Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux (86), Nobelpreisträgerin  von 2022, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 24.9.26

„Mit dem Alter zählt die äußere Fassade weniger. Wichtiger wird, was funktioniert. Bequeme Schuhe sind dann besser als schöne.“

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat gerade ein neues Buch über das Älterwerden herausgebracht mit Cartoons zu knackenden Gelenken, Geheimtipps gegen Fältchen und verlegten Gebissen. Die Journalistin Caren Hodel präsentiert dazu Geschichten über Jugendsprache und der ewigen Suche nach Brillen, Schlüsseln und Handys. 12 Euro, Carlsen Verlag.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig

Hotel Serrano Palace, Cala Ratjada, MallorcaZum kleinen Strand sind es nur 100 Meter, und direkt vor dem Hotel gibt es einen großen Pool, drumherum eine Wiese mit vielen bequemen Liegen, die auch auf den großen Balkonen vor den gemütlichen Zimmern stehen. Die Badezimmer mit Doppelwaschbecken und großzügigen Ablageflächen verfügen über Duschen mit viel Platz und einer Regendusche. Das reichhaltige Frühstücksbüfett bietet Eierspeisen, Käse, Schinken, Marmeladen, Müsli und Obst, zum Abendessen gibt es vom Büfett Vorspeisen, Salate, Fisch, Geflügel, Fleisch und Gemüse, zum Abschluss Käse oder Eis, Süßspeisen und Kuchen. Überaus köstlich! DZ ab ca. 168 Euro. Foto: Blick vom Hotel auf den Strand/CO

Farbe macht glücklich

In Wohnbüchern wie diesem werden Einrichtungstipps gegeben, die meistens mit einem „Moodboard“ beginnen, also einer Sammlung von Bildern, Farb- und Musterkarten, Stoff- und Tapetenproben, die den Geschmack des Bewohners zeigen, und über Vorschläge zu Möbel-, Wandfarben und Muster-Kombi-nationen bis zu konkreten Einkaufs-tipps gehen.

In diesem Buch wird das ganze als „Dopamine Style“ bezeichnet, in dem es um das spezielle Wohlgefühl der Bewohner geht. Die Autorin, die britische Architektin Rachel Verney, setzt dabei auf Farben, die bei jedem Menschen unterschiedliche Gefühle auslösen. So findet man in ihrem Dopamine Style quietschbunte Räume mit jeder Menge Schnickschnack dekoriert, mit Blumentapeten und Grünpflanzen,  mit Bilderwänden und selbst recycelten Möbeln.Dazu liefert Rachel Verney viele gute Tipps wie man zum Beispiel mit Licht umgeht, wie man ausmistet, Heizkörper und sogar Fliesen streicht.

Wer also Farben liebt, der macht mit diesem Buch schon einen großen Schritt hin zu einem „glücklichen Zuhause“.

Rachel Verney: Dopamine Style – Mehr Farben für ein glückliches Zuhause. 225 S., Midas Verlag. 

24 Euro

noch bis 13. Juni 2027: Das Museum Ludwig in Köln zeigt die Ausstellung 

„Man Ray: Kiki“. Im Mittelpunkt steht das berühmte Bild „Le Violon d’Ingres“,  das den nackten Rücken von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse, mit zwei gemalten Schalllöchern einer Geige zeigt.

11. November 2026 bis 4. April 2027: In Bilbao werden im Guggenheim Museum in der Ausstellung „Dan Flavin: Some Light“ Lichtinstallationen des New Yorker Künstlers (1933 bis 1996) aus dreissig Jahren präsentiert.

Ikea: Seit Oktober kann man gebrauchte Ikea-Möbel über einen speziellen, digitalen Marktplatz verkaufen oder kaufen:  https://secondhand.ikea.com/de/de/category/all/  In den ersten 14 Tagen wechselten so bereits 6500 Möbel ihre Besitzer.

Museum Barberini: Das Potsdamer Museum ist jetzt zehn Jahre alt und konnte gerade melden, dass seine Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ stolze 100 000 Besucher hatte.

Wenn im November überall Spekulatius, Adventskalender und Tannenbaumschmuck angeboten werden, dann kann man doch auch schon mal anfangen, über Weihnachtsgeschenke nachzudenken. Wir haben da ein paar Vorschläge:

Spode: Die niedliche Kanne „Tree Teapot“ für 0,7 Liter Tee darf man natürlich auch nach Weihnachten noch benutzen!

