„In meinen Rollen gibt es oft genug Situationskomik, die ich hervorlocke oder provoziere und zuweilen auch genieße. Ich stelle mich wie Eulenspiegel oder der „brave Soldat Schwejk“ dumm, aber um sich dumm stellen zu können, darf man nicht ganz blöd sein.“

Der Investigativ-Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff in der Rubrik „Fragen an das Leben“ in Chrismon 9/26. Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kennt sich aus mit Gesprächen auf Vernissagen.

 

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Mercure Grand Hotel Biedermeier, Wien

Das charmante Biedermeier-Hotel hat sehr viel zu bieten: hübsche, völlig ruhige Zimmer mit echten Antiquitäten, große Badezimmer, ein üppiges Frühstücksbüfett und einen herrlichen Garten, in dem man frühstücken oder abends feine Speisen und einen leckeren Drink einnehmen kann. Die schmale Passage, in der das Hotel auf beiden Seiten Zimmer hat, wurde als Wohn- und Gewerbehof (Sünnhof) im Biedermeier erbaut und ist heute mit bunten Sonnenschirmen dekoriert.  Im schönen Stadtpark ist man zu Fuß in einer Viertelstunde, zum Bahnhof Wien Mitte sind es nur zwei Bushaltestellen. DZ ab ca. 110 Euro. Foto: CO

Punkt für Punkt zum Leuchten

Eigentlich steht ein Punkt immer am Ende einer Sache. Nicht so bei Paul Signac. Aus Tausenden und Abertausenden von Punkten komponierte der Franzose seine Gemälde, mischte die Farben nicht auf der Palette, sondern tüpfelte sie in reinen Tönen auf die Leinwand. Das Ergebnis: flirrend leuchtende Bilder, deren Motive oft erst in einiger Entfernung ganz zu erkennen sind und die den Künstler, neben Kollegen wie Georges Seurat oder Henri-Edmond Cross, zum führenden Vertreter eines Stils machten, der als Neoimpressionismus oder Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Faszinierende Symphonien der Farben entstanden so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; rund 90 dieser Werke sind noch bis zum 11. Oktober im Potsdamer Museum Barberini zu bewundern. Und wer den Besuch nicht schafft, kann zu diesem opulenten großformatigen Katalog greifen – auch wenn der die strahlende Überwältigung der Originale nur annähernd wiedergibt. PM

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus. 304 S. Prestel. 45 Euro 

 

 

11. Oktober 2026 – 2. Mai 2027 : Die Bundeskunsthalle  in Bonn beschäftigt sich in der Ausstellung „Nie wieder! Gegen das Vergessen der NS-Verbrechen“ mit den unterschiedlichen künstlerischen Methoden der Erinnerung. In fünf Kapiteln wird dabei u.a. die Faktenvermittlung, die Tatortsicherung und das familiäre Gedächtnis thematisiert.

23. Oktober 2026 – 13.Juni 2027: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bietet mit „Hella Jongerius:  Whispering Things“ einen umfangreichen Überblick über das Werk der 1963 geborenen holländischen Designerin, die in Berlin lebt. Gezeigt werden Textilien, Keramiken, Möbel und Leuchten, die oft an Collagen erinnern und die Jongerius zum Beispiel für Vitra, Camper, Nymphenburg und Ikea entwickelt hat. Foto: MKG

Ikea  präsentiert die Kollektion „Konstrunda“ mit kleinen Möbeln und Deko-Objekten, die alle von jungen Designern entworfen wurden. Mit dabei sind Beistelltische, Hocker, Spiegel, Vasen, Teppiche und Kissenbezüge.

