Kunst: Glanzvoller Umbruch

Wer die italienische Kunst liebt, ist sicher schon in der Alten Pinakothek in München gewesen. Derzeit widmet sich das Haus der Kunst Venedigs in der Renaissance. Damals, vor 500 Jahren, erlebte die Lagunenstadt mit Künstlern wie Bellini, Giorgione oder Tintoretto und Tizian eine unnachahmliche Perfektion der figürlichen Malerei. Vor allem Werke von Tizian faszinieren uns bis heute und beeinflussten Maler und Malerinnen bis in die europäische Moderne.
Die reiche Handelsstadt Venedig war allerdings schon seinerzeit ein Zentrum der Innovation. Die Malkunst florierte, und die großen Meister begannen, sich intensiv mit dem Wesen von Mensch und Natur zu beschäftigen. So spiegelten Porträts das zeitgenössische Selbstverständnis der Menschen, und Landschaften ließen einen Traum von Arkadien erahnen. 
Anschaulich vermittelt der Bildband dazu in verständlich gehaltenen Aufsätzen kunsthistorische Hintergründe, und wer mag, kann gleich neueste Forschungsergebnisse nachlesen.
Die umfangreich bebilderte Publikation zur Münchner Schau (bis zum 4.2.2024) ist zwar nicht so opulent geraten wie wir das eigentlich von Bänden zur italienischen Kunst kennen, sondern erscheint diesmal nur als Klappbroschur – schwelgen lässt sich darin aber dennoch. UvS.

Andreas Schumacher:Venezia 500– Die sanfte Revolution der venezianischen Malerei, 256 S., 166 Abb., Hirmer, 39,90 Euro.

 Kunst: Zauber des Nordens
 

Die ziemlich plakative Zeile „Zauber des Nordens“ hätte man sich eigentlich sparen können – ein so großartiger Künstler wie Edvard Munch braucht solch eine PR-Floskel nicht, auch wenn sie auf Stefan Zweig zurückgeht. Jüngster Beweis: die Ausstellung in der Berlinischen Galerie (noch bis zum 24.1.2024), zu der dieser schöne, informative Katalog (mit dem überflüssigen Untertitel) erschienen ist. Sie zeigt einen Maler, der mit seinen expressiven Bildern am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der Wegbereiter der Moderne wurde. Zwar stießen seine oft roh und unfertig wirkenden Arbeiten im damals eher spießigen Berlin etwa anfangs auf empörte Ablehnung, doch bald schon hatte er gerade in der Reichshauptstadt, in der er zwischen 1892 und 1908 immer wieder länger lebte, viele Anhänger. Vor allem seine furiosen Psychodramen mit einsamen, verzweifelten und gequälten Menschen machten ihn bekannt. In Berlin sind jetzt rund 80 Werke, darunter auch Druckgrafik und Fotografien, zu sehen; ergänzt werden Ausstellung und Katalog durch Arbeiten anderer nordischer Künstler jener Zeit. PM

Edvard Munch: Zauber des Nordens. 304 S., 246 Abb. Hirmer. 49,90 Euro 


Kunst: Der Weltbürger

n der Schirn in Frankfurt ist noch bis zum 18. Februar eine große  Retrospektive des „Weltbürgers“ (Selbstaussage) Lyonel Feininger zu sehen. Der dazu erschienene Katalog stellt den Künstler (1871 – 1956) detailliert in all seinen Schaffensphasen dar – als Karikaturist, Maler und Bauhaus-Lehrer, als Fotograf und als Musiker. Seine politischen und gesellschaftlichen Karikaturen erschienen in deutschen und amerikanischen Zeitschriften. Als Meister am Bauhaus in Weimar widmete er sich dem Holzschnitt und schuf 1919 mit der „Kathedrale“ das Titelblatt für das Manifest des Bauhauses – und zugleich ein Paradebeispiel für seine „kristallinen Architekturen“, die er in vielen Gemälden darstellte.  Eher prosaisch sind die Alltagsszenen, die er mit dem Fotoapparat festhielt.
Ergänzt wir der opulente Band mit einer kurz gefassten Biografie. 

Ingrid Pfeiffer: Lyonel Feininger– Retrospektive, 272 S., 230 Abb. Hirmer, 49,90 Euro. 

