„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“

 

Albert Schweitzer, 1875 bis 1965, Arzt, Philosoph, Organist, Theologe, wurde als Urwaldarzt bekannt, denn er gründete 1913 ein Krankenhaus in Labaréné, Gabun. 1952 bekam er den Fridensnobelpreis. Zitiert auf www.studienscheiss.de
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.butschkow.de

 

NH Hotel, Bingen

Freuen Sie sich schon mal drauf: Vor den Fenstern plätschert der Rhein vorbei, im Fluß steht in Sichtweite der berühmte Mäuseturm, am anderen Ufer erhebt sich ganz oben auf dem Weinberg das Niederwalddenkmal, und ein Stück weiter ist Rüdesheim zu erkennen. Was für eine Lage!
Das NH Hotel in Bingen bietet alles, was man so braucht, gemütliche Zimmer mit Tee- und Kaffeekocher, Safe und WLan, Flachbildschirm und Minibar, gut ausgestattetem Bad, Spa und gesundem Frühstück. Am Abend findet man wenige Schritte entfernt einige Lokale mit schönen Terrassen, die hoffentlich bald wieder geöffnet sind. DZ ab ca 60 Euro. Foto: NH

Kunst: Kultbild mit Vergangenheit

Ein passenderes Weihnachtsbuch für Freunde alter Kunst könnte es kaum geben: Kein anderes Bildthema hat die Künstler der italienischen Renaissance so fasziniert wie die „Madonna mit Kind“. Bekanntestes Beispiel: die „Sixtinische Madonna“ von Raffael – heute kostbarer Schatz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die widmen nun, zum 500. Todestag des Meisters, der Geschichte dieses Kunstwerks eine Ausstellung im frisch renovierten Semperbau am Zwinger – und das Begleitbuch dokumentiert die spektakuläre Karriere des Bildes: Raffaels Madonna wurde zum Inbegriff von Schönheit, und die beiden Puttenfiguren am unteren Bildrand tauchten als „Raffaels Engel“ millionenfach in der Werbung oder als Weihnachtsmotiv auf. Neben den anderen Madonnenbildern von einem der größten Maler der Kunstgeschichte sind in dem schönen Band auch Mariendarstellungen von berühmten Zeitgenossen wie Botticelli zu sehen. Ab 8. Dezember ist der Katalog im Buchhandel, selbst wenn die Ausstellung wegen Corona-Beschränkungen verschoben werden sollte. UvS.

Stephan Koja (Hrsg.): Raffael und die Madonna. Hirmer Verlag. 152 S., zahlr. Abb., 29,90 Euro. Foto: Hirmer

 

Foto: Zeitreise

Das 20. Jahrhundert, das später das „Amerikanische“ genannt werden sollte, hatte noch nicht begonnen, da startete die Detroit Photochrom Company ein kühnes Unternehmen. Sie beschloss, mithilfe des kurz zuvor entwickelten Photochromverfahrens die USA erstmals per Farbfotografien zu erschließen und das Ergebnis auf Tausenden von Postkarten auf den Markt zu bringen. Bis in die 1920er Jahre dauerte diese Bestandsaufnahme, die bald auch größere Formate umfasste – und was für spektakuläre Aufnahmen dabei entstanden, ist in diesem gewaltigen Wälzer zu bewundern, den der Taschen-Verlag jetzt in gewohnter Opulenz veröffentlicht hat. Das üppige Format ist dem Thema durchaus angemessen, denn zwischen den Straßenschluchten von New York und San Francisco erstrecken sich knapp acht Millionen Quadratkilometer, die so ziemlich alles boten, was Natur und Mensch im Laufe der Zeit hervorgebracht hatten. Ob rauschende Flüsse oder riesige Seen, schroffe Gebirge oder endlose Wüsten, ob verlassene Goldgräberdörfer oder boomende Metropolen, elende Slums oder prächtige Herrenhäuser – die USA hatten alles. Und wir können es jetzt von neuem bestaunen – eine Zeitreise, bei der einem die Augen übergehen. PM

Marc Walter, Sabine Arqué: America 1900.588 S.,Taschen Verlag, 50 Euro. Foto: Taschen

 


 

Stil: Feines Futter

1400 Gäste lud der amerikanische Präsident Richard Nixon 1969 in ein Hotel zu einem Staatsbankett nach Los Angeles. Üblich waren eigentlich nicht mehr als 140 Gäste. Aber der erste Mann auf dem Mond war sicherlich ein richtig guter Anlass für ein so riesiges Dinner. Serviert wurden Lachs mit Flusskrebs und Kohlrabi, Filet mit Artischocken und Trüffel, und zum Dessert „Claire de Lune“ aus Baiser, Eiscreme und Fruchtsosse.

