„Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung zwischen Menschen“

…meinte der Musiker, Schauspieler und Humorist Victor Borge (1909 bis 2000), der eigentlich Borge Rosenbaum hieß und sich selbst als bekanntesten Dänen seit Hamlet bezeichnete.
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft. Dre Abdruck ist kostenpflichtig. www.butschkow.de

Altes Kasino – Hotel am See, Neuruppin, Brandenburg

Terrasse am See

Direkt am Ruppiner See, der mit 14 km Ausdehnung der längste Brandenburgs ist, liegt das Hotel. Und das seit gut 125 Jahren: 1894 eröffnete das Gasthaus am See, das alte Fachwerkhaus musste allerdings 1972 abgerissen werden. 1993 entstand ein Neubau mit Hotel und Gastronomie, zur Zeit wird das Haus saniert, um am 1.3.2020 in ganz neuem Glanz wieder zu eröffnen.
Am schönsten sitzt man natürlich auf der Terrasse mit Blick auf den See, aber auch der Wintergarten ist einladend. Die 21 Zimmer sind freundlich eingerichtet, die meisten haben Balkon oder Terrasse.
Und im Restaurant gibt es abends Lokales: geschmorte Hirschkeule oder Eglifilet, dazu einen Märkischen Landmann (ein Schwarzbier) oder Fontanes Kastanienlikör.
DZ ab ca. 92 Euro. Foto: Altes Kasino

Malerische Gärten

Dass Claude Monet seine berühmten Seerosen im eigenen Garten porträtierte, ist weithin bekannt. Aber dass Leonardo Da Vinci mehrere Skizzenbücher mit gezeichneten Blüten, Blättern und Kräutern hinterlassen hat und Frida Kahlo Blätter aus ihrem Garten in ihre Gemälde integrierte, wissen vielleicht nicht so viele. Die britische Gartenarchitektin und Filmautorin Jackie Bennett ist durch Europa und Amerika gereist und hat die Gärten großer Maler für ihr neues Buch besucht. Neben einer Kurzbiografie des betreffenden Künstlers, einem Text über dessen jeweiliges Verhältnis zu Natur und Gärtnerei gibt es viele Fotos von Gärten und Gemälden, z.B. von Paul Cézanne, Max Liebermann, Emil Nolde, den Neuengland-Impressionisten und dem englischen Kreis um William Morris. Ein schönes Geschenk nicht nur für Garten-Liebhaber.

Jackie Bennett: Die Gärten der Künstler 224 S., Gerstenberg Verlag, 36 Euro
Foto: Gerstenberg

Flirrende Farben

Stimmt schon: Vom Impressionismus glaubt man ja mittlerweile so gut wie jedes Bild zu kennen. Aber dann ging man vergangenen Winter in die Hamburger Kunsthalle – und siehe da: Die Sammlung, die der dänische Unternehmer Wilhelm Hansen gemeinsam mit seiner Ehefrau Henny ab 1916 in seinem Anwesen Ordrupgaard nördlich von Kopenhagen zusammengetragen hat, verfügt mit Meisterwerken von Malern wie Auguste Renoir oder Camille Pissarro noch über eine ganze Reihe faszinierender Glanzlichter aus der populärsten Kunstrichtung der Moderne. Und wenngleich der Katalog die flirrende Farbpracht der Bilder nur unzureichend wiedergeben kann, als Beleg einer manischen Sammelleidenschaft ist er ebenso nützlich wie als Dokument einer einzigartigen Stilepoche.

Markus Bertsch (hrsg.): Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard. 240 Seiten, 120 Abb. Wienand. 38 Euro Foto: Wienand

Leckerer Lustmacher

Bald taucht der erste in den Gemüseläden auf: Mit Rhabarber zieht der Frühling übers Land. Er ist zwar ein Gemüse, wird aber bei uns meist als Obst für Süßspeisen verwendet. Dabei schmecken die roten Stangen auch mit Fisch und Fleisch, wie der dänische Fotograf und engagierte Hobbykoch Sören Staun Petersen mit seinem Buch beweist. Also wie wäre es mal mit Lachs mit Ingwer, Kümmel und Rhabarber und danach Rhabarber-Crumble mit Minz-Creme-fraiche-Dressing? Einfach lecker!

