„Merkel hat es perfektioniert, die Richtlinienkompetenz zu haben, aber mit dem, was politisch passiert, irgendwie nicht in Verbindung gebracht zu werden. Alle reden über das Versagen von Andreas Scheuer, und sie wird wie die Bewohnerin eines anderen Planeten betrachtet, die nichts damit zu tun hat, dass er immer noch in ihrem Kabinett sitzt.“

Kevin Kühnert, Vizechef der SPD, in einem Gespräch mit Ricarda Lang, Grüne, und Ria Schröder, FDP, im Stern Nr. 30 vom 22. Juli. Foto: Jusos

 

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich in letzter Zeit viel Neues einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig.

 

Hotel O’Kathedral, Antwerpen

Genau gegenüber der riesigen Kathedrale steht dieses kleine, charmante Hotel. Rezeption, Bar, Frühstücksraum und Restaurant im Parterre sind alles eins. Und auch die Zimmer sind sehr klein, die meisten bemalt, alle mit Ausblick auf die kolossale Kirche. Badewanne und Waschtisch sind vom Bett nur durch eine Glasscheibe getrennt, für Schamhafte gibt es aber einen Vorhang.
Das solide Frühstück wird coronabedingt  zur Zeit mit Brottüte, frischem Orangensaft, Eiern, Wurst und Käse am Tisch serviert.
DZ ab ca 100 Euro. Foto: Hotel O´Kathedral

Ratgeber:  Reste vermeiden

Natürlich wollen wir alle keine Ressourcen verschwenden, wir wollen möglichst nichts wegwerfen, Plastik vermeiden, nur Gesundes essen und ausschließlich Naturprodukte an unseren Körper lassen. Aber wie macht man das im Alltag, im Detail?
Flaschen und Papier zu sammeln und einen Einkaufsbeutel mitzunehmen, das haben wir mittlerweile gelernt, das ist für die meisten längst selbstverständlich. Aber wie zum Beispiel kann man umweltfreundlicher putzen? Oder welche Materialien ersetzen Plastik in der Küche? Mit all diesen Fragen hat sich die Ingenieurin Kerstin Mayer, die heute als Nachhaltigkeits-Coach in Stuttgart arbeitet, für ihr überaus hilfreiches Buch „Zero Waste“ auseinander gesetzt. Sie geht darin durch alle Räume der Wohnung, gibt Tipps, erklärt Hintergründe, liefert Infos und Adressen, stellt dem Leser kleine Aufgaben und liefert Listen für Ersatzprodukte. Statt Klarspüler für den Geschirrspüler empfiehlt sie beispielsweise in Wasser gelöste Zitronensäure.

Kerstin Mayer: Zero Waste – ohne Stress.  128 S. Kosmos Verlag. 16 Euro. Foto: Kosmos

 

Kochen:  Köstliches aus England

 

In England ist sie eine gefeierte Köchin, die schon ihr zweites erfolgreiches Restaurant führt. Und in diesem Jahr durfte Emily Scott, die viele Jahre in Frankreich gelebt hat, für die Regierungschefs beim G7-Gipfel kochen. Auch dabei hielt sie sich an ihr Koch-Motto: einfach, regional und saisonal.
So servierte sie Johnson, Merkel und Macron Kartoffeln aus Cornwall mit Knoblauch-Pesto, Kanapees mit Fisch, Sahnetorte mit Erdbeeren und später am Abend gegrillte Marshmallows.
Jetzt erscheint ihr erstes Buch mit herrlichen Bildern aus Cornwall, privaten Notizen, vielen Erklärungen und leckeren Rezepten, die meist wirklich einfach nachzumachen sind. Manches kennt man wie grüne Soße oder Holunderblütensirup, manch Unbekanntes ist aber auch dabei wie Schwarzkohleintopf oder Entenbrust mit weißen Bohnen. Sieht alles einfach lecker aus!

