„Aber die Idee, Putin etwas zu geben, damit er sich beruhigt, ist widersinnig. Wenn du einem Banditen etwas gibst, glaubt er, dass er dir alles wegnehmen kann.“

Der ehemalige Oligarch und Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowskij, der zehn Jahre in einem Straflager saß, in einem Gespräch mit dem Stern Nr. 28 vom 7.7.2022
Foto: wikipedia

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow, der in Nordfriesland lebt und arbeitet, beschäftigt sich gern mit dem alltäglichen Leben. Dieses Mal mit der Wohnungssuche.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

 

Hotel am Dom, Greifswald

Weit von der imposanten Kirche entfernt ist das Hotel in der Tat nicht, und auch zum quirligen Marktplatz sind es nur ein paar Schritte. Das Hotel am Dom residiert in einem schön restaurierten Bürgerhaus von 1595, hat nur wenige, einfach aber solide ausgestattete Zimmer, in der Gaststätte im Parterre wird ein leckeres Frühstück serviert, und einen Parkplatz gibt es auch.
DZ ab ca 95 Euro. Foto: Hotel am Dom

 

Kunst: Kühl und objektiv

Weg mit dem ekstatischen Expressionismus, und mit heroischen Schlachtengemälden hatte man erst recht nicht mehr viel am Hut – nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs war Umdenken unter Deutschlands Künstlern angesagt. Kühle Objektivität statt wirre Emotionalität sollte fortan ihre Arbeiten prägen; die „Neue Sachlichkeit“, wie der Kunsthistoriker Georg Friedrich Hartlaub die Richtung alsbald nannte, wollte die moderne Zeit ebenso präzise wie kritisch darstellen. Die bis dahin weitgehend ignorierte Fotografie spielte dabei eine wichtige Rolle, und so stellt die aktuelle Pariser Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ (die ab Oktober im Museum Louisiana bei Kopenhagen gezeigt wird) denn auch August Sanders strenge Aufnahmen von „Menschen des 20. Jahrhunderts“ in den Mittelpunkt. Die Werke der anderen Künstler sind mindestens so beeindruckend: bitterböse Porträts von George Grosz und Otto Dix etwa, verblüffende Fotomontagen von Sasha Stone oder kühne Entwürfe der Bauhaus-Stars Walter Gropius und Marcel Breuer. Viel Zeit blieb den Revolutionären allerdings nicht: Die Nazis machten der großartigen Vielfalt nach 1933 rasch ein rabiates Ende. PM

Hrsg. Angela Lampe: Deutschland/1920er Jahre/Neue Sachlichkeit/August Sander.
320 S., 340 Abb. Schirmer/Mosel. 78 Euro Foto: Schirmer/Mosel

 

Mode: Bunt und fröhlich

Sie sind dabei, die Laufstege der Welt zu erobern, die jungen Modedesigner, Stylisten und Fotografen Afrikas. Bekannt für  intensive, fröhliche Farbtöne waren sie schon immer, aber die neue Generation bedient sich traditioneller Stoffe und Muster, handwerklicher Künste und neuer Schnitte und kombiniert daraus einen ganz eigenen Stil. Die französische Autorin Emmanuelle Courrèges, die zwanzig Jahre in Afrika lebte, stellt in diesem Buch die wichtigsten Modeschöpfer vor und zeigt ihre Arbeiten in herrlichen Fotos. Dazu beschreibt sie die neuesten Trends. Ein wunderschönes Buch für alle, die sich für Mode, Stil und Fotografie interessieren.

 

Emmanuelle Courrèges: Atemberaubende Mode aus Afrika. 240 S., Gerstenberg. 45 Euro
Foto: Gerstenberg

 

 

