Ausstellungen

Design Museum Holon, Tel Aviv, Israel
 

Man kann sie schon von weither sehen, die breiten knallroten, orangefarbenen und braunen Stahlbänder, die sich wie auseinander gezogene Federn um ein Gebäude winden. Es ist Israels einziges Designmuseum, wurde vom israelisch-britischen Architekten und Industriedesigner Ron Arad (geb. 1951) entworfen und steht im Industriegebiet von Holon, etwa 5 km südlich von Tel Aviv. Die Ausstellungsräume sind schlichte, rechteckige, übereinander gestapelte Schachteln – perfekt für die Präsentation ganz unterschiedlicher Exponate. Aber interessant wird der Bau erst durch die sechs umschließenden Bänder, die die Räume stützen und Freiflächen entstehen lassen.
Foto: Ron Arad/DMH

Fondation Beyeler, Basel, 23. Januar bis 22. Mai 
Georgia O´Keeffe

„Man nimmt sich selten Zeit, eine Blume wirklich zu sehen. Ich habe sie groß genug gemalt, damit andere sehen, was ich sehe.“ Das sagte die amerikanische Malerin Georgia O´Keeffe (1887 – 1986) bereits 1926, und dem Prinzip von Größe folgte sie in ihrem gesamten Werk, das etwa 2000 Arbeiten umfasst. Die Künstlerin war mit dem Fotografen Alfred Stieglitz (1864 – 1946) verheiratet, der sie sehr häufig porträtierte und ihre Entwicklung unterstützte.
Die Fondation Beyeler zeigt jetzt eine große Retrospektive der experimentierfreudigen Malerin, die Natur und Einsamkeit gleichermaßen liebte. Organisiert wurde die Ausstellung zusammen mit dem Madrider Museo National Thyssen-Bormemisza, dem Centre Pompidou in Paris und dem Georgia O´Keeffe Museum in Santa Fe.

 
Foto: Georgia O´Keeffe, Stechapfel, Weiße Blüte Nr. 1 (Jimson Weed / White Flower No.1), 1932 , Öl auf Leinwand, 121,9 x 101,6 cm Crystal Bridges Museum of American Art, Bentonville, Arkansas © Georgia O’Keeffe Museum / 2021, ProLitteris, Zurich Foto: Edward C.

Museum für angewandte Kunst, Wien, 15. Dezember bis 19. Juni  2022
Josef Hoffmann. Fortschritt durch Schönheit

Er hat ein gewaltiges Werk hinterlassen, der Architekt, Designer, Ausstellungsmacher und Hochschullehrer Josef Hoffmann (1870 bis 1956), und so kann das Wiener MaK jetzt fast 1000 seiner Objekte zeigen. In 20 Kapiteln lernt man zum Beispiel seine erste große Architektur kennen, das Sanatorium in Purkersdorf, unterschiedliche Wohnungseinrichtungen, von ihm gestaltete Alltagsgegenstände wie Möbel, Geschirr und sogar Mode.  Hoffmann stammte aus Mähren in Österreich-Ungarn, studierte in Wien, lebte und baute ein Jahr lang in Italien, war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, 1903 der Wiener Werkstätten, 1907 des Deutschen Werkbundes und 1912 des Österreichischen Werkbundes: Ein Großmeister seiner Zunft, den man jetzt neu entdecken kann.

Foto: Josef Hoffmann, Porzellanservice „Melone“ für die Porzellanmanufaktur Augarten, 1931, Mak/Katrin Wisskirchen

 

Bourse de Commerce, Paris

Frankreichs Hauptstadt hat ein neues, sehr beeindruckendes Museum in einem uralten Gebäude neben der kolossalen Kirche Saint Eustache bekommen. Einst stand hier ein Schloss, das Königin Katharina von Medici 1571 erbauen ließ. 1755 stellte man an gleicher Stelle einen riesigen Getreidespeicher mit einer hölzernen Kuppel auf, die 1802 abbrannte und dann durch ein Stahlskelett erst mit Kupferabdeckung, später mit Glas ersetzt wurde. Das schöne Gebäude diente auch für Feste, so feierte 1810 Kaiser Napoleon hier seine Heirat mit Marie Louise von Österreich.
1889 zog die Börse in den Rundbau, seit 1975 stehen Kuppel und Bemalung unter Denkmalschutz, die letzten Jahrzehnte stand der Bau ungenutzt und marode mitten in Paris.