Ein bisschen frugaler ging es 22 Jahre vorher zu. Als Kronprinzessin Elisabeth am 20.November 1947 ihren Philip Mountbatten heiratete, wurden Seezunge, Rebhuhn und eine Eisbombe serviert. Die Hochzeitsgeschenke waren der Zeit angemessen eher praktisch: handgestrickte Bettsocken, eine Nähmaschine und 500 Kisten Dosenananas.
Die Autorin Anne Petersen hat für ihr Buch ganz besondere Essen gesammelt und erzählt von aufregenden Vorbereitungen, ungewöhnlichen Dekorationen und auch kleinen Missgeschicken. Sie beschreibt Hochzeitskleider (Grace Kelly) und rauschende Feste (Frida Kahlo), erzählt von friedlichen Weihnachtsessen in Kriegszeiten (Thomas Mann) und Ehen aus Staatsräson (Napoleon Bonaparte). Dazu stellt sie die Rezepte der servierten Menüs. Sehr amüsant!

Anne Petersen: Legendäre Dinner. Unvergessliche Rezepte berühmter Gastgeber, 224 S., 180 Abb., 36 Euro, Prestel. Foto: Prestel

 


 

Kunst: Ganz nah dran

Vor rund 500 Jahren unternahm Albrecht Dürer eine Reise in die Niederlande, die zu einem Höhepunkt seines künstlerischen Lebens wurde. Ob die dazu geplanten Ausstellungen in Aachen und London jetzt stattfinden, ist zwar wg. Corona ungewiss – die Buchprojekte zum Jubiläum werden jedoch erscheinen, darunter diese opulente Publikation des Renaissance-Spezialisten Till-Holger Borchert, Chef der Städtischen Museen von Brügge.

Er lädt den Leser ein, Dürers Kunst – ob in Malerei, Zeichnung, Kupferstich oder Holzschnitt – im Detail in Augenschein zu nehmen: gerade bei dem Meister aus Nürnberg (1471–1528) ein sehr lohnendes Unterfangen. Kaum ein Künstler vor oder nach ihm hat je so detailversessen und wirklichkeitsgetreu gearbeitet; seien es die Fellhaare des vertrauten „Feldhasen“ (1502), die Grashalme aus dem „Großen Rasenstück“ (1503) oder die Locken der „Jungen Venezianerin“ (1505) – der Leser kann die Feinheiten nahezu in Originalgröße betrachten und zudem in ganzseitigen Detailaufnahmen studieren. Dazu kommen kenntnisreiche und dennoch gut verständliche Texte zu Werkphasen und Stilentwicklungen.

Die Aura eines Originals bleibt immer unerreicht, aber gerade bei Dürer ist ein Bildband in so überzeugender Druckqualität dann doch ein respektabler Ersatz – so nahe könnte man im Museum den Werken kaum kommen. UvS
Till-Holger Borchert: Dürer. Meisterwerke im Detail. Verlag Bernd Detsch. 288 S., ca. 200 Abb., 29,95 Euro. Foto: Verlag Bernd Detsch

 


 

Foto: Wahrzeichen

Das „Herz von Paris“ drohte stehenzubleiben, als am 15. April 2019 in der Kathedrale von Notre Dame ein Feuer ausbrach und innerhalb weniger Stunden weite Teile des gotischen Gotteshauses zerstörte. Anderthalb Jahre später versucht der Schirmer/Mosel-Verlag jetzt, in diesem Buch die Geschichte und Bedeutung des berühmten Wahrzeichens, das seit 1991 zum Weltkulturerbe gehört, nachzuzeichnen und zugleich zu dokumentieren, wie sich die Fotografie der Kirche angenommen hat. Das neue Medium kam gerade rechtzeitig, um Mitte des 19. Jahrhunderts die umfangreiche Restaurierung zu begleiten, die der Architekt Eugène Viollet-le-Duc damals durchführte; dass der Bau mit den zwei wuchtigen Türmen auch danach ein attraktives Motiv war, belegen Aufnahmen, die bis zu den Arbeiten von Thomas Struth reichen. Am Ende stehen Fotos vom Brand – sie beschließen nicht nur ein bemerkenswertes Stück Kulturgeschichte sondern auch eine respektvolle Hommage an eines der markantesten Bauwerke Europas. PM