National Museum of African American History & Culture, Washington, USA

Von weitem sieht es aus wie ein wuchtiger, dunkler Klotz, geformt wie ein Tellerstapel: das Museum für die Geschichte und Kultur der Afro-Amerikaner, das von Präsident Obama am 24. September 2016 direkt an der Mall unweit des Capitols in Washington eingeweiht wurde.
Entworfen hat es der ghanaisch-britische Architekt David Adjaye, der schon in England, Afrika, Südkorea, USA und Russland gebaut hat. Nähert man sich dem Museum, dann erst sieht man, dass Adjaye dem Gebäude ein Ornament aus Metall vorgehängt hat, das an die Handwerkskunst von Sklaven erinnert. Auch für die Form der drei oberen Geschosse hat er sich ein Vorbild in Afrika gesucht: die dreigestaffelte Krone des Stammes der Yoruban in West-Afrika. Da in Washington kein Bauwerk höher als das Capitol sein darf, hat der Architekt auch drei Etagen in die Erde hinein geplant. Im untersten Stockwerk beginnt der Rundgang mit den Anfängen des Sklavenhandels im 15. Jahrhundert und führt über die Freiheitskämpfe des 18. Jahrhunderts gegen die Briten bis zur Wahl des ersten Afro-Amerikaners zum Präsidenten. Ganz oben im Licht ist ein Stockwerk der Kultur gewidmet: Musik, Filme, Theater, Sport.
Es ist ein riesiges, beeindruckendes Museum, das man unbedingt mehrfach besuchen muss und das jedesmal wieder irritiert und betroffen macht.
Foto: National Museum of African American History & Culture

La Palma: Der Vulkanausbruch auf der kleinen Kanareninsel La Palma. ist im September ein Jahr her, dabei wuchs die Insel, und ein neuer Vulkan entstand. Jetzt kann man eine geführte, 5km lange Wanderung buchen, auf der über die Geschichte und Geologie der Insel aufgeklärt wird. Dabei kommt man dem Krater des neuen Vulkans bis auf 100m nahe.
Berlin: Im Museum der Dinge wird noch bis 31. Oktober die Ausstellung „Dinge ordnen“ gezeigt. Von der Krimskrams-Dose über Sammlungsordner bis zu Archivschränken kann man hier überraschende Entdeckungen machen.
Finnland: Im August findet in Oulu  wieder die Luftgitarren-Weltmeisterschaft statt, die seit 26 Jahren unter dem Motto „Du kannst keine Waffen halten, während du Luftgitarre spielst“ stattfindet.

bis 25. September: In Kassel in der Alten Brüderkirche zeigt der Teppichdesigner Jan Kath (geb 1972) seine Kollektion „Rug Bombs“ , aus Wolle und Seide geknüpfte Bodenbilder mit Panzern, Kampfjets und Bombenhagel. Kath möchte damit seine Verzweiflung über die Weltlage ausdrücken. Foto: Jan Kath
bis 31. März 2023: Das BikiniART-Museum in Bad Rappenau läßt zum 11. Todestag von Amy Winehouse die Besucher einen Blick in ihren Kleiderschrank werfen. Bühnenoutfits, Alltagskleidung und auch Bademode der ebenso genialen wie exzentrischen Sängerin gibt es da zu sehen.

Auf der Mailänder Möbelmesse im Juni wurden wieder wunderbare neue Möbel vorgestellt. Diese zum Beispiel:
Wittmann: Die österreichischen Möbelwerkstätten Wittmann haben u.a. das Sofasystem „Blocks“ des Designer-Duos Neri und Hu (Lyndon Neri und Rossana Hu) , das in Shanghai und London arbeitet, vorgestellt. Das Sofa „Blocks“ läßt sich mit Eckelementen, Viertelelementen und Hockern erweitern.
Knoll: Der italienische Designer Piero Lissoni hat seinem Sofa „Panoramic“ viel Schwung mitgegeben. Man kann es zu zweit nebeneinander oder gegenüber, zu Dritt nebeneinander oder auch ganz allein auf der Recamiere besitzen. Und einen großen Hocker gibt es auch.
Roche Bobois: „Bubble“ sieht tatsächlich aus, als seien viele Blasen nebeneinander platziert. Das Sofa gibt es in verschiedenen Größen und kräftigen Farbtönen. Es stammt aus dem Atelier des  französischen Designers Sacha Lakic, der auch Elektroautos entworfen hat.
Kenneth Cobonpue:  „Dragnet“ – Schleppnetz hat der  philippinische Designer Kenneth Cobonpue seinen von Fischernetzen inspirierten Sessel genannt. Es gibt ihn in Rot und Schwarz, für drinnen und draußen und auch zum Aufhängen. Fotos: Hersteller

