Bücher

Farbe macht glücklich

In Wohnbüchern wie diesem werden Einrichtungstipps gegeben, die meistens mit einem „Moodboard“ beginnen, also einer Sammlung von Bildern, Farb- und Musterkarten, Stoff- und Tapetenproben, die den Geschmack des Bewohners zeigen, und über Vorschläge zu Möbel-, Wandfarben und Muster-Kombi-nationen bis zu konkreten Einkaufs-tipps gehen.

In diesem Buch wird das ganze als „Dopamine Style“ bezeichnet, in dem es um das spezielle Wohlgefühl der Bewohner geht. Die Autorin, die britische Architektin Rachel Verney, setzt dabei auf Farben, die bei jedem Menschen unterschiedliche Gefühle auslösen. So findet man in ihrem Dopamine Style quietschbunte Räume mit jeder Menge Schnickschnack dekoriert, mit Blumentapeten und Grünpflanzen,  mit Bilderwänden und selbst recycelten Möbeln.Dazu liefert Rachel Verney viele gute Tipps wie man zum Beispiel mit Licht umgeht, wie man ausmistet, Heizkörper und sogar Fliesen streicht.

Wer also Farben liebt, der macht mit diesem Buch schon einen großen Schritt hin zu einem „glücklichen Zuhause“.

Rachel Verney: Dopamine Style – Mehr Farben für ein glückliches Zuhause.…

Punkt für Punkt zum Leuchten

Eigentlich steht ein Punkt immer am Ende einer Sache. Nicht so bei Paul Signac. Aus Tausenden und Abertausenden von Punkten komponierte der Franzose seine Gemälde, mischte die Farben nicht auf der Palette, sondern tüpfelte sie in reinen Tönen auf die Leinwand. Das Ergebnis: flirrend leuchtende Bilder, deren Motive oft erst in einiger Entfernung ganz zu erkennen sind und die den Künstler, neben Kollegen wie Georges Seurat oder Henri-Edmond Cross, zum führenden Vertreter eines Stils machten, der als Neoimpressionismus oder Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Faszinierende Symphonien der Farben entstanden so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; rund 90 dieser Werke sind noch bis zum 11. Oktober im Potsdamer Museum Barberini zu bewundern. Und wer den Besuch nicht schafft, kann zu diesem opulenten großformatigen Katalog greifen – auch wenn der die strahlende Überwältigung der Originale nur annähernd wiedergibt. PM

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus.…

Welche Pracht!
Was macht eigentlich einen Cottage-Garten aus? Die britische Autorin Clare Foggett schreibt in der Einleitung ihres neuen Buches, Regeln und einen bestimmten Stil gebe es nicht mehr, wichtig seien vielmehr Schönheit und Fülle. Und diese These beweist sie mit siebzehn Gärten in England, deren Porträts sie mit herrlichen Bildern (von Jonathan Buckley) und informativen Texten vorstellt. Doppelseiten große Fotos zum Schwelgen wechseln sich mit vielen kleinen Bildern zur Identifikation einzelner Pflanzen ab. Und natürlich zeigt sie auch die Besitzer und erzählt von deren Leidenschaft, ihre Gärten zu kleinen Paradiesen zu machen.

Clare Foggett: Die schönsten Cottage-Gärten Englands. 256 S., mit Fotos von Jonathan Buckley. Gerstenberg. 40 Euro…

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Tierisch gut!
Britische Postämter arbeiten seit 1868 mit Katzen, die Mäuse und Ratten vertreiben sollen, weil die Nager Briefe und Päckchen anknabberten. In Spanien sieht man Spinnennetze in Weinkellern gern, weil die Spinnen korkfressende Motten von den Weinflaschen fernhalten. In Portugal wiederum leben Fledermäuse in Bibliotheken, die sich von den Insekten ernähren, die sonst Bücher zerstören. Die britische Illustratorin Jess Hayman hat in ihrem liebevoll gezeichneten Buch „Tiere bei der Arbeit“ für Menschen ab sieben Jahren zusammengetragen, was vielen unbekannt ist. Wußten Sie zum Beispiel, dass medizinische Spürhunde Krankheiten am Geruch erkennen können? Oder dass Schneidervögel ihre Nester aus Blättern mit Pflanzenfasern regelrecht zusammen nähen?
Jess Hayman: Tiere bei der Arbeit – Tiere und ihre außergewöhnlichen Berufe, 65 S., Laurence King Verlag, 18 Euro