Fermob  zeigt eine neue Bank und einen Bistrotisch vom französischen Designer Jean- Charles de Castelbajac passend zu seinem Stuhl „Ange“. Engelsgesichter mit Flügeln und Herz zieren die zierlichen Möbel aus Metall. Fotos: Ikea/Fermob

Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel  eröffnet Stück für Stück ihr vergrößertes Ausstellungsgelände: Neben dem Bau von Renzo Piano von 1997 gibt es nun das Wyss Museum mit zusätzlichen 1500qm Ausstellungsfläche, den Ammann Pavillon als Lounge und Veranstaltungsort und das Erlen Torhaus mit Büroräumen, alle drei entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor.  Angeordnet ist das Ensemble in einem denkmalgeschützten Park mit vielen Skulpturen und restaurierten historischen Gebäuden mit Restaurant und großer Terrasse. Foto: Fondation Beyeler

Museum Schwerin

Wie so häufig war erst die Kunst da und dann das Museum. Schon Herzog Christian Ludwig II. zu Mecklenburg (1683 – 1756) hatte begonnen, Gemälde zu sammeln und ließ dafür 1736 in Schwerin ein zweigeschossiges Fachwerkhaus errichten. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts gab Großherzogin Alexandrine (1803 -1892) den Bau eines Museums im historischen Baustil mit Ionischen Säulen am Eingangsportal und großer Treppe in Auftrag, das im Mai 1882 eröffnet wurde.

Vier Jahre dauerte jetzt eine Restaurierung und Modernisierung des in die Jahre gekommenen Hauses, seit Ende 2025 ist das Museum Schwerin wieder eröffnet, und für die nächsten vier Jahre ist der Eintritt kostenlos. Zu sehen gibt es im Obergeschoss Alte Meister wie Frans Hals und – zeitweise – Rembrandt, im Untergeschoss Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert, zum Beispiel von Wolfgang Mattheuer und Günther Uecker. Foto: CO

Albertina, Wien noch bis 31.1.2027

Picasso – Bacon
What It Feels Like to Be Human

Die Ausnahme-Künstler Pablo Picasso (1881-1973) und Francis Bacon (1909-1992) beschäftigten sich beide immer wieder mit dem menschlichen Körper, zeigten ihn oft zerrissen und wieder neu zusammengesetzt. So stellten sie Schmerz, Begierde und unendliche Verletzlichkeit dar.

Mit 70 Gemälden aus internationalen Museen dokumentiert die Albertina jetzt den Einfluss Picassos auf Bacon, und beider Entwicklung im 20. Jahrhundert. Mit überraschenden Gegenüberstellungen werden sowohl die Ähnlichkeiten als auch die Unterschiede klar herausgearbeitet.

Foto: Pablo Picasso: Dora Maar, 1940, 64 × 46 cm, Öl auf Papier (© Succession Picasso / Bildrecht, Wien 2026, © Foto: bpk/Nationalgalerie, SMB, Museum Berggruen/ Jens Ziehe)
und
Francis Bacon: Selbstporträt, 1972, 35,5 × 30,5 cm, Öl auf Leinwand (Private Collection © The Estate of Francis Bacon /All rights reserved / Bildrecht, Wien und DACS, London 

Wie gut, dass man in Budapest nicht nur zu Fuß laufen muss. Man kann nämlich zum Beispiel mit einem Schiffchen über die Donau fahren, vorbei am Gellertberg, dem beeindruckenden Parlament und rund um die Margareteninsel, auf der die Budapester gern ihre Wochenenden verbringen. Das geht natürlich nur, wenn in der Donau genügend Wasser ist, vor kurzem fehlte es. Und überhaupt war dieser Sommer so heiß, dass man gern in Bus oder Straßenbahn stieg, denn in denen gibt es – meist – Klimaanlagen. Und wenn man über 65 ist, sind die öffentlichen Verkehrsmittel auch noch kostenlos. Besonders empfehlenswert: die Straßenbahn Nr 2, sie fährt die Donau entlang an all den Sehenswürdigkeiten vorbei.

Ganz bequem ist man natürlich mit einem Hop-on-hop-off-Bus unterwegs, mit dem man schon nach wenigen Stationen an der Kettenbrücke ankommt. Die Hängebrücke von 1849 ist 375 m lang und zwischen zwei Triumphbögen mit Eisenketten aufgehängt. Sie verbindet die ehemaligen Städte Buda und Pest.