„Blocks“ von Wittmann

„Panoramic“ von Knoll

„Bubble“ von Roche Bobois

„Dragnet“ von Kenneth Cobonpue

International Center of Photography, New York, noch bis 12. September 2022
William Klein: Yes
Photographs, Paintings, Films, 1948 – 2013

In Deutschland ist er nicht vielen bekannt, der New Yorker Fotograf William Klein (geb.1928), dessen Großeltern Ende des 19. Jahrhunderts aus Ungarn in die USA eingewandert waren und der heute längst zu den Großen seines Metiers gehört. 1948 ging er nach Paris und widmete sich im Atelier von Fernand Léger der Malerei, beschäftigte sich dann mit Fotografie, Grafik-Design, Dokumentarfilmen und dem Büchermachen.
Zurück in den USA brachte ein Auftrag der American Vogue ihn zur Modefotografie und von dort zur Street-Photography. Klein machte Bildbände über New York, Rom, Moskau und Tokio und drehte Filme über den Broadway, über Cassius Clay und die Black Panther – alles jetzt im International Center of Photography zu bewundern. Und woher kommt der Titel der Ausstellung? Ihm sei alles zugefallen, verriet der Vielseitige vor ein paar Jahren, er habe immer nur sagen müssen „Yes“. Und schon hatte die Schau jetzt ihren Namen.

 

Foto: William Klein, Nina and Simone, Piazza di Spagna, Rome, 1960. © William Klein, Courtesy Howard Greenberg Gallery

Natürlich möchte man die Mona Lisa wenigstens einmal im Leben sehen, und im Louvre gibt es noch so viele Meisterwerke mehr zu entdecken, von Dürer und Titian, von Vermeer und Goya, von Rembrandt und Tintoretto, von Delacroix und Rubens. Aber das Museum ist riesig – angeblich gibt es dort 480 000 Kunstwerke – und der Ansturm der Besucher ist immer enorm. Also schauen wir uns diesmal nur die Glaspyramide im Innenhof des Louvre an, die über dem unterirdischen Eingang steht. Die hat der chinesisch-amerikanische Architekt Ieoh Ming Pei auf Wunsch von Staatspräsident Francois Mitterand 1985 entworfen. Sie ist 21,65 m hoch, 35,42 m breit, wiegt 180 Tonnen und besteht aus 603 rautenförmigen und 70 dreieckigen Glassegmenten. Immer noch sehr beeindruckend!
Jetzt überqueren wir die Seine auf der Pont du Carroussel, einer Brücke von1939, die eine marode von1834 ersetzte. Hier ist die Seine 125 m breit.

Das Musée d’Orsay

Wenn Sie nun doch Lust auf ein Museum haben, schlendern Sie am Fluss entlang über den Quai Voltaire bis zum Musée d’Orsay , das in einem ehemaligen, immer noch imponierenden Bahnhof von 1897 residiert. 1979 fiel die Entscheidung, hier ein Museum für Gemälde, Skulpturen, Grafik, Kunsthandwerk, Design und Fotografie aus der Zeit von 1848 bis 1914 einzurichten, den Innenumbau übernahm die italienische Architektin, Innenarchitektin und Designerin Gae Aulenti.
Auch hier ist immer viel Andrang, aber das Schlangestehen lohnt sich auf jeden Fall.
Anschließend geht man am besten durch die Rue de Bellechasse bis zum Boulevard Saint-Germain und den dann links hinunter vorbei an lauter Luxusgeschäften wie Roche Bobois und Cassina, Boffi und Armani Casa, Karl Lagerfeld und Etro. An der Ecke Rue des Rennes könnte man mal eine Pause einlegen und im „Les Deux Magots“ wenigsten einen Café trinken, so wie einst Jean-Paul Sartre

