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Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet,
kennt den Neid von Radfahrern.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
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bis 7. Februar 2027: Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt „Too Hot – Heiße Städte – neue Wege“, um am Beispiel von 13 europäischen Städten kühle Lösungen für die immer dramatischere Klimakrise vorzustellen. Begleitet wird die Ausstellung von Vorträgen, Diskussionen und einem Podcast.
Das Belvedere in Wien hat ein neues Angebot: Die 24 Werke, die das Museum von Gustav Klimt besitzt, sind jetzt digital zu erleben. Unter https://sammlung.belvedere.at/collections/482201/gustav-klimt/objects/imageskann man sich alle Bilder anschauen, erklären und einordnen lassen und überhaupt alles Wissenswerte dazu erfahren.
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Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell

„der Verzweifelte“
Die idealisierte Ästhetik des Klassizismus und der Romantik war dem französischen Maler Gustave Courbet (1819-1877) suspekt, er wollte lieber die Realität darstellen, eins seiner frühen Bilder zeigt Steinklopfer bei der Arbeit. Das Museum Folkwang widmet Courbet jetzt eine große Retrospektive mit hundert Werken aus allen seinen Schaffensperioden. Die Schau ist in neun Kapitel aufgeteilt, die an seiner Biografie entlang seine bevorzugten Themen zeigen – von seinen zahlreichen Selbstporträts (deshalb der Titel der Ausstellung) über Landschaften und sozialen Realismus bis zu Politik und Exil, denn da er sich in der Pariser Kommune von 1871 engagiert hatte, musste er ins Schweizer Exil fliehen. Unter den 85 gezeigten Gemälden sind auch sein Selbstporträt „Le Désespéré“ (der Verzweifelte) und „L’Origine du Monde“ (der Ursprung der Welt) von 1866, das eine unverhüllte Vulva zeigt und mit dem Courbet. Foto: Wikipedia

Kathedrale mit Glockenturm
Die Busse in Litauens Hauptstadt Vilnius zeigen nicht immer das Ziel der Fahrt an, oft sieht man ein rotes Herz und daneben steht „Ukraine“. Die gelbblaue Fahne der Ukraine weht überall im Stadtbild, an vielen Lokalen steht „Ukrainer willkommen“. Und weit oben an einem Hochhaus kann man sogar in großen Lettern lesen: Putin The Hague is waiting for you – Den Haag wartet auf Dich, Putin.Der Krieg ist hier allen sehr bewußt, trotzdem strahlt die Stadt Lebensfreude und Fröhlichkeit aus.

Standbild von Großfürst Gediminas
Und das nicht nur in Uzupis, was „jenseits des Flusses“ bedeutet, denn das Künstlerviertel erreicht man von der Altstadt aus über den Fluss Vilnia. Das Viertel, das seit den neunziger Jahren Künstler und Bohemiens anzog, erklärte sich 1997 zu einem unabhängigen Narrenstaat mit eigener Verfassung, die auf einem Schild an der Zugangsbrücke nachzulesen ist – auch auf Deutsch. Wer will, kann gegen kleines Geld sogar einen Stempel in seinen Pass bekommen. Die vielen Galerien, Kunsthandwerker, Cafés und Restaurants laden zum Bummel ein.
Zurück in die Innenstadt geht man die schmale Straße Latako hoch und erreicht die Pilles, von der gleich rechts die Literatvu Gatve ab. Hier würdigen die Bewohner ihre litauischen Schriftsteller mit Bildern und kleinen Kunstwerken an den Wänden.

Straße der Literatur
Durch die Pilles geht es dann vorbei an schönen Fassaden, kleinen Geschäften und vielen Cafés und Restaurants in Richtung Kathedrale. Falls Sie aber gerade Hunger haben, können Sie in der Pilles auch erstmal Traditionelles in guter Qualität probieren, die köstliche kalte Rote Beete Suppe zum Beispiel oder die Zeppeline, lecker gefüllte Kartoffelklöße.
