„Als Bürger, der ich ja auch bin, erwarte ich erstens, dass eine Regierung  mir die Wahrheit zumutet und zweitens bereit ist, ihre Popularität einem Arbeitsethos unterzuordnen. Die erste Aufgabe einer Regierung ist nicht, beliebt zu sein, sondern Probleme zu lösen. Und ich glaube fest daran, dass die Mehrheit das auch so sehen wird.“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in einem Interview mit dem Stern NR 4 vom 18.1.2024.
Foto: Bundesministerium für Wirtschaft

 
Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin
geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet,
kennt sich aus mit Vorurteilen.
 
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel Memphis, Frankfurt

Wer eine Stadt wie Frankfurt besucht, hat selten entspannende Ferientage im Sinn. Die meisten wollen mittendrin sein, nah an allen Sehenswürdigkeiten. Da ist man im Hotel Memphis richtig, der Hauptbahnhof und die wichtigsten Museen sind alle zu Fuß gut zu erreichen. Zimmer und Bäder sind schlicht, aber gut ausgestattet. Das Frühstück ist ansprechend. Mehr braucht ein Stadtreisender nicht! DZ ab ca 90 Euro. Foto: Hotel Memphis

Was für eine Frau

Von ihr stammt das fast schon ikonische Foto der jungen Amerikanerin, die 1951 ebenso so beklommen wie tapfer auf einer Straße in Florenz an einer Gruppe gaffender und feixender Männer vorbeigeht – doch das ist längst nicht das einzige Bild, mit dem die US-Fotografin Ruth Orkin (1921-1985) das frühe Selbstbewusstsein von Frauen im 20. Jahrhundert dokumentierte. Immer wieder richtete sie in den vierziger und fünfziger Jahren ihre Kamera auf Geschlechtsgenossinnen, die sich in einer ziemlich überheblichen Männerwelt durchzusetzen wussten oder auch einfach ihren eigenen Weg gingen. Und ob es ein Filmstar wie Lauren Bacall war, eine Kellnerin oder eine Stewardess, sie alle hatten mit Konventionen wenig am Hut. Lange galten viele dieser eindrucksvollen Aufnahmen als verschollen – für die Berliner Ausstellung „Women“ (noch bis zum 18. Februar) wurden sie jetzt wiederentdeckt, und der Katalog präsentiert sie für die Zeit danach. PM 

Ruth Orkin: Women.144 S., ca. 100 Abb. Hatje Cantz. 38 Euro 
Foto: Hatje Cantz

Was für ein Genuss
 

Besonders raffiniert sind die Rezepte nicht in diesem hübschen Büchlein. Aber das sollen sie auch gar nicht, es sind Gemüsegerichte, die mit wenigen Zutaten in nur einer Auflaufform im Ofen gebacken werden. Sie sind schnell gemacht, gesund und auch noch schmackhaft. Die Autoren Lisa und Andreas Volk haben ihre Rezepte mit schönen Fotos und kleinen Zeichnungen ergänzt ,und in einem Kasten machen sie Vorschläge, wie das Rezept  „gepimpt“ und was dazu gegessen werden kann. Gegen den Winterblues empfehlen sie beispielsweise einen Polenta-Auflauf mit Tomaten, Oliven und Käse, und für den kommenden Mai schlagen sie vor, mal Kartoffeln und Spargel mit Creme fraiche in den Ofen zu schieben. Klingt doch einfach lecker.

Lisa und Andreas Volk: One – Auflaufform.112 S., Frechverlag. 16 Euro Foto: Frechverlag

 


 