 


 

Fotografie: Schwarzweißes Statement

Gerade mal 19 war Thomas Hoepker, als er 1956 seine Kamera nahm (eine Leica, versteht sich) und das erste Mal nach Italien fuhr: der Beginn einer Fotografenkarriere, die ihn zum Mitglied der berühmten Fotoagentur Magnum und zu einem der Großen der mittlerweile legendären STERN-Fotografie der 60er bis 90er Jahre machte. Und dass er es weit bringen würde, zeigen schon die jetzt erstmals in Buchform veröffentlichten Aufnahmen aus Italien, die der kleine rührige Verlag Buchkunst Berlin aus rund 10000 Negativen ausgewählt hat. Von Unbeholfenheit ist auf den Schwarzweiß-Fotos keine Spur: Mit einer fast schon unheimlich anmutenden Sicherheit drückt Hoepker auf den Auslöser, um den einen richtigen Moment zu erwischen. Monumente und andere Touristenattraktionen interessieren ihn nicht, er beobachtet lieber die Menschen in ihrem Alltagsleben. Dass es keine Unterschriften gibt, ist da nur folgerichtig: Wenn jemand so genau und teilnahmsvoll hinschaut wie Hoepker, sprechen die Bilder für sich selbst. PM

Thomas Hoepker: Italia. 200 S., 124 Fotos. Buchkunst Berlin. 45 Euro


Fotografie: Menschen, Tiere, Sensationen

Er porträtiert Tiere genauso wie Menschen, meist schaut er ihnen direkt ins Gesicht. Der Hamburger Fotograf Walter Schels ist schon lange für seine einfühlsamen Porträts bekannt. Für dieses Buch hat er sich mit der Journalistin Sabine Schwabenthan zusammengetan, die kenntnisreiche Texte zum Wesen der hier versammelten 29 Tiere – unter anderen Hühner und Bären, Esel und Löwen – geschrieben hat. So erfahren wir, dass der Wanderfalke mit 290 Stundenkilometern im Sturzflug der schnellste Greifvogel ist. Oder dass im Altertum die Griechen ihr Frühlingsfest zusammen mit Ferkeln feierten, was uns den Ausdruck „Schwein gehabt“ hinterlassen hat. Und dass Störche gern auf Kirchtürmen nisten hat vor allem mit der mangelhaften Flugtechnik der Vögel zu tun.
Kurz: In den launigen Texten ist viel Unbekanntes, Amüsantes, Anrührendes über Hund, Katze und Co. nachzulesen.

Sabine Shwabenthan, Walter Schels: Die Seele der Tiere – Gesichter, Gefühle, Geschichten, Verlag Bassermann, 19,99 Euro.
 


 

Sachbücher: Affären mit Niveau

Ist es ein Wunder, dass es in der „Stadt der Liebe“ auch immer reichlich Prominenz gab, die sich zueinander hingezogen fühlte? Natürlich nicht, und so begab sich die Kulturreporterin Andrea Reidt in Paris auf die „Spuren berühmter Paare“ (so der Untertitel ihres Buches) – und brachte eine stattliche Ernte ein. In neun Kapiteln schildert sie die stürmische Affäre von Film-Diva Marlene Dietrich und ihrem Co-Star Jean Gabin ebenso faktenreich und anekdotengesättigt wie die kurze leidenschaftliche Liaison des Künstler Max Ernsts mit seiner eigenwilligen Kollegin Meret Oppenheim oder die Jahrzehnte überdauernde Romanze zwischen dem amerikanischen Jazz-Trompeter Miles Davis und Frankreichs Existenzialisten-Muse Juliette Greco. Ein buntes Panoptikum ist so entstanden (samt Literaturverzeichnis und einem etwas kargen Adressverzeichnis mit den Hauptschauplätzen der diversen Amouren), das im Wesentlichen bestätigt, was unsereins schon immer vermutete: Unterm Eiffelturm und an der Seine lebt und liebt es sich einfach intensiver. PM

Andrea Reidt: Pariser Amouren. 143 S. Ebersbach & Simon. 20 Euro
 


Sachbücher: Die Geheimnisse einer Kartoffel

Wie lustig!  Auch wenn Sie sich nicht für Mode interessieren und Ihnen Karl Lagerfeld eigentlich schnurz war, ist dieses Büchlein ein Genuss. Die französische Illustratorin Tiffany Cooper, die lange Zeit mit Lagerfeld gearbeitet hat, macht sich in ihrer gezeichneten Biografie über den Modemacher lustig, stellt seine Macken dar, berichtet über seine merkwürdige Kindheit, über seine große Liebe zur Katze Choupette, plaudert seine Geheimnisse aus und tut das alles in liebevollen, fröhlichen Zeichnungen.
Lagerfeld soll begeistert gewesen sein, denn er sagte über sich selbst: „Ich liebe die Vorstellung, dass die Leute denken, ich sei boshaft. Ich finde, ich bin eine brave Kartoffel.“

