„Kommt jemand mit rassistischen Sprüchen, darf man nicht denken: Ach, mit Onkel Theo können wir nicht reden. Sondern gerade mit Onkel Theo! Das sind die Momente, in denen man sich entscheiden muss. Am gefährlichsten ist Gleichgültigkeit.“

 

Der Schriftsteller Volker Kutscher, Autor der Roman-Vorlagen zur TV-Serie „Babylon Berlin“, in Chrismon 1/21 zu „Fragen an das Leben“. Foto: wikipedia

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.peter-butschkow.de

 

 

Kulturhotel Fürst Pückler Park, Bad Muskau 

Für Besucher des wunderschönen Fürst Pückler Parks in Bad Muskau ist der Standort des Hotels ideal. Vom Marktplatz sind es nur wenige Schritte zum Schloss und zum riesigen Parkgelände. Die Zimmer sind fürstlich eingerichtet und sehr ruhig, im Restaurant serviert man regionale Spezialitäten. Und das Museum im Schloss muss man gesehen haben! DZ ab ca 105 Euro.
Foto:  Kulturhotel Fürst Pückler

 

Stil: Danksagung

Was da alles drinsteckt, in dem schlichten Wort „Geschenk“. Natürlich Geburtstags-, Weihnachts- und Hochzeitsgeschenke, die man gibt oder bekommt, mit denen man sich auch manchmal selbst beschenkt. Nebenher wird dem einen oder anderen auch mal einer eingeschenkt und viel ausgeschenkt. Das, was man verschenkt, sind Gaben, gelegentlich sogar Zugaben, für die man sich ohne Begabung dann verausgaben muss, will man Präsente mit Hingabe und ohne Angabe machen.
Sie sehen schon, in dem Thema steckt unendlich viel. Und das hat die Autorin Susanne Kippenberger, Redakteurin beim Berliner Tagesspiegel, für ihr neues Buch detailversessen zusammengetragen. Auf über 250 Seiten erzählt sie ebenso lustvoll wie charmant von gelungenen, überraschenden, auch verstörenden Geschenken und wie man sie macht oder besser nicht; dabei beschäftigt sie sich auch mit Gastgeschenken, Goodybags, dem Euro für den Obdachlosen, Organspenden und Erbschaften. Und weil die Autorin selbst leidenschaftliche Schenkerin und Verpackerin ist, kann sie selbstironisch und humorvoll Familiengeheimnisse (siehe auch unser Ausstellungstipp unten) und Erlebnisse von und mit Freunden, Verwandten, Nachbarn und Kollegen preisgeben. Ein wundervolles Buch, nach dessen Lektüre man sich wirklich großzügig beschenkt fühlt!
Susanne Kippenberger: Die Kunst der Großzügigkeit. , 255 S., 24 Euro, Hanser Foto: Hanser
 

 

 

Reise: Royal wandern

Als Corona noch kein Thema war, erfüllte sich die schwedische Kronprinzessin Victoria einen Herzenswunsch und wanderte innerhalb von zwei Jahren durch alle 25 Provinzen ihres Heimatlandes. Mit dabei waren der Journalist Johan Erséus und verschiedene Fotografen, und so entstand ein prächtiger Band mit vielen großformatigen Bildern und interessanten Geschichten über Land und Leute, der sofort Lust macht, Victoria zu folgen und die herrlichen Landschaften, die üppige Natur und die abwechslungsreichen Ortschaften selbst zu erleben.

Johan Erséus: Schweden entdecken mit Kronprinzessin Victoria 320 S., Gerstenberg 40 Euro Foto: Gerstenberg

 


 

Fotos: Wasser auf allen Wegen

Der Titel ist eine Mogelpackung: Höchstens die Hälfte der hier versammelten Aufnahmen zeigen Brücken; erst der Untertitel verrät, worum es hier wirklich geht, um „Berliner Wasserwege in historischen Fotografien“. Und die lohnen das Anschauen durchaus. Durchweg in Schwarzweiß aufgenommen, belegen die 140 Bilder aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, wie viele Flüsse, Seen und andere Gewässer die deutsche Hauptstadt hat. Das ergibt eine höchst abwechslungsreiche Mischung, die von Badefreuden im Wannsee über Prachtbauten an der Spree bis zu grauen Industrieanlagen an scheußlichen Kanälen reicht.