Die Kathedrale, die mit ihren sechs dorischen Säulen vor dem Portal eher wie ein Schloss anmutet, stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Der Architekt, der die vorherige Kirche renovieren sollte, schwärmte für den Klassizismus und verordnete der Vorhalle die 20m hohen Säulen, innen blieb es bei gotischen und barocken Elementen, besonders sehenswert ist die Kasimirkapelle, die dem litauischen Nationalheiligen gewidmet ist.
Der Glockenturm auf dem Kathedralenplatz ist mit Kreuz 57m hoch und kann bestiegen werden. Zwischen Kathedrale und Glockenturm ist eine Bodenplatte verlegt mit der Inschrift „Stebuklas“ (Wunder), sie soll Wünsche erfüllen, wenn man sich auf der Platte um sich selbst dreht. Aber sie soll auch daran erinnern, dass hier im August 1989 die Menschenkette begann, die sich dann 600 km durch das ganze Baltikum zog, um den Freiheitswillen der Balten zu dokumentieren. Der „Baltische Weg“, bei dem sich zwei Millionen Menschen aus Litauen, Lettland und Estland an den Händen fassten und sangen, führte schließlich 1991 zur Unabhängigkeit der drei Staaten.
Mehr aus Vilnius berichten wir im nächsten KuNo am 1.9.26 Foto: CO
„
In meiner Branche muss man im Herzen…immer Kind bleiben. Wenn wir aufhören, Kind zu sein, hören wir auf, zu imaginieren und zu empfinden. Unsere Vorstellungskraft altert schnell. Wir müssen uns erinnern, wie es war, im Garten herumzurennen und im Regen in eine Schlammpfütze zu springen.“
Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg (geb. 1946) in einem Interview mit dem Stern Nr. 22 vom 28.5.2026.
Foto: Wikipedia
Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, kann mitmenschliche Probleme gut nachvollziehen.nCartoon-Abdruck kostenpflichtig
Hotel Ibis Centre, Vilnius, Litauen
Gut zu Fuß zu sein ist von Vorteil, denn dieses Hotel liegt etwas außerhalb der schönen Altstadt von Vilnius, und der Bus fährt nur bis an den Fluß Neris. Die Zimmer sind praktisch eingerichtet und fröhlich dekoriert. Unseres zum Beispiel tat so, als wäre die Wand eine mit Kreide beschriebene Tafel, war sie aber nicht.
Die Halle war für die vielen Frühstücker eigentlich zu klein, am Büfett legte das nette Personal regelmäßig Käse, Brötchen, Rührei und Obst nach. DZ ab ca. 100 Euro.
Foto: Ibis Hotel
Tierisch gut!
Britische Postämter arbeiten seit 1868 mit Katzen, die Mäuse und Ratten vertreiben sollen, weil die Nager Briefe und Päckchen anknabberten. In Spanien sieht man Spinnennetze in Weinkellern gern, weil die Spinnen korkfressende Motten von den Weinflaschen fernhalten. In Portugal wiederum leben Fledermäuse in Bibliotheken, die sich von den Insekten ernähren, die sonst Bücher zerstören. Die britische Illustratorin Jess Hayman hat in ihrem liebevoll gezeichneten Buch „Tiere bei der Arbeit“ für Menschen ab sieben Jahren zusammengetragen, was vielen unbekannt ist. Wußten Sie zum Beispiel, dass medizinische Spürhunde Krankheiten am Geruch erkennen können? Oder dass Schneidervögel ihre Nester aus Blättern mit Pflanzenfasern regelrecht zusammen nähen?
Jess Hayman: Tiere bei der Arbeit – Tiere und ihre außergewöhnlichen Berufe, 65 S., Laurence King Verlag, 18 Euro
Besonders schön!