 Was für eine Stadt

Wußten Sie, dass im alten Rom schon 200 Jahre v. Chr. vierstöckige Mehrfamilienhäuser standen – die sogenannten Insulae?  Oder dass männliche Römer bis zu vier Helfer brauchten, um die Toga, das traditionelle Gewand, anzulegen?
Für den schweren Prachtband über das alte Rom haben mehrere britische Wissenschaftler große Mengen von Details über die Geschichte Roms und das Leben seiner Bewohner von 753 v. Chr. bis 476 n. Chr. zusammengetragen. Dabei geht es um Politik und Kriege, um Religion und Sprache, um Architektur und Kunsthandwerk, um das tägliche Brot und den Ausbruch des Vesuvs.
Vielleicht wußten Sie ja, dass das Pantheon, so wie wir den Tempel heute kennen, zwischen 118 bis 125 n. Chr. erbaut wurde.
Aber dass es Römer gab, die ihre Sklaven als „Werkzeuge, die sprechen können“ bezeichneten, ist doch eher unbekannt.  Und dass der Vater über ein neugeborenes Mädchen bestimmen konnte, ob es aufgezogen, versklavt oder zum Sterben ausgesetzt werden sollte, entsetzt heute sicher jeden.
Ein phantastisches Buch mit vielen Fotos, Zeichnungen, Zeittafeln und Info-Kästen, das spannend und auch noch lehrreich ist.

Das alte Rom – die visuelle Geschichte. 320 S., ca. 850 Abb, Dorling-Kindersley-Verlag. 39,95 Euro Foto: Dorling-Kindersley

die Farbe des Jahres

Farbe des Jahres 2024: Sie heißt „Peach Fuzz“ (etwa: Pfirsich-Flaum) und ist ein sanfter Ton von reifen Pfirsichen. Er soll eine weiche , wohlige Wärme vermitteln. Foto: New Joint von Fast/Ergo

Die Mühle von Limetz

Museum Barberini: Potsdam und das Barberini waren bis jetzt schon immer eine Reise wert, aber nun gibt es noch mehr Attraktionen: die Hasso Plattner Foundation hat zwei weitere Meisterwerke erworben und sie als Dauer-leihgabe an das Museum gegeben: „Die Mühle von Limetz“ von Claude Monet von 1888 und „Der Louvre, Morgen, Frühling“ von Camille Pissaro von 1902. Foto: Barberini

14.2.:

come for a kiss!

Am Valentinstag sollten Sie in Wien sein, denn das Museum Oberes Belvedere lädt von 18 Uhr 30 bis 24 Uhr Paare ein, sich vor Gustav Klimts berühmten Gemälde „Der Kuss“ von 1908/09 küssend von einem Profi-Fotografen ablichten zu lassen. Dazu gibt es ein Glas Sekt und das ausgedruckte Foto, Anmeldung ist nicht erforderlich, wer zuerst kommt, küsst zuerst nach dem Motto: Come for a kiss.
Foto: Belvedere

Jan Kath: Der Orientteppich-Spezialist hat jetzt in Köln seine neue Kollektion vorgestellt – Azer Pulse wird in Aserbaidschan in kleinen Manufakturen aus 80 000 Knoten pro Quadratmeter in herrlichen Farben gefertigt.
 

 

 Team 7: „Elliot“ heißt der neue Sessel der Designerin Lucie Koldova aus Massivholz und mit einem Bezug aus Woll-Bouclé, den der österreichische Hersteller vor kurzem auf den Markt brachte.

Kartell: Mit Stoffen der Marke Rubelli, deren Muster stark an die sechziger Jahre erinnern, hat der italienische Hersteller seinen Stühlen „Clap“ (von Patricia Urquiola), Madame und Mademoiselle (beide von Philippe Starck) einen neuen Look verpasst. Fotos: Hersteller

Meisterhäuser, Dessau

eins der Meisterhäuser

Das Baukastenprinzip ist der Begriff, der meist im Zusammenhang mit den Meisterhäusern in Dessau genannt wird. Denn das war die Idee des Architekten und Gründers des Bauhauses Walter Gropius, der 1925/26 unterschiedlich hohe kubische Körper zu Doppelhäusern und einem Einzelhaus stapelte, damit die Bauhausmeister und ihre Familien hier wohnen konnten. Geprägt wurden die Häuser mit Flachdächern, großen Fenstern, Terrassen, Türen zum Garten in fast jedem Raum im Parterre und einem strahlend weißen Anstrich. Nach schweren Schäden durch die Bombardierung 1945 und die Vernachlässigung zu DDR-Zeiten wurden die Häuser nach 1990 aufwändig restauriert und können heute zum Teil besichtigt werden. Foto: Bauhaus