Tiffany Cooper: Wirklich alles über Karl Lagerfeld. Die Comic-Biografie, 144 S., Midas Verlag. 20 Euro

   


 

Sachbücher: Bücherfreunde

Wissen Sie, wie ein Buch entsteht? Sicher, jedem ist klar, es braucht einen Autor, einen Verlag, einen Drucker und einen Buchhändler, damit man eine Neuerscheinung kaufen kann. Aber so ganz genau weiß kaum einer, wer noch alles beteiligt ist und welche einzelnen Schritte vom ersten Wort bis zum fertigen Buch getan werden müssen. 
Das Buch der Autorin Stéphanie Vernet und der Illustratorin Camille de Cussac wendet sich an Leser ab 8 Jahren und erklärt in vielen kurzen Texten auf sehr schön gestalteten, farbenfrohen Seiten mit genauen Zeichnungen jeden einzelnen Schritt. 
So erfährt man, dass Übersetzer das Urheberrecht an ihrem Text haben, genau wie der Autor an seinem Ursprungstext. Und man lernt, dass die linken Seiten im Buch immer gerade Seitenzahlen haben, und dass ein Buch zum Bestseller wird, wenn mindestens 100 000 Exemplare verkauft wurden. Die Seitenzahl eines fertigen Buches ist immer durch vier teilbar, weil auf einen Druckbogen 4,8,16 oder 32 Seiten passen. Und nicht zuletzt wird hier von Fan-Fiction berichtet, von Texten also, zu denen sich Leser durch ein Buch anregen lassen.
Falls Sie das alles noch nicht gewußt haben, dann sind die „Büchermenschen“ eine tolle Lektüre für Sie!

Stéphanie Vernet, Camille de Cussac:Büchermenschen– Wie ein Buch entsteht, Prestel, 24 Euro.


Hörbuch: Jahrestage

Man braucht schon Zeit für dieses Hörerlebnis, denn die über 1700 Seiten des vierbändigen Romans „Jahrestage“ von Uwe Johnson wurden auf  acht CDs eingelesen von der Journalistin Caren Miosga und dem Schauspieler Charlie Hübner, und das dauert 73 Stunden und 53 Minuten. Also, falls Sie die vier Bände über Gesine Cresspahl, die im New York des Jahres 1968 ihrer Tochter von ihrem Leben in Mecklenburg Vorpommern erzählt, noch nicht kennen, dann sind diese CDs genau das Richtige für lange Winterabende bei Kerzenschein und Rotwein!

Uwe Johnson: Jahrestage– aus dem Leben von Gesine Cresspahl. Ungekürzte Lesung von Charly Hübner und Caren Miosga, Audio Verlag, 60 Euro.

Wir danken dem Audio Verlag dafür, dass wir zwei Kassetten verschenken können. Also seien Sie schnell und melden Sie sich per mail an: christiane@oster-meyer.de Die ersten zwei Einsender bekommen die Jahrestage zugesandt

 
Fotos: Hirmer/Buchkunst Berlin/Ebersbach & Simon/Midas/Prestel/Bassermann/ AudioVerlag

Hamburger Kunsthalle, 15.12.23 bis 21.4.24: 

Caspar David Friedrich
Kunst für eine neue Zeit
 

Das romantische Verhältnis des Menschen zur Natur war das zentrale Thema von Caspar David Friedrich (1774 bis 1840). Anläßlich seines 250. Geburtstages zeigt die Hamburger Kunsthalle mehr als 60 Gemälde und etwa 100 Zeichnungen, dazu ausgewählte Werke seiner Künstlerfreunde und zeitgenössische Arbeiten von 20 internationalen Künstlern, die sich mit dem Werk Friedrichs auseinandergesetzt haben.
Anschließend an die Hamburger Ausstellung widmen auch die Alte Nationalgalerie in Berlin und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem großen Ausnahmemaler eine Retrospektive.

