
Diese Stadt ist natürlich immer eine Reise wert, schließlich hat sie den Stephansdom und die Hofreitschule zu bieten, Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere. Aber in diesem Jahr wird auch noch die Ringstraße 150 Jahre alt, und das feiert man gleich mit mehreren Ausstellungen. Im Jüdischen Museum gibt es noch bis 18. Oktober „Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard“ und im wunderschönen Prunksaal der Nationalbibliothek „Wien wird Weltstadt. Die Ringstraße und ihre Zeit“ bis zum 1. November zu sehen.
Am einfachsten ist es, am Schwedenplatz in die „Ring Tram“ zu steigen, die für 8 Euro nonstop in 25 Minuten um den knapp 6 km langen Parcours fährt, dazu wird in acht Sprachen alles Sehenswerte erklärt. Allerdings befahren auch die Tram-Linien 1 und 2 Teilstücke des Rings, und da kann man aussteigen, wann immer man will. Zum Beispiel gleich an der ersten Haltestelle am Julius-Raab-Platz, denn dort steht direkt am Donaukanal die „Urania“, ein 1909 vom Jugendstilarchitekten Max Fabiani erbautes Volksbildungshaus mit Theater (heute ein Kino) und Sternwarte.
An der Ecke des Platzes steht ein mächtiges, schön restauriertes Mietshaus mit dem „Café Prückel“ im Erdgeschoß, das es seit 1909 gibt und das vorn noch heute im Stil der 50er Jahre eingerichtet ist und hinten in seinen ursprünglichen Jugend-Stil zurückversetzt wurde. Vielleicht haben Sie ja gerade Lust auf einen „Kleinen Braunen“ und einen Blick in die Zeitung?
Ein kleiner Verdauungsspaziergang im gegenüberliegenden Stadtpark kommt jetzt sicher gerade recht. Der Park war Wiens erste öffentliche Grünanlage und wurde 1862 eröffnet. Heute stehen dort überall Denkmäler, zum Beispiel für Franz Schubert, Franz Lehar und Anton Bruckner. Am meisten fotografiert wird die vergoldete Statue von Walzerkönig Johann Strauss junior (1825-1899), die 1921 von Edmund Hellmer geschaffen wurde. Sie ist ein beliebtes Motiv für Touristen aus aller Welt, so begehrt, dass es mittlerweile Kopien in Japan, China und auf Kuba gibt.
Zurück in die Straßenbahn und vorbei am Schwarzenbergplatz mit dem wunderbaren Café Schwarzenberg und der imposanten Staatsoper, die 1869 mit der Premiere von Mozarts „Don Giovanni“ eröffnet wurde.

Anschließend besteigt man entweder wieder die Tram und fährt vorbei an Parlament, Rathaus, Universität, Votivkirche und Börse zurück zum Schwedenplatz, oder man schlendert durch den Volksgarten, in dem Johann Strauss 1867 die Instrumentalfassung seines Donauwalzers erstmals dirigierte, zum prächtigen Burgtheater oder kurz „der Burg“.
