre Skulpturen aus. Foto: Gut Hohen Luckow

Die wenigsten kennen wohl die gar nicht so kleine Stadt in Spanien, dabei ist sie die Hauptstadt des Baskenlandes. 1181 gründete der navarrische König Sancho VI. Nueva Victoria auf einer kleinen Anhöhe, auf der auch heute noch mittelalterliche Gassen zu entdecken sind. Ganz oben steht die Alte Kathedrale „Santa Maria“ aus dem 13. Jahrhundert, 1496 wurde sie Stiftskirche und 1861 Kathedrale. Zur Zeit wird sie restauriert und ist selten geöffnet, aber wenigstens von außen sollte man sie anschauen. Damit der Weg zur Kirche für heutige Menschen nicht zu beschwerlich ist, gibt es mehrere überdachte Rolltreppen, die die Gassen hinauffahren. Sehr praktisch!
Beim Herumschlendern kann man die uralte Stadtmauer entdecken (Calle de Correria), das Kulturzentrum „Palacio de Montehermoso“ (Santa Maria), das archäologische Museum „Bibat“ (Calle. de Santa  Ana) und das Museum für Moderne Kunst „Artium“ (Francia).
Über die „Plaza del Machete“ und  die „Plaza de Espania“ aus dem 18. Jahrhundert erreicht man dann den schönsten Platz der Stadt: die „Plaza de la Virgen Blanca“ mit einem Denkmal, das an die Schlacht vom 21. Juni 1813 erinnert, bei der englische, spanische und portugiesische Truppen die Franzosen schlugen und endgültig vertrieben.
Im September wird auf diesem Platz das große Fest der „Virgen Blanca“ (der weißen Jungfrau), der Schutzpatronin der Stadt, mit einem Kunsthandwerker Markt, kulinarischen Spezialitäten, Aktivitäten für Kinder und einem großen Feuerwerk gefeiert. Also stärken Sie sich hier mit leckeren Pintxos, bevor Sie durch den „Parque la Florida“ zur Allee „Paseo de la Senda“ spazieren und unter der Bahn hindurch zum Waffenmuseum und dem Palast Augustin Zulueta mit dem „Museo de Bellas Artes“ gelangen.
Auf dem Rückweg sollten Sie noch einen Blick auf die imposante Neue Kathedrale „De Maria Immaculada“ werfen, ein neugotischer Bau, der 1907 begonnen, aber aus Geldmangel erst 1969 fertig gestellt wurde. Die Kirche ist 118 m lang und 62 m breit und damit die zweitgrößte Kathedrale Spaniens. Sehr imposant!  Fotos: CO

„Wir fühlen uns doch heute ständig schuldig: zu viel Zucker, zu viel Brot, zu viel Salz, zu viel Fett, nicht genügend Sport…Wir müssen uns auch irgendwo mal gehen lassen können und sollten nicht immer nur streng zu uns sein. Genießen zu können, ist wichtig.“

Vitalie Taittinger, Präsidentin des französischen Champagner-Herstellers Taittinger, der noch immer ein Familienunternehmen ist, in einem Interview mit der „Zeit“ vom 15. Mai 2025.
Foto: Vitalie Taittinger

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, weiß um die Gefahren beim Baden.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Casual de las Olas, San Sebastian, Spanien
   
Der Eingang zum Hotel kann leicht übersehen werden, nur eine schlichte Glastür führt in die kleine Halle. Aber in den Stockwerken darüber verbinden breite Flure die großzügigen Zimmer, die alle unterschiedlich dekoriert und schön hell sind. Das große Frühstücksbüfett bietet viel Süßes, aber auch Rührei und Schinken.
Zur pittoresken Altstadt fährt man am besten mit dem Bus: einfach Kreditkarte an den Automaten halten, dann werden 1,85 Euro abgebucht.
DZ ab ca 120 Euro. Foto: Hotel Casual de las Olas

Europas Realitäten

In Deutschland zählt sie längst zu den wichtigsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, aber gab es so etwas wie die „Neue Sachlichkeit“ auch jenseits der Grenzen? Mit rund 300 Werken aus 20 Ländern beweist das Chemnitzer Museum Gunzenhauser mit der Ausstellung „European Realities“ gerade, wie man sich in den zwanziger Jahren überall in Europa – nicht zuletzt als Reaktion auf die Katastrophe des Ersten Weltkriegs – kritisch mit der gesellschaftlichen Realität auseinandersetzte. Abstraktion und Expressionismus galten als gestrig, was sich auf den Strassen und Plätzen, in den Restaurants und Salons, den Fabriken und Büros abspielte, interessierte Künstler wie Otto Dix oder seine spanische Kollegin Maria Blanchard, Und dabei wurden auch ganz neue Themen entdeckt: der Sport etwa und vor allem die Rolle der Frauen. Selbstbewusst und schick in Schale blicken sie den Betrachter an, denn soviel war klar, eine neue Zeit war angebrochen. In Chemnitz (noch bis zum 10. August) und im begleitenden Katalog ist zu sehen, mit welch künstlerischem und sozialem Engagement europäische Maler darauf reagierten. PM

European Realities. 384 S. 300 Abb. Hirmer. 58 Euro.

