„Wäre der Staat so, wie die Leute auf Querdenker-Demos behaupten, würden Querdenker-Demos nicht stattfinden. So einfach ist das.“

Der Philosoph, Autor und Honorarprofessor Richard David Precht in einem Interview mit dem Stern Nr. 15 vom 8. April.
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.peter-butschkow.de

 

Hotel Baltic, Stralsund 
Für einen Wochenendtrip nach Stralsund mit einem Ausflug nach Rügen ist das Hotel genau das richtige. Die Altstadt ist in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen, nach Rügen fährt eine Fähre. Man kann den Wagen also bis zur Abreise gut in der Garage stehen lassen.
Die Zimmer sind praktisch ohne viel Schnickschnack eingerichtet, das Frühstücksbüfett ist einladend, und das Restaurant serviert auch auf der kleinen Terrasse. DZ ab ca 88 Euro. Foto: Hotel Baltic

 

Backen:  Süßer Klassiker

Vermutlich kommt der Begriff Gugelhupf vom Lupfen einer Kugelform. Und ursprünglich war er ein Hefekuchen mit Mandeln und Rosinen. Aber heutzutage nimmt man gern einen Rührteig und aromatisiert ihn mit Nüssen und Rum, mit Obst und auch mal mit Tee. Die Autorin Yvonne Bauer hat für ihr Buch 50 Rezepte passend für die unterschiedlichen Jahreszeiten zusammengetragen und auch selbst außerordentlich lecker fotografiert. Man möchte sofort loslegen, mit dem irischen Gugelhupf zum Beispiel mit reichlich Baileys, oder mit der Apfel-Zimt-Version oder dem weihnachtlichen Spekulatius-Birnen-Gugelhupf. Oder wollen Sie es mal mit dem Champagner-Gugelhupf versuchen?

Yvonne Bauer: Gugelhupf – Backen für die Seele, 145 S., 20 Euro, Callwey, Foto: Callwey

 


 

Sachbuch: Was für Gäste!

„Frau Dr. ist überaus freundlich, hat aber einen kleinen Vogel.“ So steht es auf einer Karteikarte des 1989 durch Brandstiftung abgebrannten Grandhotels „Waldhaus“ in Vulpera in der Schweiz. Die Gästekarten aus den Jahren 1921 bis Ende der Fünfziger sind erhalten geblieben und jetzt für ein überaus lesenswertes, mal amüsantes, mal beklemmendes Buch ausgewertet worden. Die Gästekarten wurden von den Angestellten des Hotels nämlich für Kommentare genutzt, so hieß es etwa über Frau Alfred Pintus aus Aachen, sie sei „eine Beisszange“. Monsieur Dorelis aus Paris galt als „Hochstapler, Spieler und Zechpreller“ und bekam den Vermerk: „Kein Ostergruß!“, sozusagen als höchstmögliche Strafe. Und Mrs. Dora Selver unterstellte man 1948/49, „she would like to have twelve gigolos.“
Aber auch erschreckende Kommentare finden sich: Dr. Hans Feist aus Genf wird 1943 als „sehr unangenehmer Gast und unausstehlicher Jude“ bezeichnet; bei einem anderen Besucher findet sich der knappe Vermerk „1939 parti“, was wohl als Code für „ermordet“ gelten kann.
Die vielen Karteikarten sind im Original abgedruckt und oft mit Kurzbiografien der Gäste ergänzt. Dazu haben die Autoren einige hochinteressante Essays, viele alte Fotos, ein Interview mit dem letzten Hoteldirektor und eine kleine, feine Kurzgeschichte von Martin Suter gestellt. Ein spannendes Zeitzeugnis!

Lois Hechenblaikner: Keine Ostergrüße mehr! Edition Patrick Frey 398 S., 52 Euro
Foto: Edition Patrick Frey

 

 

Sachbuch: So viel Lesestoff!