Waren Sie schon mal auf Lanzarote? Wenn ja, dann verstehen Sie sicherlich die Faszination, die diese kanarische Insel auf den Berliner Architekten und Designer Fabian Freytag ausübt. Er liebt das Licht, den hohen Himmel, die Farben der Vulkanlandschaft, die Palmren und die struppigen kurzen Pflanzen – und nicht zuletzt die strahlend weißen, flachen Häuser, die dem Maler, Bildhauer, Bauingenieur und Umweltschützer César Manrique (1919 bis 1992) zu verdanken sind. Manrique, geboren auf Lanzarote, studierte in Madrid, ging später nach New York, wo er den Künstlern Jackson Pollock, Mark Rothko, Andy Warhol und Robert Rauschenberg begegnete.
1968 kehrte er zurück nach Lanzarote und kämpfte fortan dafür, dass nicht mehr als zweigeschossig gebaut wurde und jegliche Werbung von den Straßen der Insel verschwand.
Fabian Freytag hat für sein über 400 Seiten starkes Buch einfühlsame Texte (nur auf Englisch) über die Insel, Manrique, sein Museum, verschiedene Orte, einzelne Hotels und Restaurants verfasst und alles von zwei Fotografen mit schönen, stillen Bildern illustrieren lassen. Man hat beim Durchblättern fast den Eindruck, auf Lanzarote gäbe es keine Touristen.
Fabian Freitag: Building Paradise, 425 S., Callwey, 49,95 Euro.
2. Juli bis 30. August: Im Hamburger Michel gibt es eine immersive 360 Grad Lichtshow zu sehen. Dabei wird zu Orgelklängen und Chorgesang und mit der markanten Stimme von Schauspieler Ben Becker die Geschichte der Kirche erzählt – von der Erbauung, Zerstörung und Wiederaufbau.
5. Juli: Genau vor 80 Jahren erfand der französische Designer Louis Réard den Bikini, und genau vor 6 Jahren eröffnete das weltweit erste Bikini-Museum in Bad Rappenau zwischen Heidelberg und Heilbronn. Dort kann man sich über die Geschichte der Bademode informieren und Raritäten wie den roten Baywatch-Badeanzug von Pamela Anderson bestaunen.
Twiggy –
vor 20 Jahren stellte Foscarini die grazile Leuchte des Designers Marc Sadler vor. Die Idee zu der ebenso schlanken wie eleganten Lampe kam Sadler jedoch nicht durch das englische Model aus den sechziger Jahren sondern, so behauptet er, durch eine Angelschnur. Egal: Noch heute wird das strahlende Stück hergestellt und gern gekauft.
Tapeten
mit Blüten, Bäumen, ganzen Wäldern, mit breiten Streifen und großen Karos sind wieder im Trend. Aber Obacht – am besten zuerst nur eine Wand tapezieren und ein paar Tage ausprobieren, ob man das wirklich so will.
Fotos: Focarini/Rebel Walls
Kroatien macht jetzt Werbung für sich, und das mit John Malkovich in der Hauptrolle. Der kleine charmante Film „Croatia – I Hear It’s Beautiful“ zeigt, wie Malkovich das Balkanland zunächst widerwillig besucht und es dann lieben lernt. Nachzusehen unter https://www.youtube.com/watch?v=S2Uqg1va_pI
Amphitheater, Nimes, Frankreich
Eigentlich unglaublich: Seit 2000 Jahren steht das Amphitheater in Nimes, erbaut nach dem Vorbild des römischen Kolosseums aus zu Quadern geformten 50 000 Tonnen Kalkstein von 5000 Arbeitern in fünf Jahren – ganz ohne Beton, Mörtel, Kräne oder Lastwagen.
