Van Gogh wollte hier ein „Haus der Künstler“ eröffnen, aber schon nach zwei Monaten floh Gauguin aus Arles, van Gogh schnitt sich das berühmte Ohrläppchen ab und wanderte in die Psychiatrie in Saint-Rémy-de-Provence, damals nannte man es noch Irrenhaus.
Wenn man von der Place de Lamartine durch die Stadtmauer auf die Rue Voltaire geht, erreicht man nach gerade mal fünf Minuten die Place Voltaire mit rundherum netten Cafés, Bi
stros und Restaurants, überall sitzt man unter schattenspendenden Platanen.
Nach weiteren fünf Minuten steht man vor dem beeindruckenden Amphitheater, das etwa 90 n. Chr. erbaut wurde. Das zweigeschossige Gebäude hat einen Durchmesser von 140 Metern und 60 Arkaden pro Geschoss. Ursprünglich konnten bis zu 25 000 Menschen hier Gladiatorenkämpfen zuschauen.
Nur ein paar Schritte weiter ließ Kaiser Augustus etwa 25 v. Chr. ein Theater errichten, das als „Römisches Theater“ bezeichnet wurde. Im 6. und im 8. Jahrhundert verstärkte man eine Seitenwand und integrierte sie in die Stadtmauer. Im 17. Jahrhundert wurde das ganze Gelände ausgegraben, wobei Skulpturen und im 19. Jahrhundert zwei Altäre entdeckt wurden.
Heute kann man noch die einzigen erhaltenen untersten dreiunddreissig Reihen mit ca. 12000 Plätzen besichtigen.
Durch die Rue de la Calade geht’s vorbei an der romanischen Kirche „Saint Trophime“, der ehemaligen Kathedrale von Arles. Dann erreicht man das Rathaus von 1667, das Hotel de Ville, an der Place de la République, das als technisches Wunderwerk gilt, weil als Vestibül seinerzeit ein weiter Raum ohne Zwischenstützen geschaffen wurde.
Auf dem lebendigen Vorplatz steht ein aus Ägypten stammender Obelisk, der im Amphitheater gefunden und 1667 hier aufgestellt wurde. Suchen Sie sich am besten jetzt einen Platz im Schatten und gönnen sich eine Tasse Kaffee.
Anschließend schlendern Sie durch die schmalen Gassen in Richtung der Rue Docteur Fanton, dort finden Sie die Fondation Vincent van Gogh von 2014 mit Werken von Zeitgenossen als Hommage an den Maler. Wenn Sie dann noch mehr Bilder sehen wollen: Nicht weit entfernt befindet sich direkt an der Rhone in einem ehemaligen Sitz des Malteserordens aus dem 15. Jahrhundert das Musée Réattu. Dem schenkte Pablo Picasso 1971 zwei Gemälde und 57 Zeichnungen, die nun hier ein Highlight der Ausstellung sind.
War das genug Kunst? Dann tut ein kleiner Spaziergang am Fluss richtig gut.
Foto: CO