In ihrer Glanzzeit, den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts, erschienen in Berlin ein paar Dutzend Titel – täglich. Doch inzwischen verschwindet die Zeitung immer mehr aus dem Straßenbild der Hauptstadt; höchste Zeit also, noch einmal anhand von gut 100 historischen Aufnahmen nachzuverfolgen, wie Berlin – nach bescheidenen Anfängen – zur Zeitungsmetropole Europas wurde: Verlage wie Ullstein, Mosse und Scherl überschwemmten mit Titeln wie der BZ, dem Berliner Tageblatt oder der Berliner Morgenpost die City, mächtige Rotationsmaschinen spuckten unentwegt Sensationen aus, mit denen die fliegenden Zeitungsverkäufer durch die Straßen eilten. Vorbei. TV und Internet haben längst das Geschäft mit den Nachrichten an sich gerissen – hier aber ist die große Ära der Zeitungen noch einmal zu besichtigen.

Oliver Ohmann (hrsg.): Unter Druck. Die Zeitungsstadt Berlin in historischen Aufnahmen. 128 S. Edition Braus. 24,95 Euro Foto: Edition Braus

 

Muttertag: Soll es mal was ganz Besonderes sein zum Muttertag am 9. Mai? Der ehemalige Drei-Sternekoch Thomas Bühner, heute selbständiger  Gastroberater und Gastkoch, liefert eine Gourmetbox für zwei mit Hummer und Wachtelbrust als Vorspeise, Kalbsfilet mit Spargel und Morchel und als Dessert Cheesecake mit Rhabarber und Erdbeeren. Kostenpunkt: 282 Euro. Zu bestellen über www.bestbythomasbuehner.de

Kochkurs: Johann Lafer, ehemaliger Zwei-Sterne-Koch und im Fernsehen omnipräsenter Küchenchef, bringt Ihnen online das Kochen bei. Investieren Sie 49,90 Euro und etwa vier Stunden Zeit und lernen Sie Pürieren, Panieren und Frittieren, Braten, Schmoren und Dünsten.  Zu finden auf www.mydays.de

Jüdisches Museum, Berlin  

Zickzack-Bau mit Schlitzen

Den leeren Zick-Zack-Bau aus Titanzink, entworfen vom amerikanischen Architekten Daniel Libeskind (geboren 1946 in Polen), haben noch vor seiner Eröffnung am 13. September 2001 fast 350 000 Menschen besichtigt. Die meisten verließen das neue Jüdische Museum damals verunsichert und desorientiert. Hatte Libeskind bei seinem Entwurf an einen Blitz gedacht? Oder an den zerbrochenen Davidstern?
„Between the Lines“ nannte Libeskind selbst seinen Bau, mit dem er 1989 den Wettbewerb für einen Erweiterungsbau des Berlin Museums gewonnen hatte. Der Entwurf war der erste des Architekten, der tatsächlich gebaut wurde.
Der Eingang zum Museum befindet sich im Barockbau daneben, dem ehemaligen Sitz der königlichen Justizverwaltung. Über eine steile Treppe in den Untergrund erreicht man den Neubau mit drei sich kreuzenden Achsen: der Achse des Exils, der Achse des Holocaust und der Achse der Kontinuität. Sogenannte Voids, leere, nicht klimatisierte Betonräume fast ohne Licht, durchziehen vertikal das Gebäude. Die Achse des Holocaust endet im sogenannten Holocaust Turm, einem leeren, ungeheizten Betonschacht, der nur durch einen schmalen Schlitz Licht bekommt und bis heute bei vielen Besuchern Beklemmungen auslöst. Die Achse des Exils endet in einem Garten mit 49 Stelen auf einer schiefen Ebene, die hoch oben mit Ölweiden als Symbol der Hoffnung bewachsen sind.
Gezeigt wird in den beeindruckenden Räumen die Dauerausstellung „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland.“ Foto: jmberlin

 


 
Produkte:
 

Das ganze Leben : Marta heißt der schlichte Tisch des Südtiroler Möbelherstellers mit dem kuriosen Namen „Das ganze Leben“, der sich die Konzentration auf das Wesentliche auf die Fahnen geschrieben hat. So sind Tisch und die passenden Hocker und Bänke aus Birkensperrholz und können geölt oder farbig lackiert geliefert werde.
Kartell: Designikone Philippe Starck hat für den italienischen Hersteller Kartell, der eigentlich für Kunststoff-Möbel bekannt ist, Holzstühle und Tische entwickelt, die mit einer neuen Technologie in schwungvolle Formen gepresst werden. Die Serie „Smart wood“ soll einen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefern und kann vollständig recycelt werden.
Moooi: „Hortensia“ haben die spanischen Designer Andrés Reisinger und Júlia Esqué ihren romantischen Sessel genannt, in dem man sich wie in einer Blumenwiese vorkommt. Fotos: Hersteller

