Bei der Ankunft merkt man noch nichts. Erst, wenn man Rotterdams Hauptbahnhof durch die große Halle verlässt und sich sofort umdreht, entfährt einem unwillkürlich ein „Wow“. „Die Spitztüte“ nennen die Einheimischen ihr gerade fertig gestelltes Wahrzeichen – eines von mehreren, dazu später mehr, die Centraal Station mit Metro, Nah- und Fernverkehr, mit Ladenstraße und Fahrrad-Parkhaus, die das niederländische Architektenteam „CS“ mit einem 250 m breiten, dynamisch emporragenden Dach versehen hat. Einfach gigantisch! Der Blick wird natürlich noch besser, wenn man über den „Kruisplein“ bis zur Westersingel spaziert.
Zwischen Westersingel und der Parallelstraße Mauritsweg/Eendrachtsweg gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts einen Wassergraben, an dem entlang seit 2001- da war Rotterdam europäische Kulturhauptstadt – Skulpturen von Rodin und Picasso, Artschwager, Coop Himmelb(l)au und vielen anderen stehen, die sogenannte „Beeldenroute“ (Bilderroute).
Natürlich braucht man nach diesem geballten Kunstgenuss dringend noch einen leiblichen, mindestens ein Kaffee sollte es schon sein. Falls das Wetter schön ist und eines der vielen Cafes und Restaurants rund um die Museen Sie nicht reizt, dann sollten Sie die Straße „Vasteland“ zur Erasmusbrücke schlendern. Einem weiteren Wahrzeichen der Stadt. Die beeindruckende Brücke wurde 1994 bis 96 gebaut, sie ist 800 Meter lang und 139 Meter hoch, überquert die „Nieuwe Maas“ und heißt wegen ihres angewinkelten Pylons „de zwaan“, der Schwan. Sie ist die schwerste Klappbrücke Westeuropas und wurde von den Architekten Ben van Berkel und Caroline Bos entworfen.
Auf der anderen Seite erreicht man die „Wilhelmina Pier“ mit dem Telecom-Gebäude von Architekt Renzo Piano, dessen leuchtende Fassade sich schwindelerregend nach vorne neigt, und „De Rotterdam“ aus drei miteinander verbundenen, 150m hohen Wolkenkratzern mit 160 000 qm Wohn- und Bürofläche. Gebaut hat diese Stadt in der Stadt mit Hotel, Fitness-Center, Läden, mehreren Restaurants und Cafés der schon erwähnte Rem Koolhaas 1998.
Nur wenige Schritte entfernt ist das neueste Wahrzeichen Rotterdams zu bewundern: die riesige „Markthal“, die aussieht wie ein Flugzeug-Hangar. Vorn und hinten gewähren Glasscheiben, die sich bei Sturm bis zu einem Meter nach innen wölben können, einen wunderbaren Durchblick.