Wenig später hält der Bus in der Straße Dohány Utca an der größten Synagoge Europas, gebaut 1859 und mit zwei Zwiebeltürmen dekoriert. Im Anbau befindet sich heute das Jüdische Museum mit Objekten von der Römerzeit bis ins 20. Jahrhundert. Dort stand einst das Geburtshaus Theodor Herzls (1860 – 1904), des Begründers des Zionismus.

Aussteigen muss man unbedingt in der Andrassy Ut, denn an diesem Prachtboulevard stehen wunderschöne Bauten. Zum Beispiel die Oper: 1875 bis 1884 im Stil der Neorenaissance errichtet und kürzlich prächtig restauriert, strahlt sie in blendendem Weiß.

Schlendern Sie vorbei an Luxusläden, der Musikakademie, dem Operettentheater und vielen einladenden Restaurants bis zum Heldenplatz. An dessen Rand stehen die Kunsthalle und das Museum der Bildenden Künste, und in der Mitte ragt das 1906 eingeweihte 36 m hohe Milleniumsdenkmal empor, gesäumt von zwei Kolonnaden mit Figuren ungarischer Nationalhelden. Der Platz entstand 1896 anläßlich der 1000-Jahr-Jubiläums der magyarischen Landnahme, also der Ansiedlung der Ungarn, und gehört heute zum Weltkulturerbe. Sollten Sie jetzt unter schattigen Bäumen lustwandeln wollen, nur zu, hier beginnt das „Stadtwäldchen“ mit großem See und zwei Museen.

Das berühmteste Café der Stadt steuert der Hop-on-Hop-off-Bus natürlich auch an, das „New York Palace“, das sich selbst als das schönste Kaffeehaus der Welt bezeichnet. Deshalb gibt es auch immer lange Warteschlangen vor dem Eingang. Aber das Warten lohnt sich, die neobarocke Ausstattung ist einfach atemberaubend, und der Kaffee ist auch okay.

Gar nicht weit von dort kann man die Markthalle besichtigen, eine dreigeschossige Stahlkonstruktion mit zwei Seitenschiffen von 1894, in der 180 Stände mit Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch Platz haben.

Ein paar Meter weiter fließt die Donau, über die der Bus jetzt in Richtung Budaberg und zur Fischerbastei hinauf fährt. Der Burgpalast hier oben ist das größte Gebäude Ungarns und beherbergt die Nationalgalerie, in der man viele Stunden verbringen kann. 

Wenn man nicht doch lieber gleich zur Fischbastei geht, diesem skurrilen Bauwerk von 1895 mit konischen Türmen, das an die Zelte der Magyaren erinnern soll. Von hier aus hat man den herrlichsten Blick auf ganz Budapest, auf die Donau mit ihren Brücken und auf das riesige neogotische Parlament mit seinen 700 Räumen.

Unser Tipp: Suchen Sie sich eine Bank und genießen Sie den Blick auf diese einzigartige Stadt. Fotos: CO

„Gärtnern ist die beste Therapie gegen Ungeduld. Gras wächst nicht schneller, wenn man es anschreit.“

Die deutsch-polnische Künstlerin Alicja Kwade, die sich in ihren Skulpturen und Installationen mit den Themen Raum, Zeit und Wirklichkeit auseinander setzt, in der Rubrik „Was ich früher gern gewusst hätte“ im Zeitmagazin vom 13.8.26.
Foto: siximuseum

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, sucht auch gelegentlich nach Brillen, Schlüsseln, Handschuhen etc.
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Mercure Budapest City Center

Der Eingang zum Hotel Mercure in der beliebten Einkaufsstraße Vaci ist leicht zu übersehen, denn man muss durch die Bar „Winestone“ zur Rezeption. Dafür ist man aber mitten drin in der lebendigen Altstadt, zur Donau sind es nur hundert Meter. Die eleganten Zimmer haben gute Betten, offene Schränke, einen kleinen Sitzplatz und sind mit hübschen Tapeten dekoriert. Das Frühstücksbüfett ist ganz okay. DZ ab ca. 140 Euro.
Foto: Mercure