Marta mit Bank und Hockern

Serie Smart Wood

Hortensia – Sitzen in Blüten

Guggenheim, Bilbao, 7. Mai bis 19. September
The Roaring Twenties
 

Es war ganz schön was los in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Trauma des Ersten Weltkrieges und die „Spanische Grippe“ mit Millionen Toten ließen die Menschen hungern nach Leben: nach Genuss und Spaß, nach Musik, Theater, Kunst, Film und Fotografie. Das Museum Guggenheim hat nun mehr als 300 Objekte zusammengetragen, die in den Zwanzigern entstanden sind, und zeigt sie in sieben Räumen. Mit dabei sind Möbel und Mode, Malerei und Skulptur, Film und Fotografie, Jazz und Tanz. Da kann man Objekte des Bauhauses und des Dadaismus entdecken, und Josephine Baker beim Charleston bewundern. Wahrlich ein Feuerwerk an Kreativität! Foto: Christian Schad Maika, 1929, Oil on wood,65 x 53 cm, Private collection © Christian Schad Stiftung, Aschaffenburg, VEGAP, Bilbao, 2021

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Meinungsfreiheit  

                                      Hilfe aus der Heimat

 

 

Der Trainer Petry Zsolt

Der ungarische Fußballtrainer beim Berliner Verein Hertha BSC, Petry Zsolt, gab dem heimischen „Magyar Nemzet“ (Ungarische Nation) Anfang April ein Interview. Darin benutzte er derbe, rassistische Wörter und beschimpfte Homosexuelle.
Dafür wurde Zsolt sogleich aus dem Fußballklub entlassen – „wegen Verstoßes gegen die Werte des Klubs“, wie Geschäftsführer Carsten Schmidt, in einer Pressemitteilung begründete.
Wieder daheim, wurde Zsolt jedoch von höchster Stelle gelobt: „Er hat Recht!“ sagte Viktor Orbán, „Ungarn ist das Land der Meinungsfreiheit. Hier kann jeder seine Meinung sagen.“
Hatte der Ministerpräsident schon vergessen, dass er erst wenige Wochen zuvor dem oppositionellen „Klubradio“ die Sendelizenz hatte entziehen lassen?

                                                                                 Hilfe von ganz oben
 
Die katholische Kirche bekam von der ungarischen Regierung 2011, schon unter Viktor Orbán, alle Ländereien, Immobilien und Vermögen zurück, die im Sozialismus enteignet wurden.
Dafür beten die Gottesmänner täglich für Orbán, und zelebrierende Priester predigen sonntags für ihn, den guten Hirten des Landes Ungarn. So geschehen vor den Wahlen (2012)  und zur Zeit auch wieder. Ob Gott wohl einverstanden ist?
Fotos: privat/Hertha BSC

Vannes vom Hafen aus gesehen

Falls Sie die Altstadt von Vannes durch das Stadttor „Saint Vincent“ – erbaut 1624 und 1747 umgestaltet – betreten, sollten Sie gleich links abbiegen zur Place de la Poissonnerie und erst einmal die äußerlich

Muscheln, Austern und mehr

unscheinbare Markthalle dort besuchen: So eine Fülle an frischen Austern und Muscheln, Krebsen und Hummern, Doraden, Lachs und Tintenfisch sieht man selten. Zu und zu schade, wenn man hier im Hotel wohnt und nirgends grillen kann.
Wenige Schritte weiter, die Rue Saint Vincent entlang bis zur Place des Lices mit wunderbar erhaltenen Fachwerkhäusern, gibt es einen Wochenmarkt und um die Ecke eine weitere Markthalle, wo man das passende Gemüse, Obst, Gewürze und viel Fleisch kaufen könnte.
Gehen Sie jetzt wieder raus aus der Altstadt durch die Stadtmauer an der Port Poterne und schauen sich dort unbedingt das Waschhaus von 1817 an, es liegt direkt am Fluss Marle und wurde bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts für die große Wäsche genutzt.

