Wenn Sie in die Provence fahren wollen, planen Sie am besten so, dass Sie am 1. Mai in St. Remy de la Provence sind. Am Tag der Arbeit, an dem in ganz Frankreich traditionell Maiglöckchen-Sträuße verschenkt werden, findet in St. Remy eine großartige Parade statt. Dabei ziehen zehn Esel einen blumengeschmückten Karren, eine Gruppe peitschenknallender Einwohner geht vorneweg, Kinder reiten auf Ponys hinterher, und ein Trachtenverein spaziert in historischen Kostümen vorbei. Der Umzug führt um die Altstadt herum und beginnt immer um 10 Uhr 30.
Auf der Place de la Republique findet gleichzeitig ein Markt statt, auf dem neben vielen anderem typisch buntes Porzellan und Olivenöle aus der Region angeboten werden.
Wenn Sie später an einem anderen Tag wiederkommen, wenn es also nicht ganz so voll ist, dann schlendern Sie doch an der Place de la Republique vorbei, an der übrigens das Geburtshaus von Nostradamus (1503 – 1566) steht, dem Apotheker, Arzt und Astrologen, dessen Vorhersagen heute noch beachtet werden. Folgen Sie der Avenue Durand Maillane vorbei an der Place Jean Jauré mit dem Tourismusbüro, wo man einen kleinen Stadtplan und natürlich auch Informationen über den holländischen Maler Vincent van Gogh (1853-1890) bekommt, der hier 1889 ins Kloster Saint Paul de Mausole kam, weil er zuvor in Arles eine schwere Krise erlebt und sich dabei das halbe Ohr abgeschnitten hatte. Ein Jahr
blieb van Gogh dort und malte etwa 150 Bilder. An der Avenue de Durand Maillane kann man einige seiner Werke als Reproduktionen betrachten, die genau an dieser Stelle gemalt wurden.
Auch im Garten des Klosters ein paar Schritte weiter, das auch heute noch als Sanatorium dient, sind einige Bilder van Goghs zu entdecken. Sogar sein kleines Krankenzimmer kann besichtigt werden.
Und jetzt? Auf nach Glanum! Die Reste der gallischen Stadt aus dem 4. Jahrhundert v.Chr., die später griechisch und noch später römisch wurde, gruben Archäologen in über hundert Jahren aus. Man fand ein Wohnviertel mit Innenhöfen und Säulen gestützten Häusern, Straßen mit Kanalisation, ein Forum, Thermen und Mosaiken, all das kann man heute besichtigen.
Danach geht es zurück in die Altstadt, durch die Rue de la Commune vorbei an vielen kleinen netten Läden wie der „Confiserie Lilamand“ mit sehr feinen kandierten Früchten und der Boutique „Mademoiselle Hortense“ mit schicker Sommermode und extravaganten Accessoires bis zur Rue Lafayette. An der Place Jules Pellissier steht dann das imposante Rathaus in einem
ehemaligen Augustinerkloster. Ein paar Schritte weiter lohnt sich ein Blick in die „Comptoirs des Alpilles“, denn dort gibt es schöne Bettwäsche, farbenfrohes Porzellan und feine Gläser.
Am besten gehen Sie jetzt zurück bis zur Rue Jaume Roux, in der es auch ein paar sehenswerte Geschäfte gibt. Besonders zu empfehlen ist „La Cave Aux Fromage“ , wo
man sich mit den leckersten Käsesorten eindecken kann. Wenn Sie also noch kein Abendessen geplant haben, Baguette gibt es um die Ecke.
Wir haben aber noch einen richtig schicken Tipp für Sie:
Ganz in der Nähe hängen an der Place Favier über dem Restaurant „La Maison Favier“ jede Menge lustige Strohhüte. Ein toller Blickfang – und die Speisekarte verheißt wahre Wonnen! Fotos: CO