Boris von Brauchitsch (Hg.): Über tausend Brücken. 128 S. Edition Braus. 24,95 Euro Foto: Braus

 

Alles grün!: „Einfach grün – greening the city“ heißt eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt bis zum 11. Juli, zur Zeit natürlich nur online: https://dam-online.de. Für eine interaktive Karte nach der man dann alle Begrünungen finden kann, fordert das Museum auf, eigene Projekte einzureichen. Also Fassaden-Begrünungen, Wälder auf Dächern, Gemüsebeete in Hinterhöfen, Anmeldung unter www.einfach-gruen.jetzt

Die Maus ohne Namen

Barberini: Das Museum in Potsdam verlegt seine lang angekündigte Ausstellung „Impressionismus in Russland“ in den Herbst: Sie soll nun vom 28.8.2021 bis zum 9.1.2022 stattfinden, und das Museum ist „hocherfreut“, dass die Abstimmung mit der staatlichen Galerie Tretjakow in Moskau und dem Museum Frieder Burda in Baden Baden geklappt hat.
Geburtstag: Seit Sonntag, dem 7. März 1971, geht die „Sendung mit der Maus mit Lach- und Sachgeschichten“ auf Sendung. Mittlerweile hat die alters-, namen- und sprachlose, orangefarbene Maus eine eigene website  – dort auch auf Englisch, Französisch, Arabisch, Kurdisch und Dari-Pakistanisch. Ihren 50. Geburtstag feiert die Maus mit einer Sondersendung aus allen Lieblings-Mausgeschichten der Zuschauer. Mitmachen kann man noch bis 7. Februar. Foto: wdr

diesmal: Das Bauhaus Museum Dessau
 

Was lange fehlte, gibt es jetzt gleich zweimal: In Weimar wurde 2019 und in Dessau 2020 ein Bauhaus-Museum eröffnet. Vor allem der zweite Bau ist sehenswert. Nach einem internationalen Architektur-Wettbewerb in Dessau mit 831 Teilnehmern, errichtete das Büro „addenda architects“ aus Barcelona ab 2015 seinen prämierten Entwurf. Mitten in der Stadt steht nun ein glitzernder Kubus ganz aus Glas, auf der einen Seite spiegeln sich Häuser, auf der anderen ein Park, das Museum bildet so eine Verbindung zwischen Natur und Stadt.
Der Kubus ist 105 m lang, 25 m breit und 12 m hoch, umschlossen von 571 dreifachverglasten Scheiben. Innen steht ein etwas kleinerer, schwarzer Kubus auf Ständern, genannt „die Blackbox“, als Ausstellungsraum im ersten Stock ohne Fenster. Hier werden auf 2100 qm ausgewählte Stücke der Sammlung der Stiftung Bauhaus gezeigt, die im Ganzen aus 50 000 Exponaten besteht.
Im Parterre gibt es neben den Ticketschaltern, Cafe und Shop eine Fläche für Wechselausstellungen und eine Bühne für Konzerte, Lesungen, Aufführungen und Diskussionen. Denn, sagt der Architekt Roberto Gonzalez vom Büro addenda architects, „Aktivität ist das Herz des Bauhauses.“
Foto: Bauhaus Museum Dessau

Nido : „Culla“, ist eine Wiege auf einem Massivholz- unter einem Stahlrohrgestell, bezogen mit einem feinen Strickgewebe aus Hightech-Material. Für ihre „moderne Ästhetik“, ihren „sozialen Nutzen“ und ihre Nachhaltigkeit ( so die Jury) bekam Culla gerade den Designpreis „Iconic Award 2021“ verliehen.
Hansen : Ganz einfach „NO 2“ hat das japanische Designstudio Nendo, gegründet von Oki Sato, seinen Recycle-Stuhl für den dänischen Hersteller genannt, der aus mitteleuropäischen Kunststoff-Haushaltsabfällen produziert wird und jetzt das Ecolabel der EU verliehen bekam. Fotos: Hersteller