Die Brasserie Lipp

und Simone de Beauvoir, Oscar Wilde und Ernest Hemingway, Pablo Picasso und Umberto Eco. Oder man geht schräg gegenüber in die fast genauso berühmte Brasserie Lipp auf ein Gläschen Ayala oder für Heimwehkranke: Eisbein mit Sauerkraut.
In die Abtei Saint Germain-des-Prés sollte man auch hineinschauen, sie wurde im 11. Jahrhundert auf Überresten einer Kirche von 557 erbaut. Seit 1819 liegen hier die Gebeine des 1650 verstorbenen Wissenschaftlers René Descartes. Genau neben der Kirche ist ein kleiner, hübscher Park mit Bänken, der der Sängerin Juliette Gréco (1927-2020) gewidmet ist.
Weiter den Boul St-Germain entlang bis zur Place d’Acadie und dann links in die Rue de Buci, die nur aus Cafés, Restaurants und Marktständen besteht. Hier kaufen die Pariser Austern und Schnecken fürs Abendessen oder sie treffen sich auf einen Kaffee oder Wein, Straßenmusik inklusive. Wenn gerade die Sonne untergeht, sind Sie hier definitiv richtig zum Verweilen. Fotos: CO

 
 

„Vor allem in Reportagen ist es wichtig, sich nicht nur von seinem Verstand leiten zu lassen, sondern auch das Herz mit einzubeziehen.“

Die ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf, die aus dem Krieg in der Ukraine berichtet, im „Medium Magazin“, zitiert im Meedia Newsletter.
Foto: zdf

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow, der in Nordfriesland lebt und arbeitet, beschäftigt sich gern mit dem alltäglichen Leben. So auch in seinem Büchlein über den besten Freund des Menschen. Das herrliche Büchlein gibt es für 8,95 Euro.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

 

Comfort Hotel Vesterbro, Kopenhagen

Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Meter bis zu diesem großen, freundlichen Hotel, und auch der Vergnügungspark Tivoli und die Fußgängerzone Stroget mit vielen Shops, Cafés und Restaurants sind schnell erreicht. Die Zimmer sind groß, nordisch-schlicht eingerichtet und mit riesigen Plakaten dekoriert. In der Halle locken viele bequeme Sofas und Sessel, das Frühstücksbüfett ist gut bestückt. Check-in ist übrigens an lustigen Kommoden mit bunten Schubladen.
DZ ab ca 217 Euro. Foto: Hotel Vesterbro

Kochen: So schmeckt Chemnitz

Drei Jahre hat man Zeit, sich durch dieses Buch zu kochen, denn Chemnitz ist erst 2025 Kulturhauptstadt, und zu diesem Anlass hat die Autorin Diana Drechsel schon mal „7 x 7 köstliche Rezepte“ gesammelt. Zwischendrin erzählt sie Wissenswertes aus allen Stadtteilen, zeigt davon einige Schwarzweiß-Aufnahmen und fordert auf, ein paar Stadtansichten nach Zahlen auszumalen. Doch der Clou sind die einfachen Rezepte mit den phantasievollen Namen: Felsendomer Tropfsteintopf oder schneller Wanderer oder Sex on the Schlossteich. Sie sind in drei Schwierigkeitsgrade eingeordnet und mit ein, zwei oder drei Silhouetten des Roten Turms, dem Wahrzeichen von Chemnitz, gekennzeichnet. Außerdem können sie mit Kommentaren versehen werden: Für wen und wann gekocht? War es gut? Mittel? Schlecht? Nochmal kochen: ja oder nein? Ein lustiges Buch, das Lust auf einen Chemnitz-Besuch macht und dem eigentlich nur ein paar schöne Rezeptfotos fehlen.

Diana Drechsel: Koch Mich! Chemnitz, 128 S., 24 Euro, Paperento Verlag, Foto: Paperento
 


 

Kunst: Hundert mal erklärt

Hätten Sie’s gewusst: Das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ zeigt nicht Jan Vermeers Hausmädchen Grit, wie es im Roman von Tracy Chevalier und im Film von Peter Webber behauptet wird. Der niederländische Maler (1632-1675) malte keine bestimmte Frau, sondern er wollte mit diesem Tronie (so der Fachbegriff für „Kopf“ oder „Gesicht“) eines anonymen Mädchens seine Porträtkunst beweisen.
Und der Franzose Georges Seurat (1859-1891) begründete 1886 mit seinem Gemälde „La Grande Jatte“ den Pointillismus, weil er erkannt hatte, dass nebeneinander getupfte reine Farben kräftig leuchtende Effekte erzielen konnten.
Die britische Kunstgeschichtlerin Susie Hodge hat 100 Meisterwerke aus der Zeit von 24 000 v. Ch. bis heute zusammengestellt und beschreibt in ihrem Buch „Kunst: erklärt“ deren Bedeutung samt einer Kurzbiografie des jeweiligen Künstlers. Mit dabei sind die Skulptur „East West Circle“ von Richard Long von 1996, das Bild „Nighthawks“ von Edward Hopper von 1942, Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ von 1893 und das Deckengemälde „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo von 1508/12.
Das Ergebnis ist ein ebenso konziser wie spannender Exkurs durch die Kunstgeschichte, der den Leser weder langweilt noch überfordert.