Lothar Schirmer (Hrsg.): Notre Dame de Paris. Bilder einer Kathedrale. 176 S., 99 Tafeln. Schirmer/Mosel. 39,80 Euro. Foto: Schirmer/Mosel

 


 

Stil: Traute Heime

Ein Märchenschloss in der französischen Dordogne hatte es Josephine Baker, einst weltberühmt für ihre frivole Tanznummer mit einem Bananenrock, vor gut 80 Jahren angetan. 1938 zog sie in „Les Milandes“ ein, wenige Jahre später kaufte sie es. Und nach und nach wurde wurde das stattliche Anwesen mit seinen 24 Zimmern, mit Pool, drei Restaurants, einem Nachtclub, einer Bühne und einem Wachsfigurenkabinett für sie und ihre schließlich zwölf adoptierten Kinder aus aller Welt zu ihrem viel besuchten Lebensmittelpunkt, der bis heute besichtigt werden kann.
Das „Russenhaus“ der Malerin Gabriele Münter wiederum im bayrischen Murnau war ihr erst Paradies, in dem sie mit Wassily Kandinsky ihre Liebe lebte, dann wurde es zum Versteck, als der geliebte Mann sie verlassen hatte.
Anhand ihrer Häuser und Wohnungen erzählt die Autorin Gabriele Katz die Biografien von bekannten Künstlerinnen, darunter auch Eileen Gray, Virginia Woolf und Coco Chanel. Das ist detailliert recherchiert und locker aufgeschrieben. Nur ein paar mehr Bilder der Häuser innen und außen, gern auch farbig, hätten dem Büchlein sehr gut getan.

Gabriele Katz: Künstlerinnen und ihre Häuser. 145 S., 99 Tafeln. Ebersbach & Simon. 18 Euro.
Foto: Ebersbach & Simon

 


 

Foto: Sichtweise

Kleiner Tipp vorweg: Ersparen Sie sich den einleitenden, hochgelehrten Essay der Kulturwissen-schaftlerin Elisabeth Bronfen und gucken sich lieber gleich die rund 160 Aufnahmen an. Eine eindrucksvolle Reise durch die Geschichte der Fotografie steht Ihnen bevor, und Ihre Begleiter sind allesamt Frauen, denn alle Frauenbilder des Bandes stammen von Frauen. Schwer zu sagen, ob es einen speziellen „weiblichen Blick“ gibt, doch auffallend ist, mit welcher Anteilnahme sich die Fotografinnen ihren Modellen nähern, wie sie versuchen, die Persönlichkeit der Porträtierten festzuhalten. Die frühesten Aufnahmen stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und zeigen sehr ernste junge Damen; gelächelt oder gar gelacht wurde nie, erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam Bewegung in die Porträtierten, und auch Akte entstanden. Ein spannendes Buch ist so zusammengekommen, mit Bildern, die oft von verblüffender Eindringlichkeit sind. PM

Lothar Schirmer (Hrsg.): Frauen sehen Frauen. 280 S., 159 Tafeln. Schirmer/Mosel. 39,80 Euro. Foto: Schirmer/Mosel

 


 

Reise: Träumchen

Kann schon sein, dass die Koffer noch einige Zeit auf dem Schrank bleiben  werden – aber muss man deswegen aufs Reisen verzichten? Überhaupt nicht, solange es Bücher wie dieses gibt. Damit kann man sich nämlich – sehr bequem – vom Sofa aus auf den Weg machen. Genau 100 Reisen hat Barbara Ireland, lange Jahre leitende Redakteurin bei der „New York Times“, wo diese Beiträge zum ersten Mal erschienen sind, dafür ausgesucht. Und so folgt man nun amerikanischen Autoren, wie sie über einen Wochenmarkt im Wachantal in Tadschikistan schlendern, an der Küste im südwalisischen Pembrokeshire durch den Regen wandern oder im Sawtooth Park von Idaho die Angel ins Wasser werfen. Ausgelatschte Touristenrouten sucht man hier vergebens, dafür gibt es jede Menge Abenteuer. Und weil der Band auch noch reich illustriert ist, möchte man am liebsten gleich selbst…Wenn es mit der Pandemie doch bald ein Ende hätte! PM