Koziol: Für lebhafte Feste genau die richtigen Sektgläser: „Cheers“ sind aus unzerbrechlichem Kunststoff in verschiedenen Farben mit unterschiedlichen Sprüchen bedruckt.

Cole & Mason: Immer griffbereit sind die Glasröhren für Gewürze, die man auch in kleinen Küchen einfach an die Wand hängen kann.

Feuerhand: Die klassische Sturmlaterne gibt es jetzt mit LED und in zwanzig schönen Farbtönen.

Travelite: Für Reisefreudige ein perfektes Geschenk: Die „Packing Cubes“ in drei Größen organisieren das Kofferpacken im Handumdrehen.

Fotos: Hersteller

Liebermann Villa

Wenn man am S-Bahnhof Wannsee in Berlin in den Bus 114 steigt, ist man in etwa zehn Minuten an der Haltestelle Liebermann Villa. Der Bus hält direkt am Zaun des prachtvollen zweigeteilten Gartens:  Vorn erstreckt sich eine große Grünfläche umrandet von Büschen, Bäumen und Beeten bis an den Wannsee. Hinter dem Haus ist zudem ein herrlicher Gemüse- und Blumengarten angelegt. Am besten wartet man also mit einem Besuch bis zum nächsten Frühjahr, wenn alles endlich wieder blüht.Aber natürlich lohnt sich ein Besuch im Sommerhaus des Malers Max Liebermann (1847 bis 1935) auch im Winter, denn es hängen viele seiner Bilder im Obergeschoss der hübschen Villa, wo der Maler sein Atelier hatte. 

Das Haus wurde 1910 vom Architekten Paul Otto Baumgarten erbaut, den Garten legte der spätere Stadtgartendirektor Albert Brodersen an. Vier Jahre nach Liebermanns Tod 1935 wurde seine Witwe gezwungen, die Villa an die Deutsche Reichspost abzugeben, den „Verkaufspreis“ erhielt sie nicht. 1943 nahm Martha Liebermann sich das Leben, um der Deportation zu entgehen.Nach dem Krieg war hier erst ein Krankenhaus untergebracht, später ein Tauchverein, dann war es bis 2002 ein Sportlerheim.Die 1995 gegründete Max-Liebermann Gesellschaft e.V. übernahm das Anwesen schließlich und ließ es restaurieren, wobei der Garten wieder so angelegt wurde, wie man es auf den Gemälden des Künstlers sehen konnte. Heute ist die Liebermann Villa eines der kleinsten Museen in Deutschland, das aber zuletzt von etwa 80 000 Bewunderern pro Jahr besucht wurde.

Foto: CO

Fotomuseum Winterthur, Schweiz, noch bis 31.1.2027

Helen Levitt –
Die Straße als Bühne

Die New Yorkerin Helen Levitt (1913 bis 2009) begann bereits 1931 bei einem Porträtfotografen zu arbeiten. Sie wurde durch die Bilder Henri Cartier-Bressons (1908 bis 2004) zum Kauf einer eigenen gebrauchten Leica animiert, mit der sie so bemerkenswerte Aufnahmen machte, dass sie 1938 die Assistentin des berühmten Fotografen Walker Evans (1903 bis 1975) wurde. Vor allem ihre alltäglichen Straßenfotos von ganz normalen Menschen machten sie bekannt. Später arbeitete sie auch als Dokumentarfilmerin, wofür sie mit einer Oscar-Nominierung geehrt wurde; 1997 nahm sie an der Documenta in Kassel teil.

Das Fotomuseum in Winterthur zeigt jetzt mehr als 200 ihrer eindrucksvollen Fotos, den  Kurzfilm „In the street“ von 1948 und erklärendes Archivmaterial der Ausnahmefotografin. Foto: Fotomuseum Winterthur

 

 

Zwischen 150 und 250 Brunnen soll es im Stadtzentrum von Aix-en-Provence geben, weshalb sie auch als „Stadt der tausend Brunnen“ oder „Stadt des Wassers“ bekannt ist. Schon die Römer (etwa um 123 v. Chr.) schätzten die hiesigen Thermalquellen und nannten ihre Siedlung „Colonia Aquae Sextiae Salluviorm“. Wenn Sie mit dem Auto nach Aix kommen, bietet sich das riesige Parkhaus unter dem Platz „Rotonde“ an. Auf dem kreisrunden Platz steht – natürlich – ein sehr schöner Brunnen von 1860, 12m hoch, 32m im Durchmesser, gekrönt mit Marmorstatuen dreier Grazien, die für Gerechtigkeit, Landwirtschaft und Bildende Kunst stehen. Hier beginnt der berühmte Cours Mirabeau, und am Platz findet man auch das Tourismusbüro, das eine Broschüre bereit hält für einen Cézanne-Rundgang.