Staatliches Museum für Archäologie, Chemnitz, noch bis 28.4.2024: 

Home Sweet Home – Archäologie des Wohnens

Gefunden als Grabbeigabe

Aus den Gräbern erfährt man heute, wie unsere Vorvorvorfahren und womit sie gelebt haben. Denn den Toten wurde oft Hausrat für ihr nächstes Leben mitgegeben.  So fand man frühe Prunksessel und mobile Kochstellen, Trinkschalen, Becher und sogar eine Ruheliege aus Kupfer auf den unterschiedlichsten Friedhöfen. Auch in den Höhlen, in denen die Steinzeitmenschen Schutz suchten, blieben frühe Beispiele zurück, Windschirme gegen die Witterung etwa und Gefäße für die Vorratshaltung.
In Chemnitz zeigt man jetzt, wie im Laufe der Jahrtausende das Zuhause, wie wir es kennen, entstand.  Auch zu sehen sind jüngere Beispiel: der Nachttopf etwa, den schon Napoleon benutzt haben soll, und der Küchenstuhl, den angeblich Walter Ulbricht gebaut hat. Foto:  Museum für Archäologie
  

überall üppiges Grün

Ein Garten ist er eigentlich nicht, der Augarten in Wien. Er ist eher ein Park mit einer weltbekannten Porzellan-Manufaktur, mit einem Konzertsaal für die Wiener Sängerknaben namens MuTh (Musiktheater), mit einem Filmarchiv und 120 kleinen Gemüsegärten für die ganz normale Bevölkerung.
Außerdem hat der Augarten eine lange interessante Geschichte und die beginnt bereits 1614, als Kaiser Matthias (1557 bis 1619) des Heiligen Römischen Reiches und Erzherzog von Österreich hier ein Jagdschlösschen errichten ließ. Leopold I. (1640 bis 1705) kaufte Land dazu und ließ einen Lustgarten anlegen, die sogenannte „kaiserliche Favorita“. 1683 wurde alles durch die einfallenden Türken zerstört. 1705 baute man wieder auf, u.a.    einen einstöckigen Saalbau, in dem heute noch die Wiener

die Porzellanmanufaktur

Porzellanmanufaktur residiert.
  1775 ließ Kaiser Joseph II. den Augarten für die Allgemeinheit öffnen, und   fortan wurde der Park zur Vergnügungsstätte mit Tanzsaal und Billardzimmer. Ab 1782 gab es hier die sogenannten Morgenkonzerte (ab 6 Uhr!) anfangs unter Leitung von Mozart, später dirigierten hier auch Beethoven (1803) und Schubert (1824).
Daran erinnert heute eine Tafel am Augartenpalais.
1830 überschwemmte die Donau – ausgelöst durch einen Eisstoß – den gesamten 2. Bezirk Wiens und somit auch den Augarten. 74 Menschen starben in der Flut, die dadurch ausgelöste Choleraepidemie kostete noch einmal 2000 Menschen das Leben. 

Wenn man heute durch den Park spaziert – durch lange Alleen mit riesigen Bäumen, zwischen hohen, sehr dichten Hecken – ist die hektische Stadt bald weit weg. Lassen Sie sich auf einer Bank nieder und schauen Sie den Wienern zu, die ihre Hunde ausführen, Kinderwagen  schieben, zu den Spielplätzen laufen.

einer der Flaktürme

Oder schlendern Sie durch die liebevoll gestalteten Blumenrabatten zu den Sportplätzen, wo Wiens Jugend trainiert. Die friedliche Athmosphäre wird nur durch den hässlichen Anblick der zwei Flaktürme mitten im Park gestört, die 1942 bis 1945 auf Befehl Hitlers als Luftschutzanlagen gebaut wurden. Heute stehen die Türme leer, aber unter Denkmalschutz wie der gesamte Augarten.
Sie möchten jetzt etwas besonders Schönes sehen? Dann besuchen Sie das Museum der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten, wo man die Geschichte dieses feinen Porzellans anschauen kann. Verkauft wird hier übrigens auch!