 

Besonders schön!
Waren Sie schon mal auf Lanzarote? Wenn ja, dann verstehen Sie sicherlich die Faszination, die diese kanarische Insel auf den Berliner Architekten und Designer Fabian Freytag ausübt.…

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Sehnsuchts-Gärten

Kreuz und quer von Nord nach Süd können Gartenfreunde mit diesem Buch durch Frankreich reisen und 27 herrliche Gärten besuchen: zum Beispiel den prachtvollen Küchengarten von Schloss Villandry an der Loire, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, oder Eyrignac im Perigord, der ganz den Formschnittgehölzen gewidmet ist. Der französische Fernsehmoderator Stéphane Marie, der wöchentlich eine Gartensendung präsentiert, will in diesem Buch die Vielfalt grüner Oasen in Frankreich zeigen.

Jeder Garten wird mit Adresse, Öffnungszeiten, Website und einem erklärenden Text vorgestellt. Allerdings sind einzelne Pflanzen nur für Kenner zu identifizieren, da Bildunterschriften fehlen.

Stéphane Marie: Die schönsten Gärten Frankreichs. Gerstenberg Verlag, 264 S., 36 Euro

 

Die schmecken einfach besser

Können Sie es auch kaum noch abwarten? Endlich raus auf Balkon und Terrasse, gute Luft und Sonne genießen, die ersten Pflanzen setzen und Beete und Kästen mit Blühendem füllen. Und frische Kräuter aussähen und später ernten, denn selbstgezogene schmecken einfach am besten! …

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Kunst: Die Heroen

Sie waren Zeitgenossen, sind einander jedoch nie begegnet, aber der eine konnte sich immerhin bereits 1933 eine Ausstellung vorstellen, bei der beider Arbeiten zu sehen sind. Jetzt, über 90 Jahre später, ist sie endlich zustande gekommen, und siehe da: Ernst Ludwig Kirchner (Jahrgang 1880) und Pablo Picasso (Jahrgang 1881) sind zwei Heroen der Klassischen Moderne, deren Werk bemerkenswerte Parallelen aufweist. Nicht nur, dass sich beide als Originale ohne Vorbild verstanden, ihr künstlerisches Interesse galt auch ähnlichen Motiven. So entdeckten beide das Großstadtleben (mitsamt seinen dunkleren Seiten), einfühlsame Porträts entstanden, und ihre Bilder tanzender, badender, nackter Frauen zeugen von unbeschwerter Lebenslust. Und selbst bei der Hinwendung zur Abstraktion sind Gemeinsamkeiten unverkennbar: Ganz gaben sie die Figürlichkeit nie auf. Es gibt also viel Spannendes zu sehen in dieser Ausstellung (bis 18.1. in Münster, 15.2.-3.5.2026 in Davos); schade nur, dass die  Beiträge im Katalog das Vergnügen oft allzu hölzern geraten sind.…

Wir verlosen je fünf CDs von

Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, gelesen von Gert Westphal. Der Audio Verlag, 20 Euro.

Der einzige Roman von Rainer Maria Rilke erschien 1910 als „fingiertes Tagebuch“ des Malte Laurids Brigge mit Aufzeichnungen über seine Kindheit, seine Zeit in Paris und seine Gedanken zu historischen Ereignissen. Der Roman wurde von der Zeit-Bibliothek und auch von Le Monde in die 100 Bücher des Jahrhunderts aufgenommen.

und 5 CDs von:
Rainer Maria Rilke: Weihnachten mit Rilke. Briefe und Gedichte, 
gelesen von August Diehl. Der Audio Verlag, 14 Euro.

Für Rilke war Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres. Seine schönsten Weihnachtsgedichte und seine liebevollen Briefe an Familie und Freunde werden hier von August Diehl vorgetragen.