Culla

NO 2

Museum Folkwang und Villa Hügel, Essen, geplant 7.2. bis 2. Mai
2X Kippenberger

Er gilt als einer der wichtigsten Künstler des späten 20. Jahrhunderts: Martin Kippenberger (1953 bis 1997) aufgewachsen in Essen mit vier Schwestern (siehe auch Buchtipp oben) wurde schon früh von seiner kunstinteressierten Familie inspiriert und an Literatur herangeführt. Seine Arbeiten umfassen Gemälde und Skulpturen, Zeichnungen und Fotos, Plakate, Installationen und Bücher. Eine seiner wichtigsten, selten gezeigten Arbeiten ist die Installation „The Happy End of Franz Kafkas „Amerika“, einem dreidimensionalen Bild, bestehend aus 50 Tisch-Stuhl Ensembles, arrangiert wie ein Großraumbüro. Im Museum Folkwang wird das Werk, an dem Kippenberger drei Jahre gearbeitet hat, jetzt eins zu eins wieder aufgebaut.
Gleichzeitig zeigt die Villa Hügel etwa 120 Bücher und 140 Plakate des Künstlers unter dem Titel „Vergessene Einrichtungsprobleme“ , unter dem schon 1996 eine Ausstellung in der Villa Merkel in Esslingen zu sehen war.

Foto: Martin Kippenberger, 1994
Wubbo de Jong / MAI (Maria Austria Institut)

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                      

                                       Für einen Sack Kartoffeln  

Als Viktor Orbán 2010 Ungarns Ministerpräsident wurde, verkündete er in einer seiner ersten Reden, er wolle in seinem Land eine neue Mittelklasse erschaffen. Ich hatte schon damals ein unangenehmes Gefühl, als ich das im Radio hörte, denn ich hegte den Verdacht: Meinte er nicht vielleicht erkaufen oder schlicht kaufen?

Der erste (untaugliche) Versuch geschah recht bald. Orbán reiste zu meinen Freunden nach Innsbruck, wo das Land Tirol einen Verein und ein Studentenheim für ungarische Studenten finanziert. Den jeweiligen Vorsitzenden des Vereins wählen die Mitglieder.
Orbán allerdings empfahl einen Mann für den Posten, den er auch mitgebracht und wortreich vorgestellt hatte. Anschließend teilte er den versammelten Mitgliedern mit, dass im Fall seiner Wahl der Verein nie unter Geldmangel leiden werde.
Die Studentinnen und Studenten haben den Mann trotzdem nicht gewählt. So gab es auch kein Geld und keine weiteren Besuche Orbáns bei den Landsleuten in Innsbruck.

Mit der Zeit hat er seinen Kauf-Stil allerdings verbessert, und zwar so: EU-finanzierte Bauaufträge bekamen ohne Ausschreibungen Mitglieder seiner erweiterten Familie. Städte und Gemeinden mit einem Bürgermeister seiner Partei bekamen finanzielle Zuwendungen. So fühlten sich immer mehr, immer reichere Menschen zu ihm hingezogen.    

Dann kam die Idee zur Unterstützung der breiteren Mittelklasse: Für Wohnungs- und Hausbesitzer gab und gibt es für Modernisierung oder Renovierung Darlehen mit verlockend niedrigen Zinsen. Das ist natürlich nett! Schlecht bloß für Menschen, die keine Wohnung und kein Haus haben.

Schließlich kamen die kleinen Unternehmer dran: Orbán hat 2020 per Gesetz die Steuern für kleine und mittlere Betriebe, wie meinen Gemüsehändler in Budapest, halbiert. Das ist aber nun wirklich nett! Obendrein hat er in  Städten wie Budapest die Parkgebühren gestrichen.

Um freilich die unermessliche Güte richtig ermessen zu können, ist es gut zu wissen, dass diese Steuern den Städten und Gemeinden zustehen. Eigentlich und gesetzmäßig. Und so hat Orbán denn auch den Gemeinden mit Bürgermeistern, die seiner Partei zugehören, den entstandenen Verlust ausgeglichen.  
 
