Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, noch bis 24.3. 2019:
300 Jahre US-Amerikanische Kunst
120 Werke aus dreihundert Jahren amerikanischer Kunst-Geschichte – von 1650 bis 1950 – zeigt man jetzt in Köln erstmals in Deutschland. Mit dabei sind Gemälde von Edward Hopper, Mark Rothko, George Bellows, Jackson Pollock und Georgia o´Keeffe, Fotografien von Alfred Stieglitz und Skulpturen von Quincy Adams Ward und vielen anderen mehr. 130 Werke sind Leihgaben aus den USA, gezeigt werden auch Beispiele der Native American Art. Eine wirklich sehenswerte Show.
Geöffnet Di-So 10-18 Uhr, 1. + 3. Do bis 22 Uhr.…

Henri-Robert-Marcel Duchamp (1887 bis1968) war ein französisch-amerikanischer Maler und Bildhauer, der auch exzessiv Schach spielte.
Es war ein unglaublicher Fund, den die Staatsanwaltschaft 2012 in der Wohnung von Cornelius Gurlitt (1932-2014), dem Sohn und Erben des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895-1956) machte. 1280 Kunstwerke beschlagnahmte man in Gurlitts Münchener Wohnung, später dann noch einmal 220 Werke in Salzburg. In der Ausstellung, die die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum Bern zusammen organisiert haben, werden jetzt etwa 250 Werke aus Gurlitts Sammlung gezeigt, die unter dem Verdacht standen, NS-Raubkunst zu sein. Mit dabei sind Bilder von Otto Dix, Marc Chagall, Henri Matisse, Auguste Renoir, Emil Nolde und Max Liebermann, viele davon galten 1937/38 als „entartete Kunst“. Die Ausstellung beschäftigt sich auch mit dem Begriff der Provenienz und dem Schicksal der Vorbesitzer, zum Beispiel von Georges Mandel, geborenem Rothschild, dem das „Porträt einer jungen Frau“ von Thomas Couture zugeordnet werden konnte, oder der Familie Wolffson, die einige Blätter von Adolph von Menzel an Hildebrand Gurlitt verkaufen musste, um 1941 fliehen zu können.…
Der Fotograf Robert Lebeck (1929-2014) behauptete zwar immer, er sei im Schicksalsjahr 1968 bei den wichtigen Ereignissen – den brennenden Barrikaden in Paris etwa, den Protesten vor dem Springer-Hochhaus in Hamburg oder dem Einmarsch der Russen in Prag – nicht dabei gewesen, doch seine Kontaktbögen aus dem Jahr zeigen, daß es so nicht ganz richtig war. Und so kann das Kunstmuseum in Wolfsburg nun beispielsweise seine eindrucksvollen Bilder von Rudi Dutschke in Prag präsentieren, von Robert Kennedys Beerdigung oder von Joseph Beuys auf der Documenta in Kassel. Die meisten der Fotos, die für den „Stern“ entstanden sind, wurden noch nie zuvor veröffentlicht.
In diesem Jahr wäre er 60 Jahre alt geworden, der amerikanische Ausnahmekünstler Keith Haring (1958 bis 1990).…
Wie gehen wir mit dem Altern um? Die Betroffenen nennt man einerseits Best Agers, andererseits werden sie aus dem Arbeitsmarkt aussortiert. „Siebzig ist das neue Fünfzig“, stellte die „Welt“ schon 2013 fest; Anti-Aging-Produkte sind der boomende Beleg für anhaltende Jugendlichkeit.