New York Times Explorer: 100 Reisen rund um die Welt. 712 S. Taschen. 30 Euro. Foto: Taschen

 


 

Foto: Schlüsselfertig

Wenn am 17. Dezember der erste Teil des Humboldt Forum im Berliner Schloss  www.humboldtforum.org wenigstens digitel eröffnet wird, dann wird eine lange, komplizierte Baugeschichte ihr gutes Ende finden. So jedenfalls liest sich das Buch „Das Berliner Schloss“ von Rainer Haubrich, in dem er alles über den Palast erzählt. Dessen Anfang liegt im Jahre 1443, als Kurfürst Friedrich II., genannt „Eisenzahn“, das erste burgähnliche Schloss bauen ließ. 1699 begann der Architekt und Bildhauer Andreas Schlüter mit dem Bau des imposanten Schlosses für Friedrich I., den König von Preußen, das in Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde und zu DDR-Zeiten schließlich „Erichs Lampenladen“, dem Palast der Republik, weichen musste. Der wiederum wurde nach der Wiedervereinigung wegen großer Asbestbelastung abgerissen.
Der Platz war frei für einen Neubau.
Doch nun wurde erst einmal diskutiert, was die Berliner haben wollten: Eine Neukonstruktion des alten Schlosses oder einen zeitgemäßen Prachtbau? Auch diesen Ideenstreit dokumentiert Haubrich in seinem lesenswerten Buch, und er zeigt alle Entwürfe, die für einen Wettbewerb eingereicht wurden.
Den Zuschlag bekam schließlich der italienische Architekt Franco Stella mit einer Kombination aus wieder auferstandener Schlossfassade und hochmodernem Innenleben. 2012 war der erste Spatenstich, und als Buch zum Bau kommt Haubrichs Beitrag jetzt gerade richtig.

Rainer Haubrich: Das Berliner Schloss. 144 S., 70 Fotos. Braus. 19,95 Euro. Foto: Braus

 
 

Lyrik: Mögen Sie Gedichte? Lassen Sie sich doch mal ein paar vorlesen, zum Beispiel von Schauspieler und Sprecher Fritz Stavenhagen, der auf seine Website www.deutschelyrik.de mehr als 1400 Gedichte eingelesen hat. Einfach mal zuhören ist wunderschön!

Puppy mit Maske

Jeff Koons Puppy: Vor dem Guggenheim Museum in Bilbao steht die riesige, rundum mit Blumen bewachsene Hundeskulptur des amerikanischen Künstlers Jeff Koons – seit kurzem mit Maske, natürlich auch aus Blumen!

Postkarten: Hätten Sie gedacht, dass Postkarten zu versenden im Trend liegt? Gerade hat die Karte ihr 150. Jubiläum gefeiert, und  66 % der mehr als 2000 Befragten gaben an, dass sie regelmäßig Postkarten verschicken, 2019 waren es erst 57%. Die Studie wurde von dem erfolgreichen Startup MyPostcard.com in Auftrag gegeben.
 

 
Die dunkle Jahreszeit kann wirklich ein paar Lichtpunkte gebrauchen, um so mehr, da Corona die Festtage vermutlich ganz still werden läßt. Diese schönen und lustigen Leuchten helfen gegen Trübsinn:

Kartell : Toy, das Leuchtbärchen des italienischen Herstellers, war ja schon immer goldig, nun erstrahlt es ganz festlich in Gold.
Piffany : „Mr Watson“ heißt die fröhliche Leuchte aus Kopenhagen, eine handgemachte LED- Lampe mit farbigem, an die Vespa erinnernden Scheinwerfer.
Uyuni : Die LED-Kerzen aus Dänemark haben leicht flackernde Dochte und einen Wachskern. Bedient werden sie mit einer Fernbedienung. Feines Spielzeug!
Fotos: Trendxpress/Kartell

Toy in Gold

Mr Watson

Uyuni

 

Museum Barberini, Potsdam
Die Sammlung Hasso Plattner – online

Wer nicht die Chance hatte, die wunderbare Sammlung von Hasso Plattner in seinem Museum zu sehen, entweder wg. Corona oder aus anderen Gründen, der kann all die herrlichen Bilder auf der Website des Museums anschauen. Über 100 Werke, davon 34 Bilder Claude Monets, gehören zu dieser einzigartigen Sammlung. So kann man einen Museumsbesuch am eigenen Computer absolvieren, in seinem eigenen Rhythmus alle Werke anschauen und dazu Infos über Maler, Entstehungs- und Ausstellungsgeschichte, Provenienz und vertiefende Literatur bekommen.

