Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                      

  Keine Sympathie für Orbáns „Antipädophilie-Gesetz“.

                                              Dafür fühlen die Ungarn mit den Flutopfern in Deutschland

Der Diktator ließ kürzlich von seiner Zwei-Drittel-Mehrheit im Ungarischen Parlament beschließen: Eine Heirat ist nur zwischen einem Mann und einer Frau erlaubt und nur dann gültig. Eine  nachträgliche Änderung des bei der Geburt festgestellten Geschlechts ist verboten. Adoption für Homosexuelle ist nicht erlaubt. Keine Sexualaufklärung für Jugendliche – und all dies als angeblicher moralischer Schutz für Kinder und Jugendliche.
Allerdings widerspricht das „Anti-Pädophilie-Gesetz“ an mehreren Stellen der Europäischen Konvention der Menschenrechte und wird wohl vor mehreren Landes-Gerichten Europas jeweils schlecht beurteilt werden.  
Doch das Bemerkenswerte am Gesetz ist wohl die Tatsache, dass in Ungarn nicht gerade viele Menschen wissen, was „Anti-Pädophilie“ ist. Den Wissenden freilich ist klar, dass dies ein neuer Stich Orbáns in den Hintern der Europäischen Gemeinschaft darstellen soll. Doch in Ungarn selbst interessiert es kaum jemanden.

Dafür fühlen viele Magyaren mit den deutschen Flutopfern. Besonders verständlich in einem Land der vielen großen Flüsse Donau, Theiß und anderen, dazu die dramatischen Berichte aus Deutschland. Ich lese und höre auf Schritt und Tritt darüber – und fühle ebenfalls mit.    

Fotos: privat/amnesty