Garteln ist im Trend

Ein paar Schritte weiter steht seit 2012 das MuTh, das Musiktheater mit dem modernsten Konzertsaal Wiens. Hier treten die Sängerknaben auf, wenn sie nicht gerade auf Tournee sind.
Genau daneben residiert das Filmarchiv, in dem für das „audiovisuelle Kulturerbe“ 200 000 Filme, dazu Plakate, Fotos, Programme, Bücher und Zeitschriften archiviert werden und das im Sommer Open Air Kino im Augarten anbietet. 
  Außerhalb des eigentlichen Parks sind auf einem breiten Grünstreifen Nachbarschaftsgärten angelegt worden. Bewohner der Gegend haben hier eigene Beete, wo sie Obst, Gemüse und Blumen anbauen, sich treffen, zusammen gärtnern und einmal die Woche ihre Ernte verkaufen. Das gemeinsame „Garteln“ ist ein großer Trend in Wien.
Und jetzt? Im MuTh gibt es das Cafe Maximilian, dort kann man seinen Einspänner bei schönem Wetter auch draußen genießen!

„Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.“

Karl Valentin (1882 bis 1948), Komiker, Volkssänger, Autor und Filmproduzent, wußte schon Anfangdes 20. Jahrhunderts, wie laut Weihnachten sein kann.
Foto: www.karl-valentin.de 

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren  wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat auch immer die Preisentwicklung im Blick.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de 

Hotel Krone, München

Das Foyer des Hotels Krone

Direkt an der Theresienwiese – und das heißt gerade mal 50 Schritte bis zur Oktober-Wies’n – liegt das schöne Hotel Krone. Sollte man also genug von dem Rummel haben, kann man von der Dachterrasse aus entspannt zusehen.
Aber natürlich ist das Hotel auch vor und nach dem Oktoberfest geöffnet. Die Zimmer sind unterschiedlich, aber alle sehr phantasievoll und gemütlich eingerichtet. Das Frühstück läßt keine Wünsche übrig, und auch die Bar ist ziemlich gut bestückt.

DZ ab ca 130 Euro. Foto: Hotel Krone

 

 

Auskunft ohne Grenzen

Heute, in den Zeiten von GPS und Google Maps, sind sie weitgehend entbehrlich, aber bis vor ein paar Jahrzehnten wurden sie dringend gebraucht, wenn es darum ging, sich in der Welt zurechtzufinden. Und so haben Karten (und Atlanten) denn auch eine lange Karriere hinter sich, wie der britische Historiker Philip Parker in diesem höchst informativen Buch beweist. Sie beginnt um 6000 v. Chr. in der kleinasiatischen Siedlung Çatalhöyük mit einer kruden Zeichnung auf einem Stein, um danach immer wieder neue und oft verblüffende Anläufe zu verzeichnen, die Erde möglichst genau darzustellen, bis dann im 16. Jahrhundert gleich zwei Kartenwerke entstehen, die bis heute als Klassiker gelten: die prächtigen Atlanten der Kartografen Abraham Ortelius und Gerardus Mercartor. Seither wurden die Karten immer präziser – und gelegentlich auch perfider. So wurden aus politischen Gründen Grenzen verschoben oder Namen falsch wiedergegeben. Fazit nach 250 Seiten spannender Lektüre: Karten ersetzen zwar kein Geschichtsbuch, aber wie der Mensch sein Wissen über seinen Planeten erweiterte, darüber geben sie sehr anschaulich Auskunft.  PM
 

Philip Parker: Karten, die die Welt veränderten. 272 S., ca. 180 Abb. Haupt-Verlag. 38 Euro 
Foto: Haupt-Verlag