Schließlich gibt es noch die Hilfe ganz unten, zumal bei den Parlamentswahlen. Da nur wenige Roma einen Professoren- oder auch nur Doktor-Titel haben und einige angeblich weder schreiben noch denken können, brauchen sie einen Helfer in der Wahlkabine, damit sie das Kreuz an der richtigen Stelle setzen. Dafür wurden sie bei der letzten Parlamentswahl mit staatlicher Hilfe zu den Wahlbüros gefahren und bekamen nach dem Akt einen großen Sack Kartoffeln.
Als allerdings ein oppositioneller Abgeordneter einen ähnlich großen Sack voller Kartoffeln im Plenarsaal dem Parlaments-Präsidenten schenken wollte, bekam er eine recht hohe Geldstrafe – wegen Beleidigung des Hohen Hauses. Vermutlich mag der Parlaments-Präsident keine Kartoffeln.
Anders die minderbemittelten Roma. Für einen Sack Kartoffeln wählen sie bestimmt gern wieder den Richtigen.         
Immerhin: Die Oppositionsparteien haben sich für die Parlamentswahl 2022 zusammengerauft – gemeinsam gegen Orbáns Fidesz. Und es gibt gegen die staatliche Übermacht bei Radios, Fernsehen und Plakatwerbung immer mehr unabhängige Internet-Medien, die von den Hörern und Zuschauern am Leben erhalten werden.
Auf ein gutes Gelingen!   Fotos: privat/www.kartoffelsack.de
 

Man ist sich nicht sicher, woher der Name Zwickau kommt. Entweder leitet er sich aus dem sorbischen Begriff „Swikawa“ ab, der wiederum angelehnt ist an den Namen Svarozic, den slawischen Gott der Sonne und des Feuers, denn am Fluss Mulde, an dem Zwickau liegt, gibt es auch heute noch Steinkohleflöze. Die andere Theorie geht auf eine Schrift von 1650 zurück, in der das Gebiet an der Mulde als „Schwanenfeld“ bezeichnet wurde, lateinisch „Cygnau“ (Cygnus = Schwan), als Beweis wird das Stadtwappen angeführt, in dem schon seit 1560 Schwäne zu sehen sind.

der Brunen „spielende Kinder“

Das Stadtwappen kann man sich unter anderem im Museum „Priesterhäuser“ am Domhof anschauen. Das älteste der Priesterhäuser stammt von 1264, das gesamte Ensemble wurde 1466 fertiggestellt. Wie die Geistlichen und ihre Familien, Lehrer und Kirchenmitarbeiter dort damals lebten, wird im Museum sehr anschaulich gezeigt: Rußküchen, Sitzsteine und Kielbogentüren sind noch im Original erhalten. Außerdem zeigt das Museum Exponate aus 600 Jahren Stadtgeschichte.
Gegenüber steht der Dom oder besser St. Marien, erbaut 1180, zur gotischen Hallenkirche umgebaut 1453 und 1563. Der 87m hohe Kirchturm ist 1672 im Barockstil gestaltet worden. Sehenswert sind eine Piéta von 1502, der spätgotische Hochaltar von 1479 und die Kanzel von 1538.
Gleich um die Ecke in der Münzstraße/Ecke Hauptmarkt steht schon das nächste interessante Museum: Das Robert Schumann Haus Zwickau, in dem der Komponist 1810 geboren wurde (er starb 1856 in einer Heilanstalt in Bonn) und das ihm und seiner Frau, der Pianistin und Komponistin Clara Schumann (1819 bis 1896) seit 1956 gewidmet ist. Neben Ausstellungsräumen gibt es einen Konzertsaal und eine Kinder-Musikschule. August Schumann, der Vater des Komponisten, gilt als Erfinder des Taschenbuchs und betrieb hier im Haus eine Verlagsbuchhandlung, etliche seiner Bücher kann man heute noch in dem Gebäude finden.