Foto: Claude Monet, Ortseingang von Giverny im Winter 1885, Museum Barberini

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Freies Europa sendet wieder   

Viele Jahre war der Sender Freies Europa in Ungarn das Radio-Hörrohr zur Freiheit – seine Geschichte begann nach Ende des Zweiten Weltkrieg, als die Sowjetunion ihren Einfluss auf Mittel-Ost-Europa dauerhaft behalten wollte und zwischen Ost und West ein Nachrichtenkrieg anfing.
Im Mai 1949 wurde in New York das Committee for Free Europe, für das gleichnamige Radio, gegründet. Im August begannen dort die Versuchssendungen. Ab Oktober 1951 wurde aus München gesendet, die Wortbeiträge wurden allerdings aus Moskau erfolgreich gestört. Ich werde die schrillen Pfeiftöne, die ich als Jugendlicher gehört habe, nie vergessen. Zum Glück hat man bald die Tonbänder mit den Nachrichten per Flugzeug nach Athen geflogen, dann auf ein Schiff gebracht und von dort gesendet. So kam die Botschaft ohne Pfeifen an.    
1956, während der antisowjetischen Revolution in Ungarn, spiegelte die Berichterstattung das Chaos – zumal in Budapest. Nach der Niederschlagung sendete Freies Europa wieder professionell. Insgesamt 49 Jahre lang. 1993 wurde es aufgelöst. Die Demokratie war da.
Sie begann allerdings bald immer schneller zu schwächeln. Und nach der Schließung der größten Tageszeitung Népszabadság (Volksfreiheit) 2016 schrieb die Budapester Népszava (Volkswort), ein oppositionelles Online-Radio werde wohl bald wieder kommen, zumal die Gelder in Washington bereits bewilligt waren.
So lebte Freies Europe am 8. August 2020 wieder auf: zeitgemäß liefert es jetzt multimedial Nachrichten, Podcasts, Videos etc. (www.rferl.org>latestNews).
Und jetzt ist es wieder so weit: Objektive Nachrichten für Ungarn über Ungarn gibt es nur noch aus dem Ausland – was für eine Katastrophe. Und im Land selbst wird die Nachrichten-Diktatur des Viktor Orbán immer erdrückender. Fotos: privat/Radio Freies Europa

 

„Genau wie beim Nudelkochen ist es mit den Sorgen – wir machen uns immer zu viele davon“

Sinnspruch – zitiert in „Leben jetzt“ Nr 9/20, dem Magazin der Steyler Missionare .. und Variationen. Foto: Häfft Verlag

Ein Aufstellkalender

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.butschkow.de

 

Hotel Amano Grand Central, Berlin

Die Dachterrasse

Zentraler geht es gar nicht: Direkt dem Hauptbahnhof gegenüber liegt das Hotel Amano mit schicker Bar und einer tollen Dachterrasse, die jedoch nur im Sommer geöffnet ist. Die Zimmer sind vom Bad durch Glasscheiben getrennt, alles ist schwarz-weiß eingerichtet und mit zarten Farbsprenkeln dekoriert. Das Frühstücks-Büfett ist lecker und einladend arrangiert.
DZ ab ca 63 Euro. Foto: Amano

Für Kinder und Junggebliebene:

Doppelgänger

Memory kann man schon mit kleinen Kindern prima spielen, dieses macht aber auch den Großen viel Spaß. Allerdings braucht man schon ein wenig Phantasie: Denn natürlich sehen Katzen nicht wie Menschen aus, aber diese fünfzig gleichen ihren Besitzern so verblüffend, dass man immer wieder lachen muss. Ein schönes Geschenk für jeden Menschen ab sechs.
Siehst Du aus wie Deine Katze? 50 Karten, 15,90 Euro, Laurence King Verlag Foto: Laurence King
 


 

Heldenhaft

Atlas der Heldinnen und Helden von Sandra Lawrence

Tante Helena reiste zwischen 1933 und 1939 fast um die ganze Welt, um historische Helden und Heldinnen der jeweiligen Länder kennen zu lernen. Das erfährt ihre junge Nichte Alexia viel später eher zufällig durch Helenas Tagebuch. So beginnt die Geschichte dieses Atlas, der den Spuren der Tante folgt und von Odysseus und Scheherazade erzählt, von Kleopatra und Nerida, von Hiawatha und Sigurd und vielen, vielen anderen Sagengestalten, mit schönen Zeichnungen und kleinen Erzählungen.
Zusätzlich gibt es ein Rätsel, das ein aufmerksamer Leser schließlich entschlüsseln kann. Ein tolles Buch für Enkel – und ihre Opas!