Wer eine CD gewinnen möchte schickt bitte eine Email an: christiane@oster-meyer.de,
Betrifft: Rilke. 
Das Los entscheidet. Der Gewinn geht Ihnen per Post zu.…

Ist Weben weiblich?

Das zumindest fanden die Meister am Bauhaus. Entgegen ihrer eigenen Statuten, dass nämlich „jede Person ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht aufgenommen werden könne, deren Begabung anerkannt wurde“, drängten die Meister rund um Walter Gropius die Studentinnen in die Weberei-Werkstatt und hielten sie aus Tischlerei, Metallwerkstatt und Architekturklasse heraus.
Die Berliner Autorin Unda Hörner hat aus den Biografien von elf „Frauen am Bauhaus Dessau“ eine überaus lesenswerte Geschichte der Hochschule zusammengestellt. Die Frauen waren Künstlerinnen, Partnerinnen der Meister oder auch selbst Meisterinnen, und die Autorin zeigt ihren gemeinsamen Kampf gegen äußere und innere Widrigkeiten.

Unda Hörner: Frauen am Bauhaus Dessau, 144 S., ebersbach & simon, 20 Euro 

 


Zeit für Suppe!

Der November ist der Monat der Suppe. „Zitronige Hühnersuppe“ mit Grünkohl zum Beispiel wärmt so richtig durch, und die „Cremige Selleriesuppe“ mit knusprigem Salbei macht satt und glücklich. Dass man aber auch die übrigen elf Monate genussvoll löffeln kann, beweist das neue Buch der Londoner Feinschmeckerin Emily Ezekiel, in dem etwa auf eine leckere Frühlings-Minestrone eine sommerliche Garnelen-Gumbo und eine „Miso-Ingwer-Ramen“ im Herbst folgt.…

Der große Hockney

An die neunzig geht er allmählich, aber ans Aufhören denkt er noch immer nicht. Dabei hat David Hockney bis heute schon ein ebenso großes wie großartiges Werk vollbracht – aktuell nachzuprüfen nicht nur in der Pariser Fondation Louis Vuitton (bis zum 31. August), sondern auch in diesem veritablen Klotz von einem Buch. Und was hat der nimmermüde Brite nicht alles in seinem langen Leben ausprobiert. Mit Pop-Art-Bildern wurde er in den Sechzigern bekannt, internationalen Ruhm trugen ihm ein paar Jahre später seine Swimming-Pool-Gemälde aus dem sonnendurchfluteten Kalifornien ein. Dann entdeckte er die Möglichkeiten der Fotografie, setzte aus Hunderten von Polaroids raffinierte Collagen zusammen. Und dazwischen entstanden immer wieder intime Porträts, von seinen homosexuellen Freunden, von seiner Familie und (oft richtig bunte) Landschaften, für die der Technik-Freak Hockney im Alter auch das ipad nutzte. Eine überwältigende Vielfalt also – hier ist sie handlich und vom Künstler selbst kommentiert versammelt.…

Europas Realitäten

In Deutschland zählt sie längst zu den wichtigsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, aber gab es so etwas wie die „Neue Sachlichkeit“ auch jenseits der Grenzen? Mit rund 300 Werken aus 20 Ländern beweist das Chemnitzer Museum Gunzenhauser mit der Ausstellung „European Realities“ gerade, wie man sich in den zwanziger Jahren überall in Europa – nicht zuletzt als Reaktion auf die Katastrophe des Ersten Weltkriegs – kritisch mit der gesellschaftlichen Realität auseinandersetzte. Abstraktion und Expressionismus galten als gestrig, was sich auf den Strassen und Plätzen, in den Restaurants und Salons, den Fabriken und Büros abspielte, interessierte Künstler wie Otto Dix oder seine spanische Kollegin Maria Blanchard, Und dabei wurden auch ganz neue Themen entdeckt: der Sport etwa und vor allem die Rolle der Frauen. Selbstbewusst und schick in Schale blicken sie den Betrachter an, denn soviel war klar, eine neue Zeit war angebrochen. In Chemnitz (noch bis zum 10. August) und im begleitenden Katalog ist zu sehen, mit welch künstlerischem und sozialem Engagement europäische Maler darauf reagierten.…

(Fast) alles über Schiffe!