 

Emily Scott: Zu Gast in Cornwell. 256 S. Gerstenberg. 35 Euro Foto: Gerstenberg

 

K-Wait von Rodolfo Dordoni

Möbelmesse: Vom 5. bis 10. September findet endlich wieder ein „Supersalone“ in Mailand statt. Alles, was Rang und Namen hat in der Möbelbranche, zeigt seine Neuigkeiten. So ist Kartell mit einem neuen Sofa von Designer Rodolfo Dordoni vertreten. Es heißt K:Wait.
Visiodrom: In Wuppertals Gaskessel – 47m hoch und 38m im Durchmesser – wurde ein Visidrom eröffnet. Auf einer 360 Grad Rund-Leinwand werden mit 29 Projektoren neue Welten aus Licht und Musik gezeigt. In den Untergeschossen gibt es Ausstellungen – zur Zeit Fotos zum Thema „Humans“ –  und auf dem Dach einen Panorama-Rundgang. Foto:Hersteller

BTS Pirelli The Cal by Bryan Adams

Pirelli: Der Kalender des italienischen Reifenherstellers galt lange Zeit als Inbegriff der erotischen Fotografie und wurde nur an Freunde des Hauses verschenkt. Nun gibt es Neues: Der Kalender 2022 heißt „On the Road“ und wird von Bryan Adams fotografiert. Er zeigt Größen der Musikbranche wie Jennifer Hudson, Iggy Pop oder Cher und sehr wenig nackte Haut.
Foto: © From the backstage of the 2022 Pirelli Calendar by Bryan Adams, photos by Alessandro Scotti.

 

Guggenheim Bilbao
 

Das Museum am Fluß

Ende des 20. Jahrhunderts war Bilbao eine verfallende Stadt. Werften, Bergbau und Stahlfirmen waren veraltet, konnten auf dem Weltmarkt nicht mehr mithalten und mussten aufgeben. Da schloß die Stadtregierung mit dem amerikanischen Guggenheim Konzern einen spektakulären Vertrag: Die Stadt stellte das Grundstück und Geld, Guggenheim seine Kunst und das Management.
Die Bevölkerung war entsetzt, das viele Geld solle man doch lieber in die Infrastruktur investieren. Doch der Bürgermeister der Stadt, Inaki Azkuna, setzte sich durch: Der „durchgeknallte“, kanadische Architekt Frank Gehry (geb. 1929) bekam den Auftrag, das große Areal am Fluß Nervión mit einem riesigen Museum zu bebauen.
Sein aufregender Bau, 1997 eröffnet, hat keine Ecken und Kanten, dafür jede Menge Wellen, Bögen und Kurven. Manche erinnert er an eine halbe Artischocke, andere an ein Schiff und ganz andere an einen geköpften Fisch ohne Schwanzflosse. Die Titanhülle schimmert silbern und passt gut zum spanischen Kalksandstein, innen ist alles lichtdurchflutet, wirkt leicht und verspielt mit vielen Erkern, Türmchen, Nischen, Fenstern und Oberlichtern. Der höchste Raum ist das Atrium mit 50 Metern, der größte ist eine 130 Meter lange und 30 Meter breite Galerie für Skulpturen.
Die Stadtoberen hatten auf eine halbe Millionen Besucher pro Jahr gehofft, doppelt so viele haben seit der Eröffnung alljährlich viel Geld nach Bilbao gebracht – und die Bevölkerung mit dem Museum mehr als versöhnt. Foto: Guggenheim

Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf, noch bis 10. Oktober 21
NordArt – internationale Kunstausstellung