Sören Staun Petersen: Rhabarber. Raffinierte Rezepte für Süsses und Herzhaftes. 120 Seiten, LV.Buch. 18 Euro
Foto: LV.Buch

Nach der Möbelmesse im Januar in Köln ist vor der Messe im April in Mailand, auf der dann auch wieder neue Möbel zu sehen sein werden. Wir zeigen ein paar schicke neue Sehnsuchtsstücke:

1. Das bequeme Bett „Friday night“ von Zeitraum . 2. „Sol“ von Team 7, der kleine Schreib- oder Schminktisch aus Naturholz. 3. „Tesaurus“, die feinen Sideboards mit den runden Ecken hat der Designer Antonio Citterio für B&B entworfen www.bebitalia.com . 4. Den kleinen Tisch „Twist“ von Müller Möbelfabrikation aus Metall gibt es in Weiß, Puder und Schwarz. Fotos: Hersteller

Friday Night

Sol

Tesaurus

Twist

27. bis 29. März: Hamburg feiert die Beatles mit einem großen Festival „Come Together“ ! Neben Ausstellungen, Lesungen und Talkshows finden natürlich jede Menge Konzerte von Gruppen wie The Rattles, The Liverbirds, Jon Keats, The Fairies, Hamburg Beat und vielen anderen statt. Initiatorin ist die großartige Musikerin und großer Beatles-Fan Stefanie Hempel.

2.Mai: An Schleswig-Holsteins Ostseeküste feiert man den Welt-Fischbrötchen-Tag – mit Aal, Matjes, Lachs, Makrele und bismarckhering. Und wer mag, kann seine knusprige Semmel auch mit Salat, Mayonnaise und Zwiebeln dekoriert bekommen. Foto: Tourismus Schleswig Holstein

Meldungen aus einem kleinen Land
Peter Meleghy berichtet aus Ungarn

Unser Autor

Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Webseite www.ungarnaktuell.de , außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 

Kluge Enten und andere Seltsamkeiten
Auf dem Dach des Budapester Innenministeriums nisten Wildenten und schnattern. Dies stört die meisten Herren beim Denken und Diskutieren. Sie würden die Vögel gern loswerden, sogar wenn man sie dafür umbringen müsste. Dies ist aber kaum möglich, denn die klugen Tiere haben für sich einen Platz gewählt, wo man sie nicht sehen kann – nur hören.
Vogelschützer meinen daher, die Herren Politiker sollten sich mit offenen Ohren den Enten nähern. Und zuhören. Es wäre ja möglich, dass sie dabei etwas dazulernten – wie man beispielsweise das tägliche Verkehrschaos vermeiden und für gesündere Luft sorgen könnte. Schaden jedenfalls könnte es nicht.

Krankenhäuser in Not – Lösung in Sicht
Die ungarischen Krankenhäuser sind überfüllt. Mit Kranken! Deshalb nennt man sie Krankenhäuser und nicht anders. Die Menschen, die dort auf Hilfe hoffen, stellen sich oft schon morgens um fünf Uhr an, um eine günstige Wartenummer zu bekommen. Es herrscht Ärztemangel, Schwesternmangel, Gerätemangel. Doch all das hat bald ein Ende. Viktor Orbán hat es selbst angekündigt: Die Warteräume werden geweißt. Ist das nicht wunderbar? Aber ja!
Für die Arbeit wurden von ihm auch schon 140 Milliarden Forint eingeplant, also rund 450 Millionen Euro. Das ist für die Orbán-Familie und ihre Freunde, die garantiert die Aufträge bekommen werden, ein einfaches, gutes Geschäft. Zwar würde das Geld auch für ein neues, schönes, großes Krankenhaus reichen. Aber dabei wäre das Geldverdienen viel komplizierter, und – da ist Logik drin – was würde ein schönes, großes Superkrankenhaus nützen ohne Ärzte, Schwestern und Hilfspersonal. Dann doch lieber weißen.