Der Maler Paul Cézanne (1839 bis 1906) ist der berühmteste Sohn der Stadt, er lebte, arbeitete und starb in Aix. Er war mit dem anderen berühmten Sohn der Stadt, Emile Zola (1840 bis 1902) eng befreundet, die beiden gingen zusammen zur Schule. Der Cézanne-Rundgang führt quer durch die malerische Altstadt, vorbei am Lycée Mignet, wo die beiden sich als 13jährige kennen lernten, an Cézannes Geburtshaus und seinem Sterbehaus, an der Fakultät, wo er widerwillig ein Jahr Jura studierte, und an der Kathedrale, die er gern besuchte, bis hinauf zu seinem Atelier an einem Berghang. Der Aufstieg ist ein wenig mühsam, lohnt sich aber, denn das kleine Haus liegt in einem hübschen Park und ist noch so eingerichtet, wie der Maler hier von 1902 bis 1906 arbeitete. Original-Gemälde gibt es allerdings nicht, dafür seine Möbel und persönliche Dinge. Gehen Sie auf dem Rückweg unbedingt in die  „Cathédrale St. Sauveur“ aus dem 12. Jahrhundert, die schönen Türen aus Nussbaum wurden zwischen 1505 und 1508 geschnitzt, und auch das achteckige Baptisterium von 1579 ist sehenswert. Die Buntglasfenster entstanden im 19. Jahrhundert.Am nächsten großen Platz steht das hübsche Rathaus aus dem 17. Jahrhundert im italienischen Barockstil mit geschnitzten Portalen und schmiedeeisernen Balkongittern. Und dann muss man unbedingt über den Prachtboulevard „Cours Mirabeau“ spazieren. Er ist 440 m lang, 42 m breit, autofrei und mit Platanen bewachsen, unter denen viele Cafés zu einer Pause einladen. 1649 ersetzte diese Allee die ehemalige Stadtmauer, auf beiden Seiten kann man Adelspaläste bewundern. Vier üppig dekorierte Brunnen schmücken die lange Promenade. Dreimal die Woche findet hier vormittags ein sehenswerter Markt statt: Angeboten werden Kunsthandwerk und Seifen, Lederwaren und regionale Accessoires, jede Menge T-Shirts, bunte Hosen, Blumenkleider, Basecaps und auch Strohhüte – also einfach alles, was den Urlaub noch schöner macht.

Fotos:CO

„In meinen Rollen gibt es oft genug Situationskomik, die ich hervorlocke oder provoziere und zuweilen auch genieße. Ich stelle mich wie Eulenspiegel oder der „brave Soldat Schwejk“ dumm, aber um sich dumm stellen zu können, darf man nicht ganz blöd sein.“

Der Investigativ-Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff in der Rubrik „Fragen an das Leben“ in Chrismon 9/26. Foto: wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kennt sich aus mit Gesprächen auf Vernissagen.

 

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig   

Mercure Grand Hotel Biedermeier, Wien

Das charmante Biedermeier-Hotel hat sehr viel zu bieten: hübsche, völlig ruhige Zimmer mit echten Antiquitäten, große Badezimmer, ein üppiges Frühstücksbüfett und einen herrlichen Garten, in dem man frühstücken oder abends feine Speisen und einen leckeren Drink einnehmen kann. Die schmale Passage, in der das Hotel auf beiden Seiten Zimmer hat, wurde als Wohn- und Gewerbehof (Sünnhof) im Biedermeier erbaut und ist heute mit bunten Sonnenschirmen dekoriert.  Im schönen Stadtpark ist man zu Fuß in einer Viertelstunde, zum Bahnhof Wien Mitte sind es nur zwei Bushaltestellen. DZ ab ca. 110 Euro. Foto: CO

Punkt für Punkt zum Leuchten

Eigentlich steht ein Punkt immer am Ende einer Sache. Nicht so bei Paul Signac. Aus Tausenden und Abertausenden von Punkten komponierte der Franzose seine Gemälde, mischte die Farben nicht auf der Palette, sondern tüpfelte sie in reinen Tönen auf die Leinwand. Das Ergebnis: flirrend leuchtende Bilder, deren Motive oft erst in einiger Entfernung ganz zu erkennen sind und die den Künstler, neben Kollegen wie Georges Seurat oder Henri-Edmond Cross, zum führenden Vertreter eines Stils machten, der als Neoimpressionismus oder Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Faszinierende Symphonien der Farben entstanden so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; rund 90 dieser Werke sind noch bis zum 11. Oktober im Potsdamer Museum Barberini zu bewundern. Und wer den Besuch nicht schafft, kann zu diesem opulenten großformatigen Katalog greifen – auch wenn der die strahlende Überwältigung der Originale nur annähernd wiedergibt. PM