 Stilwechsel
 

Er hat sich ziemlich viele Wohnungen eingerichtet, in Paris allein fünf, aber auch in Rom, Monte Carlo und Hamburg. Der Modemacher Karl Lagerfeld (1933 bis 2019) hat dabei für jedes Domizil einen eigenen Stil gefunden und konsequent durchgehalten. In dem großformatigen Prachtband von Patrick Mauriès und Marie Kalt werden sie alle gezeigt und der jeweils konsequente Stil detailliert erklärt. Einen extremen Bruch vollzieht Lagerfeld zum Beispiel, als er Anfang der 80er Jahre nach Monaco zieht und seine Wohnung dort im kühlen Memphis Stil einrichtet, der kurz zuvor in Mailand entstanden war. Bis dahin hatte er in Paris im Hotel Pozzo di Borgo  gelebt, für dessen Ausstattung er sich von der Mode Madame Pompadours und Ludwig XV. anregen ließ. Bei jedem Wohnungswechsel verkaufte Lagerfeld die meisten Möbel seiner vorherigen Behausung, nur wenige Lieblingsstücke durften mit umziehen. Aber seine geliebten Bücher und seine Katze Choupette waren natürlich immer dabei.

Marie Kalt, Patrick Mauriès: Im Hause Lagerfeld.240 S., ca. 200 Abb. Prestel-Verlag. 79 Euro Foto: Prestel Verlag

 


 

Autorenporträts

Das kommt davon, wenn zwei Profis, die mittlerweile längst Legenden ihrer Metiers sind, schon in früher Zeit beschließen, zusammen zu arbeiten: Dann kann man jetzt den Fotoband „Männer, die Rosen schneiden“ bewundern, sicher eines der schönsten und zugleich sympathischsten Bücher des letzten Herbstes. Aber die Fotografin Isolde Ohlbaum und der Verlagsmann Michael Krüger teilen eben auch schon seit langem eine tiefe Liebe zur Literatur und einen ebenso großen Respekt vor deren Autoren. Und so sind im Laufe von fünf Jahrzehnten ganz wunderbare, zugleich erhellende und diskrete Aufnahmen entstanden: von dem (Titel stiftenden) Grandseigneur Gregor von Rezorri etwa, dem jovialen Universalgenie Umberto Eco oder dem umtriebigen Theatermann George Tabori. Immer mit dabei: Krüger. Und wenn das vielleicht auch ein bisschen eitel ist – so kurzweilig war es schon lange nicht mehr, großen (und nicht ganz so großen) Geistern beim Leben zuzusehen und dazu Krügers witzige Anmerkungen zu lesen. PM

Isolde Ohlbaum/Michael Krüger: Männer, die Rosen schneiden. 220 S. Schirmer Mosel. 39,80 Euro Foto: Schirmer Mosel

 

Stedeljik, Amsterdam

Der Neubau sieht aus wie eine Badewanne

Auf den ersten Blick sieht er aus wie eine Badewanne auf Glasfüßen, der neue Teil des Museums Stedeljik in Amsterdam.
Der alte Teil des Museums für Moderne Kunst stammt von 1895 und wurde einst im Stil der Neorenaissance für den Nachlass des Kunstsammlers Pieter Lopez Suasso erbaut. Der zweite ist eben jene gigantische „Badewanne“ ohne Fenster – wie die Architekten von Benthem Crouwel ihren Neubau nannten. Zwischen 2004 und 2012 wurde das alte Gebäude völlig renoviert und bekam mit dem extrem modernen Anbau eine Erweiterung. Der ebenerdige, großzügige Eingangsbereich ist völlig verglast und beherbergt jetzt neben den Kassen und der Garderobe einen schönen Shop. Vom Eingang gelangt man über das alte Treppenhaus in die Ausstellungsetagen, auf denen eine sehr beeindruckende Sammlung von klassischer Moderne, Expressionismus, de Stijl, Pop Art und Arte Povera zu sehen ist. 
Foto: Stedeljik 

Caricatura Museum, Frankfurt, noch bis 12.5.2024: 