Stuart Hill, Sandra Lawrence: Atlas der Heldinnen und Helden. Legendäre Figuren aus Märchen, Sagen und Mythen
60 S., ab 8 Jahren, Prestel. 24 Euro. Foto: Prestel


 

Flüssig

Erinnern Sie sich noch an die stummen Karten, mit denen man früher im Geographie-Unterricht gequält wurde? Da haben Schüler es heute deutlich besser, wenn sie zum Beispiel schon als kleine Kinder in diesem Wimmelbuch an den größten Flüssen herum reisen können. Mit detaillierten Zeichnungen stellen die Autoren den jeweiligen Verlauf der Ströme in verschiedenen Kontinenten mit vielen Informationen über Bewohner, Flora, Fauna und Bauwerke dar. So erfährt man, dass der Kongo etwa 4350 km lang und damit der zweitlängste Fluss Afrikas ist, dass es überall auf dem Mekong schwimmende Märkte gibt und dass im Donaudelta der Lebensraum von 4000 Tierarten bedroht ist.

Volker Mehnert, Martin Haake: Die großen Flüsse der Welt. 40 S., Gerstenberg. 25 Euro.
Foto: Gerstenberg

 

20. bis 23. Januar 2021: Die internationale Möbelmesse in Köln wird 2021 stattfinden – das ist zur Zeit jedenfalls geplant. Mit einem umfassenden Hygiene- und Schutzpaket mit „hybridem“ Ansatz will die Messegesellschaft Aussteller und Besucher in nur drei Hallen locken. Die neue Plattform imm@home soll das Geschehen virtuell begleiten und für Vernetzungen sorgen. Man darf gespannt sein, wie das klappt.
9. bis 12. März 2021: Die Internationale Tourismus Börse (ITB) Berlin gibt es im nächsten Jahr nur in einer digitalen Version. Ab 16. November stehen detaillierte Informationen auf der Website: www.itb-berlin.de

 

Ikea: „Buyback Friday“ nennt das schwedische Möbelhaus seine Aktion vom 21.November bis zum 6. Dezember, die sich an der weltweiten Kaufaktion „Black Friday“ der letzten Jahre orientiert. Das Unternehmen nimmt an diesen Tagen gebrauchte Ikea-Möbel gegen eine Guthabenkarte zurück und bietet sie in der Fundgrube an. So bekommt Klippan eine „zweite Chance“.

Lamas: In St. Veit in der Südsteiermark kann man gemächliche Wanderungen mit Lamas und Alpakas buchen. Die freundlichen Tiere gehen an der Leine durch die Weinberge, ein Führer erzählt Wissenswertes über die Tiere, die Region und den Weinanbau. Das ist Entspannung pur!

Es lässt sich nun wirklich nicht mehr leugnen: Weihnachten naht! Und damit ist es höchste Zeit, schon mal ein paar Geschenke ranzuschaffen. Richtig praktisch darf es ja auch gern mal sein, deshalb hier ein paar schicke Vorschläge für die Küche!
Städter: Zwölf niedliche Gugelhupfe lassen sich mit diesem Backblech gleichzeitig backen: als kleines Mitbringsel, als Tischkartenhalter auf der Weihnachtstafel oder einfach so zum Schnabulieren. Und da die Form gefrierschrankgeeignet ist, kann man als Dessert Mini-Eistorten servieren.
Kahla: „Snackit“ heißt die neue Schalen-Serie mit Deckel, der auch als Teller dient. Sicher verschlossen werden die Schalen mit Kreuzgummibändern.