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus. 304 S. Prestel. 45 Euro 

 

 

11. Oktober 2026 – 2. Mai 2027 : Die Bundeskunsthalle  in Bonn beschäftigt sich in der Ausstellung „Nie wieder! Gegen das Vergessen der NS-Verbrechen“ mit den unterschiedlichen künstlerischen Methoden der Erinnerung. In fünf Kapiteln wird dabei u.a. die Faktenvermittlung, die Tatortsicherung und das familiäre Gedächtnis thematisiert.

23. Oktober 2026 – 13.Juni 2027: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bietet mit „Hella Jongerius:  Whispering Things“ einen umfangreichen Überblick über das Werk der 1963 geborenen holländischen Designerin, die in Berlin lebt. Gezeigt werden Textilien, Keramiken, Möbel und Leuchten, die oft an Collagen erinnern und die Jongerius zum Beispiel für Vitra, Camper, Nymphenburg und Ikea entwickelt hat. Foto: MKG

Ikea  präsentiert die Kollektion „Konstrunda“ mit kleinen Möbeln und Deko-Objekten, die alle von jungen Designern entworfen wurden. Mit dabei sind Beistelltische, Hocker, Spiegel, Vasen, Teppiche und Kissenbezüge.

Fermob  zeigt eine neue Bank und einen Bistrotisch vom französischen Designer Jean- Charles de Castelbajac passend zu seinem Stuhl „Ange“. Engelsgesichter mit Flügeln und Herz zieren die zierlichen Möbel aus Metall. Fotos: Ikea/Fermob

Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel  eröffnet Stück für Stück ihr vergrößertes Ausstellungsgelände: Neben dem Bau von Renzo Piano von 1997 gibt es nun das Wyss Museum mit zusätzlichen 1500qm Ausstellungsfläche, den Ammann Pavillon als Lounge und Veranstaltungsort und das Erlen Torhaus mit Büroräumen, alle drei entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor.  Angeordnet ist das Ensemble in einem denkmalgeschützten Park mit vielen Skulpturen und restaurierten historischen Gebäuden mit Restaurant und großer Terrasse. Foto: Fondation Beyeler

Museum Schwerin

Wie so häufig war erst die Kunst da und dann das Museum. Schon Herzog Christian Ludwig II. zu Mecklenburg (1683 – 1756) hatte begonnen, Gemälde zu sammeln und ließ dafür 1736 in Schwerin ein zweigeschossiges Fachwerkhaus errichten. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts gab Großherzogin Alexandrine (1803 -1892) den Bau eines Museums im historischen Baustil mit Ionischen Säulen am Eingangsportal und großer Treppe in Auftrag, das im Mai 1882 eröffnet wurde.

Vier Jahre dauerte jetzt eine Restaurierung und Modernisierung des in die Jahre gekommenen Hauses, seit Ende 2025 ist das Museum Schwerin wieder eröffnet, und für die nächsten vier Jahre ist der Eintritt kostenlos. Zu sehen gibt es im Obergeschoss Alte Meister wie Frans Hals und – zeitweise – Rembrandt, im Untergeschoss Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert, zum Beispiel von Wolfgang Mattheuer und Günther Uecker. Foto: CO

Albertina, Wien noch bis 31.1.2027

Picasso – Bacon
What It Feels Like to Be Human

Die Ausnahme-Künstler Pablo Picasso (1881-1973) und Francis Bacon (1909-1992) beschäftigten sich beide immer wieder mit dem menschlichen Körper, zeigten ihn oft zerrissen und wieder neu zusammengesetzt. So stellten sie Schmerz, Begierde und unendliche Verletzlichkeit dar.

Mit 70 Gemälden aus internationalen Museen dokumentiert die Albertina jetzt den Einfluss Picassos auf Bacon, und beider Entwicklung im 20. Jahrhundert. Mit überraschenden Gegenüberstellungen werden sowohl die Ähnlichkeiten als auch die Unterschiede klar herausgearbeitet.

