Schloss Ludwigslust

Die kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern wird gern als „Versailles des Nordens“ oder auch als „Barockstadt des Nordens“ bezeichnet, dabei ist das Schloss Ludwigslust eine klassizistische Dreiflügelanlage, erbaut 1772 – 1776 als Residenz der mecklenburgischen Herzöge. Zuvor stand hier in dem damals Klenow genannten Ort ein kleines Jagdschloss, dann aber plante der Architekt Johann Joachim Busch nach dem Vorbild französischer Anlagen ein großes Schloss mit einer kostbaren Sandsteinfassade, und Klenow bekam den Namen „Ludwigslust“.
 Auf dem Schlossplatz entstanden 1780 -1785  Kaskaden in einem Bassin, über die das Wasser eines Kanals zwischen den Flüssen Lewitz und Sude sehr attraktiv vor sich hinsprudelt. Der 28 km lange Kanal wurde von 1756 bis 1760 angelegt, um darauf Baumaterial zu transportieren. Hinter dem Bassin verbindet eine große Grünfläche den Schlossplatz mit der 1770 vollendeten Stadtkirche, die von sechs mächtigen Säulen dominiert wird und mit Evangelistenstatuen auf dem Dach dekoriert ist. Innen wird der Raum von einem Riesengemälde dominiert, das die Verkündung der Geburt Christi an die Hirten auf dem Felde zu Bethlehem darstellt.
Im Schloss sollte man sich unbedingt den Goldenen Saal mit Kristalllüstern, reich geschmückten Spiegeln und einem wunderbar restaurierten Parkettfußboden und die umfangreiche Gemäldegalerie anschauen. In den 18 Räumen des Schlosses kann man in die höfische Wohn-Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts eintauchen.

Und dann erst der Park! Er ist 127 Hektar groß und damit der größte seiner Art in Mecklenburg Vorpommern. Mittlerweile steht er unter Denkmalschutz. Ursprünglich war er als viel kleinerer französischer Garten angelegt worden, der von 1764 an in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet wurde. 1852 legte der königlich-preußische Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné letzte Hand an seine Gestaltung.
Die schnurgerade Hofdamenallee vom Schloss durch den Park mit dem sehr alten Baumbestand bekam links und rechts geschwungene Wege. Nach und nach ließen die Herzöge eine kleine Kirche in einen Wassertümpel bauen, das „Schweizerhaus“ als Sommersitz für die Herzogin Louise und eine hübsche Steinbrücke errichten, dazu kamen noch eine romantische Grotte und mehrere Denkmäler. Immer wieder öffnen sich bis heute Lichtungen zwischen den riesigen Bäumen.
Das schöne Schlosscafé mit großer Terrasse zum Park ist meist nur von 12 bis 16.30 Uhr geöffnet, aber unbedingt einen Besuch wert. Die Torten sind einfach köstlich!

Vom Schlossplatz führt die Schlossbrücke über den Kanal zur Schloßstraße, die auch vom Architekten Busch gebaut wurde. Die Häuser für die Schloss-Bediensteten wurden zweigeschossig mit roten, unverputzten Backsteinen gebaut. Die Straße ist 35 m breit mit Fahrspur, Reiterweg, Promenade und Fußweg und führt zum Alexandrinenplatz mit dem Reiterstandbild von Alexandrine von Preußen.
Vorher allerdings kommt man am Hotel de Weimar vorbei, das 1810  von Erbprinz Friedrich Ludwig als Gästehaus gebaut wurde und mit seinem meisterhaften Restaurant „Landküche“ ausgesprochen verlockend ist.

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