Ach was! Loriot zum Hundertsten
 

Sie haben vielleicht auch vor kurzem  „Weihnachten bei Hoppenstedts“ in der ARD gesehen? Das macht doch Lust, nach Frankfurt zu fahren und sich die wunderbare Ausstellung zu Loriots Hundertstem anzusehen!  
Sie würdigt Victor von Bülow (1923 bis 2011) als Zeichner, Autor, Regisseur und Schauspieler und dokumentiert, von seinen frühen Cartoons für „Quick“ und „Stern“ über Phasenzeichnungen für seine Trickfilme und Fotos von Sketchen mit der kongenialen Evelyn Hamann und anderen bis zu Drehbüchern seiner Filme, alles Wichtige über diesen einzigartigen Künstler. Dazu zeigen andere Cartoonisten Loriot gewidmete Bilder unter dem Titel „Er lebe hoch!“. FOTO: Caricatura

Wenn Sie mit dem Zug in die Hansestadt kommen, steigen Sie bloß nicht am Hauptbahnhof aus. Der ist einfach fürchterlich.
Bleiben Sie ein paar Minuten länger bis zum Dammtor-Bahnhof im Zug, dann fahren Sie nämlich über die Lombardsbrücke und haben einen wunderbaren Blick auf Hamburg: Rechts sieht man die Außenalster, ein riesiger See, der eine im Jahr 1190 aufgestaute Ausbuchtung des 56 km langen gleichnamigen Flusses ist, meist gut gefüllt mit Segel- und Ausflugsbooten. Links blickt man auf die kleinere Binnenalster mit dem angrenzenden Jungfernstieg,  ganz links liegt das attraktive Rathaus und einen Moment lang sieht man auch die Spitze der Elphi über den Dächern! Willkommen in Hamburg!
 

Der Dammtor-Bahnhof

Der Dammtor-Bahnhof, benannt nach einem ehemaligen Tor in der     Stadtmauer, wurde 1903 in Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht und fortan als Kaiserbahnhof bezeichnet, denn er war speziell für Ehrengäste geplant worden. Die Halle über den beiden Bahnsteigen mit vier Gleisen ist im Jugendstil erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.
Gleich gegenüber liegt der riesige Park Planten und Blomen 
(Das ist Platt und heißt natürlich Pflanzen und Blumen), den es schon 200 Jahre gibt. Haben Sie Zeit? Dann schlendern Sie durch den Rosengarten, die Mittelmeerterrassen, den Japanischen Landschaftsgarten und durch den Apothekergarten. Alle lehrreich und besonders schön. Im Sommer gibt es jeden Abend um 22 Uhr farbige Wasserlichtspiele mit Musik. Und das mitten in der Stadt!

Die Colonnaden

Wenn Sie den Park am selben Tor verlassen, durch das Sie gekommen sind und jetzt Lust auf eine Runde Black Jack oder Poker haben oder einfach mal an einem Daddelautomaten Ihr Glück versuchen wollen: schräg gegenüber in einem wunderschönen ehemaligen Grand Hotel residiert die Spielbank Hamburg. Geöffnet ist sie von 17 Uhr bis 2 oder 3 Uhr morgens, Sakkos werden gern gesehen, sind aber nicht unbedingt Pflicht.
Nur wenige Meter von der Spielbank entfernt geht es in die Colonnaden. Die denkmalgeschützte Fußgängerzone hat viele schmucke Gründerzeithäuser mit schönen Arkaden und netten Geschäften.

