Die Künstler der Ausstellung „We“

Kaffeesatz für den Wald

Tampere/Finnland: Der Schauspieler Brad Pitt macht jetzt noch ganz andere Kunst!  Er stellt zusammen mit dem Musiker Nick Cave und dem Künstler Thomas Houseago erstmals seine Skulpturen aus Silikon und Gips aus. Die gemeinsame Ausstellung heißt „We“ und läuft bis 15. Januar 2023 im Sara Hildén Art Museum im finnischen  Tampere.
Lübeck: Die Bäckereikette Junge und die Restaurants Peter Pane, beide aus Lübeck, haben sich für ein Umweltprojekt zusammengetan. Junge liefert große Mengen Kaffeesatz aus seinen Cafés für die Waldflächen, die Peter Pane in Schleswig-Holstein und Mecklenburg -Vorpommern zum Ausgleich seiner CO2-Emissionen erworben hat. Der Kaffeesatz liefert den Bäumen, Sträuchern und Büschen die notwendigen Nährstoffe.
Fotos: Sara Hilden Museum/Peter Pane

1. bis 5. November: In Hamburg findet wieder das Krimifestival statt.  Es lesen u.a. Charlotte Link, Volker Kutscher, Tess Gerritsen
und Cecilia Ahern aus ihren neuesten Büchern. Die meisten Veranstaltungen gibt es auf Kampnagel, und Tickets kann man schon jetzt kaufen: www.adticket.de/Hamburger-Krimifestival.html  

Cane-line: Der für seine schönen Outdoor-Möbel bekannte dänische Hersteller Cane-line hat mit „Aura“ eine Sessel- und Sofaserie aus einzelnen Modulen für drinnen vorgestellt. Alle Bezüge können abgezogen werden. Foto: Cane line

Sompex: Ist der Lieblingswein ausgetrunken, muss die schöne Flasche nicht in den Altglascontainer! Die dimmbare Lampe „Top“ mit Akku und farbigem Lampenschirm verwandelt sie nämlich ganz schnell in eine hübsche Leuchte. Ein Pfropfen aus Silikon macht’s möglich, einfach wie einen Korken in den Flaschenhals stecken. Foto: Trendxpress

Der neue Sessel Aura

Top heißt die Leuchte mit Akku für die Lieblingsflasche

 

Zentrum Paul Klee, Bern, Schweiz noch bis 8.1.23

Isamu Noguchi

Die Akari Leuchten

Seine Akari-Leuchten aus Japanpapier, Bambus und Metallstäben haben den japanisch-amerikanischen Bildhauer, Designer und Bühnenbildner Isamu Noguchi (1904-1988) einem großen Publikum bekannt gemacht. In Bern zeigt man zur Zeit in einer zehnteiligen Schau sein umfangreiches Werk, beginnend mit seinen Porträtbüsten aus den 1920er Jahren, bei denen er unterschiedliche Techniken, Materialien und Werkzeuge ausprobierte. In seiner anschließenden Assistenzzeit bei dem Bildhauer Constantin Brancusi in Paris beschäftigte er sich mit der Raumwirkung von Skulpturen und fertigte Figuren aus Terracotta und Skulpturen aus maschinell gefaltetem Metall. Als politisch engagierter Künstler schuf er auch Bühnenbilder für Themen wie Rassismus und Sklaverei. Sogar Gärten gestaltete er und designte Möbel.
All das kann man jetzt in Bern wiederentdecken.

Foto: Akaria Lampen aus Papier, Bambus, Metall, Kagawa Museum/ Paul Klee Museum

Kanäle wie in Venedig

Nicht wenige sind ja der Meinung, nach Venedig könne man nicht mehr fahren: viel zu voll, zu anstrengend, Abstand halten völlig unmöglich. Bis vor kurzem kamen die meisten Touristen von riesigen Kreuzfahrtschiffen, die gewaltige Umweltschäden verursachten und der Stadt wenig einbrachten, denn Kreuzfahrer konsumieren wenig, gegessen wird meist auf dem Schiff.

All diese Probleme hat Venedigs kleine Schwester nie gehabt, Chioggia kennen nämlich nicht viele, dabei hat sie auch jede Menge zu bieten: viele Kanäle, enge Gassen, hübsche Häuser und sehr nette Lokale.