Gugelhüpfchen

Snack it!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elo: Wer sein Steak scharf anbraten möchte und krosse Bratkartoffeln liebt, der landet irgendwann wieder bei der guten alten Eisenpfanne. Die „Elo Iron“ ist backofenfest und passt auf jeden Herd.
Chroma: TV-Koch Mirko Reeh weiß genau, was für Messer man in der Küche wirklich braucht, und die bringt er nun selbst auf den Markt, denn er hat den Messerhersteller „Chroma“ gekauft. Das Design stammt von F.A.Porsche.
 

knusprig braten in Eisen

elegante Messer

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gefu: „Lamola“ ist eine gläserne Salz- und Pfeffermühle mit einem Keramikmahlwerk. Der Clou: Ein Aromadeckel fängt Salz und Pfeffer samt Duft auf.
Koziol: Der fröhliche „Kasimir“ passt auf jeden Tisch! Den Parmesan-reibenden Igel gibt es in drei Farben.
 

frisch gemahlen

Kasimir reibt Käse



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos: Trendxpress/Hersteller

Tate Britain, London 28.10.20 bis 7.3.21
Turner’s Modern World

Wenn Corona und Brexit es zulassen, sollte man mal wieder nach London reisen. Denn hier wird Joseph Mallord William Turners (1775-1851) Auseinandersetzung mit den
Umbrüchen seiner – auch nicht gerade ruhigen – Zeit gezeigt. Der Maler und Zeichner brachte den Dampf auf die Leinwand, der die Segel ersetzte, zeigte Maschinenkraft, die menschliche Muskeln entlasteten, und malte Sklavenschiffe, Eisenbahnbrücken und Erzhütten. Er war von der Industrialisierung fasziniert. Alles zu sehen in dieser umfassenden Schau. Foto: Tate

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                          

                        

                                            Rückblick an den hoffnungsvollen Spätfrühling, Sommer 2020

                                                                         & viele Seltsamkeiten um Corona

Viktor Orbán, selbsternannter Vater der ungarischen Nation, riet per Rundfunkansprache allen, die in den Sommerferien verreisen wollten, nicht an die Adria zu fahren. Dort seien zu viele Ausländer, die vermutlich schon das Virus in sich tragen und Fremde gern anstecken.

Besser sei es, an den heimischen Plattensee zu fahren, dort sei man wenigstens unter sich. Ein guter Rat – oder?

Ich dachte dabei an meine Kindheit und die langen Schulferien.

Der Plattensee

Wir, mein kleiner Bruder und ich, liefen bei schönem Wetter täglich hinunter zum Strand. Kein Zaun, kein Eintrittsgeld – die guten Seiten des Sozialismus. Wir schwammen zwei Kilometer ins nächste Dorf, kamen zu Fuß durch Obstgärten zurück in unser Häuschen hoch in den Hügeln mit Blick auf den See. Auf uns wartete schon Tante Ilonka, die ältere Schwester unserer Mutter. Am liebsten war es uns, wenn sie uns mit duftenden Marillenknödeln empfing.    

Heutzutage indes kann es unangenehm werden, im Plattensee zu baden, wie meine Nachbarin in Budapest berichtete. Sie schwamm nahe dem Ufer entlang, als sie von einem Mann an Land laut und rüde aufgefordert wurde, zu verschwinden, seinetwegen sich gern zu ertränken. Das ist jetzt unser Bad! Es gehört zum Grundstück, behauptete er.
Andere Zeiten, andere Sitten eben.

Ob es sich Viktor Orbán deshalb überlegt hat? Jedenfalls flog er mit Parteifreunden an die Adria. Und nach allem, was man weiß, kam er ohne Virus zurück, nur den Sprecher seiner Partei hatte es erwischt.

Inzwischen steigt daheim die Zahl der Corona-Infizierten, was zweifellos auch damit zusammenhängt, dass mehr getestet wird. Es sterben aber auch immer mehr Menschen.  Am 16. Oktober war unter ihnen eine hundertzwei Jahre alte Frau. War es Corona?

Das große Hotel Hilton, hoch oben auf dem Burgberg, mit dem schönsten Blick auf die Donau, die Brücken und das Häusermeer dahinter, ist geschlossen. Auch viele kleine Firmen und Geschäfte haben zu. Unterdes steigen die Preise für Lebensmittel; Hilfen für die kleinen Leute gibt es von der Regierung nicht.

Eine gute Nachricht gibt es aber doch: Wie das Statistische Amt in Budapest meldet, haben sich die Preise für Bestattungen nicht erhöht.  Fotos: privat/urlaub-ungarn.hu

 

In welcher Stadt kann man schon durch ein Kunstwerk spazieren?