Der Park am Fluss

Weiter geht’s mit einem Spaziergang durch die Gärten des Ramparts, die zwischen Stadtmauer und Fluss angelegt wurden und jedes Jahr mit 30 000 Blumen bepflanzt werden. Bänke für eine kleine Pause gibt es auch reichlich.
Der Park zieht sich die ganze Stadtmauer entlang. Zurück in die Stadt geht es durch die Porte Prison, wo im Mittelalter Verbrecher eingekerkert wurden.
Schlendern Sie durch die engen Gassen mit den hübschen Fachwerkhäusern über die entzückende Place Brulée die Rue Saint-Guenael entlang bis zur Kathedrale Saint Pierre, einem spätgotischen Bau mit einem Altar aus dem 16. Jahrhundert.
An der nahen Place Saint Pierre ist in einer restaurierten Markthalle aus dem 13. Jahrhundert das Museum „La Cohue“ untergebracht. Zu sehen gibt es Gemälde von Delacroix, Millet, Corot und Goya, aber auch von bretonischen Künstlern.

Place Gambetta

Auf dem Rückweg zur Porte Saint-Vincent kommen Sie an einem der schönsten Fachwerkhäuser vorbei, dem „Maison de Vannes et sa femme“ , an dem zwei Granitbüsten des ersten Besitzers und seiner Frau die Fassade schmücken.
Vor der Porte Saint Vincent erreichen Sie die halbrunde Place Gambetta mit Sonnenplätzen in mehreren Cafes und Restaurants.
Nehmen Sie Platz und genießen den Blick auf den hübschen kleinen Hafen!
Fotos: Vannes Tourismus

„Unser Gesetz schreibt vor, dass Unternehmen in Deutschland dafür sorgen müssen, dass in ihren Lieferketten die Menschenrechte eingehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel: keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit, ein angemessener Lohn.“

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum von ihm durchgesetzten Lieferkettengesetz in einem Interview mit der Zeit, Nr. 10 vom 4. März 2021.
Foto: CDU/CSU

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

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www.peter-butschkow.de

Hostellerie Normande, Houlgate, Normandie, Frankreich

Wie charmant! Das hübsche Hotel mit wenigen Zimmern nicht weit vom Atlantik im malerischen Kurort Houlgate wird von zwei reizenden jungen Männern geführt. Die kleinen Zimmer sind etwas plüschig, aber romantisch dekoriert, die Bäder verwinkelt, das Frühstücksbüfett ist abwechslungsreich, und im Restaurant mit großer Terrasse kann man abends ganz köstlich speisen.
DZ ab ca 115 Euro. Foto:  houlgate beach hotel

 

Fotos:  Wiedersehen mit Freunden

Gelernt hatte er Elektriker. Aber weil ihn Bilder schon immer mehr interessierten als Lüsterklemmen und Verteilerkästen, beschloss Volker Hinz nach seiner Zeit bei der Bundeswehr, sein Geld fortan mit der Kamera zu verdienen. Die Finessen des Metiers brachte er sich selbst bei, und schon als 20-Jähriger verkaufte er seine ersten Fotos an Tageszeitungen: Beginn einer spektakulären Karriere, in der er einer der großen Geschichtenerzähler der zeitgenössischen Fotografie wurde. Vor allem in seiner über 40jährigen Arbeit für das Magazin „Stern“ entstanden Aufnahmen, die längst zu Ikonen wurden: Boxer-Legende Muhammad Ali drosch für ihn auf Sandsäcke ein, Kult-Autor William Burrough posierte mit einer Flinte, Fußball-Star Franz Beckenbauer schlenderte durch ein menschenleeres New York. „Ich habe immer versucht, so zu fotografieren, dass das Foto einen Tag überlebt“, war seine ebenso bescheidene wie professionelle Maxime. 2019 ist Volker Hinz mit 72 Jahren gestorben, dass seine Bilder noch viele Tage bestehen werden, belegt dieser schöne Band.

