In meiner Branche muss man im Herzen…immer Kind bleiben. Wenn wir aufhören, Kind zu sein, hören wir auf, zu imaginieren und zu empfinden. Unsere Vorstellungskraft altert schnell. Wir müssen uns erinnern, wie es war, im Garten herumzurennen und im Regen in eine Schlammpfütze zu springen.“

Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg (geb. 1946) in einem Interview mit dem Stern Nr. 22 vom 28.5.2026.
Foto: Wikipedia

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kann mitmenschliche Probleme gut nachvollziehen.nCartoon-Abdruck kostenpflichtig

Hotel Ibis Centre, Vilnius, Litauen

Gut zu Fuß zu sein ist von Vorteil, denn dieses Hotel liegt etwas außerhalb der schönen Altstadt von Vilnius, und der Bus fährt nur bis an den Fluß Neris. Die Zimmer sind praktisch eingerichtet und fröhlich dekoriert. Unseres zum Beispiel tat so, als wäre die Wand eine mit Kreide beschriebene Tafel, war sie aber nicht.
Die Halle war für die vielen Frühstücker eigentlich zu klein, am Büfett legte das nette Personal regelmäßig Käse, Brötchen, Rührei und Obst nach. DZ ab ca. 100 Euro.
Foto: Ibis Hotel

Tierisch gut!
Britische Postämter arbeiten seit 1868 mit Katzen, die Mäuse und Ratten vertreiben sollen, weil die Nager Briefe und Päckchen anknabberten. In Spanien sieht man Spinnennetze in Weinkellern gern, weil die Spinnen korkfressende Motten von den Weinflaschen fernhalten. In Portugal wiederum leben Fledermäuse in Bibliotheken, die sich von den Insekten ernähren, die sonst Bücher zerstören. Die britische Illustratorin Jess Hayman hat in ihrem liebevoll gezeichneten Buch „Tiere bei der Arbeit“ für Menschen ab sieben Jahren zusammengetragen, was vielen unbekannt ist. Wußten Sie zum Beispiel, dass medizinische Spürhunde Krankheiten am Geruch erkennen können? Oder dass Schneidervögel ihre Nester aus Blättern mit Pflanzenfasern regelrecht zusammen nähen?
Jess Hayman: Tiere bei der Arbeit – Tiere und ihre außergewöhnlichen Berufe, 65 S., Laurence King Verlag, 18 Euro

 

Besonders schön!
Waren Sie schon mal auf Lanzarote? Wenn ja, dann verstehen Sie sicherlich die Faszination, die diese kanarische Insel auf den Berliner Architekten und Designer Fabian Freytag ausübt. Er liebt das Licht, den hohen Himmel, die Farben der Vulkanlandschaft, die Palmren und die struppigen kurzen Pflanzen – und nicht zuletzt die strahlend weißen, flachen Häuser, die dem Maler, Bildhauer, Bauingenieur und Umweltschützer César Manrique (1919 bis 1992) zu verdanken sind. Manrique, geboren auf Lanzarote, studierte in Madrid, ging später nach New York, wo er den Künstlern Jackson Pollock, Mark Rothko, Andy Warhol und Robert Rauschenberg begegnete.
1968 kehrte er zurück nach Lanzarote und kämpfte fortan dafür, dass nicht mehr als zweigeschossig gebaut wurde und jegliche Werbung von den Straßen der Insel verschwand.
Fabian Freytag hat für sein über 400 Seiten starkes Buch einfühlsame Texte (nur auf Englisch) über die Insel, Manrique, sein Museum, verschiedene Orte, einzelne Hotels und Restaurants verfasst und alles von zwei Fotografen mit schönen, stillen Bildern illustrieren lassen. Man hat beim Durchblättern fast den Eindruck, auf Lanzarote gäbe es keine Touristen.

Fabian Freitag: Building Paradise, 425 S., Callwey, 49,95 Euro.

2. Juli bis 30. August: Im Hamburger Michel  gibt es eine immersive 360 Grad Lichtshow zu sehen. Dabei wird zu Orgelklängen und Chorgesang und mit der markanten Stimme von Schauspieler Ben Becker die Geschichte der Kirche erzählt – von der Erbauung, Zerstörung und Wiederaufbau.
5. Juli: Genau vor 80 Jahren erfand der französische Designer Louis Réard den Bikini, und genau vor 6 Jahren eröffnete das weltweit erste Bikini-Museum in Bad Rappenau zwischen Heidelberg und Heilbronn. Dort kann man sich über die Geschichte der Bademode informieren und Raritäten wie den roten Baywatch-Badeanzug von Pamela Anderson bestaunen.