Von außen sieht man zwei Etagen mit je 60 über einander liegenden Arkaden. Die Arena ist oval, 133m lang, 101m breit und 21m hoch. 25 000 Zuschauer konnten damals Platz nehmen und den Gladiatoren zujubeln, heute schauen bis zu 13000 Besucher Stierkämpfen zu oder lauschen Konzerten. In der Spätantike diente das Amphitheater zu Kriegszeiten auch als Schutzraum für die Bevölkerung, dazu baute man zwei Kirchen und 220 Häuschen in die Arena. Foto: CO
Kunsthalle Rostock, noch bis 6.9.2026
Olaf Heine: Human Conditions
Er hat Iggy Pop, Rammstein, Sting und Bono fotografiert, Thomas Kretschman, Nick Cave, Kate Blanchett und Daniel Brühl. Der Berliner Fotograf Olaf Heine, 1968 in Hannover geboren, inszeniert seine kunstvollen Bilder am liebsten in Schwarz/Weiß. Auch für seine Architektur-Aufnahmen in Brasilien verzichtete er auf Farbe, zeigte den großen Architekten Oscar Niemeyer (1907 – 2012) und dessen spektakuläre Bauten in klarem Schwarz/Weiß. Nebenher begann er Filme zu drehen, sein wichtigster – natürlich auch monochrom – ist die zwölfminutige Hommage an das Tacheles, das einst besetzte, dann abgerissene Kulturzentrum in der Berliner Oranienburger Straße.
Fast 200 seiner Bilder, mehrere Filme und auch ein paar Objekte von Olaf Heine sind jetzt in Rostock zu entdecken. Unbedingt anschauen!
Foto: Olaf Heine

Die amerikanisch-polnische Historikerin und Autorin , die mit dem Pulitzer-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, in der Rubrik „Was ich früher gern gewußt hätte“ im Zeit-Magazin vom 18.6.2026.
Ein Reiseführer ist dieser dicke Band eher nicht, dazu ist er zu schwer. Aber zur Vorbereitung auf einen Besuch in Leipzig ist das interessante Buch für jeden Architekturfan sehr empfehlenswert. Denn von Romanik, Gotik und Klassizismus bis hin zu Jugendstil und Postmoderne hat die alte Messestadt einiges zu bieten. Detailreich beschäftigt sich der Kunstwissenschaftler Krieg mit bekannten Bauten wie der Nikolaikirche, der Thomaskirche und dem Alten Rathaus, aber auch mit unbekannteren wie Miethäusern und Privatvillen. Er ordnet den Stil jedes Bauwerks ein, weist auf besondere Materialien und Deko-Elemente hin und zieht Vergleiche zu Gebäuden in anderen Städten.
„Zeit ist eine Zutat“ sagt der Mexikaner Luis Fernando Gonzales Cortes, der in München lebt und eine Taqueria eröffnet hat. Neben Zeit und Geduld braucht man in der mexikanischen Küche vor allem Tortillas und Tacos, Tomaten und Chilis, Salsa und Limetten, Bohnen und Koriander, Avocados und Mais. Mit dem Fotografen Max Bublak hat der Autor auf einer dreiwöchigen kulinarischen Reise leckere Rezepte und besondere Orte für dieses großformatige Buch gesammelt, in dem er auch von er von seiner Heimat und ihren gastfreundlichen Menschen erzählt.
Sie war mitten drin damals, Ise Gropius, seit 1923 Frau des legendären Bauhaus-Gründers und ersten Direktors Walter Gropius. Von 1924 bis 1928 hat sie Tagebuch geführt, das nun, nach mancherlei Verzögerungen, erstmals verlegt wurde, und so kann man jetzt noch mal aus erster Hand nachlesen, wie turbulent und aufregend es seinerzeit zuging an der berühmten Design- und Architekturschule, die stilbildend für das 20. Jahrhundert wurde.
Blauer Fischschwarm
Direkt an der Rhone steht in der Altstadt von Arles ein schönes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das bis ins 18. Jahrhundert vom Malteserorden bewohnt wurde. In der Französischen Revolution wurden die Besitztümer enteignet und nach und nach verkauft. Der Maler Jacques Réattu (1760-1833), der aus Arles stammte, erwarb ab 1796 schrittweise das große Konventsgebäude und angrenzende Ländereien als Atelier, Wohnhaus und Privatgarten. Nach dem Tod seiner Tochter Elisabeth Grange fiel das Anwesen an die Stadt und wurde 1868 in ein Museum verwandelt. Heute kann man in den altehrwürdigen Räumen das Werk Réattus, aber auch Zeichnungen von Picasso und wechselnde Ausstellungen anschauen.