Volker Hinz: Hello. Again, 192 S., 232 Abb., 38 Euro, Hartmann Books, Foto: Hartmann Books

 


 

Roman: Immer diese Medien

Ganz offensichtlich ist die Autorin Insiderin, denn sie schildert die Arbeit von Journalisten höchst anschaulich, locker und oft sehr amüsant. Die Figuren, die Interviewerin Mathilde, der Psychiater Prof. L und der verhinderte Liebhaber Johnny Lachmann, werden durchaus lebendig geschildert, und man folgt der Geschichte gespannt. Allerdings ist der Plot dann doch etwas abenteuerlich konstruiert, und die Autorin wollte viel zu viel in dem schmalen Band unterbringen.

Evelyn Braun: Die Interviewerin, 312 S., 34,80 Euro Xanthippe Verlag. Foto: Xanthippe

 


 

Reise: Willkommen in der Hansestadt

Die Elphi kennt jeder, und von der Hafencity haben die meisten auch schon mal gehört, aber Hamburg hat auch eine „Galerie der Schlumper“ (www.schlumper.de) in einer alten Rinderschlachthalle und ein Brillenmuseum (www.brillenhaus-wilke.de) in Winterhude. Für ihr Buch „Herzstücke in Hamburg“ haben die Autorinnen Christine Lendt und Annett Rensing unbekannte, überraschende Orte in der Hansestadt gefunden, die einen Besuch genauso lohnen wie Hafen und Alster. Wenn Sie also nächstes Mal kommen, besuchen Sie doch mal das Igel-Krankenhaus (www.igelkomitee-hamburg.de) oder das Reepschlägerhaus (www.reepschlaegerhaus.de), den Vierländerin-Brunnen (www.denkmalstiftung.de) oder den Motte Hühnerhof (www.mottehuehner.de).

Christine Lendt, Annett Rensing: Herzstücke in Hamburg. Besonderes abseits der bekannten Wege entdecken. Bruckmann Verlag. 192 S., 14,99 Euro. Foto: Bruckmann

 

Gutscheine: Die in Mettmann ansässige Firma Eismann, die Tiefkühlkost vertreibt, spendiert Pflegekräften in Altenheimen Gutscheine über je 60 Euro, insgesamt für 10 Mio. Euro, die in Tiefkühlkost eingelöst werden können. Im letzten Jahr hatte Eismann schon den Pflegenden in Krankenhäusern, die sich um Corona-Patienten kümmerten, 180000 Gutscheine geschenkt.
Die neuen Bons gibt’s über über einen Code, den man hier bekommt: www.eismann.de/pflegevorteil

Grüne Stunde: Die Königliche Gartenakademie in Berlin bietet wieder die beliebten „grünen Stunden“ an. Gebucht werden kann für etwa 60 Euro ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Gärtner unter der Nummer: 030 8322 0900

Barberini, Potsdam

Das Barberini in Potsdam

Das Büro „Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht“ mit Sitz in Berlin und München hat schon viele bekannte Bauten errichtet, das Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz zum Beispiel, die Berliner Gemäldegalerie und die Stadtbibliothek in Pforzheim. Erfolgreich war es auch mit denkmalgerechten Renovierungen, wie der Modernisierung des Schlosses Elmau, dem Bau des Humboldt Forums und eben des Museums Barberini.
Der ursprüngliche Bau von 1771/72 entstand als Bürgerhaus ohne Seitenflügel nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom. Im 19. Jahrhundert kamen die Flügel hinzu, doch im 2. Weltkrieg wurde das ganze Gebäude zerstört, der Rest nach Kriegsende abgetragen.
Für den Neubau rekonstruierten die Architekten die alte Fassade, aber dahinter ist alles neu und mit modernster Technik ausgestattet. Das Untergeschoss füllt das gesamte Grundstück, das Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse umschließen einen zum Nebenarm der Havel ausgerichteten Innenhof mit Cafe-Terrasse.
Die Seitenflügel haben nur zum Innenhof Fenster, die Außenwände sind ganz der Kunst vorbehalten. Foto: Museum Barberini

bunt und duftend

Hamburg:   Wer in der Hansestadt ein kleines Geschenk oder ein Mitbringsel sucht, der wird sicherlich im Seifenkontor fündig. Wie gut das riecht, schon wenn man den kleinen Laden unweit des Isemarktes betritt! Nach Oliven- und Kokosöl zum Beispiel, denn daraus sind die unverpackten, schön bunten Seifen aus eigener Seifenwerft, aber garantiert ohne Palmöl. Festes Shampoo ohne Farb- und Duftstoffe gibt es auch. Und sogar „Savon noir“, den seit vielen Jahrhunderten bekannten Haushaltsreiniger. Schauen Sie doch einfach mal vorbei, es lohnt sich! Fotos: Hersteller