Kunst im Park

Es ist sicher nicht die ganz große Kunst, die es im norddeutschen Büdelsdorf auf 22000 qm zu sehen gibt, aber schon die alte Eisengießerhalle und der schöne Park sind  absolut sehenswert. Wie seit 1999 in (fast) jedem Jahr hat eine Jury unter Chefkurator Wolfgang Gramm wieder Gegenwartskunst von mehr als 200 Bewerbern aus vielen Teilen der Welt zusammengetragen. Und so wandelt man gemächlich durch das Industriedenkmal der Carlshütte, gegründet 1827 und 1997 stillgelegt, und freut sich – mal mehr, mal weniger – an riesigen Skulpturen und Installationen, an Gemälden, Fotos und Computeranimationen. Der herrliche Park mit kleinem Teich und romantischer Brücke hat viel Platz für beeindruckende Skulpturen.
Auch in diesem Jahr werden der NordArt-Preis und ein Publikumspreis im September in der „Nacht der langen Lichter“ (21.9.) vergeben. Foto: Nordart

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                      

                                                       Es wird gefeiert!

Die verschiedenen jüdischen Vereine, Glaubensrichtungen, Gruppen und ihre Freunde feiern in Budapest, wie jedes Jahr Ende des Sommers, dass die gut 100 000 Juden der Stadt unbehelligt hier leben können – trotz solcher Beschimpfungen wie „Sch…Jude!“ In diesem Jahr bieten sich zur Feier gut 20, zum Teil frisch renovierte, Synagogen an, darunter die zweitgrößte der Welt in der „Tabak Straße“, dazu viele kleine Gebetshäuser, aber auch die Tische und Stühle auf den Gehsteigen vor den kleinen jüdischen Restaurants. Das Essen ist zwar nicht immer koscher, schmeckt aber – und man ist (weitgehend) unter sich.      
Die größte Feier des Landes findet alljährlich Ende August zum Gründungstag des christlichen Königreichs Ungarn im Jahre 1000 durch Stephan I. statt – seinerzeit ein gern gesehener und viel beschenkter Gast in Rom.

Feuerwerk in Budapest

Mit der Christianisierung im Karpatenbecken ging es allerdings damals nur mühsam voran. Also wurden einige der heidnischen Magyaren, die sich nicht taufen lassen wollten, an einen jungen, wilden Hengst gebunden und zu Tode geschleift. Als die anwesenden Eingeborenen eine derartige Szene sahen, wollten die meisten von ihnen unbedingt Christen werden. Kann man verstehen. Für diese christliche Großtat wurde Stephan I. heiliggesprochen, und der Papst schickte ihm für die vielen neuen Schäfchen des Christentums eine Krone.   
Versteht sich, dass auch die heutige Regierung das Ereignis angemessen würdigt und immer Ende August das größte Feuerwerk Europas abfackelt.
Von Abschussrampen entlang der Donau, den Brücken und auf dem Gellért Berg wird alles in den Himmel geschossen, was bunt ist, glitzert und ordentlich knallt – was Ungarns Hunde jedoch nicht besonders mögen.  
Und so versammeln sich an diesem Tag viele Budapester Hundefreundinnen, um ihre Tiere gemeinsam zu beruhigen, die natürlich nicht begreifen, wozu der Krach da ist, und wenn schon, warum es keinen Ohrenschutz wenigstens für Hunde gibt.       
Fotos: privat/ungarnheute

Alta Citta von unten gesehen

Die lombardische Stadt Bergamo, rund 50km nordöstlich von Mailand gelegen, ist zweigeteilt. Das moderne Bergamo liegt unten am Fuß eines Hügels – aber die große Attraktion, die Oberstadt, liegt oben auf dem Berg.Die „Citta Alta“, vermutlich eine Gründung der Gallier, die 196 v.Chr. von den Römern erobert wurde, steht heute ganz unter Denkmalschutz. Sie ist umgeben von einer fast sechs Kilometer langen Stadtmauer  aus dem 16. Jahrhundert, die seit kurzem auch zum Weltkulturerbe gezählt wird. Die Sicht auf die Citta Alta von unten ist wirklich überwältigend!
Hinauf kommt man eher mühsam zu Fuß oder leichter per Bus oder spektakulärer mit einer Standseilbahn, und das seit 1887.
Sie fährt von der Viale Vittorio Emanuele II in wenigen Minuten hinauf zur Piazza Mercato delle Scarpe. Von dort ist man schnell auf der Piazza Vecchia, dem Mittelpunkt der Altstadt, mit dem eckigen Glockenturm, dem löwengeschmückten Brunnen in der Mitte und dem Palazzo della Ragione, dem Rathaus von 1198.