Welche Pracht!
Was macht eigentlich einen Cottage-Garten aus? Die britische Autorin Clare Foggett schreibt in der Einleitung ihres neuen Buches, Regeln und einen bestimmten Stil gebe es nicht mehr, wichtig seien vielmehr Schönheit und Fülle. Und diese These beweist sie mit siebzehn Gärten in England, deren Porträts sie mit herrlichen Bildern (von Jonathan Buckley) und informativen Texten vorstellt. Doppelseiten große Fotos zum Schwelgen wechseln sich mit vielen kleinen Bildern zur Identifikation einzelner Pflanzen ab. Und natürlich zeigt sie auch die Besitzer und erzählt von deren Leidenschaft, ihre Gärten zu kleinen Paradiesen zu machen.

Clare Foggett: Die schönsten Cottage-Gärten Englands. 256 S., mit Fotos von Jonathan Buckley. Gerstenberg. 40 Euro

Bis 10. Januar 2027: In den Prunkräumen im Wiener Museum Albertina ist zur Zeit ein eher unerwarteter Gast zu sehen: Otto Waalkes, der Komiker, Sänger und Maler aus dem hohen Norden. Er hat sich mit Meisterwerken der grafischen Sammlung auseinander gesetzt und dabei zum Beispiel Egon Schieles Adele Harms einen seiner possierlichen Ottifanten in die Hände gelegt. Ein ganz feiner Spaß!

bis 14. März 2027: Das Kunstmuseum Basel zeigt unter dem Titel „Roy Lichtenstein. Sweet Dreams, Baby!“ 50 Druckgrafiken des Künstlers (1923-1997) aus fünf Jahrzehnten. Anlass der Ausstellung ist eine Schenkung von 33 Grafiken der Roy Lichtenstein Foundation an das Kunstmuseum Basel.

Recyceltes Material  wird im 3D Drucker zu Vasen, Leuchten, sogar zu kleinen Tischen: Die Firma Recozy aus Ganderkesee möchte mit ihren Produkten zu einer nachhaltigeren Wohnwelt beitragen. Foto: Recozy
Blumenzwiebeln müssen jetzt bald gesetzt werden, damit im nächsten Frühjahr Tulpen und Zierlauch, Narzissen und Krokusse, Winterlinge und Schneeglöcken wieder Farbe in den Garten bringen. Bestellen kann man die Zwiebeln bei:
https://koenigliche-gartenakademie.de/collections/blumenzwiebeln-2026

Zum Weltkulturerbe zählen seit kurzem auch dreizehn Gebäude der finnischen Architekten Aino (1898-1976) und Elissa (1922-1994) Aalto, geehrt wird dadurch der „zutiefst menschliche Zugang ihrer Arbeit zum Modernismus“. Die meisten der Bauten, wie die Finnlandia-Halle, das Kulturhaus, das Privathaus und das Studio der Aaltos stehen in Helsinki, die anderen sind über ganz Finnland verteilt.
20 Jahre DDR Museum https://www.ddr-museum.de/de wurden gerade in Berlin gefeiert. Das Museum zeigt den Alltag und Inventar des vergangenen Staates und zählt zu den meist besuchten der Stadt. Hier erfährt man nicht nur etwas über die Mauer oder den Palast der Republik, hier lernt man auch DDR-Brettspiele und die heute fast schon legendäre Schrankwand Carat kennen.

Palast der Päpste, Avignon, Frankreich

Der riesige gotische Papstpalast wurde von 1334 bis 1370 erbaut, der ältere Teil bis 1342. Mit einer Nutzfläche von ca. 15 000 qm ist er einer der größten Paläste seiner Zeit. Insgesamt residierten hier drei Päpste und zwei Gegenpäpste, bis der Sitz 1377 wieder nach Rom verlegt wurde. Heute zählt der Bau in Avignon zum Weltkulturerbe.
Der Innenhof des neueren Teils, über den man ihn heute betritt, ist groß genug für Konzerte und Theateraufführungen, die hier auch regelmäßig stattfinden. Man schlendert dann durch sehr weitläufige aber völlig leere Räume, denn während der französischen Revolution wurde der Palast beschlagnahmt und das Inventar verkauft, nur einige eingemauerte Kamine und ein paar Wandmalereien gibt es noch zu sehen.
Seit 1947 werden die Räume für Ausstellungen genutzt, so konnte man hier schon Werke von Picasso und Matisse bewundern.
Fotos: wikipedia/CO