FOTO: Caspar David Friedrcih (1774-1840), Der Watzmann, 1824/25, Öl auf Leinwand, 135x170cm, Staatliche Museen Berlin, Alte Nationalgalerie@bpk/Nationalgalerie, SMB, Leihgabe der Deka Bank/ Andreas Kilger

Was für ein Spaß! Am Schlossberg der steirischen Hauptstadt kann man sich in 64m Höhe
in eine Röhre setzen und in ca. 40 Sekunden 175m nach unten rutschen!
Hinauf geht’s natürlich langsamer, entweder mit der Standseilbahn, die eine Steigung von 61% hinaufschnauft, dem gläserenen Lift  im Inneren des Berges oder natürlich zu Fuß über die 260 Stufen der Schlossbergstiege, die von Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges in den Fels gehauen wurden.

 

 

Glockenturm mit Uhren

Ein Schloss gibt es eigentlich nicht oben auf dem Schlossberg, eher eine Burg, die 1544 zu einer großen Festung ausgebaut wurde. Sie ist im Guinnessbuch der Rekorde als stärkste aller Zeiten verzeichnet, die sogar Napoleon nicht erobern konnte.
Hier oben steht auch der berühmte 23m hohe Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, das Wahrzeichen von Graz. In ihm gibt es drei Glocken: die Stundenglocke von 1382 schlägt zur vollen Stunde, die Feuerglocke von 1645 warnte durch die Anzahl der Schläge vor Feuer in einem bestimmten Bezirk, und die Armesünderglocke von 1450 läutete zu Hinrichtungen und später ab dem 19. Jahrhundert zur Sperrstunde, weshalb sie auch Lumpenglocke genannt wurde.
1569 bauten die Grazer die erste Uhr ein, die 1712 um ein zweites Zifferblatt ergänzt wurde. Dabei entschied man sich allerdings dafür, die Stunden mit dem größeren Zeiger anzugeben, damit man auch aus weiter Ferne die Stunde ablesen konnte.

Wie auch immer Sie von Berg und Turm wieder runtergekommen sind, jetzt sollten Sie zur Mur schlendern, dem Fluss, der durch die Innenstadt fließt. 2003 war Graz Europas Kulturhauptstadt und bekam dafür eine Insel mitten im Fluss, auf der eine extravagante Stahlkonstruktion des amerikanischen Künstlers Vito Acconci steht. In der Glasglocke kann man Kaffee trinken oder Cocktails genießen, während das Flusswasser munter um einen herum sprudelt.

Rathaus

Jetzt müssen Sie aber unbedingt durch die Murgasse zum Hauptplatz schlendern, denn die Altstadt hat auch noch so einiges zu bieten. Zum Beispiel das Rathaus mit Kuppel und Ecktürmchen vom Anfang des 19. Jahrhunderts, das mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Und den 1878 errichteten imposanten Erzherzog-Johann-Brunnen, ein attraktiver Treffpunkt für Jung und Alt.
Gleich um die Ecke in der Herrengasse finden Sie den Landhaushof von 1531 mit herrlichen Arkaden im Innenhof, einem Meisterwerk der italienischen Renaissance. Heute tagt hier der Steiermärkische Landtag.

Kurz vor Ende der Herrengasse biegen Sie links ab in die Hans-Sachs-Gasse und gehen bis zur Burggasse, dann wieder links, und ein paar Minuten später erreichen Sie den Dom von 1464, der von außen eher schlicht wirkt, aber innen mit einem barocken Hochaltar eine unerwartete Pracht entfaltet.
Dem Dom gegenüber liegt die Burg von 1438, in der heute die Landesregierung arbeitet. Im ersten Hof sollten Sie die Doppelwendeltreppe von 1499 anschauen. So ein Meisterwerk der Steinmetzkunst gibt es selten, eine steht im Schloss Chambord an der Loire. Und eine eben hier.

