Museum Barberini, Potsdam
Die Sammlung Hasso Plattner – online
Wer nicht die Chance hatte, die wunderbare Sammlung von Hasso Plattner in seinem Museum zu sehen, entweder wg. Corona oder aus anderen Gründen, der kann all die herrlichen Bilder auf der Website des Museums anschauen. Über 100 Werke, davon 34 Bilder Claude Monets, gehören zu dieser einzigartigen Sammlung. So kann man einen Museumsbesuch am eigenen Computer absolvieren, in seinem eigenen Rhythmus alle Werke anschauen und dazu Infos über Maler, Entstehungs- und Ausstellungsgeschichte, Provenienz und vertiefende Literatur bekommen.
Foto: Claude Monet, Ortseingang von Giverny im Winter 1885, Museum Barberini…

Wenn Corona und Brexit es zulassen, sollte man mal wieder nach London reisen. Denn hier wird Joseph Mallord William Turners (1775-1851) Auseinandersetzung mit den
Hoffentlich läßt uns Corona wieder reisen, denn diese einzigartige Schau möchte man nicht versäumen: 150 Arbeiten des als bedeutendster lebender Künstler geltenden Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden, werden in Wien gezeigt. Erstmals beschäftigt sich eine Ausstellung mit Richters Landschaften der vergangenen sechzig Jahre. Die Schau ist in fünf Themen gegliedert, beginnend mit den von Richter selbst als „Kuckuckseier“ bezeichneten Bilder, die romantisch wie Werke von Caspar David Friedrich wirken, bis zu seinen Übermalungen, bei denen er auf Gemälden, Fotos, Drucke von Landschaften Ölfarbe abstrakt aufgetragen hat. Verblüffend verbinden sich die beiden Ebenen zu einer Einheit.
Allein 34 Werke von Claude Monet hat der Sammler Hasso Plattner jetzt dem Museum Barberini als Dauerleihgabe überlassen. Damit besitzt Potsdam nach Paris weltweit die meisten Bilder des Malers. Außerdem hat der Mäzen Gemälde von Auguste Renoir, Camille Pissaro, Alfred Sisley, Paul Signac und anderen Impressionisten ausgeliehen. So kann das Barberini jetzt etwa hundert wunderbare Landschafts-Bilder in seiner Dauerausstellung zeigen.
85 Werke des Amerikaners Keith Haring (1958 bis 1990) hat man in Essen zusammengetragen: Gemälde, Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos zeigen die enorme Bandbreite des Künstlers. Haring gilt als eines der Sprachrohre seiner Generation, das sich mit Themen wie Diktatur, Rassismus, Homophobie, Drogensucht, Aids, Kapitalismus und Umweltzerstörung auseinander setzte. Seine mehr als 5000 Subway Drawings, die er von 1980 bis 85 im Tunnelsystem der New Yorker U-Bahn sehr schnell, ohne die Kreide abzusetzen zeichnete, sind legendär und durch einen befreundeten Fotografen gut dokumentiert.
Das dänische Ehepaar Wilhelm (gestorben 1936) und Henny (gestorben 1951) Hansen begann 1916 gezielt, französische Malerei zu sammeln. Ihre spektakuläre Sammlung vermachten die Hansens schließlich dem dänischen Staat mit der Auflage, in ihrem Heimatort Ordrupgaard ein öffentliches Museum für die Sammlung zu schaffen. Von dort wurden jetzt Werke von Camille Pissarro, Eduard Manet, Edgar Degas, Claude Monet und anderen nach Hamburg ausgeliehen. Und weil die wunderbaren Bilder im zweiten Stock der Galerie der Gegenwart (und nicht, wie sonst bei Ausstellungen gerne üblich, im Keller) ausgestellt werden, sind sie ein Fest für die Augen.
Royal Museums der schönen Künste, Brüssel, 11.10. bis 9.2.2020:
Der große Franzose Henri Matisse (1869 bis 1954) war nicht nur Maler, Grafiker, Zeichner und Meister der Scherenschnitts, er schuf auch 82 Skulpturen, die meisten zwischen 1900 und 1910. Er wurde dabei vom Bildhauer Auguste Rodin (1840 bis 1917) inspiriert und nutzte für sein Werk „Der Knecht“ dasselbe Modell wie Kollege Rodin.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) war bekanntlich nicht nur Deutschlands größter Dichterfürst, er war auch Jurist und Minister, beschäftigte sich mit Farbenlehre, Mineralogie, Botanik und Geologie. Nur folgerichtig also, dass die Bundeskunsthalle seiner Persönlichkeit, seinem Werk und seiner Nachwirkung jetzt eine große Schau widmet, in der Beispiele aus Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Theater, Film und Musik gezeigt werden. Mit dabei sind Werke von Caspar David Friedrich, Auguste Rodin, William Turner, Paul Klee, Andy Warhol und Ólafur Elíasson.
Das Zentrum der „Swinging Sixties“, als in Politik, Kultur und Mode so ziemlich alles ins Rutschen kam, war London mit seiner Carnaby Street, dem spargeldünnen Model Twiggy, dem Kultfilm „Blow Up“ – und der Modemacherin Mary Quant (geb. 1934), die mit ihren Miniröcken und Hotpants die Gesellschaft schockte. Ihr hat jetzt das Victoria & Albert Museum eine Ausstellung gewidmet.
Die berühmte Sonnenblumen-Serie, die Vincent van Gogh (1853-1890) 1888 in Arles malte und von der heute ein Gemälde der National Gallery in London gehört, werden selten ausgeliehen, da der gelbe Farbton durch UV-Licht langsam bräunlich wird. Aber in dieser Ausstellung, in der 45 Gemälde van Goghs seine Beziehung zu Großbritannien dokumentieren, sind sie dabei. Der Maler hat zwischen 1873 und 1876 in London gelebt und sich dort für britische Kultur begeistert, er ließ sich von Malern wie John Constable und John Everett Millais und Autoren wie William Shakespeare und Charles Dickens inspirieren. Ergänzt wird die Ausstellung mit Bildern von Francis Bacon, die nach dem Selbstportrait van Goghs entstanden sind.
Nach zwanzig Jahren widmet man sich in London wieder einmal dem französischen Maler Pierre Bonnard (1867 bis 1947) und konzentriert sich auf seinen außergewöhnlichen Umgang mit Farben nach 1912. Da Licht eine zentrale Rolle in seinen Gemälden spielte, zählt man ihn zu den Post-Impressionisten, obwohl er eigentlich einen ganz eigenen Stil entwickelte, dem er zeitlebens treu blieb.