Die Piazza Vecchia

Durch seine Torbögen erreichen Sie die Piazza Duomo mit der Kathedrale  , der Basilika Santa Maria Maggiore , der Cappella Colleoni  und dem Baptisterium, alles herrlich restaurierte Gebäude aus dem 12. bis 17. Jahrhundert. Ein unglaublich schönes Ensemble!
Um die Ecke in der Via Arena steht das Museum Donizetti, in dem vom Leben des größten Sohnes der Stadt Gaetano Donizetti (1797 bis 1848), Komponist von fast siebzig Opern, erzählt wird.
Gehen Sie jetzt weiter bis zum Stadttor Sant’ Alessandro. Dort fährt die zweite Standseilbahn der Stadt hinauf zum Schloss von San Vigilio , der einstigen Residenz der Herrscher von Bergamo, die schon im 6.Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf ganz Bergamo.
In der Unterstadt kann man das Alltagsleben in einer typischen norditalienischen Großstadt beobachten, hier geht man ins Theater, ins Konzert und zum Shopping. Und man geht aus, zum Beispiel rund um die Via Borgo Santa Caterina, wo am frühen Abend Tische und Stühle auf die Straße gerückt werden. Wie vor dem „Borghetto“, das sich ganz auf Tatar spezialisiert hat. Da gibt es acht verschiedene Fisch-Tatars, etwa vom Lachs oder Thunfisch, und acht Versionen vom Rindertatar, darunter eine mexikanische Version mit Guacomole und Mais oder eine japanische mit Sesam, Wasabi und Teriyaki-Soße. Alle wirklich köstlich!
Fotos: CO

„Gute Freunde müssen nicht einer Meinung sein.“

Der amerikanische Präsident Joe Biden beim letzten Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Washington zum Streit um Nord Stream 2. Zitiert im Tagesspiegel vom 16. Juli.
Foto: wikipedia

 

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich in letzter Zeit viel Neues einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig.

 

Hotel am Dom, Greifswald

Für einen kurzen Tripp in die schöne Hansestadt Greifswald ist das Hotel am Dom sehr empfehlenswert. Die einfachen Zimmer in dem unter Denkmalschutz stehenden Bürgerhaus von 1595 haben alles, was man braucht – aber vor allem die Lage ist unschlagbar: In wenigen Schritten ist man von hier in der Innenstadt mit Marktplatz und natürlich dem Dom St. Nikolai, einem gotischen Backsteinbau, der das Wahrzeichen der Stadt ist. Ein bisschen weiter ist es zum lebendigen Hafen, in dem vor allem im Sommer gern gefeiert wird. DZ ab ca 90 Euro. Foto: Hotel am Dom

 

Fotos:  Zeitzeichen

Er war noch keine vierzig, als er sich 1980 umbrachte, doch seine wenigen Lebensjahre nutzte Axel Springer jr., der sich als Fotograf Sven Simon nannte, damit man ihn nicht mit seinem Vater, dem Verleger Axel Springer, verwechselte, um ein erstaunlich großes und eindrucksvolles Werk zu hinterlassen. Aber eigentlich kein Wunder bei einem, der schon früh nach dem Betrachten von Bildern fand, „sie hätten auch noch besser sein können“. Den Beweis trat er vor allem als Sport- und Porträtfotograf an, daneben profilierte er sich mit Reisereportagen. Zu seinem 80. Geburtstag ist jetzt ein Auswahl-Band mit seinen Fotografien erschienen: Sie erinnern an einen hochsensiblen Autodidakten, der sich immer als Handwerker verstand und dem gleichwohl Aufnahmen gelangen, „die im Prinzip ohne Text existieren können“, so das Fachblatt „Professional Camera“, „weil sie sich selbst interpretieren“. PM