Das Hotel Grande Italia

Der Ort liegt an der Südspitze der Lagune von Venedig, etwa 50 km von der Stadt entfernt. Es gibt eine wunderbare Verbindung per Schiff und Bus – Linie 11 – über die Inseln Santa Maria del Mare und Lido di Venezia, die gut eineinhalb Stunden dauert, aber besonders charmant ist. Die Fähre legt am Terminal direkt vor dem Hotel Grande Italia ab. Wenn man in diesem schönen, alten Hotel ein Zimmer zum Wasser bekommt, kann man im Morgengrauen die ersten Fahrgäste beobachten, die zur Arbeit nach Venedig übersetzen. Und wenn man abends vor dem Hotel einen Sundowner genießt, kann man zuschauen, wer dann so aus der großen Schwester zurück kommt.

Aber danach muss man unbedingt den Corso del Popolo entlang schlendern, denn gegen Abend sitzen vor

Corso del Popolo

allen Bars und Cafes die Einheimischen, die sich auf einen Drink und einen ausgiebigen Schwatz hier treffen.
Die Restaurants in den vom Corso abzweigenden Gassen füllen sich so gegen 20 Uhr und sind qualitativ und preislich sehr unterschiedlich, da muss man Glück oder einen guten Tipp haben. Aber man kann auch wunderbar bei ein paar mehr Drinks auf dem Corso sitzen bleiben und die Atmosphäre genießen.
Falls Sie am nächsten Morgen nicht nach Venedig fahren, schlendern Sie doch mal über die Ponte di Vigo, durch die Calle Santa Croce und die Ponte San Domenico zur gleichnamigen Kirche auf einer kleinen Insel, die 1911 Quarantänezentrum der Cholera-Epidemie war. Außen ist die Kirche vom Ende des 18. Jahrhunderts sehr schlicht, aber in ihr hängen einige wertvolle Gemälde.

Großes Angebot im Mercato del Pesce

Danach sollten Sie unbedingt einen Blick in den Fischmarkt (Corso del 30015) den Mercato del Pesce  werfen, der bis 13 Uhr zeigt, was das Meer in der letzten Nacht hergegeben hat. So frisch bekommt man Scampi, Muscheln, Pulpo, Doraden und Krebse zuhause eher selten.
Zurück zum Corso del Popolo, an dem die Kathedrale Santa Maria Assunta von 1624 steht. Der 56m hohe Glockenturm aus dem Jahre 1347 und die kleine Martinskirche stehen frei direkt daneben.
Wenn Sie Zeit haben und gern ein wenig gehen, dann überqueren Sie noch die Ponte Transluganare auf eine Insel mit großem Park und weiter durch die Via Roma und die Via le Veneto bis zu einem sehr breiten Strand mit Liegen, Sonnenschirmen, Strandbars und einem herrlich klaren, sehr einladendem Mittelmeer. Manchmal kann man schließlich auch im Oktober noch baden! Fotos: CO/Hotel Gran Italia

 

„Die Wahrheit über den Geschäftsmann Trump ist: Er ist der Einzige, der jemals mit einem Kasino in Atlantic City pleite gegangen ist. Das muss man erst mal schaffen.“

Der indisch-amerikanische Schriftsteller Salman Rushdie, der in seinem Roman „Die satanischen Verse“ von 1988 angeblich den Islam beleidigte und deshalb seither von einer iranischen Fatwa mit dem Tode bedroht wurde, in einem Interview mit dem Stern Nr. 34 vom 18.8.2022. Das Interview wurde vor dem Attentat auf Rushdie am 12. August geführt. Foto: wikipedia

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow, der in Nordfriesland lebt und arbeitet, beschäftigt sich gern mit dem alltäglichen Leben. Zum Beispiel mit der Ehe.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

Hotel am See, Grevesmühlen

Schade, dass zwischen See und Hotel eine viel befahrene Straße vorbeiführt, aber nach hinten zum großen Parkplatz sind die schlichten Zimmer ganz ruhig. Die Bäder sind groß und gut ausgestattet. Das vielseitige Frühstück wird im Restaurant mit Glasanbau serviert, wo man abends Spanferkelbraten oder Sauerfleisch vom Wildschwein genießen kann. Und dann: Ab in die Sauna! DZ ab ca 85 Euro. Foto: Hotel am See