 
 


Kunst macht nicht immer glücklich!

Meistens geht es um Geld, wenn Kunst gestohlen oder gefälscht wird. Gelegentlich gibt es aber auch andere Gründe, politische zum Beispiel, wie 1956, als irische Studenten ein Gemälde aus der Tate Gallery in London stahlen, um die Sammlung von Sir Hugh Percy Lane zurück nach Irland zu holen. Oder aber künstlerische, wie die von Frank Uwe Laysiepen, genannt Ulay, der 1978 Spitzwegs „Der arme Poet“ aus der Berliner Nationalgalerie entführte und es in Kreuzberg einer türkischen Familie ins Wohnzimmer hängte. Leider versucht auch immer wieder jemand, Kunst zu zerstören, um auf ein Anliegen aufmerksam zu machen.
Die Professorin Laura Evens, die in Texas Kunst- und Museumspädagogik lehrt, hat für ihr Buch 75 Kunstverbrechen zusammengetragen. Mit dabei sind der Diebstahl von Claude Monets Gemälde „Marine“ und anderen während des Karnevals in Rio de Janeiro 2006, der Raub einer Kopie der „Kreuzigung“ von Pieter Brueghel dem Jüngeren aus einer italienischen Kirche, die das Original vorher ersetzt hatte, weil die Polizei gewarnt worden war.
Und auch die Entwendung der „Mona Lisa“ aus dem Pariser Louvre am 21. August 1911 wird ausführlich geschildert, und die hatte ziemliche skurrile, überraschende und auch lustige Folgen. Siehe auch die nächste Besprechung.

Laura Evans: Atlas der Kunstverbrechen. Diebstahl, Fälschung Vandalismus 224 S. Prestel. 34 Euro


 

Die lächelnde Lisa

Mit dem Raub der Mona Lisa beschäftigt sich der Hamburger Schriftsteller Tom Hillenbrand in seinem Roman „Die Erfindung des Lächelns“. Mit leichten Veränderungen und Ergänzungen der Fakten hat er eine raffinierte, sehr unterhaltsame Geschichte geschrieben. Die Story braucht zwar etwas, bis sie so richtig Fahrt aufnimmt, aber dann folgt man den Ermittlungen zum Diebstahl ziemlich atemlos und trifft dabei auf Pablo Picasso, den Dichter Guillaume Apollinaire, die Tänzerin Isadora Duncan oder die Komponisten Igor Strawinsky und Claude Debussy. Was für ein Spaß!

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns. 512 S., Kiwi Verlag. 25 Euro

 



 

Kunsthalle Hamburg, noch bis 12. Oktober
Rendezvous der Träume
Surrealismus und Deutsche Romantik
     
 Eine überaus spannende Gegenüberstellung von Werken der deutschen Romantiker wie Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge und Surrealisten wie Max Ernst, René Magritte und Meret Oppenheim ist der Hamburger Kunsthalle hier gelungen. Dabei stehen 230 surrealistische Arbeiten etwa 70 romantischen gegenüber. Unterteilt ist die weitläufige Ausstellung in verschiedene Bereiche: Das „Rendezvous der Freunde“ etwa widmet sich dem 1924 gegründeten Kreis der Surrealisten und ihren Bezügen zu Romantikern wie Novalis, von Günderode und Brentano. In den „Passagen“ beschäftigt man sich mit Naturphänomenen wie Wolken und Wald, Meret Oppenheim liest eigene Gedichte, und es gibt interaktive Angebote. Im letzten Bereich „Kosmos“ geht es um das gesamte Universum.
Neben den vielen Gemälden, Fotos und Objekten gibt es auch Filme zu sehen; ausführliche Texttafeln erläutern außerdem einzelne Bilder und ganze Bereiche. Und weil das Angebot dieser Ausstellung riesengroß ist, sollte man getrost einen zweiten Besuch erwägen.
Foto: Marcel Jean. Surrealistischer Schrank 1941/ CO

Im Kunstpalast in Düsseldorf  kann man jetzt einen „Grumpy Guide“ buchen, der schlecht gelaunt, überheblich und immer genervt durch die Sammlung führt. Eine ungewöhnliche Art der Kunstvermittlung, die aber erstaunlich gut ankommt.

1. bis 31. Juli: In St Marien  in Lübeck stellt der Hamburger Fotoreporter Harald Schmitt sein Projekt „Krieg, Frieden, Versöhnung – weshalb wir uns erinnern müssen“ vor, für das er u.a. in Verdun, in Nordirland und in Coventry höchst eindrucksvolle Bilder aufgenommen hat.
Noch bis 28. September: Das Museum Barberini in Potsdam zeigt „Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissaro“, der als Gründer der Bewegung in Frankreich gilt. Entdecken kann man mehr als 100 Werke aus 50 internationalen Sammlungen.
Noch bis 18. Januar 2026: Das St. Annen-Museum befasst sich mit Lübecks großem Sohn Thomas Mann. „Meine Zeit“ dokumentiert zu Manns  150. Geburtstag seinen Wandel zu einem überzeugten Demokraten.