Helfer, Helfer, Helfer
Vor Weihnachten gab es vor den Sammelstellen der Hilfsorganisationen für Bedürftige lange Schlangen. Die Menschen brachten Kleidung, Bettwäsche, Spielzeug, Konserven mit. Und wenn wieder einmal eine zahlungsunfähige Mutter mit mehreren Kindern aus ihrer Wohnung geworfen wird, kommt das fehlende Geld von Privatspendern innerhalb weniger Tage zusammen. Auch als ein oppositioneller Politiker im Parlament eine Tafel hochhielt mit dem Text „Orbán lügt!“ und dafür vom Parlamentspräsidenten des „Hohen Hauses“ mit einer hohen Geldstrafe bestraft wurde, war sein Bankkonto bald wieder gefüllt.

Heldenhafte Richter
Ein anderer oppositioneller Abgeordneter – Vertreter zumindest eines Teiles des Volkes – wollte vor ca. drei Monaten ins staatliche Rundfunk- und Fernsehgebäude, um dort ein Protestschreiben zu verlesen. Er wurde abgewiesen, und als er nicht ging, von drei Pförtnern angegriffen und zu Boden geworfen, wobei der Parlamentarier einem der Angreifer recht fest in die linke Wade kniff. Dafür wurde er wegen Körperverletzung angeklagt. Der Streit ging durch drei Instanzen, weil Staatsanwalt zweimal Revision einlegte. Doch auch das Oberste Gericht entschied für den Abgeordneten und ermahnte den Direktor der Fernsehanstalt. Dazu brauchen Richter in Ungarn Mut. Aber in letzter Zeit gibt es immer mehr mutige Richter.

Kontrolle mit einem Lächeln
Wer über 65 Jahre alt ist, braucht in Ungarn für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln keinen Fahrschein zu kaufen. Kinder unter einem bestimmten Alter und junge Menschen mit einschlägigem Ausweis müssen ebenfalls kein Ticket lösen. So kam es, dass mich jugendlichen 80er vor wenigen Tagen eine Kontrolleurin mit einem feinen, zurückhaltenden Lächeln fragte:“ Den Pfadfinder-Ausweis haben Sie natürlich dabei!“ Das hatte ich zwar nicht, dafür aber ein breites Lächeln!

Fotos: privat/UngarnTV

Tate Modern, London 12.3. bis 6.9.2020:
Andy Warhol

Andy Warhols „Flowers“

Zwanzig Jahre ist es her, dass in London zuletzt eine Andy Warhol Ausstellung gezeigt wurde. Nun befand die Tate Modern, es sei mal wieder an der Zeit, dem Ausnahmekünstler (1928 bis 1987) eine große Show zu widmen. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Museum Ludwig trug man über 100 Werke zusammen, an denen die Entwicklung des Künstlers in den turbulenten Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern mit ihren großen sozialen, politischen und auch technischen Veränderungen nachzuvollziehen ist.
Zu sehen sind u.a. seine Bilder „Green Coca-Cola Bottles 1962“, „Marilyn 1962“, Selbstporträts von 1964, 1967 und 1986, „Mao 1972“ und „Dolly Parton 1985“.
Vom 10. Oktober 2020 bis zum 21. Februar 2021 ist die Ausstellung dann im Kölner Ludwig Museum zu sehen. Foto: Andy Warhol: Flowers © Foto:Tate, London

 

Wenzel-Hablik-Museum, Itzehoe bis 14.6.2020:
Glashäuser, Luftgebäude und Sternengrüße. Utopien des Bauens – Wenzel Hablik und der Briefzirkel „Gläserne Kette“