Axel Sven Springer/Lars-Broder Keil: Das besondere Bild. Werk und Leben des Fotografen Sven Simon. 144 S. 150 Abb. Edition Braus. 20 Euro Foto: Edition Braus


 

Fotos:  In den Straßen unterwegs

Sogar einen “Oscar” hat sie gewonnen – 1954 für ihren Film “Der kleine Ausreißer” in der Kategorie “Beste Originalgeschichte”. Doch dass man sich heute, 100 Jahre nach ihrer Geburt, noch an sie erinnert, verdankt Ruth Orkin ihren Fotos. Vor allem eine Aufnahme machte sie berühmt  – “An American Girl in Italy”: eine junge Frau, die 1951 stolz und ängstlich zugleich in Florenz an 15 Männern vorbeigeht, die ihr unverhohlen und dreist den Hof machen. Das Bild zählt zu den Ikonen der Street Photography, und in dieser Disziplin hatte Orkin denn auch ihre größten Erfolge. Für die New York Times war sie ebenso unterwegs wie für die Magazine “Life” und Esquire”; daneben fotografierte sie Promis wie Leonard Bernstein und Alfred Hitchcock, und außerdem nutzte sie ihre Wohnung am Central Park, um vom Fenster aus nicht nur Marathons, Konzerte und Paraden aufzunehmen, sondern auch den Wechsel der Jahreszeiten festzuhalten. Parallel zu einer Ausstellung in Berlin erscheint jetzt dieser (englischsprachige) Band, der rechtzeitig zum Hundertsten noch einmal den Rang dieser außergewöhnlichen Fotografin belegt. PM

Ruth Orkin: A Photo Spirit. 240 S. Hatje Cantz. 38 Euro Foto: Hatje Cantz

 

Im September geht es wieder los: Die Musical-Theater öffnen ihre Türen. In Berlin steht die „Blue Man Group“ ab 26. September auf der Bühne, in Hamburg startet „Wicked“ am 5. des Monats, und in Stuttgart  sind ab Oktober „Tanz der Vampire“ und „Tina – Das Tina Turner Musical“ zu sehen. Mehr unter www.stage-entertainment.de
Foto: stage entertainment

Little Canada: Nach einem Besuch in der Hamburger „Miniaturwelt“ beschloss der gebürtige Holländer Jean-Louis Brenninkmeijer, der jetzt in Kanada lebt, auch seine neue Heimat im Miniformat erlebbar zu machen. Nun kann man in Toronto die Niagarafälle, die Herbstfärbung der herrlichen Wälder, die mit 30000 LEDs beleuchtete Skyline Torontos und ganz Ontario gleichzeitig erleben. Mehr auf www.little-canada.ca
Große Schweiz: Die Fondation Beyeler erhielt vor kurzem die Baugenehmigung für einen Erweiterungsbau ihrer Museumsräume. Das Atelier Peter Zumthor hat dafür drei Gebäude entworfen, ein Haus der Kunst, einen Servicebau und einen Pavillon für Veranstaltungen. Mit der Fertigstellung rechnet die Beyeler-Stiftung im Sommer 2023. Fotos:Hersteller

 

Moooi: Geht der Sommer tatsächlich schon wieder seinem Ende entgegen? Müssen wir bald wieder Licht machen? Schön, dass es dafür wenigstens was Neues gibt: Die Leuchtenfamilie Heracleum, die 2010 auf den Markt kam, gibt es jetzt auch in elegantem Weiß.
Lladro: Der spanische Porzellanhersteller läßt es ebenfalls wieder hell werden: „Firefly“  (rechts) heißt die Serie verspielter Leuchten, zu der diese Hängelampe gehört. Fotos: Hersteller