Fondation Beyeler, Riehen/Basel, April bis Juli 2021
Olafur Eliasson

Die Fondation Beyeler

Der 1967 in Kopenhagen geborene, in Island aufgewachsene und jetzt in Berlin und Kopenhagen lebende Künstler  Olafur Eliasson wurde bekannt durch seine riesige künstliche Sonne, die er 2003/04 in der Tate Modern in London vorstellte, und seine kleine LED-Leuchte „Little Sun“, die mit Solarenergie gespeist wird und Licht zu Menschen bringen soll, die noch heute ohne Strom leben müssen. Nun installiert der Künstler im gesamten Museum der „Fondation Beyeler“ eine Erkundung „unserer Vorstellungen von Natur und Kultur“. Das wird mit Sicherheit überaus spannend. Foto: Fondation Beyeler

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Budapester Impressionen  

Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!
Die Losung der Französischen Revolution war auch die Devise beim Aufstand der Ungarn gegen die Unterdrückung des Hauses Habsburg am 15. März 1848 – wobei die intellektuellen Aufständischen, die Dichter, Professoren, Schriftsteller, großzügig darauf verzichteten, auf den ersten Broterwerb der inzwischen kaiserlichen Familie als Straßenräuber hinzuweisen.
Bemerkenswert auch, dass die Paprika, mit ihren grünem Blättern, kleine weiße Blüten und roten Früchten, zum nationalen Gewürz avancierte. Am 15. März 1848 wurde Rot-Weiß-Grün zu den Nationalfarben erklärt, die auch die Nationalflagge schmückten. Nach der Niederschlagung der Erhebung 1849 wurde die Fahne wieder verboten, erst nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 wurde sie als Nationalflagge anerkannt. Auch beim bewaffneten Aufstand gegen die Sowjet-Diktatur 1956 war Rot-Weiß-Grün das Zeichen des Widerstandes.
Gedacht wird der 1848er Revolution am 15. März jeden Jahres – außer in diesem, in der schweren, dritten Welle des Corona-Virus.

Chaos bei der Impfung
In Ungarn gibt es kein Gesundheitsministerium, und so geraten etliche Aufgaben, die in anderen europäischen Ländern von darauf spezialisierten Beamten und Ärzten erledigt werden, gern etwas chaotisch. So wurde vor ca. einem Dreivierteljahr die Bevölkerung per Plakat und Rundfunk aufgerufen, sich mit Adresse und Telefonnummer für die Impfung zu registrieren. Jetzt bekamen davon mehrere die Anschrift eines Impfzentrums bzw. Krankenhauses und wo und wann sie zu erscheinen haben. Leider waren die Ziele meist recht weit vom Wohnort der Registrierten entfernt. Obendrein wurden Ehepaare, die dieselbe Anschrift hatten, in verschiedenen Impfzentren erwartet. Da sie aber zusammen oft nur ein Auto besitzen und eine Reise mit dem Bus und Umsteigen meist ziemlich zeitaufwendig ist, konnten sie den Termin nicht einhalten, wie auffallend viele Menschen jüngst im Klubradio-Online berichteten.       
 
Das große Glück der Studentinnen und Studenten der Budapester Schauspielakademie
Weil sie der neuen staatlichen Leitung nicht zustimmten und aus Protest auf die Straße gingen, wurden die Studiosi aus dem Gebäude ausgesperrt. Die Folge: Unterricht mit den alten Lehrern in Notunterkünften, weitere Demonstrationen und längeres Suchen, bis ein Mäzen für eine noble Lösung sorgte – mit einer Schenkungsurkunde für ein großes, geradezu ideales Gebäude. Wie sagt man: Ende gut, alles gut.