Das Rathaus

Gegenüber steht das „Hotel und Gasthaus zur alten Münze“, dessen Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert stammen. Bei der liebevollen Restaurierung im Jahre 2010 fand man eine historische Holzdecke, Wandsäulen aus der Renaissance und entdeckte ein „Steinhus“, das im Mittelalter als Münze diente. Hinter dem alten Gebäude mit einer Fassadengestaltung von 1926 steht jetzt ein hochmodernes Hotel mit eleganten Zimmern, die Gaststube ist im Stil der Zwanziger Jahre eingerichtet.

das Gewandhaus

Am Hauptmarkt um die Ecke befindet sich das imposante Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, mit einer 1866 im neogotischen Stil erneuerten Fassade. 1522 soll Martin Luther aus einem der Fenster vor 10 000 Zuhörern gepredigt haben.
Gleich daneben sieht man ein wunderschönes Gebäude mit spätgotischer Giebelfassade. Es wurde von 1522 bis 1525 gebaut und diente als Zunfthaus der Tuchmacherinnung. Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gewandhaus zum Theater für Oper, Ballett, Schauspiel und Konzerte, 1847spielte hier Clara Schumann das hochgerühmte Klavierkonzert op. 54 ihres Mannes.

Vor dem Theater hat man 1968 zur 850-Jahr-Feier der Stadt den Brunnen „Spielende Kinder“ des Bildhauer Berthold Dietzs aufgestellt.
Am Hauptmarkt finden Sie übrigens mehrere Cafés und Restaurants, wo Sie sich jetzt niederlassen und dem Treiben der Einheimischen zuschauen können.
Fotos: CO

Prof. Christian Drosten

„Corona beweist: Du kannst Dich Jahrzehnte mit universitärer Forschung zum Thema beschäftigen, hast nen Professor Doktor erarbeitet und bist mit globaler Wissenschaft vernetzt, um gut Bescheid zu wissen, aber Karl-Günther aus Bottrop klickt 30 Sekunden durch Facebook und weiß es besser.“

Aus der Rede zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Professor Dr. Christian Drosten, zitiert auf der Website www.haeft.de
Foto: Bundespresseamt

Neue Kalender 2021

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.peter-butschkow.de

Landgasthof Jüterbog

Ausspannen in Jüterbog

Wer Ruhe sucht, ist hier gut aufgehoben: Im Landgasthof gibt es schlichte Zimmer, ein sehr gutes Restaurant und eine gemütliche Terrasse im Innenhof. Der dazu gehörende Reiterhof bietet Schulpferde und Kutschfahrten, Leihräder und Skates können gemietet werden, und im Streichelzoo freut sich nicht nur Ziege Berta auf liebevolle Hände. Und drumherum kann man viel Natur genießen und mittelalterliche Orte entdecken. DZ ab ca 85 Euro. Foto:  Landgasthof Jüterbog

Stil: Afro Hairstyle

Die Haare dunkelhäutiger Menschen sind anders als die von weißen, aber bei jedem Individuum, ganz gleich welcher Hautfarbe, gehören sie eng zur Identität dazu.
So konnte man im 15. Jahrhundert in Afrika an den oft kunstvollen Frisuren auch vieler Männer die hierarchische Stellung erkennen.
In der Zeit der Sklaverei nutzte man Frisuren auch, um Botschaften an andere zu übermitteln, sogar Karten für Fluchtwege sollen damals in Frisuren eingekämmt gewesen sein. Nach dem Ende der Sklaverei mühten sich Schwarze oft, sich an die weiße Gesellschaft anzupassen, indem sie sich ihre Haare mit Chemikalien oder durch Bügeln glätten ließen. Das Selbstverständnis der „People of Colour“ brachte im letzten Jahrhundert das „Natural Hair Movement“ hervor, der natürliche „Afro“ wurde sogar zu einem politischen Statement,
und heute tragen die meisten Farbigen stolz ihre Haare so wie sie gewachsen sind.
Zu diesem ebenso wichtigen wie spannenden Thema ist Ende 2021 eine große Ausstellung in Kent, Ohio, geplant, und der zugehörige Katalog ist auf Englisch jetzt erschienen. Neben vielen Fotos, Gemälden und Zeichnungen von Frisuren, Kämmen, Plakaten und Skulpturen, Glättungsmitteln und Brennscheren gibt es aufklärende, beeindruckende Essays zur Geschichte der Schwarzen und ihrer Haare.