Das Rathaus mit Binnen- und Außenalster

Am Ende stehen Sie dann an der Binnenalster.
Links um die Ecke finden Sie das bekannte „Hotel Vier Jahreszeiten“   mit 156 eleganten Zimmern und dem Sternerestaurant „Haerlin“.
  Der Jungfernstieg liegt rechts und ist die Flaniermeile der     Hansestadt mit dem berühmten Alsterhaus und vielen anderen eleganten Geschäften mit Blick auf die Binnenalster mit der riesigen Fontäne in der Mitte des Sees. Auf den Stufen zum Wasser kann man gut Pause machen und den Bootsverkehr beobachten.
Hier fahren nämlich die traditionellen Alsterdampfer  ab; die Kanal- oder Fleetfahrten sind besonders  empfehlenswert, denn die Hansestadt sieht vom Wasser aus noch mal ganz anders aus. Schon seit 1500 sollen die Hamburger über ihre Alster geschippert sein.
Wieder an Land kann man direkt zum Rathaus hinübergehen. Es wurde 1886 bis 1897 im Stil der Neorenaissance erbaut und steht auf 4000 Eichenpfählen, weil der Untergrund sumpfig ist. Das Rathaus ist 111 m breit, der Turm in der Mitte 112 m hoch, das Dach ist mit Kupfer gedeckt. Zwanzig Bronzen von Königen und Kaisern zieren die Fensternischen, darüber die Darstellung der vier bürgerlichen Tugenden: Tapferkeit, Frömmigkeit, Eintracht und Klugheit. Die Tugenden wurden über den Kaisern und Königen angeordnet, da Hamburg keine Kaiser- sondern eine Hansestadt war.  28 Fenster erhielten denn auch Büsten von Repräsentanten bürgerlicher Berufe. Stolz war man schon damals auf seine Stadt!

Der Kabinettssaal im Rathaus

Davon zeugt auch das prächtige Innere des Rathauses, mit der imposanten Eingangshalle, der Ratsstube, dem Bürgermeisterzimmer, dem Plenarsaal und dem Festsaal. Das kann man alles besichtigen, Führungen gibt es auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Chinesisch und natürlich auf Plattdeutsch. Hier kann man buchen: www.hamburg.de
Schauen Sie sich auch unbedingt den Innenhof an, in seiner Mitte steht der Hygieia-Brunnen. Nach der Cholera-Epidemie von 1892 entschied man sich für die Göttin der Gesundheit und Reinheit als Brunnenfigur, denn durch die Verbesserung der Hygiene-Maßnahmen konnte die Epidemie überwunden werden. Zum ausgiebigen Schauen gibt es hier ein paar Bänke!
Und jetzt? Gehen Sie zu Daniel Wischer  gleich neben dem Rathaus, einer Institution in der Hansestadt seit 1924. So lecker haben Sie lange keine Nordseekrabben auf Rührei, Nordseescholle, Labskaus oder Hamburger Pannfisch gegessen! Fotos: hamburg.de 

„Werdet diese digitalen Geräte los, schmeißt eure Tablets weg, lest nicht über anderer Leute Leben. Verscheucht diesen negativen Müll, der täglich in den sozialen Medien angespült wird. … Mich macht es wütend, wenn ich junge Leute treffe und auf ihrem Smartphone angezeigt wird, dass sie bereist mehrere Stunden am Tag nur am Bildschirm verbracht haben.“

Arnold Schwarzenegger, geb 1947 in Österreich,  Bodybuilder, Schauspieler, Gouverneur von Kalifornien, heute Autor und Unternehmer in einem Interview mit dem Stern (Nr 45/23) anläßlich seines Buches „Be Useful“. Foto: wikipedia

Parador Avila, Spanien

Achtundachtzig Türme zieren die kompakte Mauer, die vom 11. bis ins 14. Jahrhundert um die kleine Stadt Avila gebaut wurde, neun Stadttore regelten einst den Zugang für Bürger und Waren. Direkt an der Mauer wurde in dem „Palacio de Piedras Alba“ aus dem 16. Jahrhundert 1966 das Hotel Parador de Avila eröffnet. Die großen, hellen Zimmer mit Ausblick in den schönen Garten haben Steinböden und sind in gedämpften Farben ausgestattet. Die Bäder haben alles, was man zum Wohlfühlen braucht. Das abwechslungsreiche Frühstücksbüfett wird im Restaurant serviert, das abends regionale Spezialitäten anbietet. Direkt am Hotel stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. DZ ab ca 92 Euro. Foto: CO

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren  wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, freut sich in  diesem Jahr ganz besonders auf Weihnachten! 

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de