Doch 2016 erhielt der Milliardär und Kunstsammler Francois Pinault für 50 Jahre die Genehmigung zur Nutzung des Gebäudes, und der ließ es umgehend vom japanischen Architekten Tadao Ando zu einem Museum umbauen, das im vergangenen Sommer eröffnet wurde.

Bayerische Staatsbibliothek, München, 11. November bis 4. März  2022
Facing the Balkans – Südosteuropa in Fotografien
von Harald Schmitt

Wer kennt sich schon auf dem Balkan aus! Wir Normalbürger fahren vielleicht mal nach Kroatien oder schauen uns Sofia an, aber so richtig durch die Länder im Südosten Europas reisen, das tun wir nicht. Aber Harald Schmitt, von 1977 bis 2011 erfolgreicher Fotojournalist beim Stern und sechsmaliger Preisträger des World Press Photo Award, hat es zusammen mit seiner Frau Annette gleich fünfmal getan und etwa 3000 Bilder mitgebracht: von privaten Hochzeitsfeiern und Landarbeitern bei der Ernte, von Verschleierten und Menschen in Tracht, vom Goldstrand in Bulgarien und von Flüchtlingen in Bosnien. Die besten Bilder gibt es jetzt in der Staatsbibliothek zu sehen. Ein begleitender Katalog mit informativen Essays erscheint im Kerber-Verlag

Foto: Die reiche Dame aus den Vereinigten Arabischen Emiraten macht Urlaub in Bihac, Bosnien Herzegovina, denn hier sind überall Moscheen und die Natur wunderschön./

Museum Abteiberg, Mönchengladbach
 

Als die Planung für das Museum Abteiberg 1972 begann, war es für die meisten Menschen noch nicht so normal wie heute, Museen zu besuchen. Deshalb setzte der österreichische Architekt Hans Hollein auf Transparenz. Die Mönchengladbacher sollten von der Straße ins Museum schauen können und so ihre Scheu überwinden.
Holleins Entwurf ist von oben nach unten geplant. Der große, sehr helle Eingangsbereich liegt auf

Straßenhöhe. Die Ausstellungsräume sind kleeblattartig auf verschiedenen Ebenen aufgefächert, oft mit Tageslicht durch Dachfenster beleuchtet. Übergänge, Brücken und Durchblicke machen die Räume lebendig, ohne der Kunst die Schau zu stehlen. Von der untersten Ebene hat man Zugang zum Skulpturengarten.
Die Geschichte der Sammlung begann 1902 mit der Gründung eines Museumsvereins, der 1922 mit einer Kollektion expressionistischer Werke und wenig später einem Wohnhaus beschenkt wurde. 1937 diffamierten die Nazis etliche Werke als entartet und konfiszierten sie. Nach dem Krieg setzte man in Mönchengladbach schon früh auf aktuelle Kunst, so hatte Joseph Beuys hier seine erste Museumsausstellung.

Vitra Design Museum, Weil am Rhein, bis 6. März 2022
Here we are! Frauen im Design 1900 – heute

Fast die Hälfte der Design-Studenten ist heute weiblich, denn Frauen haben sich in dieser Disziplin mittlerweile ganz gut durchgesetzt. Wie es dazu kam und welche Frauen daran großen Anteil hatten, zeigt jetzt die Ausstellung „Here we are“ im Vitra Design Museum.