Susie Hodge: Kunst: erklärt – 100 Meisterwerke und was sie bedeuten, 216 S., 20 Euro, Laurence King Verlag Foto: Laurence King Verlag

 

Centre Pompidou, Paris

„La Raffinerie“ nennen die Pariser ihr Kulturzentrum „Centre Georges Pompidou“ wegen der bunten Röhren für Wasser, Strom, Luft und die Rolltreppen für Besucher, die außen vor der Fassade hängen. Der Bau, der 1977 eröffnet und umgehend eine Sensation wurde, stammt von den Architekten Renzo Piano und Gianfranco Franchini aus Italien und dem Briten Richard Rogers, die den von Staatspräsident Georges Pompidou initiierten internationalen Architektenwettbewerb gewonnen hatten und eine damals völlig neue Art Museum planten. Etwa mit den Rolltreppen, die in ihren Glasröhren herrliche Ausblicke auf Paris bieten. Drinnen gibt es
auf zehn Ebenen über 12 000 qm Ausstellungsfläche für die ständige Sammlung, fast 6000 qm für Sonderausstellungen, eine Bibliothek, ein Theater, einen Shop und im obersten Stockwerk ein Restaurant. Foto: Centre Georges Pompidou

Barcelona: In der spanischen Stadt wurde gerade der Torre Glòries eröffnet, ein 125 Meter hoher Turm, in dessen 30. Etage eine 360-Grad-Plattform einen Rundumblick auf die Stadt bietet. Im Turm gibt es Kunstausstellungen. Eintrittskarten für 15 Euro können über www.miradortorreglories.com gebucht werden. Foto: Torre Glòries
Wien: Am 14. Mai hat in Österreichs Hauptstadt ein Museum  für „Schwarze Kultur und Black Music“ eröffnet, in dem eine multimediale Sammlung die Kunst und die Geschichte farbiger Künstler in Österreich und Deutschland dokumentiert. Mit dabei sind Arabella Kiesbauer, Roberto Blanco, Billy Mo und Milli Vanilli.

18. Juni bis 25. September: In Kassel findet die Documenta 15 statt, diesmal kuratiert vom indonesischen Künstler-Kollektiv Ruangrupa. An über 30 Orten – darunter das Fridericianum, das Hessische Landesmuseum, der Nordstadtpark und die Karlsaue – zeigen 54 Künstler ihre neuesten Werke.
1. Juni bis 26. August: Im Hamburger Auswanderer Museum  gibt es „Lisas und Mads fantastische Reise durch Raum und Zeit“ zu sehen, eine riesige Installation aus 500 000 Legosteinen. Auf 400 qm reist man ins Alte Rom, in den Wilden Westen und ins Weltall.

Endlich! Nach zwei Corona-Jahren, in denen keine Messe stattfinden konnte, treffen sich vom 7. bis zum 12. Juni Designer, Hersteller und Wohn-Fans aus aller Welt in Mailand wieder zum Salone del Mobile, um im Messezentrum und in vielen Galerien in der Innenstadt das schöne Wohnen zu feiern.
So zeigt die italienische Firma B&B den Sessel „Le Bambole“ von Mario Bellini, Konkurrent Cor seinen Lounge-Sessel „Jalis“ des Designerduos Jehs+Laub. Besonders sehenswert: Die Londonerin Bethan Gray und ihre neue Kollektion aus Stoffen, Teppichen, Glas und Keramik in der Galerie Rosanna Orlandi.