Text auf Englisch

Tameka Ellington: Textures. The History and Art of Black Hair, 200 S., 150 Abb., 39,90 Euro, Hirmer
Foto: Hirmer
 


Design: Colani, der Überraschende

Wenn das nicht eine steile These ist: Das Werk des exzentrischen Designers Luigi Colani (1928 bis 2019) wird im Berliner Bröhan Museum www.broehan-museum.de  dem Jugendstil gegenüber gestellt; dazu ist dieser informative Katalog erschienen.
Mit seinen skulpturalen, futuristischen Formen, die allerdings meist industriell gefertigt werden konnten, wollte Colani dem Postulat der schlichten Formen der „Form follows function“ – Ära etwas entgegen setzen. „Wie im Jugendstil, als angewandte Künstler, Bildhauer und Designer gegen industrielle Massenware revoltierten, müssen auch wir einen neuen Jugendstil entwickeln,“ meinte Colani.
Und in der Tat, besonders in seinen erotischen Porzellan-Skulpturen und seinen Sitzmöbeln entdeckt man die Vorbilder aus dem Jugendstil.
Die Ausstellung soll noch bis Ende Mai gezeigt werden, ist aber natürlich zur Zeit geschlossen.

Tobias Hoffmann (Hrsg.): Luigi Colani und der Jugendstil 152S. Wienand 29,80 Euro Foto: Wienand
 

Wildvogelrestaurant: Ein Startup, gegründet von Schülern aus Otterndorf, Kiel und Hamburg, bietet nachhaltiges, in der Region angebautes Futter für Wildvögel zum Bestellen an. Und das so erfolgreich, dass immer mehr Schulen in verschiedenen Bundesländern mitmachen. Das Ziel ist, Landwirten einen profitablen und naturschutzfreundlichen Anbau verschiedener Sämereien zu ermöglichen und gleichzeitig das Überleben von Wildvögeln zu sichern.

Pantone-Farben 2021: Die Trendfarben des Jahres heißen „Illuminating“ – ein sonniger Gelbton – und „Ultimate Gray“ – ein zarter Grauton. Sie sollen Wärme und Energie, bzw. Stabilität und Widerstandskraft symbolisieren, also genau das, was wir uns alle für das neue Jahr wünschen.

Ab 20. Januar: Das Hamburger Thalia Theater veranstaltet auch in diesem Jahr seine Lessingtage, diesmal aber nur digital. Dazu hat das Thalia andere Theater, die ebenfalls zum Theaternetzwerk Mitos gehören, um ihre Produktionen gebeten. Und die werden unter dem Titel „Stories from Europe“ auf  der Website in voller Länge gezeigt: www.thalia-theater.de/programm/festivals

Fondation Beyeler, Riehen/Basel, bis 16. Mai 2021
Rodin/Arp
Achtung: Bis 22. Januar ist das Museum geschlossen

Gipsfigur von Rodin

Arp: Blumenakt

Der französische Bildhauer Francois-Auguste-René Rodin (1840 bis 1917) und der deutsch-französische Maler und Bildhauer Hans Peter Wilhelm – genannt Jean – Arp (1886 bis 1966) haben sich persönlich nie getroffen, aber Arp hat Rodins Werk gut gekannt und seine Formen weiter entwickelt. In Basel hat man jetzt 110 Skulpturen beider Künstler aus internationalen Museen und Privatsammlungen zusammen getragen und sie einander gegenüber gestellt. Entstanden ist ein spannender Dialog von unterschiedlichen Materialien und ebenso divergierender Formen.

Arp Blumenakt: Marmor (Santelli/Malakoff, mit Tarabella [?],1957/58), 94 x 22 x 23 cm, Centre national des arts plastiques, Frankreich
Depositum im Musée d’Art moderne et contemporain, Strassburg Inv. FNAC 9740
© 2020, ProLitteris, Zürich Foto: Photo Musées de Strasbourg, M. Bertola

Foto: Rodin: Gips, 54 x 26,7 x 20 cm, Musée Rodin, Paris, Inv. S.00680
Foto: © musée Rodin (photo Christian Baraja)

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Nachrichten aus dem Tollhaus und Europa   

Als Schulkinder haben wir uns köstlich über eine Kurzgeschichte amüsiert, in der ein findiger Schüler sein schlechtes Zeugnis wortreich und einfallsreich den Eltern erklärt.