Glashaus- Entwurf

Der Maler, Grafiker und Kunsthandwerker Wenzel Hablik (1881 bis 1934) zweifelte an den traditionellen Wohnformen seiner Zeit und fragte 1920: “Wo steht es denn geschrieben, dass der Mensch ewig in „Ziegelkisten“ zu wohnen hat?“ Schon 1903 hatte er erste Kristallbauten gezeichnet, danach Luftgebäude und fliegende Siedlungen erdacht. 1919 nahm er an der von Walter Gropius organisierten Schau „für unbekannte Architekten“ teil und trat der Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“ bei, zu der auch Bruno Taut und Hans Scharoun gehörten.
Das Wezel-Hablik-Museum zeigt jetzt Zeichnungen und Gemälde des Künstlers und Briefe und Entwürfe der Mitglieder der „Gläsernen Kette“, die allerdings nur bis Ende 1920 existierte. Foto: Wenzel Hablik Museum

Aus welcher Richtung auch immer man auf Urbino zufährt, der erste Eindruck ist immer: Hier sitzt die Macht. Die gewaltige Festung auf dem Hügel strahlt Kraft, Stärke und massive Abwehr aus und ist absolut beeindruckend.

Der mächtige Palazzo Ducale

In der rund 1500 Jahre alten Stadt angekommen, parkt man am besten auf dem Borgo Mercatale an der Porta Valbona, denn von diesem großen Parkplatz kann man mit einem Fahrstuhl ins Zentrum hinauf fahren. Man landet auf dem Corso Garibaldi auf der Rückseite des Palazzo Ducale. Der gigantische Herzogpalast wurde zwischen 1463 und 1472 für Federico da Montefeltro erbaut, einen höchst erfolgreichen Heerführer und Politiker und großen Mäzen. Heute gehört der Palast zum Weltkulturerbe, in dem jetzt die Galleria Nazionale delle Marche und das Museo Archeologico residieren. Riesige Renaissance-Gemälde sind hier zu bestaunen, u.a. von Tizian und Raphael, der in Urbino geboren wurde und dessen Geburtshaus besichtigt werden kann. Im Museum wird noch bis zum 13. April die Ausstellung „Raphael – die Farben der Renaissance“ gezeigt, denn man erinnert 2020 in ganz Urbino an den 500. Todestag des Künstlers.
Aber vorher schlendert man ein wenig durch die engen Gassen und schaut vielleicht in die Kirche San Domenico von 1365 und auf jeden Fall in den Dom von 1604. Am 12. Januar 1789 zerstörte ein gewaltiges Erdbeben die Kuppel des Doms, die 1801 im neoklassischen Stil wieder errichtet wurde.

Eine Pause unter schattigen Arkaden

An der Piazza della Republica sollte man eine Pause einlegen. Am besten sucht man sich einen Tisch unter den schattigen Arkaden und bestellt ein Bier oder einen kühlen Weißwein, denn zu Alkohol werden hier kleine, leckere Häppchen serviert, die den ersten Hunger stillen.
Dann geht es weiter die Via Raffaello hinauf, dort steht das Geburtshaus des Meisters, das erstaunlich groß und luxuriös und heute ein kleines, privates Museum ist. Im Erdgeschoss hatte der Vater Giovanni Sanzio seine Malerwerkstatt, in der

Kunst in Urbino

er meist Aufträge des Herzogs ausführte und früh seinen Sohn anlernte. Im ersten Stock, in einem wunderschönen Raum mit herrlicher Kassettendecke, hängen drei Werke des Vaters. Daneben, in einem kleinen Seitenraum, in dem Raphael wohl geboren wurde, hängt das Bild „Madonna mit Kind“, das der Sohn mit erst 15 Jahren gemalt haben soll. Im kleinen gepflasterten Innenhof gibt es einen eigenen Brunnen.
Geht man die steile Via Raffaello weiter hinauf, dann gelangt man schließlich an die Piazzale Roma mit einer imposanten Statue des Künstlers – und einem großartigen Ausblick in die herrliche Landschaft der Marken. Und vom großen „Parco della Resistenza“ mit vielen Bänken gleich nebenan hat man den schönsten Blick auf die engen Gassen Urbinos.
Fotos: CO

Die Industrie schafft die Gebrauchsgegenstände des Leibes, die Kunst die Gebrauchsgegenstände der Seele.“