Le Bambole

Jalis Lounge Sessel

Bethan Gray

Museum Barberini, Potsdam 4.6. bis 25.9.22
Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945
 

Weg mit dem Blumenbeet und dem Traktorfahrer: Der abstrakte Expressionismus in den USA und die informelle Malerei in Europa entstanden nach dem 2. Weltkrieg als Reaktion auf die zuvor dominanten Stilrichtungen. Die jungen Künstler diesseits und jenseits des Atlantiks setzen sich mit Form, Farbe und Material auseinander, und verabschiedeten sich von figürlichen Motiven.
Das Museum Barberini zeigt jetzt rund 100 Arbeiten von Jackson Pollock und Lee Krasner, von Mark Rothko und  Barnett Newman, von Antoni Tàpies und Jean Dubuffet und vielen anderen.
Die Ausstellung entstand zusammen mit der Albertina in Wien und dem Munchmuseet in Oslo, wo sie später gezeigt wird.

Foto: Mark Rothko, Ohne Titel, 1958, Acryl und Öl auf Leinwand, 142,6 x 157,8 cm, National Gallery of Art, Washington, D.C., Geschenk der Mark Rothko Foundation, Inc.© Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Image courtesy of the National Gallery of Art, Washington, DC

Das Rathaus

Wasser ist in Kiel natürlich ein großes Thema. Schon wenn man am Hauptbahnhof aus dem Zug steigt, riecht es nach Meer. Dabei liegt Kiel gar nicht direkt an der Ostsee, sondern an der Kieler Förde,  einem 17 km langen, sich verbreiterndem Wasserweg, der früher Schleswig von Holstein trennte und heute tief genug für Kreuzfahrtschiffe ist, die man auch gleich vom Bahnhof  aus sehen kann. Verlassen Sie sich übrigens nicht darauf, dass Sie am Bahnhof einen Stadtplan bekommen können, das Tourismusbüro, hier genannt „Welcome Center“, finden Sie erst in in der 200 Meter entfernten Straße Ziegelteich Ecke Andreas-Gayk-Straße. Dort können Sie sich auch über die Fähre informieren, mit der Sie kreuz und quer durch die Förde und dann bis nach Schilksee  an der offenen Ostsee schippern können. In Schilksee wurden 1972 die Olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen, und jedes Jahr im Juni (diesmal 18. bis 26.) findet dort das größte Segelsportereignis der Welt statt, die Kieler Woche.
Aber erst einmal sollte man durch die Stadt schlendern, über den Holstenplatz zum Beispiel in Richtung Holstenstraße, gleich gegenüber vom Welcome Center. Links hinter dem Europaplatz liegt auf einer Anhöhe die „Wunderino Arena“ , in der Halle für 10 000 Zuschauer veranstaltet der THW Kiel seine Handballspiele, und es gibt Konzerte, am 13. Juni zum Beispiel rockt Gianna Nannini und im August Tom Jones die Stadt.

Asmus Bremer

Einen Platz weiter, am Asmus Bremer Platz, sitzt auf einer Rundbank um einen Baum ziemlich selbstverständlich eine lebensgroße Bronzeplastik von Asmus Bremer (1652-1720), der von 1702 bis 1720 Bürgermeister von Kiel war. Hinter dem Platz liegt das Rathaus von 1911 mit dem 106 m hohen Turm, der dem Campanile in Venedig nachempfunden ist und als Wahrzeichen von Kiel gilt.
Geradeaus geht es über die Holstenbrücke in Richtung „Alter Markt“ mit mehreren netten Lokalen und einer Eisdiele mit den leckersten Sorten. Daneben gibt es mittags manchmal kostenlose Orgelkonzerte in der St. Nikolai Kirche, die 750 Jahre alt ist, aber 1949 nach großen Zerstörungen einfacher wieder aufgebaut wurde.
Einige Meter weiter steht ein Adelshof von 1616, in dem heute das Stadtmuseum zu finden ist. Hier eröffnet am 17. Juni die Ausstellung „Kiel bittet um Ihren Besuch – Touristisches Stadtimage im Wandel“, die vor allem zeigen will, wie wichtig der Segelsport für die Stadt bis heute ist.
Danach gehen Sie natürlich am besten ans Wasser – Schiffe gucken! Fotos: CO