Wenn Sie jetzt die Hofgasse entlang gehen, gelangen Sie zur ältesten

Hofbäckerei Edegger

Bäckerei von Graz, der Hofbäckerei Edegger-Tax, sie wurde schon 1596 gegründet. Hinter der wunderschönen geschnitzten Holzfassade werden noch immer erlesenes Gebäck, feine Torten und schmackhaftes Brot angeboten.
Jetzt ist eine Verschnaufpause angesagt und zwar auf der Dachterrasse im sechsten Stock des Kaufhauses Kastner & Oehler. Hier kann man nämlich lecker speisen, einen kühlen Drink nehmen, über die ganze Stadt in die Berge schauen und gleichzeitig der Grazer Jugend beim Flirten zugucken. Fotos: CO

„Satire, Komik, Humor muss vollkommen frei sein, ansonsten kann man nicht ehrlich lachen. Wenn man sich den Begriff „Person of Color“ mal ernsthaft anschaut, muss man den doch albern finden. Was soll das denn eigentlich heißen? Mensch heißt das doch!“

Helge Schneider (geb. 1955), Musiker, Komiker, Kabarettist, Schriftsteller und Schauspieler, in einem Gespräch in der „Zeit“ vom 5. Oktober. Gerade hat er einen neuen Kommissar Schneider- Krimi veröffentlicht.

Foto: Helge Schneider

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat so seine Ansichten zur weitverbreiteten Handy-Manie! 

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de
 
 

 

Palais-Hotel Erzherzog-Johann, Graz, Österreich
 

 Man muss nicht unbedingt von Adel sein, wenn man im Hotel Erzherzog Johann absteigt, aber man darf natürlich. Gefallen wird dieses charmante Hotel sicher fast jedem. Die meisten Zimmer liegen rund um einen drei Stockwerke hohen Lichthof, in dem gefrühstückt wird, und sind mit einer Mischung aus Antiquitäten, zum Beispiel üppigen Kronleuchtern, und schlichtem modernem Design in harmonischen Farben eingerichtet. Die Bäder mit Wanne und Dusche sind sehr groß. Überall auf den Fluren stehen gut gepflegte Grünpflanzen.

Vom Hotel zum Hauptplatz mit dem klassizistischen Rathaus von 1807 sind es gerade mal 30 Meter, und auch der sehenswerte Schlossberg ist nur 200m weg. Da muss man unbedingt hinauffahren – mit einem Lift oder der Standseilbahn, und runter können Wagemutige durch ein Rohrsystem in 40 Sekunden rutschen! DZ ab ca 104 Euro. Foto: CO

Nett sein!

 

Ratgeber-Bücher mag man oder man mag sie nicht. Die einen finden sie hilfreich für ihr Leben, die anderen lassen sich ungern hineinreden. Aber wie überall, sind auch hier Pauschalurteile nie richtig. Also schaut man am besten in die Bücher hinein, bevor man urteilt.

Bei diesem Buch waren wir zuerst überrascht, dann angetan und schließlich haben wir uns festgelesen – und uns sehr gut amüsiert.

Es ist sehr attraktiv gestaltet mit zarten Farben, schönen Schriften, tollen Fotos, interessanten Textkästen und erstaunlichen bis lustigen Zwischentiteln. Das Thema, wie bin ich netter zu mir in Bezug auf meine Wohnsituation, wird an den Räumen einer Wohnung und dem Leben der Autorin erzählt. So geht es im Kapitel „30 ist das neue 60“ – wer hätte das gedacht – um das Wäschewaschen. Und wussten Sie, dass Babyseife ein Schnüffelstück für die Seele ist? Oder, dass jeder ein Recht auf Krempel hat? Oder, dass Drahtbügel doof sind? Das Fazit dieses Buches steht schon mittendrin: Alles kann, nichts muss!

Martina Goernemann: Ab heute bin ich nett zu mir – wie wohnen dabei hilft224 Seiten, Callwey Verlag, 29,95 Euro Foto: Callwey

Ikea: Umkippende Kommoden, die Übergewicht bekommen haben, weil zu viele Schubladen gleichzeitig geöffnet wurden, sind ein weithin bekanntes Problem. Dagegen hat nun Ikea eine Verankerungs- und Entriegelungsfunktion entwickelt. Erst wenn eine Kommode an der Wand verankert ist, lassen sich mehrere Schubladen gleichzeitig öffnen. Diese Erfindung stellt Ikea allen Möbelproduzenten zur Verfügung, um das Wohnen sicherer zu machen.

Foto: Ikea

7. November: Die Dubai Design Week(bis 12. 11.) bietet wieder einen umfassenden Überblick über regionales und weltweites Design. Mehr als 500 Teilnehmer aus etwa 40 Ländern zeigen Neues zum Verpackungsdesign und Outdoor-Möbeln, Trends in Architektur, Kunsthandwerk, Fotografie und vieles mehr.