Vasa Museum, Stockholm

Die Vasa und ihr Modell

Was für eine Geschichte: 332 Jahre und 8 Monate lag das schwedische Kriegsschiff Vasa unter Wasser in den Schären vor Stockholm. Am 10. August 1628 war es unmittelbar nach dem Auslaufen nach nur 1300 Metern Fahrt in Schräglage geraten, durch die geöffneten Stückpforten voll Wasser gelaufen und gesunken. Wahrscheinlich ertranken 30 der etwa 200 Menschen an Bord. 1956 entdeckte der schwedische Hobbyforscher Anders Franzén die Vasa, und 1961 konnte sie gehoben werden. Fast zwanzig Jahre lang wurde das Schiff restauriert und schließlich 1988 in ein eigens gebautes Museum geschleppt, das am 15. Juni 1990 von König Carl XVI. Gustaf eröffnet wurde. Und seither kann  man sich von sechs Stockwerken aus die stolze Vasa ansehen, und drumherum erfährt man in zahlreichen Schaukästen vom Leben auf so einem Schiff und kann gerettete Gegenstände betrachten.
Foto: CO

Sind Sie schon mal auf dem Jacobsweg gewandert? Dann kennen Sie natürlich Burgos. Die Stadt am Rio Arlanzón war von 1073 bis 1492 Hauptstadt der Königreiche Kastilien und Leon, und während des Bürgerkriegs in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte der Faschisten-General Francisco Franco hier sein Hauptquartier.

Die Kathedrale

Alles längst Geschichte. Erhalten geblieben ist aber die gigantische Kathedrale, an der seit 1221 über 300 Jahre gebaut wurde. Wenn man sie vom Arlanzón, dem Fluss, an dem Burgos liegt, erreichen will, schlendert man zuerst an einer schönen Flaniermeile mit Büschen, Beeten und Bänken und prächtigen Platanen entlang, bis man plötzlich vor dem

Der Arco de Santa Maria

mittelalterlichen, wuchtigen Stadttor „Arco de Santa Maria“, das mit Skulpturen wichtiger Bewohner verziert ist. Gehen Sie durch den Torbogen auf die „Plaza del Rey San Fernando“ und Sie stehen vor einer der größten Kathedralen Spaniens – neben denen in Sevilla, Barcelona und Palma de Mallorca. Die „Cathedral Metropolitana de Santa Maria“ hat den Grundriss eines Kreuzes, ist 84 Meter lang, 59 Meter breit, 54 Meter hoch und wird wegen der vielen, spitzen Türmchen gern als „versteinerter Wald“ bezeichnet.  Seit 1984 gehört das Gotteshaus zum Weltkulturerbe.
In der riesigen Kirche gibt es viel zu entdecken, so zum Beispiel das goldene Retabel in der Kapelle der heiligen Anna von 1522, die goldene Treppe von 1523 und seit 2007 den großen, stillen Holzengel des deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol.
Skulpturen mit und ohne Sockel kann man übrigens in ganz Burgos entdecken. Da steht mal

Die Frau am Fluss

ein lebensgroßer Zeitungsleser an eine Säule gelehnt oder eine junge Frau beugt sich über das Geländer am Fluss.
Von der Kathedrale geht man am besten zur Plaza Mayor, bestellt sich einen Cortado (Espresso mit gesüßter Dosenmilch), betrachtet die schönen Fassaden mit Erkern und Balkonen und schaut dem städtischen Treiben zu.
Am Parkhaus der Plaza Mayor geht es linksrum zur „Plaza de la Libertad“ mit dem Palast „Casa del Cordon“, der nach dem Fassadendekor in Form einer Franziskanerkordel benannt wurde. 1497 empfingen hier Spaniens katholischen Könige Christoph Kolumbus nach seiner zweiten Amerikafahrt.
Wer jetzt noch Lust und Kraft hat, geht am Theater vorbei über die „Plaza Del Cid“ und dann über den Fluss zum Museum „De La Evolucion Humana“, wo man sehr beeindruckend (aber auch ein bisschen unübersichtlich) über die menschliche Evolution aufgeklärt wird. Alle anderen spazieren wieder die Platanenallee entlang und suchen eine der kleinen, feinen Tapasbars auf. Unter Glas stehen dort auf den Tresen überall leckere kleine Brote mit Schinken und Käse, mit Fisch und Salat, mit Rührei und Tomaten. Greifen Sie zu! Fotos: CO

„Das wichtigste Gebot der Stunde ist, dass sich alle demokratischen Kräfte zusammenschließen und die Substanz von Freiheit und Demokratie verteidigen. Sonst dürfen wir uns streiten, so viel wir wollen. Aber in diesem einen Punkt müssen wir zusammenhalten.“

Der Linken Politiker Gregor Gysi in einem Interview mit dem Magazin „Sleek“ Nr. 84 vom Frühjahr 2025. Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kennt die Tücken der Fahrrad-Saison!

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de