Foto: Pablo Picasso: Dora Maar, 1940, 64 × 46 cm, Öl auf Papier (© Succession Picasso / Bildrecht, Wien 2026, © Foto: bpk/Nationalgalerie, SMB, Museum Berggruen/ Jens Ziehe)
und
Francis Bacon: Selbstporträt, 1972, 35,5 × 30,5 cm, Öl auf Leinwand (Private Collection © The Estate of Francis Bacon /All rights reserved / Bildrecht, Wien und DACS, London 

Wie gut, dass man in Budapest nicht nur zu Fuß laufen muss. Man kann nämlich zum Beispiel mit einem Schiffchen über die Donau fahren, vorbei am Gellertberg, dem beeindruckenden Parlament und rund um die Margareteninsel, auf der die Budapester gern ihre Wochenenden verbringen. Das geht natürlich nur, wenn in der Donau genügend Wasser ist, vor kurzem fehlte es. Und überhaupt war dieser Sommer so heiß, dass man gern in Bus oder Straßenbahn stieg, denn in denen gibt es – meist – Klimaanlagen. Und wenn man über 65 ist, sind die öffentlichen Verkehrsmittel auch noch kostenlos. Besonders empfehlenswert: die Straßenbahn Nr 2, sie fährt die Donau entlang an all den Sehenswürdigkeiten vorbei.

Ganz bequem ist man natürlich mit einem Hop-on-hop-off-Bus unterwegs, mit dem man schon nach wenigen Stationen an der Kettenbrücke ankommt. Die Hängebrücke von 1849 ist 375 m lang und zwischen zwei Triumphbögen mit Eisenketten aufgehängt. Sie verbindet die ehemaligen Städte Buda und Pest.

Wenig später hält der Bus in der Straße Dohány Utca an der größten Synagoge Europas, gebaut 1859 und mit zwei Zwiebeltürmen dekoriert. Im Anbau befindet sich heute das Jüdische Museum mit Objekten von der Römerzeit bis ins 20. Jahrhundert. Dort stand einst das Geburtshaus Theodor Herzls (1860 – 1904), des Begründers des Zionismus.

Aussteigen muss man unbedingt in der Andrassy Ut, denn an diesem Prachtboulevard stehen wunderschöne Bauten. Zum Beispiel die Oper: 1875 bis 1884 im Stil der Neorenaissance errichtet und kürzlich prächtig restauriert, strahlt sie in blendendem Weiß.

Schlendern Sie vorbei an Luxusläden, der Musikakademie, dem Operettentheater und vielen einladenden Restaurants bis zum Heldenplatz. An dessen Rand stehen die Kunsthalle und das Museum der Bildenden Künste, und in der Mitte ragt das 1906 eingeweihte 36 m hohe Milleniumsdenkmal empor, gesäumt von zwei Kolonnaden mit Figuren ungarischer Nationalhelden. Der Platz entstand 1896 anläßlich der 1000-Jahr-Jubiläums der magyarischen Landnahme, also der Ansiedlung der Ungarn, und gehört heute zum Weltkulturerbe. Sollten Sie jetzt unter schattigen Bäumen lustwandeln wollen, nur zu, hier beginnt das „Stadtwäldchen“ mit großem See und zwei Museen.

Das berühmteste Café der Stadt steuert der Hop-on-Hop-off-Bus natürlich auch an, das „New York Palace“, das sich selbst als das schönste Kaffeehaus der Welt bezeichnet. Deshalb gibt es auch immer lange Warteschlangen vor dem Eingang. Aber das Warten lohnt sich, die neobarocke Ausstattung ist einfach atemberaubend, und der Kaffee ist auch okay.

Gar nicht weit von dort kann man die Markthalle besichtigen, eine dreigeschossige Stahlkonstruktion mit zwei Seitenschiffen von 1894, in der 180 Stände mit Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch Platz haben.

Ein paar Meter weiter fließt die Donau, über die der Bus jetzt in Richtung Budaberg und zur Fischerbastei hinauf fährt. Der Burgpalast hier oben ist das größte Gebäude Ungarns und beherbergt die Nationalgalerie, in der man viele Stunden verbringen kann. 

Wenn man nicht doch lieber gleich zur Fischbastei geht, diesem skurrilen Bauwerk von 1895 mit konischen Türmen, das an die Zelte der Magyaren erinnern soll. Von hier aus hat man den herrlichsten Blick auf ganz Budapest, auf die Donau mit ihren Brücken und auf das riesige neogotische Parlament mit seinen 700 Räumen.

Unser Tipp: Suchen Sie sich eine Bank und genießen Sie den Blick auf diese einzigartige Stadt. Fotos: CO