17. November: Im Botanischen Garten in Hamburg-Flottbek startet der „Christmas-Garden“ mit romantischen Licht-Installationen und überraschendem Leuchten-Spektakel. Auf dem zwei Kilometer langen Rundweg kann man magische Lichtkunst entdecken. Tickets gibt es online: www.christmas-garden.de

21. November:In Düsseldorf öffnet nach drei Jahren Umbauzeit der Kunstpalast  wieder seine Türen. Beim Rundgang durch die 49 Räume gibt es Sonderausstellungen und Teile der 130 000 Objekte umfassenden Sammlung zu sehen, es gibt Spezialangebote für Kinder und diverse Kurse und Workshops.

2024: Tartu, gelegen in Südestland, ist Kulturhauptstadtdes nächsten Jahres. Ihr Motto: Künste des Überlebens. Mit über tausend Veranstaltungen wird das Jahr gefeiert, mit Ausstellungen, Jazz-Konzerten, einem Filmfestival, einem Sauna-Marathon und ganz viel mehr. Zum Beispiel dem „Kissing Tartu“ Event, zu dem Tausende Menschen geladen sind, sich öffentlich zu küssen.

Fotos: Dubai Design Week/ Kunstpalast

Moooi: Sofa  und Chaise Longue der Serie „Aldora“ haben eine Schwester bekommen. „Aldora Vis a Vis“, entworfen von Cristina Celestino, ist gedacht für entspannte Plauderstunden zu zweit. Mit Leder- oder Stoffbezug lieferbar.

Désirée: Der neue Sessel„Eben“, entworfen von Matteo Thun und Antonio Rodriguez, ist mit hoher Rückenlehne oder niedriger zu bekommen. Auf einem Holzrahmen mit feinem Korbgeflecht liegen ein dickes Kissen und eine Rückenrolle.

Fotos: Moooi/Désirée

 

Albertina Modern, Wien, noch bis 21.1.20

Österreich – Deutschland

Malerei 1970 bis 2020

Die Gegenüberstellungen sind verblüffend: Die Albertina Modern zeigt zeitgenössische Kunst aus Österreich und Deutschland und stellt dabei aus der eigenen Sammlung interessante Paarungen vor, die in den vielen Räume für einen schwungvollen Rhythmus sorgen. Da hängen die Großformate von Xenia Hauser neben denen von Neo Rauch, die von Arnulf Rainer neben denen von Gerhard Richter und die von Maria Lassnig neben den Überkopfbildern von Georg Baselitz. So entstehen 13 spannende Dialoge, die dem Besucher dieser sehenswerten Ausstellung die Einsicht vermitteln, dass in der Kunst Nationalstile weitgehend abgedankt haben.
Foto: Xenia Hausner | EXILES 3, 2017 | ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Xenia Hausner / Bildrecht Wien, 2023  

Tulpen aus Amsterdam gibt es natürlich auch im Winter, dann aus dem Gewächshaus. Wer riesige, blühende Tulpenfelder sehen möchte, der sollte nächstes Jahr zwischen dem 21. März und 12. Mai die Niederlande besuchen, dann feiert man hier das Tulpenfest. Zur Zeit kann man vor Ort aber jede Menge Tulpenzwiebeln kaufen, die ja jetzt gesetzt werden sollten; besonders schöne Exemplare findet man auf dem Blumenmarkt an der Gracht Singel am Amsterdamer Muntplein.

Zum Teil sehen die Zwiebeln zwar ziemlich bizarr aus, aber die Auswahl ist gigantisch: Da gibt es die tief dunkelrote „Nachtwacht“, die zierliche „Ballerina“, die „Honeymoon“ mit dem zerfaserten Rand oder die vielfarbigen „Papageien“. Da ist die Entscheidung unheimlich schwer! Auf jeden Fall kann man sich schon mal auf den nächsten Frühling freuen!

 

 

Vorbei am Munttoren, dem 48m hohen Turm von 1618, der einst mit einem Zwilling ein Tor in der Stadtmauer bildete, und dann als Münze diente, gehen wir über die Brücke zur Nieuwe Doelen Straat zum Café de Jaren mit seiner Terrasse direkt an der Amstel. Mit einem leckeren Smoothie aus Joghurt, Waldfrüchten und frischer Minze oder einem Ingwertee legen wir eine ausgiebige Pause ein
und werfen dabei einen Blick auf „De kleine Komedie“, in der gerade der niederländische „Cabaret prijzen“ verliehen wurde. Ein Stück weiter an der Amstel kann man die berühmte Oper  sehen, die liebevoll „Stopera“ genannt wird, zusammengesetzt aus Stadthaus und Oper, denn hier arbeitet auch die Stadtverwaltung.