Erdöl im Nationalpark
Eine der größten, reichsten, international tätigen ungarischen Firmen handelt mit Erdöl. Doch nicht nur das. Sie fördert es weltweit, wo sie es nur findet.
Kürzlich fanden ihre Sucher vielversprechende Quellen tief unter dem Humus des größten Nationalparks von Ungarn. Das Unternehmen hat sogleich den Wunsch geäußert, dort Erdöl zu fördern – und in den Umweltschützer-Vereinen rüstet man sich schon zu landesweiten Protesten. Quelle: Inforadio Budapest Fotos: privat/hungary today

 

Darauf ist man in Merseburg besonders stolz: Im April 2013 drehte Hollywood-Star George Clooney mit Matt Damon, Bill Murray und John Goodman in der Stadt Teile seines Filmes „Monument Men“, in dem es um eine Gruppe amerikanischer Soldaten geht, die Kunstschätze vor den Nazis schützen sollen. Kleiner Schönheitsfehler: Merseburg heißt in dem Streifen Brügge und liegt in Belgien.

Dom und Schloss

Doch das können die Bewohner der über 1200 Jahre alten Stadt sicher verschmerzen: Der Dom als vierter Flügel des Schlosses und die umgebenden Straßen sind eine wirklich wunderbare und obendrein geschichtsträchtige Kulisse. Der Grundstein für den Dom wurde 1015 gelegt,  ein später angebauter fünfter Turm stürzte 1230 ein, 1510 baute man den Dom spätgotisch um, 1545 predigte Martin Luther hier. 1654 entstand eine Fürstengruft, in der von 1671 bis 1743 Mitglieder der Herzogfamilie von Sachsen-Merseburg bestattet wurden. Die herrliche Orgel wurde zwischen 1853 und 1866 in zwei Etappen von Friedrich Ladegast geschaffen und im Beisein von Franz Liszt mit seiner Komposition „Ad nos, ad salutarem undam“ eingeweiht.
Das Renaissance-Schloss wurde 1485 auf dem Grund des ehemaligen Schlosses von 1245 gebaut, der 1661 angelegte Garten gehört heute zum Netzwerk „Gartenträume Sachsen-Anhalt“.  Dem Park gegenüber befindet

Das Ständehaus

sich das Ständehaus, heute als Kongress- und Kulturzentrum genutzt. Gebaut wurde es 1892 im historisierenden Stil als Tagungsstätte für den Provinzialausschuss, der dort bis 1933 tagte. Das stark verfallene Haus wurde ab 2003 wunderschön restauriert.
Schlendern Sie jetzt doch mal durch den Park, vorbei an Skulpturen, Denkmälern und Büsten und dann unten an der Saale zurück.

Der Rabe mit dem Ring

Unbedingt müssen Sie natürlich auch die Raben am Schloss besuchen. Sie sind dort, um eine sehr alte Schuld zu sühnen. Der Legende nach hat nämlich im Jahre 1500 Bischof Thilo von Trotha seinen Kammerdiener hinrichten lassen, weil er ihn für den Dieb seines wertvollen Ringes hielt, der später im Nest eines Raben gefunden wurde. Voller Reue nahm der Bischof den Raben mit Ring in sein Wappen auf und gründete eine Stiftung, mit der bis heute ein Nachfahr des diebischen Vogels im Käfig unterhalten wird. Barmherzige Merseburger haben später den Käfig vergrößern lassen und dem Tier ein zweites zur Seite gesetzt.
Schräg gegenüber steht die Willi-Sitte-Galerie, in der es aber außer Werken des bekanntesten DDR-Künstlers Sitte auch Sonderausstellungen zu sehen gibt.
Wenn Sie jetzt die Domstraße hinunter gehen, finden Sie gleich an der Burgstraße das Museum „Tiefer Keller“, ein weit verzweigten Gewölbesystem tief unter der Erde, in dem man ab dem 13. Jahrhundert das Eis der Saale das ganze Jahr gekühlt hielt. Heute kann man dort unten auch Ausstellungen besichtigen.
Ein paar Schritte weiter steht das Alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Das Neue Rathaus am Markt gibt es schon lange nicht mehr. Dafür können Sie an dem Platz eine Pause machen, vielleicht einen Kaffee beim Bäcker trinken oder ziemlich große Fleischportionen in der Schnitzelhütte verdrücken. Fotos: Stadt Merseburg