Der Maler Oskar Schlemmer (1888 bis 1943) zitiert in der Ausstellung „Oskar Schlemmer“ im von der Heydt Museum in Wuppertal..
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Fährhaus Niederkleveez

Hotel mit Fähranleger

Ein Hotel mit eigenem Schiffsanleger hat man ja doch eher selten. Hier gibt es ihn: An der Station Niederkleveez kann man ein Schiff zur 5-Seen-Fahrt in der Holsteinischen Schweiz besteigen. In knapp zwei Stunden schippert man gemütlich über Dieksee, Langende, Behlersee, Höfe und Edebergsee. Und dann hat man sein Hotelzimmer direkt am Anleger und davor einen schönen Garten mit Strandkörben. Die Zimmer sind komfortabel, zum Teil mit Balkonen zum See, das Frühstück ist üppig, und abends lädt das Restaurant zu regionalen Spezialitäten: Dorsch, Matjes oder Sauerfleisch.
DZ ab ca. 84 Euro Foto: CO

Die Kunst der Welt

Über die Kunst dieser Welt und ihre lange Geschichte sind schon etliche Darstellungen geschrieben worden – jetzt haben diese Bücher eine im wahrsten Sinne des Wortes gewichtige Konkurrenz bekommen. Satte 3 Kilogramm wiegt der neue 26 mal 31 Zentimeter messende Wälzer mit seinen 612 Seiten, und das ist durchaus angemessen bei einer rund 30000-jährigen Historie. Von vorgeschichtlichen Höhlenmalereien über die Meisterwerke der Pharaonen, die Kunst der Griechen und Römer reicht das gewaltige Panorama weiter über Renaissance und Barock bis in die Gegenwart, und wenn frühere Darstellungen oft allzu europalastig waren, so trifft das auf dieses üppig bebilderte Kompendium nicht zu: Der Blick geht rund um den Globus. Ob alles stimmt, lässt sich natürlich auch nach der zweiten und dritten Lektüre nicht zuverlässig sagen, aber dass so gut wie (fast) alles drin ist, kann man getrost bestätigen.

Andrew Graham- Dixon (hrsg.): Art. Die visuelle Geschichte. 612 S., über 3000 Abb. Dorling Kindersley. 49,95 Euro Foto: Dorling Kindersley


Kurze Karriere

Er wurde nur 27 Jahre alt und starb 1988 an seiner Drogensucht, die zu bekämpfen er gerade beschlossen hatte. Der afroamerikanische Maler, Zeichner und Grafitti-Künstler Jean-Michel Basquiat hat als erster Schwarzer eine atemberaubende Karriere im Kunstmarkt hingelegt. Er arbeitete mit Andy Warhol und Keith Haring, mit Salvador Dali und Joseph Beuys zusammen und hatte schon früh Einzelausstellungen in New York, Tokio, in Paris und Hannover. 1982 war er der jüngste Teilnehmer der Documenta in Kassel.
Der Hirmer Verlag hat nun einen ganzen Band seinen Selbstportraits gewidmet und die aufregenden Bilder ergänzt um großformatige Fotos des Künstlers und einige informative Texte.
Der italienische Illustrator Paolo Parisi erzählt das kurze, ereignisreiche Leben Basquiats in einer bunten Graphic Novel. Die leuchtenden Farben, sagt Parisi, hat er direkt aus den Bildern des viel zu früh Verstorbenen übernommen.

Dieter Burchhart, Anna Karina Hofbauer: Basquiat by Himself, 184 S., Hirmer Verlag 39,95 Euro.