Die Schau ist in vier Bereiche geteilt, die sich zeitlich eingrenzen lassen: Es beginnt um das Jahr 1900 in Europa und den USA, gefolgt von den ersten Erfolgen weiblicher Designer zwischen 1920 und 1950. Die beiden letzten Teile beschäftigen sich mit der Zeit bis Ende der 1980er Jahre und bis heute.
Am Beispiel von etwa 80 Designerinnen wird die Geschichte industriell gefertigter Formen anschaulich gemacht. Mit dabei sind Werke von Charlotte Perriand und Eileen Gray, Ray Eames und Hedwig Bollhagen, Patricia Urquiola und Hella Jongerius.
Foto: Key Visual der Ausstellung »Here We Are!«

Guggenheim Bilbao
 

Ende des 20. Jahrhunderts war Bilbao eine verfallende Stadt. Werften, Bergbau und Stahlfirmen waren veraltet, konnten auf dem Weltmarkt nicht mehr mithalten und mussten aufgeben. Da schloß die Stadtregierung mit dem amerikanischen Guggenheim Konzern einen spektakulären Vertrag: Die Stadt stellte das Grundstück und Geld, Guggenheim seine Kunst und das Management.
Die Bevölkerung war entsetzt, das viele Geld solle man doch lieber in die Infrastruktur investieren. Doch der Bürgermeister der Stadt, Inaki Azkuna, setzte sich durch: Der „durchgeknallte“, kanadische Architekt Frank Gehry (geb. 1929) bekam den Auftrag, das große Areal am Fluß Nervión mit einem riesigen Museum zu bebauen.
Sein aufregender Bau, 1997 eröffnet, hat keine Ecken und Kanten, dafür jede Menge Wellen, Bögen und Kurven. Manche erinnert er an eine halbe Artischocke, andere an ein Schiff und ganz andere an einen geköpften Fisch ohne Schwanzflosse. Die Titanhülle schimmert silbern und passt gut zum spanischen Kalksandstein, innen ist alles lichtdurchflutet, wirkt leicht und verspielt mit vielen Erkern, Türmchen, Nischen, Fenstern und Oberlichtern.

Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf, noch bis 10. Oktober 21
NordArt – internationale Kunstausstellung

Es ist sicher nicht die ganz große Kunst, die es im norddeutschen Büdelsdorf auf 22000 qm zu sehen gibt, aber schon die alte Eisengießerhalle und der schöne Park sind  absolut sehenswert. Wie seit 1999 in (fast) jedem Jahr hat eine Jury unter Chefkurator Wolfgang Gramm wieder Gegenwartskunst von mehr als 200 Bewerbern aus vielen Teilen der Welt zusammengetragen. Und so wandelt man gemächlich durch das Industriedenkmal der Carlshütte, gegründet 1827 und 1997 stillgelegt, und freut sich – mal mehr, mal weniger – an riesigen Skulpturen und Installationen, an Gemälden, Fotos und Computeranimationen. Der herrliche Park mit kleinem Teich und romantischer Brücke hat viel Platz für beeindruckende Skulpturen.
Auch in diesem Jahr werden der NordArt-Preis und ein Publikumspreis im September in der „Nacht der langen Lichter“ (21.9.) vergeben. Foto: Nordart

Museo Nazionale delle arti del XXI secolo, Rom
  

1999 gewann die irakische Architektin Zaha Hadid (1950 bis 2016) gegen so berühmte Baumeister wie Jean Nouvel, Rem Koolhaas, Toyo Ito und über 200 andere Größen der Zunft den Wettbewerb für ein Museum für moderne Kunst auf einem ehemaligen Militärgelände im Norden Roms.
Das L-förmige Grundstück hat Hadid schwungvoll und raumgreifend bebaut. Sie folgte dabei ihrem Museumskonzept von „Wand und Licht“. In den schlichten, dicken Betonwänden versteckt sich die notwendige Museums-Technik, sodass die Decken Platz für viele Oberlichter haben, die reichlich natürliches Licht hereinlassen. Ergebnis: ein dynamischer Bau mit vielen Treppen, Rampen, Gängen, Terrassen und Kreuzungen, der beim Durchwandern immer wieder neue überraschende Ein- und Ausblicke bietet. Schon im Foyer, das mehrere Stockwerke hoch ist, hat man durch schwarze Treppen und Stege den Eindruck von ständiger Bewegung. Foto: Maxxi