Schnitt in die Gegenwart und zu Viktor Orbán: Nachdem er sein Veto gegen den EU-Haushalt für sich behalten hatte, verkündete die staatliche Presse in Ungarn, Orbán habe Europa vor sich selbst gerettet. Ein Held, zweifellos!

Nach einer neuen Umfrage möchten 74 % der Ungarn in der EU bleiben. Alle Umfragen bisher zeigten über 70 %, waren aber noch nie so hoch.

Mehr als hunderttausend Menschen haben in Ungarn (9,773 Millionen Einwohner) durch Corona ihre Arbeit verloren und bekommen keine staatliche Hilfe. Die Obdachlosenheime sind überfüllt. Aber immerhin: Durch die nächtliche Ausgangssperre, zwischen 20 und 6 Uhr, können die Betroffenen von Rowdies unbehelligt in den Parks schlafen.

Das vom Verbot bedrohte oppositionelle Klubradio verkauft inzwischen unter anderem Plüschtiere zum Überleben.

Die Kathedrale von Vac

Ungarns oberste Richter sind die echten Helden. Sie haben bereits 19 Urteile gegen ungarische Politiker gefällt, weil diese staatliche Entscheidungen nicht begründet haben. Etwa: Warum unbedingt eine neue Sportarena gebaut werden muss und ein Super-Luxushotel an einem umwelt-geschützten See im Städtchen Vác.

Eine neue Grundgesetzänderung gab es vor wenigen Tagen: Es ist festzustellen, dass ein Vater immer ein Mann ist und eine Mutter immer eine Frau. Genial! Oder?

Das statistische Amt in Budapest, bzw. die dortigen Angestellten können offenbar nicht richtig zählen: Sie haben mehr an Corona Erkrankte gezählt als die staatlichen Zähler. Wie konnte das passieren?  

In Ungarn gibt es (immer noch) kein Gesundheitsministerium. Zuständig ist der Innenminister. Die Krankenhäuser leiten hochrangige Militärs. Nicht wirklich lustig. Oder?

Deutsch Tamás, Orban-Vertrauter, Europa-Parlamentarier und Mitglied der Europäischen Volkspartei, darf wegen eines diffamierenden Gestapo-Vergleichs keine seiner Rechte in der EVP wahrnehmen – etwa reden. Das ist ja wohl das Mindeste!    
Fotos: privat/urlaub-ungarn.hu

Die meisten Touristen kommen natürlich in die thüringische Stadt wegen der Wartburg, diesem imposanten Bauwerk hoch auf einem Berg, für das das Wort „trutzig“ erfunden worden zu sein scheint. Aber auch unten gibt es viel zu sehen. Wenn Sie vom Hauptbahnhof  in die Stadt gehen, kommen Sie am Karlsplatz am Lutherdenkmal vorbei, das hier seit 1895 steht und daran erinnert, dass der Reformator von 1498 bis 1501 als Schüler in Eisenach und von 1521 bis 1522 als Junker Jörg auf der Wartburg lebte.
Gehen Sie jetzt die Karlstraße entlang bis zum Marktplatz mit der Georgenkirche vom Ende des 11. Jahrhunderts. Hier predigte Luther – nach dem Wormser Edikt bereits auf der Flucht – am 2. Mai 1521, Johann Sebastian Bach wurde hier 1685 getauft und von 1708 bis 1712 musizierte hier Georg Philipp Telemann.