Paolo Parisi: Basquiat – A graphic Novel, 128 S., Laurence King, 14,95 Euro Fotos: Hirmer/Laurence King

 

Zu Messen geht man, um zu sehen, was den Designern eingefallen ist, was gibt es Neues, was bietet die Industrie, was ist im Trend. Das ist bei Möbeln nicht anders als in der Mode. Im Januar versammelte sich deshalb wieder die gesamte Branche in Köln zur Internationalen Möbelmesse.
Natürlich ist der Klimawandel auch an ihr nicht vorbei gegangen, deshalb war in Köln Recycling, Upcycling und Nachhaltigkeit ein allgegenwärtiges Thema. Kunststoff ist also nicht mehr so beliebt, Holz ist weiter das bevorzugte Material – und natürlich gibt es immer weiter große Esstische in jeder Form. Sessel und Sofas sind gern mit Samt bezogen, lassen sich mit Longchairs, Regalen und Tischen erweitern und haben runde, hochgezogene Rückenlehnen. Nebenher konnte man aber auch auf kleinen, gepolsterten Bänken und Hockern probesitzen. Das vom Institut Pantone zur Farbe des Jahres erklärte satte Blau war eher selten zu sehen. Aber den Garten und die Terrasse haben jetzt viele Hersteller als zusätzlichen Raum entdeckt und bieten dafür Geflechtmöbel aus Rattan oder Metall an.
Ganz neu war der große Stand der Zeitschrift SCHÖNER WOHNEN, die ihre eigene Möbelkollektion vorstellte: Solide ohne viel Schnickschnack, zeitlos und unspektakulär.

Schauen Sie, was wir mitgebracht haben (von links nach rechts):
1. „Vuelta“ von Wittmann 2.  „Playtime“ von Wittmann 3. „Vegas“ von Maries Corner 4. Sofa „Floater“, Bank und Hocker „Drop“ von Cor 5. „Hemicycle“ von Ligne Roset 6. „Peacock von Cane Line 7. „Komodo“ von Nardi 8. „Trampoline“ von Cassina 9. „La Festa delle Farfalle“ von Ingo Maurer Fotos: Hersteller/Co

Vuelta

Playtime

Vegas

Drop und Floater

Hemicycle

Peacock

Komodo

Trampoline

La Festa delle Farfalle

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                                         Der Kampf tobt

Begonnen hat er im Herbst vergangenen Jahres. Während der landesweiten Kommunalwahlen haben sich die neun Oppositionsparteien zusammengerauft: Die jeweils eigenen Kandidaten sind im Rennen um den Bürgermeisterposten zugunsten der aussichtsreichsten Mitbewerber einer anderen  Oppositionspartei zurückgetreten. Der Erfolg war für alle überraschend. In den meisten Gemeinden siegte die Opposition. Besonders wichtig war und ist Budapest, wo der junge Politiker der Partei DIALOG Gergely Karácsony (Bedeutung des Nachnamens: „Weihnachten“) zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Er hat sogleich sein Veto gegen einen Stadionbau eingelegt und auch gegen die Einrichtung eines Museumsviertels im ältesten öffentlichen Park Europas – mitten in Budapest.
Viktor Orbán war und ist immer noch schockiert. Seine gewohnte Weihnachtsrede hat er nicht vor dem Parlament gehalten, sondern in der eher kleinen Musikakademie – vor geladenen Gästen.
Zwar kann der Ministerpräsident weiter so gut wie jedes Gesetz mit seiner Zwei-Drittel-Mehrheit durchs Parlament bringen. Trotzdem: Es gibt eine gewisse Wende im Land. Die Menschen waren daran gewöhnt, dass der jeweilige erste Mann des Städtchens aus Orbáns Gnaden befiehlt, stiehlt und stehlen lässt. So taten es auch die meisten Bürger, die es konnten. Das hat sich geändert. Man müsste sich schämen, sagt man – ein neues Gefühl. Die neuen Bürgermeister räumen inzwischen die übelriechenden Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger weg – höre ich gerade im Radio.  

