Punkt für Punkt zum Leuchten
Eigentlich steht ein Punkt immer am Ende einer Sache. Nicht so bei Paul Signac. Aus Tausenden und Abertausenden von Punkten komponierte der Franzose seine Gemälde, mischte die Farben nicht auf der Palette, sondern tüpfelte sie in reinen Tönen auf die Leinwand. Das Ergebnis: flirrend leuchtende Bilder, deren Motive oft erst in einiger Entfernung ganz zu erkennen sind und die den Künstler, neben Kollegen wie Georges Seurat oder Henri-Edmond Cross, zum führenden Vertreter eines Stils machten, der als Neoimpressionismus oder Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Faszinierende Symphonien der Farben entstanden so in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; rund 90 dieser Werke sind noch bis zum 11. Oktober im Potsdamer Museum Barberini zu bewundern. Und wer den Besuch nicht schafft, kann zu diesem opulenten großformatigen Katalog greifen – auch wenn der die strahlende Überwältigung der Originale nur annähernd wiedergibt. PM
Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus. 304 S. Prestel. 45 Euro