In den 60er Jahren pinselte James Rosenquist (1933 – 2017) noch riesige Plakate auf die Werbeflächen am New Yorker Times Square, ehe er mit seinen großformatigen Bildpanoramen, die sein intensives Interesse an gesellschaftlichen und politischen Ereignissen seiner Zeit dokumentierten, zu einem der Heroen der Pop Art wurde. Das Museum Ludwig zeigt jetzt die erste große Ausstellung von Rosenquists Werken nach seinem Tod. Mit dabei sind die drei raumgroßen Installationen „F-111“ (1964) , „Horse Blinders“ (1968/69) und „Horizon Home Sweet Home“ (1970), die der Künstler einst für die Castelli Galerie in New York schuf; das 27m lange Bildensemble, das 1997/98 für Berlin entstand, wird ebenfalls zu sehen sein. Die Ausstellung hat der Künstler noch selbst autorisiert und auch private Leihgaben nach Köln gesandt. Zusätzlich konnten Werke aus dem MoMA , dem Guggenheim, dem Centre Georges Pompidou und aus dem Stockholmer Moderna Museet ausgeliehen werden.…
Sie waren das Super-Paar des Design: Die Amerikaner Charles (1907 bis 1978) und Ray Eames ( 1912 bis 1988) lernten sich 1940 beim Studium kennen. 1947 eröffneten sie ihr eigenes Design-Büro, und schon bald wurden der Architekt und die studierte Malerin durch ihre Möbelentwürfe, zuerst aus Sperrholz, später aus Kunststoffen, international bekannt. Viele ihrer Arbeiten, wie der Lounge Chair, sind zu Klassikern geworden. Vitra zeigt jetzt mit mehr als 500 Exponaten – Möbeln, Rauminstallationen, Modellen, Filmen, Zeichnungen – das gesamte Werk dieser Ausnahme-Designer.
Einem überaus wichtigen Thema, das längst die ganze Welt angeht, aber immer noch nicht überall gleich ernst genommen wird, widmet sich jetzt die Bundeskunsthalle mit ihrem „Wetterbericht“. Mit etwa 400 Objekten soll die Ausstellung Wetterphänomene und -Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen.…
Die meisten halten es für Müll, aber immer mehr Designer in aller Welt erschaffen neue Objekte aus Weggeworfenem. Die Ausstellung „Pure Gold“, kuratiert von Professor Volker Albus im Auftrag des Instituts für Auslandsbeziehungen, zeigt etwa 75 Produkte, die aus bereits einmal verarbeiteten Materialien entstanden sind, darunter Tische und Stühle, Hocker, Regale und Raumteiler. Rund 40 Arbeiten stammen aus Europa, der Rest kommt aus Brasilien, Ägypten, China, Zimbabwe und Thailand. Begleitet wird die Ausstellung von Workshops unter der Leitung des Berliner Designers Professor Axel Kufus.
Die rote Valentine hat ihn bekannt gemacht. 1968 entwarf der österreichisch-italienische Designer Ettore Sottsass (1917-2007) die kleine rote Reiseschreibmaschine für Olivetti, die schon bald Kultstatus erlangte. 1957 hatte er seine Laufbahn mit dem Entwurf eines Computers begonnen, bereits 1965 stellte er seine erste Möbelkollektion für den italienischen Hersteller Poltrona Frau vor, 1978 begann er für Alessi zu arbeiten. Auch als Architekt von Privathäusern in Italien, England, Japan und den USA war er anerkannt, im Jahre 2000 baute er den Mailänder Flughafen Malpensa. Seine radikalsten Entwürfe entstanden aber ab 1980 für die von ihm mitbegründete Gruppe Memphis – benannt nach dem Song „Stuck inside of mobile with the Memphis Blues again“ von Bob Dylan..
Die in Berlin lebende und arbeitende holländische Designerin Hella Jongerius (geb. 1963) zeigt in London verschiedene Installationen ihrer Möbel und Objekte. Die Show ist eingeteilt in Morgen, Mittag und Abend und lotet den Einfluss des Tageslichts auf unsere Wahrnehmung von Farbe aus. Dabei gibt es unterschiedliche Materialien und verschiedene Strukturen zu sehen.
Wolfgang Herrndorf
Wer sich für Design interessiert, der kennt natürlich den Schwan, die Ameise oder das Ei, Sitzmöbel des Dänen Arne Jacobson (1902-1971), die längst Klassiker geworden sind. In der Botschaft ihres Landes in Berlin werden sie und viele andere jetzt als Beispiele für Dänemarks Designgeschichte seit 1945 gezeigt. Neben den Ikonen sind auch verblüffende Neuheiten wie ein wasserreinigender Strohhalm oder eine App für Blinde zu bestaunen.
noch bis 20.8.: Museum Ludwig, Köln