Roma-Kinder in Ungarn

Selbst das oberste Gericht fällt erfreuliche, neuartige Urteile. So im Fall der ausgegrenzten Roma-Kinder in Gyöngyöspata, Ostungarn: Wie die Schülerinnen und Schüler vor Gericht berichteten, wurden sie in getrennten Klassen – so gut wie nicht – unterrichtet. Nach acht Jahren konnten sie gerade schreiben, kaum lesen. Sie bekamen keine Hausaufgaben – „weil sie sie sowieso nicht hätten bewältigen können“, so die Begründung. Die allerdings stimmte. So miserabel war der Unterricht.  Zudem durften sie nicht ins Schwimmbad, nicht zum Faschingsball, Schulausflug etc.
Das erste Urteil zur Wiedergutmachung des Bezirksgerichts wurde angefochten, das zweite, schon in Budapest, auch. Endlich wurden den jungen Leuten wegen der verfassungswidrigen Behandlung 99 Millionen Forint, ca. 35 Millionen Euro, zugesprochen. Es ist zwar keine optimale Lösung, denn ihr Leben wurde verpfuscht, und das ist kaum wieder gut zu machen. Aber immerhin ein Zeichen.
Wohl deshalb schimpfte Viktor Orbán, ohne das Wort „Roma“ zu benutzen: „Eine Minderheit bekommt viel Geld, obwohl sie nichts dafür getan hat.“
Da gibt es für die ungarischen Roma-Verbände – und fürs ganze Land – recht viel zu tun.
Doch jetzt schon eine neue gute Nachricht: Der erste rechtskräftig verurteilte Abgeordnete der  Regierungspartei Fidesz, Roland Mengyi, hat am 14. Januar 2020 seine vierjährige Haftstrafe angetreten. Das Gericht verurteilte ihn in zweiter Instanz wegen gemeinschaftlich versuchter Unterschlagung von 500 Millionen Forint, ca. 1,700 000 €, die als EU-Unterstützung für sozial tätige Vereine ausgewiesen waren.
Und schließlich: Die Fidesz bleibt weiterhin aus dem konservativen EU-Parteienverbund EVP suspendiert.
Gut für Ungarn.    Fotos: privat/Humanium

Bucerius Kunstforum, Hamburg 1.2. bis 10.5.2020:
David Hockney – Die Tate zu Gast

National Portrait Gallery 27.2. bis 28.6.2020
David Hockney: Drawing from Life

 

Mr und Mrs Clark and Percy

Wasser kann er malen wie kaum ein anderer: Der britische Maler, Graphiker, Fotograf und Bühnenbildner David Hockney (geb. 1937) lebte lange in Kalifornien und schuf dort seine berühmten Shower- und Poolbilder.

Das Bucerius Kunstforum zeigt jetzt etwa 100 Werke aus über sechzig Jahren, die meisten hat die Tate London ausgeliehen. Am Beginn der Ausstellung läuft man „In the studio“ des Künstlers, ein Collagengemälde aus Foto, Zeichnung und Graphik von 2017. Da steht der Meister mit Sessel, Teppich und Staffelei, rundum hängen seine Bilder. Weiter geht es chronologisch  und beginnt  mit einem Druck von 1954, der Hockneys Mutter zeigt, und endet mit mit dem riesigen Gemälde „A closer Grand Canyon“ aus sechzig kleinen Bildern von 1998. Zu entdecken ist so Hockneys technische und stilistische Entwicklung.
Auch im Februar eröffnet in London eine Hockney – Ausstellung, die sich nur seinen Zeichnungen widmet. Die ersten Portraits von seiner Mutter, seiner Muse Celia Birtwell, von sich selbst und einigen wenigen Freunde stammen auch hier aus den 50er Jahren, aber diese Menschen hat er bis in die 80er immer wieder gezeichnet, so ist die Ausstellung ein wunderbares Zeitzeugnis.

Foto: David Hockney: Mr and Mrs Clark and Percy,1970/71, Tate, London, © David Hockney, © Foto:Tate, London

Ein antiker Stadtplan

Sie war einmal Hauptstadt von Mallorca: Perpignan, die wärmste Stadt Südfrankreichs und 30 km von der Grenze zu Spanien entfernt. Ende des 13. Jahrhunderts teilte Jakob der Eroberer sein Reich Aragon unter seinen Söhnen auf, Jakob II erhielt Mallorca und das Roussillon und machte die Festung Perpignan zu seinem Wohnsitz auf dem Festland. Die Grundmauern des „Palais des Rois de Majorque“  stammen allerdings schon aus dem 10. Jahrhundert, zur mächtigen Burg wurde sie erst im 17. Jahrhundert ausgebaut. Nach vielen kriegerischen Auseinandersetzungen fielen Perpignan und das Roussillon 1659 im Pyrenäenfrieden endgültig an Frankreich.