Landratten, aufgepasst: Wenn Ihr schon immer mal wissen wolltet, wie es auf einem so geheimnisvollen Ding wie einem Schiff eigentlich aussieht – hier kommt Euer Buch. Auf 56 großformatigen Seiten ist in Wort und Bild beschrieben, was es mit Backbord und Steuerbord, mit Winschen und Takelagen oder Fendern und Kombüsen auf sich hat, wie es etwa auf einem Forschungsschiff auf und unter Deck aussieht und wie Kutter und Co. überhaupt navigiert werden. Von Tank- oder Containerschiffen erfährt man zwar nichts, aber mit dem kleinen Einmaleins der Seefahrt kann man sich vor allem dank der detaillierten Zeichnungen ganz gut vertraut machen. PM

Tom Crestodina: Schiff ahoi! 56 S. Gerstenberg. 18 Euro, Foto: Gerstenberg

 


 

Vor-Bilder? Vor Bildern?

In ihrem Essay beschäftigt sich die Professorin für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität, Anke te Heesen, in diesem kleinen Büchlein mit der Darstellung von Frauen in der Kunst. Eins ihrer Ergebnisse: Frauen wurden sehr oft vor Stoffen und Tapeten mit Mustern in engen Räumen dargestellt und waren damit eingebunden in einen die Geschlechterrollen zementierenden und wertenden Kontext.…

Das Huhn hat viel zu tun

Städter haben ja eher weniger Kontakt zu lebendigen Hühnern und wissen deshalb selten, dass Hühner sich gegenseitig erkennen und ihre Küken angeblich bis 5 zählen können. Das Federvieh ist nämlich überhaupt nicht dumm. Seine Gehirne ähneln den unseren.
Für Menschen ab acht haben jetzt die Autorin Evelien De Vlieger und der Zeichner Jan Hamstra dieses wunderbare Buch zusammengestellt. In farbenfrohen Bildern erzählen die beiden von der Herkunft des Huhns, der verzweigten Familie überall auf der Welt, von den verschiedenen Federn, Kämmen und Hauben, von ihrer bevorzugten Nahrung und den vielen verschiedenen Rassen. Aber damit nicht genug: Wussten Sie zum Beispiel, dass der Hahn im Islam das heiligste Tier ist? Und dass jedes Huhn zwischen Tock! und Piep! ganz unterschiedliche Laute von sich gibt. Man erfährt sogar, dass im Vatikan keine Hühner leben (er ist zu klein) und dass sie in der Antarktis verboten sind, denn die möglicherweise eingeschleppte Vogelgrippe würde die Pinguine gefährden.…

Alles hängt zusammen

Wie geht das eigentlich mit der Bestäubung? Verteilen auch Säugetiere Samen? Was machen die Reiher auf den Elefanten? Und wofür brauchen wir so dringend Bäume? Für Menschen ab sechs Jahren hat die spanische Illustratorin Marian Ruiz sich mit diesen Fragen beschäftigt und sie mit zauberhaften Zeichnungen und kleinen Texten erklärt.
Und so lernen schon die Jüngsten mühelos, was Plankton ist, wie Symbiosen funktionieren und warum wir unser Ökosystem unbedingt schützen müssen.

Marina Ruiz: Freunde in der Natur – entdecke das erstaunliche Ökosystem der Erde, Laurence King Verlag, 48 S., 18 Euro.


 

Mama ist die Beste

In Düsseldorf hat man sich jetzt mit einem Thema beschäftigt, das uns alle angeht: Mama – mother, mère, madre, moeder, mor, mae. Der Untertitel umreißt den Zeitraum: von Maria bis Merkel. 
Die Ausstellung und auch der sehenswerte Katalog beschäftigen sich mit Alltagsthemen wie „Care-Arbeit“, „(K)ein Kind bekommen“ und „Familienkonstellationen“ sowie mit der „Mutterschaft in der Kunst“ , „Maria als Modell“ und „Die Mutter und die Fotografie“.…