Neue Nationalgalerie, Berlin, 22. August bis 13. Februar 22
Alexander Calder. Minimal/Maximal

Der amerikanische Künstler Alexander Calder (1898 bis 1976) entstammte einer Bildhauerfamilie, arbeitete aber erst als Ingenieur, dann als Zeichner, und zog 1927 nach Paris, wo er seine ersten Skulpturen schuf. Bekannt wurde er durch seine wunderbar schwebenden Mobiles, die scheinbar jegliche Schwerkraft ignorieren.
Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie wird Calders riesige Skulptur „Têtes et Queue“ wieder auf dem Vorplatz aufgestellt, und in der imposanten Glashalle von Mies van der Rohes spektakulärem Bau zeigt man weitere monumentale und winzige Objekte des Künstlers.

Foto: Alexander Calder, Luisa’s 43th Birthday Present, 1948, Geschenk für Luisa zum 43. Geburtstag, 1948, Zigarrenbox, Holz, Metall, Draht, bemalt, Calder Foundation, New York; Promised Gift of Alexander S. C. Rower © 2021 Calder Foundation, New York / Artist Rights Society (ARS), New York

Louisiana, Kopenhagen

Als der Däne Knud W. Jensen (1916 bis 2000) Anfang der fünfziger Jahre eine Stadtvilla von 1855 vor den Toren Kopenhagens für seine Kunstsammlung erwarb, beließ er es bei dem Namen „Louisiana“, den der Erbauer Alexander Brun dem Haus gegeben hatte, der war nämlich dreimal mit Frauen namens Louise verheiratet gewesen. 1958 eröffnete Jensen sein Museum, das die Architekten Jorgen Bo und Vilhelm Wohlert (später stieß noch Claus Wohlert zum Team) ihm rund um seine Villa gebaut hatten. Sie erfüllten mit ihren Pavillons und verglasten Gängen die Vorgaben des Bauherrn: „Erst wenn Kunst, Architektur

und Natur zusammenspielen, eine Einheit bilden, erfahren wir dieses undefinierbare Gefühl: Das ist etwas Besonderes.“ Und das ist es in der Tat: Das hügelige Anwesen mit riesigen, uralten Bäumen, natürlichen und angelegten Teichen und mit einem atemberaubenden Blick übers Meer bis zur schwedischen Küste gegenüber, ist der perfekte Hintergrund für Jensens Giacomettis, Jorns, Warhols, Lichtensteins, Baselitz und Kiefers.

Berggruen Museum, Berlin, bis 29. August
Picasso  & Les Femmes d’Alger

Im Winter 1954/55 schuf Pablo Picasso (1881 bis 1973) in nur drei Monaten fünfzehn Gemälde, etliche Zeichnungen und Grafiken zu nur einem Thema: Die Frauen von Algier.
Angeregt dazu hatten ihn zwei Bilder von Eugène Delacroix (1798 bis 1863), gemalt 1834 und 1849, die Picasso im Louvre studiert hatte. Einem Gerücht zufolge arbeitete eine sehr junge Malerin aus Algerien zeitgleich im Atelier nebenan an farbenfrohen Porträts ihrer Landsfrauen, die Picasso faszinierten und möglicherweise ebenso inspirierten.
Das Museum Berggruen zeigt jetzt etwa die Hälfte der Gemälde und viele Papierarbeiten, ergänzt durch Delacroix’ Haremsbild und Odalisken von Henri Matisse. Kontrastiert werden die Bilder der alten weißen Männer von zeitgenössischen Arbeiten algerischer Künstlerinnen.
Foto: Pablo Picasso, Les Femmes d’Alger (Version O), 14.2.1955 Öl auf Leinwand, 114 × 146,4 cm, Privatsammlung
© Bridgeman Images/Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Brandhorst, München