 

Wir schlendern jetzt den Klovenierswal entlang und bewundern die beeindruckende Architektur der alten Häuser an einer der ältesten Grachten der Stadt. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts wurde hier gebaut, im 17. Jahrhundert entstanden das breiteste Haus (22m) und das schmalste (2,44m) Amsterdams.

Die Straße endet auf dem „Nieuw Markt“, wo ab dem 17. Jahrhundert Viehmärkte, Volksfeste und auch Hinrichtungen stattfanden. In der Mitte des Platzes steht das älteste nichtreligiöse Gebäude Amsterdams: De Waag, gebaut im 15. Jahrhundert, war mal Rathaus, Museum, Feuerwehr, auch mal anatomisches Theater und natürlich Wiegehaus. Heute speist man dort unter 300 Kerzen auf wagenradgroßen Leuchtern.

Vom Nieuw Markt gehen wir zurück zur Damstraat und schauen in die kleinen Geschäfte, zum Beispiel in den Duck Store, der nur Plastikenten verkauft: Fußballer und Könige, Engel und Polizisten, die Freiheitsstatue und natürlich Frau Antje mit ihrem Käse aus Holland!

Dann überqueren wir den Voorburgwal, und schon sind wir in der Spuistraat mit einem tollen Hingucker: Die Kosmetikmarke Rituals hat hier ein opulentes Kaufhaus eröffnet mit Mind & Body Spa, mit Duftkerzen und Raumsprays, mit Duschöl und Handcremes, mit Handtüchern und Bademänteln, mit Bettwäsche, Waschpulver und diversen Teesorten. Alles wunderschön verpackt und arrangiert, so richtig zum Schwelgen!

Falls Sie jetzt Hunger haben, empfehlen wir genau gegenüber die „Seafood Bar“.  Ein ziemlich großer, ganz in Weiß eingerichteter Laden mit ausgesprochen nettem Service. Wir haben pikante Ceviche, leckere Miesmuscheln und eine üppige Meeresfrüchte-Platte probiert. Einfach köstlich! Fotos: CO

“Ich trinke Champagner, wenn ich froh bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich allein bin; in Gesellschaft geht es gar nicht ohne. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an – außer, wenn ich Durst habe.«
Lilly Bollinger (1899-1977), die von 1941 bis 1971 das Champagner-Haus Bollinger leitete, zitiert im SZ Magazin 36/2023
Foto: Bollinger

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat ein neues, sehr lustiges Buch zum Thema Älterwerden herausgebracht.

 
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de
 

Hotel Le Anfore, Villasimius, Sardinien

Herrliche Strände, wunderschöne Natur, ein hübsches Städtchen und mittendrin: das charmante Hotel Le Anfore. Es hat nur 10 Zimmer im Haupthaus und 10 kleine Bungalows rund um den Pool in einem Park. Alle haben Balkon oder Terrasse. Die Bäder sind großzügig und hübsch ausgestattet. Das feine Restaurant hat eine wunderbare Terrasse, auf der auch das Frühstück serviert wird. Villasimius ist etwa drei Kilometer, die Strände sind noch etwas weiter entfernt. DZ ab ca 108 Euro. Foto: le anfore

Bücher, Bücher und noch eins!

Der Cartoonist Peter Gaymann – ja, genau, der mit den Hühnern –
liebt außer dem Federvieh ganz besonders bedrucktes Papier – Bücher sind für ihn lebenswichtig. Und da es von dieser Spezies noch immer jede Menge gibt, hat er ihnen allen jetzt ein Buch gewidmet. Jeder seiner hier versammelten Cartoons beschäftigt sich mit Lesern, Büchern, Buchhandlungen und Autoren. Unser Liebling ist dabei der mit dem unrasierten Trinker vor der Bücherwand, der sein Glas hebt und ausruft: „Proust!“

Peter Gaymann: Noch’n Buch?! – Cartoons für alle Bücherfans 70 Seiten, Chr. Belser Verlag, 18 Euro.
   

Rembrandt oder Papageien?