Albertina, Wien noch bis 26.10.2026
Die Welt im Fokus

In Wien kann man zur Zeit ganz alte Fotografien von damals noch sehr ungewöhnlichen Reisen betrachten. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich die ersten Fotografen bis nach Jerusalem, nach Indien, Japan und Ägypten auf. Die Albertina sammelt seit vielen Jahren Reisefotos, von denen sie jetzt eine große Auswahl zeigt, und erzählt dazu von den Schwierigkeiten solcher Reisen, schon allein die Mengen von Gepäck waren ein großes Hindernis. Gezeigt werden auch ein paar kolorierte Bilder.
Foto: Raimund Stillfried von Rathenitz | Kaiserlicher Palast, Tokio, Japan, um 1875 | ALBERTINA, Wien. Dauerleihgabe der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt

Vom kleinen Park zwischen der Kathedrale und dem Fluss Neris aus kann man auf den Gedeminas Berg steigen oder man fährt von der Flussseite aus mit der Standseilbahn hinauf. Der achteckige Gedeminas Turm ist Rest einer Wehranlage und wurde mal als Arsenal, mal als Staatsgefängnis, heute als Museum zur Geschichte der Burg genutzt.
Zu Füßen des Bergs steht der „Palast der Großfürsten von Litauen“, der ursprünglich aus Holz im 13. Jahrhundert erbaut wurde, nach einem Großbrand 1610 zunächst im Stil des Manierismus aus Stein und später als prächtige Barockresidenz ausgebaut wurde. Hier fanden noch vor Paris und London die ersten Opernaufführungen Europas statt. Im 17. Jahrhundert wurde der Palast zerstört und Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich ganz abgerissen. Der heutige Nachbau entstand erst von 2002 bis 2009, hier finden Staatsempfänge statt, und ein großartiges Museum zeigt die wechselvolle Geschichte Litauens.
Wir gehen jetzt wieder durch die lebendige Straße Pilles mit ihren verschiedenen Baustilen, kleinen Geschäften, Kunsthandwerkern, Kirchen und Hotels bis zum Rathausplatz, auf dem immer was los ist – mal ist Markt, mal eine Ausstellung, mal ein Fest.
Das Rathaus mit seinen wuchtigen Säulen entstand erst Ende des 18. Jahrhundert nach einem Großbrand, einen ersten Verwaltungssitz soll es hier aber schon im 14. Jahrhundert gegeben haben. Heute gibt es im Rathaus regelmäßig große Veranstaltungen, im Keller kann man noch gruselige Gefängniszellen besichtigen.
Wir folgen nun der Straße Vokieciy vorbei am Contemporary Art Center, dem Vilnius Museum und dem Museum der Illusionen und biegen dann links ein in die Straße Traky, denn dort ist noch ein ganz besonderes Gebäude zu entdecken: das MO – das Museum für zeitgenössische Kunst. Zu sehen ist die Sammlung zweier Privatleute, die litauische Kunst ab den 1960er Jahren zusammentrugen und dafür vom Studio Daniel Libeskind und dem litauischen Architekturbüro Do Architects einen spektakulären, 2018 eröffneten Bau errichten ließen. Der schneeweiße Kubus hat einen verglasten Eingangsbereich und eine breite Treppe, die durch das ganze Gebäude zu einem Innenhof mit Amphitheater führt.
Im Erdgeschoss gibt es ein hübsches Bistro, in dem man bei Kaffee und Kuchen oder auch einer Rote-Beete Suppe gut über das Gesehene schwatzen kann.

Fotos: CO/govilnius