Museo Nazionale delle arti del XXI secolo, Rom
  

1999 gewann die irakische Architektin Zaha Hadid (1950 bis 2016) gegen so berühmte Baumeister wie Jean Nouvel, Rem Koolhaas, Toyo Ito und über 200 andere Größen der Zunft den Wettbewerb für ein Museum für moderne Kunst auf einem ehemaligen Militärgelände im Norden Roms.
Das L-förmige Grundstück hat Hadid schwungvoll und raumgreifend bebaut. Sie folgte dabei ihrem Museumskonzept von „Wand und Licht“. In den schlichten, dicken Betonwänden versteckt sich die notwendige Museums-Technik, sodass die Decken Platz für viele Oberlichter haben, die reichlich natürliches Licht hereinlassen. Ergebnis: ein dynamischer Bau mit vielen Treppen, Rampen, Gängen, Terrassen und Kreuzungen, der beim Durchwandern immer wieder neue überraschende Ein- und Ausblicke bietet. Schon im Foyer, das mehrere Stockwerke hoch ist, hat man durch schwarze Treppen und Stege den Eindruck von ständiger Bewegung. Foto: Maxxi

Neue Nationalgalerie, Berlin, 22. August bis 13. Februar 22
Alexander Calder. Minimal/Maximal

Der amerikanische Künstler Alexander Calder (1898 bis 1976) entstammte einer Bildhauerfamilie, arbeitete aber erst als Ingenieur, dann als Zeichner, und zog 1927 nach Paris, wo er seine ersten Skulpturen schuf. Bekannt wurde er durch seine wunderbar schwebenden Mobiles, die scheinbar jegliche Schwerkraft ignorieren.
Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie wird Calders riesige Skulptur „Têtes et Queue“ wieder auf dem Vorplatz aufgestellt, und in der imposanten Glashalle von Mies van der Rohes spektakulärem Bau zeigt man weitere monumentale und winzige Objekte des Künstlers.

Foto: Alexander Calder, Luisa’s 43th Birthday Present, 1948, Geschenk für Luisa zum 43. Geburtstag, 1948, Zigarrenbox, Holz, Metall, Draht, bemalt, Calder Foundation, New York; Promised Gift of Alexander S. C. Rower © 2021 Calder Foundation, New York / Artist Rights Society (ARS), New York

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                      

  Keine Sympathie für Orbáns „Antipädophilie-Gesetz“.

                                              Dafür fühlen die Ungarn mit den Flutopfern in Deutschland

Der Diktator ließ kürzlich von seiner Zwei-Drittel-Mehrheit im Ungarischen Parlament beschließen: Eine Heirat ist nur zwischen einem Mann und einer Frau erlaubt und nur dann gültig. Eine  nachträgliche Änderung des bei der Geburt festgestellten Geschlechts ist verboten. Adoption für Homosexuelle ist nicht erlaubt. Keine Sexualaufklärung für Jugendliche – und all dies als angeblicher moralischer Schutz für Kinder und Jugendliche.
Allerdings widerspricht das „Anti-Pädophilie-Gesetz“ an mehreren Stellen der Europäischen Konvention der Menschenrechte und wird wohl vor mehreren Landes-Gerichten Europas jeweils schlecht beurteilt werden.  
Doch das Bemerkenswerte am Gesetz ist wohl die Tatsache, dass in Ungarn nicht gerade viele Menschen wissen, was „Anti-Pädophilie“ ist. Den Wissenden freilich ist klar, dass dies ein neuer Stich Orbáns in den Hintern der Europäischen Gemeinschaft darstellen soll. Doch in Ungarn selbst interessiert es kaum jemanden.

Dafür fühlen viele Magyaren mit den deutschen Flutopfern. Besonders verständlich in einem Land der vielen großen Flüsse Donau, Theiß und anderen, dazu die dramatischen Berichte aus Deutschland. Ich lese und höre auf Schritt und Tritt darüber – und fühle ebenfalls mit.    

Fotos: privat/amnesty