Das Stadtschloss

Gegenüber vom Gotteshaus steht das Stadtschloss von 1750, in dem seit 1931 das Thüringer Museum untergebracht ist. Außerdem befindet sich dort das Tourismusbüro, in dem man einen kleinen Stadtplan von Eisenach bereit hält.
An der Südseite des Marktplatzes steht das Creutznacher Haus , ein wunderschönes Fachwerkhaus, das der Kaufmann Conrad Creutznacher von 1507 bis 1539 bauen ließ. Nach einer aufwändigen Sanierung von 2002 bis 2005 sind heute Wohnungen und ein Veranstaltungssaal darin.
Ein paar Schritte weiter steht das Lutherhaus, ein ebenfalls schön saniertes Fachwerkhaus, in dem Luther als Schüler von 1498 bis 1501 bei der Familie Cotta gelebt haben soll. Das heutige Museum zeigt eine viel gelobte Dauerausstellung zum Thema „Luther und die Bibel“.

Das Bachhaus

Gehen Sie jetzt die Lutherstraße entlang bis zum Frauenplan, dort steht das Bachhaus und ein Bachdenkmal, denn Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach geboren und erhielt hier seine erste musikalische Ausbildung. Das Bachhaus widmet sich ganz den Lebensstationen des Komponisten und Musikers, ergänzt durch historische Wohnräume und eine Sammlung von etwa 400 Musikinstrumenten.
Wenn Sie jetzt den Frauenberg entlang spazieren, können Sie am Johannisplatz das „Schmale Haus“, auch genannt das „Handtuch“, anschauen. Es ist 2,05 m breit, hat eine Grundfläche von 20 qm und nur zwei Etagen, auf denen heute eine kleine Bildergalerie von der Geschichte des vermutlich im 18. Jahrhundert erbauten Hauses erzählt.
Nun aber hinauf zur Wartburg! Entweder Sie fahren mit dem Auto die gewundene Wartburgallee hinauf oder Sie nehmen den Luthererlebenispfad, der am Predigerplatz beginnt und bis zur Eselstation 950 Meter zum Teil steil hinauf führt. Unterwegs gibt es auf großen Schautafeln Szenen aus

Die Wartburg

Luthers Leben, oft in Beziehung gesetzt zum Weltgeschehen, etwa der Verbreitung des Buchdrucks oder der Entdeckung Amerikas. An der Eselstation standen bisher gut ein Dutzend Tiere bereit, um Kinder den Rest des Wegs zur Burg hinauf zu tragen. Zur Zeit ist der Betrieb eingestellt, und auch die Wartburg ist geschlossen. Mehr dazu: www.wartburg.de
Aber wenn es dann wieder geht, muss man unbedingt hin, denn die Wartburg ist pure tausendjährige Geschichte. Gegründet 1067, und im Hauptteil, dem Palas, im 12. Jahrhundert erbaut, war die Wartburg stets ein Ort der Künste. Im Mittelalter mit Liedern Walthers von der Vogelweide und Dichtungen Wolframs von Eschenbach; dem Sängerkrieg auf der Wartburg im 13. Jahrhundert widmete Richard Wagner seine Oper „Tannhäuser“. Die Heilige Elisabeth von Thüringen, der viele Wunder nachgesagt werden, lebte auf der Wartburg, und Martin Luther übersetzte hier die Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche (der Fleck seines Tintenfasswurfes ist übrigens nicht mehr zu sehen). 1817 feierten Studenten ihr berühmtes Wartburgfest, um ihren Willen zu einem freien deutschen Nationalstaat zu dokumentieren.
Auch heute gibt es auf der Burg Feste, Konzerte und Theateraufführungen, in der Gemäldesammlung kann der Besucher Werke von Lucas Cranach d.Ä. entdecken.
Wer nach so viel Kultur hungrig ist, bekommt hier oben selbstverständlich auch was zu essen und zu trinken, zum Beispiel echte Thüringer Klöße und hausgemachte Thüringer Bratwurst,. Und im Museumsshop kann man sich die Wartburg zum Mitnehmen kaufen: als Puzzle, Regenschirm oder im Gestöber einer Schneekugel – mit Esel.

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“

 

Albert Schweitzer, 1875 bis 1965, Arzt, Philosoph, Organist, Theologe, wurde als Urwaldarzt bekannt, denn er gründete 1913 ein Krankenhaus in Labaréné, Gabun. 1952 bekam er den Fridensnobelpreis. Zitiert auf www.studienscheiss.de
Foto: wikipedia