Twiggyvor 20 Jahren stellte Foscarini die grazile Leuchte des Designers Marc Sadler vor. Die Idee zu der ebenso schlanken wie eleganten Lampe kam Sadler jedoch nicht durch das englische Model aus den sechziger Jahren sondern, so behauptet er, durch eine Angelschnur. Egal: Noch heute wird das strahlende Stück hergestellt und gern gekauft.
Tapeten mit Blüten, Bäumen, ganzen Wäldern, mit breiten Streifen und großen Karos sind wieder im Trend. Aber Obacht – am besten zuerst nur eine Wand tapezieren und ein paar Tage ausprobieren, ob man das wirklich so will.
Fotos: Focarini/Rebel Walls

Kroatien macht jetzt Werbung für sich, und das mit John Malkovich in der Hauptrolle. Der kleine charmante Film „Croatia – I Hear It’s Beautiful“ zeigt, wie Malkovich das Balkanland zunächst widerwillig besucht und es dann lieben lernt. Nachzusehen unter https://www.youtube.com/watch?v=S2Uqg1va_pI

Amphitheater, Nimes, Frankreich

Eigentlich unglaublich: Seit 2000 Jahren steht das Amphitheater in Nimes, erbaut nach dem Vorbild des römischen Kolosseums aus zu Quadern geformten 50 000 Tonnen Kalkstein von 5000 Arbeitern in fünf Jahren – ganz ohne Beton, Mörtel, Kräne oder Lastwagen.
Von außen sieht man zwei Etagen mit je 60 über einander liegenden Arkaden. Die Arena ist oval, 133m lang, 101m breit und 21m hoch. 25 000 Zuschauer konnten damals Platz nehmen und den Gladiatoren zujubeln, heute schauen bis zu 13000 Besucher Stierkämpfen zu oder lauschen Konzerten. In der Spätantike diente das Amphitheater zu Kriegszeiten auch als Schutzraum für die Bevölkerung, dazu baute man zwei Kirchen und 220 Häuschen in die Arena. Foto: CO

Kunsthalle Rostock, noch bis 6.9.2026
Olaf Heine: Human Conditions

Er hat Iggy Pop, Rammstein, Sting und Bono fotografiert, Thomas Kretschman, Nick Cave, Kate Blanchett und Daniel Brühl. Der Berliner Fotograf Olaf Heine, 1968 in Hannover geboren, inszeniert seine kunstvollen Bilder am liebsten in Schwarz/Weiß. Auch für seine Architektur-Aufnahmen in Brasilien verzichtete er auf Farbe, zeigte den großen Architekten Oscar Niemeyer (1907 – 2012) und dessen spektakuläre Bauten in klarem Schwarz/Weiß. Nebenher begann er Filme zu drehen, sein wichtigster – natürlich auch monochrom – ist die zwölfminutige Hommage an das Tacheles, das einst besetzte, dann abgerissene Kulturzentrum in der Berliner Oranienburger Straße.
Fast 200 seiner Bilder, mehrere Filme und auch ein paar Objekte von Olaf Heine sind jetzt in Rostock zu entdecken. Unbedingt anschauen!

Foto: Olaf Heine

Wenn Sie in die Provence fahren wollen, planen Sie am besten so, dass Sie am 1. Mai in St. Remy de la Provence sind. Am Tag der Arbeit, an dem in ganz Frankreich traditionell Maiglöckchen-Sträuße verschenkt werden, findet in St. Remy eine großartige Parade statt. Dabei ziehen zehn Esel einen blumengeschmückten Karren, eine Gruppe peitschenknallender Einwohner geht vorneweg, Kinder reiten auf Ponys hinterher, und ein Trachtenverein spaziert in historischen Kostümen vorbei. Der Umzug führt um die Altstadt herum und beginnt immer um 10 Uhr 30.
Auf der Place de la Republique findet gleichzeitig ein Markt statt, auf dem neben vielen anderem typisch buntes Porzellan und Olivenöle aus der Region angeboten werden.
Wenn Sie später an einem anderen Tag wiederkommen, wenn es also nicht ganz so voll ist, dann schlendern Sie doch an der Place de la Republique vorbei, an der übrigens das Geburtshaus von Nostradamus (1503 – 1566) steht, dem Apotheker, Arzt und Astrologen, dessen Vorhersagen heute noch beachtet werden. Folgen Sie der Avenue Durand Maillane vorbei an der Place Jean Jauré mit dem Tourismusbüro, wo man einen kleinen Stadtplan und natürlich auch Informationen über den holländischen Maler Vincent van Gogh (1853-1890) bekommt, der hier 1889 ins Kloster Saint Paul de Mausole kam, weil er zuvor in Arles eine schwere Krise erlebt und sich dabei das halbe Ohr abgeschnitten hatte. Ein Jahr blieb van Gogh dort und malte etwa 150 Bilder. An der Avenue de Durand Maillane kann man einige seiner Werke als Reproduktionen betrachten, die genau an dieser Stelle gemalt wurden.
Auch im Garten des Klosters ein paar Schritte weiter, das auch heute noch als Sanatorium dient, sind einige Bilder van Goghs zu entdecken. Sogar sein kleines Krankenzimmer kann besichtigt werden.
Und jetzt? Auf nach Glanum! Die Reste der gallischen Stadt aus dem 4. Jahrhundert v.Chr., die später griechisch und noch später römisch wurde, gruben Archäologen in über hundert Jahren aus. Man fand ein Wohnviertel mit Innenhöfen und Säulen gestützten Häusern, Straßen mit Kanalisation, ein Forum, Thermen und Mosaiken, all das kann man heute besichtigen.
Danach geht es zurück in die Altstadt, durch die Rue de la Commune vorbei an vielen kleinen netten Läden wie der „Confiserie Lilamand“ mit sehr feinen kandierten Früchten und der Boutique „Mademoiselle Hortense“ mit schicker Sommermode und extravaganten Accessoires bis zur Rue Lafayette. An der Place Jules Pellissier steht dann das imposante Rathaus in einem ehemaligen Augustinerkloster. Ein paar Schritte weiter lohnt sich ein Blick in die „Comptoirs des Alpilles“, denn dort gibt es schöne Bettwäsche, farbenfrohes Porzellan und feine Gläser.
Am besten gehen Sie jetzt zurück bis zur Rue Jaume Roux, in der es auch ein paar sehenswerte Geschäfte gibt. Besonders zu empfehlen ist „La Cave Aux Fromage“ , wo man sich mit den leckersten Käsesorten eindecken kann. Wenn Sie also noch kein Abendessen geplant haben, Baguette gibt es um die Ecke.
Wir haben aber noch einen richtig schicken Tipp für Sie:
Ganz in der Nähe hängen an der Place Favier über dem Restaurant „La Maison Favier“ jede Menge lustige Strohhüte. Ein toller Blickfang – und die Speisekarte verheißt wahre Wonnen! Fotos: CO

Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen zu seinem Kampf gegen die Deep-Fakes, in denen er angeblich Schlankheitspillen anpreist, im Stern Nr 19 vom 7. Mai 2026.

„Niemand würde in einem Supermarkt einkaufen, wenn bekannt wäre:
zehn Prozent der Produkte sind gefälscht. Und der Betreiber weiß das auch und verdient am Betrug mit. Das Internet, was gestartet ist, um uns alle schlauer, verbundener und freier zu machen, kippt mit dem AI-Müll ins
Gegenteil. Wir werden dümmer, einsamer und misstrauischer.“
Foto: E.v. Hirschhausen

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kennt sich auch in Bayern aus..

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Hotel Thon Astoria, Oslo

Zu Oslos Hauptbahnhof sind es gerade mal 300 m, alles Wichtige
wie die Oper und das Munch Museum kann man gut zu Fuß erreichen.
Das Hotel gehört zur Thon-Gruppe, die für ihr üppiges, im Preis 
enthaltenes Frühstücksangebot bekannt ist. Die Zimmer sind schlicht
in freundlichen Farben eingerichtet, die Bäder allerdings ziemlich klein.

DZ ab ca. 130 Euro.
Foto: Hotel Thon

6. Juni bis 4. Oktober: In Büdelsdorf in Schleswig Holstein findet wieder die NordArt https://www.nordart.de/ statt,  Europas größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst. In diesem Jahr werden in der Carlshütte, einer ehemaligen Eisengießerei, und dem sie umgebenden Skulpturenpark auf etwa 100 000 Quadratmetern Objekte von mehr als 200 internationalen Künstlern gezeigt. Unbedingt sehenswert!

Das Museum Barberini in Potsdam hat seinen ersten Podcast herausgebracht. In vier Teilen beschäftigt sich „Der Fall Liebermann“ mit dem Leben und dem Werk des impressionistischen Malers Max Liebermann. Zuerst erzählt der Journalist Johannes Nichelmann von der großbürgerlichen Herkunft des Künstlers und seinen ersten Werken. Danach geht es um Liebermanns Konflikte mit dem (der Moderne durchaus abholden) Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit als Präsident der Preußischen Akademie der Künste von 1920 bis 1932, und schließlich um seine Ausgrenzung durch die Nazis. Im letzten Teil steht sein Privatleben in der Villa am Berliner Wannsee im Vordergrund. Gesprächspartner des Moderators sind Ortrud Westheider, die Direktorin des Museums Barberini, Evelyn Wödicke, Direktorin der Liebermann-Villa, und Jens Bisky, Journalist und Buch-Autor.

Zu hören und zu sehen ist der Video-Podcast auf Spotify, Apple Music und dem You Tube-Kanal des Museums Barberini:  https://www.youtube.com/playlist?list=PL_pBeLKA9IFl2zMRWQog-jQd-I75cfaMC

Ikea – hat die zehnte PS Kollektion vorgestellt. PS heißt Postskriptum und bedeutet bei Ikea eine designorientierte, exeperimentelle Extra-linie. Dieses Mal sind es 44 neue Produkte – von Sofa und Sessel bis zu Vasen, Schränken und Tischen, die Lust machen auf die kleinen Veränderungen in der eigenen Wohnung. Zum Beispiel der Servierwagen auf Rollen und der Sessel mit aufblasbaren Polstern.

Fotos: Ikea