Jetzt ist es an der Zeit für den nächsten Frühling vorzusorgen: Tulpenzwiebeln zum Beispiel sollten im Oktober/November

gesetzt werden, damit im März die ersten Blüten da sind. Wie man das macht, was Tulpen mögen und nicht mögen, welche Farben, Größen und Sorten es gibt (Rembrandt- oder Papageien-Tulpen etwa), wie man sie am besten kombiniert, welche Erde ihnen bekommt, ob sie lieber im Topf oder im Beet wachsen und welche Feinde sie haben, steht alles im neuen Buch der Garten-Bloggerin Sarah Stiller, kombiniert mit üppigen Fotos verschiedener Fotografen.
Da freut man sich schon beim Blättern auf den nächsten Frühling!

Sarah Stiller: Tulpenglück. 130 Seiten, Callwey Verlag. 25 Euro.
Fotos: Hersteller

Postmoderne : In der Bundeskunsthalle in Bonn wird noch bis zum 28. Januar 2024 die Ausstellung „Alles auf einmal: Die Postmoderne, 1967 – 1992“ mit Beispielen aus Design, Architektur, Kino, Pop, Philosophie, Kunst und Literatur gezeigt. Diese bizarre, exzentrische Welt von heute aus noch mal zu betrachten, ist sicher ein ganz besonderes Erlebnis.
Foto: postmoderne-carlton2.jpg Ettore Sottsass (Memphis Milano), Carlton, Raumteiler, 1981, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Kartause: Noch bis 10. März 2024  zeigt das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Mainz die Geschichte  der ältesten Kartause Deutschlands, der 1323 gegründeten St. Michael, die ganz besonders prunkvoll ausgestattet war und eine wertvolle Bibliothek beherbergte. Das Kloster wurde bereits 1781 abgerissen. Die Ausstellung erinnert mit Gemälden, Zeichnungen und geretteten Teilen des Chorgestühls an das verlorene Kleinod.

3. Oktober: Zum 33. Jahrestag der Wiedervereinigung wird wieder in ganz Deutschland gesungen. Ab 19 Uhr werden zehn Lieder, u.a. „Oh happy day“, auf einer Bühne in Hamburgs Binnenalster angestimmt und per Livestream zum Mitsingen ins ganze Land übertragen. Schirmherr ist in diesem Jahr Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher.

 

14. Oktober : Im Hamburger Bucerius Kunstforum (siehe auch weiter unten) eröffnet die Ausstellung: „Geniale Frauen. Künstlerinnen und ihre Weggefährten“ (bis 28. 1.2024), die Werke von Frauen aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert zeigt. Thematisiert wird dabei auch der familiäre Kontext, denn damals arbeiteten die Frauen meist im Verborgenen ihren Vätern, Brüdern, Ehemännern zu.
Foto: Judith Leyster: Lustiger Zecher, um 1630, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie /Jörg P. Anders; Public Domain Mark 1.0

10.September 2024: Es ist noch fast ein Jahr hin, aber buchen sollte man schon bald: „Mein Schiff“ bietet wieder eine Heavy Metal Kreuzfahrt an. Fünf Tage von Kiel über Alesund und Bergen zurück nach Kiel voller Konzerte und viel Rahmenprogramm. Mit dabei werden Acts wie Cobrakill, Feuerschwanz und etliche andere sein. Kein Wunder, dass die Reederei die härteste und lauteste Kreuzfahrt überhaupt.

 

neue Farben für “Bourgie”

Kartell: Die barocke Leuchte „Bourgie“ aus Kunststoff, die Ferruccio Laviani 2004 für Kartell entworfen hat, bekommt in diesem Herbst vier schöne neue Farbtöne: Burgunderrot, Grau, Bronze und Champagnermatt.
Foto: Kartell

Kunsthalle Bremen, 7.10. 2023 bis 18.2.2024:

Geburtstagsgäste
Monet bis van Gogh

 

Den 200. Geburtstag des Bremer Kunstvereins feiert die Kunsthalle mit Meisterwerken der französischen Malerei aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. Damals machte der Direktor Gustav Pauli sein Haus zu einem der führenden Museen moderner Kunst in Deutschland. Mit dabei sind Bilder von Manet, Renoir, Degas und Courbet – neben den namensgebenden Monet und van Gogh.

Foto: Vincent van Gogh, Porträt Armand Roulin, 1888, Foto: Museum Folkwang Essen – ARTOTHEK