Rainbow Panorama

Na, zum Beispiel in Aarhus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks. Dort hat der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson auf das Dach des Kunstmuseums Aros einen runden, 150 Meter langen und 3 Meter breiten Glasgang, das Rainbow Panorama, gestellt. So kann man die Stadt und die Ostsee in allen Regenbogenfarben betrachten. Ein tolles Erlebnis!
Aber auch das Museum darunter ist sehenswert: Eine schneckenförmige Treppe (und einige Fahrstühle) verbindet die zehn Stockwerke, in denen viel Platz für Sonderausstellungen und eine ganze Etage der Installationskunst vorbehalten ist. Jährlich besuchen rund eine Millionen Interessierte das Aros, das als eins der 20 wichtigsten Museen weltweit gilt.
Von dort ist es nicht weit zum Freiluftmuseum „Den Gamle By“ , in dem man eine Zeitreise durch die dänische Geschichte machen kann, beginnend im Jahr 1864 über 1927 bis ins Jahr 1974. Besichtigen kann man Wohnhäuser, Innenhöfe und Ställe, Werkstätten von Schuster und Schneider. In historischen

Im Museum Gamle By

Kostümen verkauft der Bäcker Köstliches und ein Seifenmacher Duftiges, ein Supermarkt bietet Produkte von 1974.
Ein weiteres Highlight ist unterirdisch aufgebaut: Auf 800qm findet man interaktive Attraktionen aus 1200 Jahren Aarhus, von den ersten Siedlungen der Wikinger über eine echte Dampflok vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu aktuellen Bands, Theatern und hochmodischer Kleidung.
Nebenan gibt es auch noch ein Poster- und ein Spielzeug-Museum, eine Galerie der dekorativen Kunst und eine der schönsten Schmuckstücke. Wer alles sehen möchte, sollte mindestens einen ganzen Tag einplanen.
Falls Sie sich nach dem Besuch erholen möchten, gleich hinter dem Freilichtmuseum ist der Botanische Garten mit kleinen Seen, einem Flusslauf, spannenden Gewächshäusern und vielen Bänken unter schönen Bäumen.

Draußen sitzen am Kanal

Auf dem Rückweg in die Altstadt schlendern Sie am besten durch die Vestergade, einer hübschen, lebendigen Einkaufsstraße. Vorbei kommt man an der „Vor Frue Kirke“  der “Unserer Frauen Kirche“ von 1227, die auf einer älteren, vollständig erhaltenen Krypta eines Steinbaus steht, der wahrscheinlich Mitte des 11. Jahrhunderts entstanden ist. Folgt man der Fußgängerzone, erreicht man kurz danach die „Aarhus Cathedral“, die nach einem Brand 1330 mit fast 1200 Sitzplätzen neu aufgebaut wurde.  Ihr Turm ist mit 96m Höhe der höchste in ganz Dänemark. Sehenswert sind Glasfenster von 1470 bis 1510, der Altar des Lübecker Bildhauers Bernt Notke von 1479, ein goldenes Tor und ein Schiffsmodell unter der Decke.
Wenn Sie jetzt durch die Stroget, die Haupteinkaufsstraße, in Richtung Hauptbahnhof gehen, dann finden Sie an der Ecke Ostergade das schicke Kaufhaus Salling mit einer tollen Dachterrasse. Hier können Mutige einen Glassteg hoch über der Straße betreten, alle anderen suchen sich einen schönen Platz und bestellen sich mindestens einen Kaffee. Genau, den haben Sie sich jetzt verdient! Fotos: CO

 

„Man darf in Deutschland gegen Flüchtlinge sein, man darf deutschnational sein und kann Zuwanderung ablehnen. Das alles ist in diesem Land erlaubt. Nicht erlaubt ist es, zur Gewalt aufzurufen oder sie anzuwenden.“

Sigmar Gabriel, ehemaliger Vizekanzler, Außenminister und Vorsitzender der SPD, derzeit Aufsichtsrat der Deutschen Bank und von Siemens, in einem Streitgespräch mit Jürgen Opitz, dem Bürgermeister von Heidenau, wo Gabriel 2015 rechtsradikale Randalierer als „Pack“ bezeichnete. Abgedruckt in der „Zeit“ vom 3. September 2020. Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.butschkow.de