Die Form ist schlicht, denn für eine sensationelle Konstruktion war gar kein Platz auf dem 100m langen und nur 34 m breiten Grundstück an der Türkenstraße. Dafür ist aber die Fassade ein Kunstwerk. Sie besteht aus 36 000, vertikal angebrachten Keramikstäben, die in 23 verschiedenen Farben glasiert sind und das Gebäude optisch in Schwingung versetzen. Darunter sitzt eine Schicht Wärmedämmung auf einer horizontal gefalteten und perforierten Blechhaut, mit der der Verkehrslärm aufgesaugt wird.
Im Inneren ergeben viele unterschiedlich große Räume mit bis zu 9 m hohen weißen Wänden viel Platz für Gemälde, die überall mit Tageslicht versorgt werden. Ein durchgehendes Fensterband teilt das Museum in zwei Geschosse ein. Sogar im Souterrain kommt natürliches Licht an, möglich wurde das durch eine seitliche Verschiebung des Grundrisses.
Foto: Museum Brandhorst

Bundeskunsthalle, Bonn, bis 12. September
Dress Code –
Das Spiel mit der Mode

Wie war das heute Morgen bei Ihnen? Haben Sie sich perfekt gestylt? Oder ist heute Jogginghose und Schlappertshirt angesagt?
Wie wir uns kleiden, ist immer auch Ausdruck unserer Persönlichkeit, unserer Stimmung, eben unserer Individualität.
In der Ausstellung „Dress Code“, die mit dem japanischen Museum of Modern Art in Kyoto gemeinsam entstand, wird Mode als Spiel inszeniert. Gezeigt werden Modeklassiker und Streetwear, kreiert von Armani, Chanel, Comme des Garcons, Issey Miyake und vielen anderen. Immer ist die Mode, ob wir uns nun kleiden oder verkleiden, ein Spiegel der Gesellschaft, der „Dress Code“ einer bestimmten Gruppe, Kultur oder Gesellschaft.

Foto: COMME des GARÇONS/Rei Kawakubo, Dress, Spring/Summer 2018, Collection of The Kyoto Costume Institute, photo by Takashi Hatakeyama

Jüdisches Museum, Berlin  

Den leeren Zick-Zack-Bau aus Titanzink, entworfen vom amerikanischen Architekten Daniel Libeskind (geboren 1946 in Polen), haben noch vor seiner Eröffnung am 13. September 2001 fast 350 000 Menschen besichtigt. Die meisten verließen das neue Jüdische Museum damals verunsichert und desorientiert. Hatte Libeskind bei seinem Entwurf an einen Blitz gedacht? Oder an den zerbrochenen Davidstern?
„Between the Lines“ nannte Libeskind selbst seinen Bau, mit dem er 1989 den Wettbewerb für einen Erweiterungsbau des Berlin Museums gewonnen hatte. Der Entwurf war der erste des Architekten, der tatsächlich gebaut wurde.
Der Eingang zum Museum befindet sich im Barockbau daneben, dem ehemaligen Sitz der königlichen Justizverwaltung. Über eine steile Treppe in den Untergrund erreicht man den Neubau mit drei sich kreuzenden Achsen: der Achse des Exils, der Achse des Holocaust und der Achse der Kontinuität. Sogenannte Voids, leere, nicht klimatisierte Betonräume fast ohne Licht, durchziehen vertikal das Gebäude. Die Achse des Holocaust endet im sogenannten Holocaust Turm, einem leeren, ungeheizten Betonschacht, der nur durch einen schmalen Schlitz Licht bekommt und bis heute bei vielen Besuchern Beklemmungen auslöst.…