Le Castillet

Ein Aufstieg zu dem Palast, der auf einem Hügel südlich der Altstadt liegt, lohnt sich auch an einem heißen Sommertag. Denn auf dem „Ehrerbietungsturm“ gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man die ganze Stadt und die Region bis zum Mittelmeer und den Pyrenäen überblickt.
Die Festung, die wenig mit dem Äußeren eines Schlosses gemein hat, ist beeindruckend mit ihrem Ehrenhof, mit doppelstöckigen Arkaden, riesigen Treppenaufgängen, Thronsaal  und Säulenhallen. Allerdings sind die Räume alle leer und kahl, Möbel und Dekorationen sind schon lange verschwunden.
Von der Aussichtsplattform kann man auch das Wahrzeichen Perpignans am anderen Ende der Altstadt sehen: Le Castillet. Das Stadttor aus dem 14. Jahrhundert ist der letzte Rest der Stadtmauer, die am Beginn des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. Heute gibt es hier ein Heimat-Museum und auch eine Aussichtsplattform, zu der Sie 142 Stufen hinaufsteigen müssen.

Der Tet fließt durch die Stadt

Apropos: Auch das Kaufhaus Galerie Lafayette, das schräg gegenüber steht, hat eine Dachterrasse mit Café, von der man einen schönen Blick über die Stadt hat. Das Kaufhaus selbst ist allerdings etwas aus der Zeit gefallen. Aber darin verweilen will man ja sowieso nicht, nun geht es nämlich durch die schmalen Altstadtgassen, in denen wunderbare kleine Geschäfte locken.
Schauen Sie sich unbedingt auch die Kathedrale Saint-Jean Baptiste an, die ursprünglich viel prächtiger werden sollte, aber die Bauarbeiten wurden im Laufe der Jahrhunderte eher nachlässig zu Ende geführt. Die Ausstattung der Bischofskirche ist jedoch überraschend kostbar.
Falls Sie jetzt Lust auf ein typisch französisches Bistro haben, am Place Francois Arago lädt das Café Vienne zu einer ausgiebigen Pause ein. Auf der großen Terrasse kann man dann bei einem preiswerten Menü dem Treiben zuschauen – am besten mit einem kühlen vin blanc im Glas.
Anschließend schlendert man ganz beschwingt in Richtung Bahnhof, der zwar nicht sonderlich spektakulär ist, aber den Maler Salvador Dali so begeisterte, dass er angeblich „Dies ist das Zentrum der Welt“ ausrief und eines seiner surrealistischen Gemälde „La Gare de Perpignan“ nannte, obwohl der darauf gar nicht zu sehen ist. Fotos: CO

Wenn Männer nicht mehr aggressiv sein müssen, um akzeptiert zu werden, fühlen Frauen sich nicht mehr gezwungen, sich ständig zu fügen. Wenn Männer nicht mehr beherrschen müssen, müssen Frauen nicht mehr beherrscht werden.“

Die Schauspielerin Emma Watson 2014 in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen in New York, mit der sie für die Kampagne HeForShe warb, mit der mehr Gleichberechtigung erreicht werden soll. Zitiert im Buch „Wenn nicht ich, wer dann“ (siehe unten).
Foto: wikipedia

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland udn hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Hotel Dorint, Mönchengladbach

Weit ist es nicht vom Hotel in die Innenstadt, das Haus liegt auf einer Anhöhe direkt am „Bunten Garten“, dem Botanischen Garten von Mönchengladbach, in dem man gut entspannen kann. Oder man geht ins Schwimmbad des Hotels, genießt einige Saunagänge und die eindrucksvolle Grottendusche. Die Zimmer sind groß, die Bäder gut ausgestattet. Im Wintergarten lockt ein reichhaltiges Frühstücksbüfett.
DZ ab ca. 90 Euro. Foto: Dorint