Wie gut, dass man in Budapest nicht nur zu Fuß laufen muss. Man kann nämlich zum Beispiel mit einem Schiffchen über die Donau fahren, vorbei am Gellertberg, dem beeindruckenden Parlament und rund um die Margareteninsel, auf der die Budapester gern ihre Wochenenden verbringen. Das geht natürlich nur, wenn in der Donau genügend Wasser ist, vor kurzem fehlte es. Und überhaupt war dieser Sommer so heiß, dass man gern in Bus oder Straßenbahn stieg, denn in denen gibt es – meist – Klimaanlagen. Und wenn man über 65 ist, sind die öffentlichen Verkehrsmittel auch noch kostenlos. Besonders empfehlenswert: die Straßenbahn Nr 2, sie fährt die Donau entlang an all den Sehenswürdigkeiten vorbei.
Ganz bequem ist man natürlich mit einem Hop-on-hop-off-Bus unterwegs, mit dem man schon nach wenigen Stationen an der Kettenbrücke ankommt. Die Hängebrücke von 1849 ist 375 m lang und zwischen zwei Triumphbögen mit Eisenketten aufgehängt. Sie verbindet die ehemaligen Städte Buda und Pest.
Wenig später hält der Bus in der Straße Dohány Utca an der größten Synagoge Europas, gebaut 1859 und mit zwei Zwiebeltürmen dekoriert. Im Anbau befindet sich heute das Jüdische Museum mit Objekten von der Römerzeit bis ins 20. Jahrhundert. Dort stand einst das Geburtshaus Theodor Herzls (1860 – 1904), des Begründers des Zionismus.
Aussteigen muss man unbedingt in der Andrassy Ut, denn an diesem Prachtboulevard stehen wunderschöne Bauten. Zum Beispiel die Oper: 1875 bis 1884 im Stil der Neorenaissance errichtet und kürzlich prächtig restauriert, strahlt sie in blendendem Weiß.
Schlendern Sie vorbei an Luxusläden, der Musikakademie, dem Operettentheater und vielen einladenden Restaurants bis zum Heldenplatz. An dessen Rand stehen die Kunsthalle und das Museum der Bildenden Künste, und in der Mitte ragt das 1906 eingeweihte 36 m hohe Milleniumsdenkmal empor, gesäumt von zwei Kolonnaden mit Figuren ungarischer Nationalhelden. Der Platz entstand 1896 anläßlich der 1000-Jahr-Jubiläums der magyarischen Landnahme, also der Ansiedlung der Ungarn, und gehört heute zum Weltkulturerbe. Sollten Sie jetzt unter schattigen Bäumen lustwandeln wollen, nur zu, hier beginnt das „Stadtwäldchen“ mit großem See und zwei Museen.
Das berühmteste Café der Stadt steuert der Hop-on-Hop-off-Bus natürlich auch an, das „New York Palace“, das sich selbst als das schönste Kaffeehaus der Welt bezeichnet. Deshalb gibt es auch immer lange Warteschlangen vor dem Eingang. Aber das Warten lohnt sich, die neobarocke Ausstattung ist einfach atemberaubend, und der Kaffee ist auch okay.
Gar nicht weit von dort kann man die Markthalle besichtigen, eine dreigeschossige Stahlkonstruktion mit zwei Seitenschiffen von 1894, in der 180 Stände mit Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch Platz haben.
Ein paar Meter weiter fließt die Donau, über die der Bus jetzt in Richtung Budaberg und zur Fischerbastei hinauf fährt. Der Burgpalast hier oben ist das größte Gebäude Ungarns und beherbergt die Nationalgalerie, in der man viele Stunden verbringen kann.
Wenn man nicht doch lieber gleich zur Fischbastei geht, diesem skurrilen Bauwerk von 1895 mit konischen Türmen, das an die Zelte der Magyaren erinnern soll. Von hier aus hat man den herrlichsten Blick auf ganz Budapest, auf die Donau mit ihren Brücken und auf das riesige neogotische Parlament mit seinen 700 Räumen.
Unser Tipp: Suchen Sie sich eine Bank und genießen Sie den Blick auf diese einzigartige Stadt. Fotos: CO