Guggenheim, Bilbao, 7. Mai bis 19. September
The Roaring Twenties
 

Es war ganz schön was los in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Trauma des Ersten Weltkrieges und die „Spanische Grippe“ mit Millionen Toten ließen die Menschen hungern nach Leben: nach Genuss und Spaß, nach Musik, Theater, Kunst, Film und Fotografie. Das Museum Guggenheim hat nun mehr als 300 Objekte zusammengetragen, die in den Zwanzigern entstanden sind, und zeigt sie in sieben Räumen. Mit dabei sind Möbel und Mode, Malerei und Skulptur, Film und Fotografie, Jazz und Tanz. Da kann man Objekte des Bauhauses und des Dadaismus entdecken, und Josephine Baker beim Charleston bewundern. Wahrlich ein Feuerwerk an Kreativität! Foto: Christian Schad Maika, 1929, Oil on wood,65 x 53 cm, Private collection © Christian Schad Stiftung, Aschaffenburg, VEGAP, Bilbao, 2021

Barberini, Potsdam

Das Büro „Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht“ mit Sitz in Berlin und München hat schon viele bekannte Bauten errichtet, das Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz zum Beispiel, die Berliner Gemäldegalerie und die Stadtbibliothek in Pforzheim. Erfolgreich war es auch mit denkmalgerechten Renovierungen, wie der Modernisierung des Schlosses Elmau, dem Bau des Humboldt Forums und eben des Museums Barberini.
Der ursprüngliche Bau von 1771/72 entstand als Bürgerhaus ohne Seitenflügel nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom. Im 19. Jahrhundert kamen die Flügel hinzu, doch im 2. Weltkrieg wurde das ganze Gebäude zerstört, der Rest nach Kriegsende abgetragen.
Für den Neubau rekonstruierten die Architekten die alte Fassade, aber dahinter ist alles neu und mit modernster Technik ausgestattet. Das Untergeschoss füllt das gesamte Grundstück, das Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse umschließen einen zum Nebenarm der Havel ausgerichteten Innenhof mit Cafe-Terrasse.
Die Seitenflügel haben nur zum Innenhof Fenster, die Außenwände sind ganz der Kunst vorbehalten.…

Fondation Beyeler, Riehen/Basel, April bis Juli 2021
Olafur Eliasson

Der 1967 in Kopenhagen geborene, in Island aufgewachsene und jetzt in Berlin und Kopenhagen lebende Künstler  Olafur Eliasson wurde bekannt durch seine riesige künstliche Sonne, die er 2003/04 in der Tate Modern in London vorstellte, und seine kleine LED-Leuchte „Little Sun“, die mit Solarenergie gespeist wird und Licht zu Menschen bringen soll, die noch heute ohne Strom leben müssen. Nun installiert der Künstler im gesamten Museum der „Fondation Beyeler“ eine Erkundung „unserer Vorstellungen von Natur und Kultur“. Das wird mit Sicherheit überaus spannend. Foto: Fondation Beyeler

Neues Museum Nürnberg

Ein Museumsbau soll der Kunst, die gezeigt wird, keine Konkurrenz machen, soll den Werken einen Rahmen geben, aber selbst im Hintergrund bleiben. Jedenfalls innen. Außen ist das ganz etwas anderes.
Der Berliner Architekt Volker Staab, 1957 in Heidelberg geboren, hat sich mit seinem Entwurf für das Neue Museum Nürnberg an diese Maxime gehalten. Mitten in die Altstadt hat er einen 100m langen Kubus mit geschwungener Glasfassade gesetzt, in dem sich die mittelalterliche Stadtmauer spiegelt. Innen ist alles schlicht weiß, aber versetzte Wände bieten überraschende Ausblicke. Besonders markant ist die große Wendeltreppe in der Eingangshalle, die alle Stockwerke verbindet.
Foto: Wikipedia