Fotografie: Ausdruckstark

Sie war eigentlich immer unterwegs. Und fast immer hatte sie eine Kamera dabei, die ihr schon früh so vertraut war, dass sie zu ihrem „dritten Auge“ wurde, wie sie einmal feststellte. Und vielleicht war es gerade diese intensive Symbiose, die Sibylle Bergemann, 1941 in Berlin geboren und 2010 in Margaretenhof nordwestlich von Berlin gestorben, schon zu DDR-Zeiten zu einer international bekannten Fotografin machte, ein Renommee, das bis zu ihrem Tod eher noch wuchs. Vor allem ihre Mitarbeit an der Ost-Berliner Modezeitschrift „Sibylle“ machte sie bekannt, doch der gelernten Sekretärin, die ihr eigentliches Handwerk schließlich bei dem legendären DDR-Fotografen Arno Fischer lernte, gelangen bei ihrem Unterfangen, die „Vielfalt menschlicher Empfindsamkeit“ darzustellen, auch eindrucksvolle Porträts, Reise-Reportagen und andere Dokumentaraufnahmen. Über ein Jahrzehnt begleitete sie die Fertigstellung des Berliner Marx-Engels-Denkmals, und auch dem DDR-Wohnungsprojekt P 2 widmete sie eine Serie. Die ganze erstaunliche Vielfalt ihrer Arbeit ist noch bis Mitte Oktober in der Berlinischen Galerie zu besichtigen, der Katalog informiert zudem über den Werdegang der Fotografin und einzelne Aspekte ihres Werks. PM

Sibylle Bergemann: Stadt Land Hund. Photographs 1966-2010 264 S., 250 Abb. Hatje/Cantz. 48 Euro. Foto: Hatje Cantz


 

Kunst: Street Art

Der amerikanische Graffiti-Künstler, Kurator und Gründer eines Graffiti-Museums Alan Ket stellt in seinem Buch Street Art aus aller Welt vor. Ihr Star ist natürlich Banksy (siehe weiter unten), aber hier kann man neben Europäern und Amerikanern auch Kollegen aus Taiwan und Israel, Argentinien und Russland entdecken. Kinder und Krieg zum Beispiel werden nämlich in Australien wie im Irak thematisiert; das Thema Polizeigewalt wird in Kanada und Brasilien angeprangert. Und Porträts etwa von Putin findet man in Italien oder von John Lennon sogar im Iran.

KET: Planet Banksy. 160 S., Midas. 18 Euro.  Foto: Midas

 

La Ciutat de les Arts i les Ciències, Valencia
 

Bauten wie Skulpturen

Die Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia wurde 1998 eingeweiht. Geplant und gebaut hat das Ensemble von sechs extravaganten Bauten und einer futuristischen Brücke der Architekt Santiago Calatrava, zusammen mit dem bereits 1997 gestorbenen spanisch-mexikanischen Bauingenieur Felix Candela.
Besonders bekannt wurde Calatrava, der 1951 in der Nähe von Valencia geboren wurde, dort und in Zürich

Kunst im Park

studierte und heute in der Schweiz lebt, mit Brücken und Bahnhöfen. Seine ebenso eleganten wie spektakulären Entwürfe wirken oft wie riesige Skulpturen, was ihm bei Kritikern gelegentlich den Vorwurf einbrachte, er orientiere sich nicht an der Funktion der Bauten. Seinem Ruhm hat das nicht geschadet.
Für den Park in Valencia, der im ausgetrockneten Flussbett des Turia entstanden und 350 000 qm groß ist, haben die Architekten das größte Aquarium Europas mit 45 000 Tieren und ein riesiges 3D-Kino in Form eines menschlichen Auges mit einer konkaven 900m langen Leinwand gebaut, ein Naturwissenschaftliches Museum mit interaktiven Ausstellungen, das an ein Segel erinnert, ein schiffähnliches Opernhaus, einen Skulpturengarten, eine Brücke und eine große Veranstaltungshalle. Geprägt ist die gesamte Stadt von Calatravas Lieblingsmaterial: weißem Zement.

Fotos: La Ciutat de les Arts i les Ciències

Captal kitchen

Wolfratshausen: Der für elegante Vollholzmöbel bekannte Hersteller „Zeitraum“ hat sich mit der Holz-Werkstatt „Kreislauf“ zusammengetan, wo man sein in die Jahre gekommenes Lieblingsmöbel reparieren und aufarbeiten lassen kann. Unter dem Motto „Reparieren statt Konsumieren“ wird der nachhaltige Ansatz zukünftig noch mit mehr Werkstätten verfolgt werden. Mehr dazu: www.zeitraum-moebel.de/de/reparieren-statt-konsumieren/
Amsterdam: Gut essen und Kunst gucken gleichzeitig, dass kann man im neuen Restaurant „Capital kitchen“. Der Designer und Künstler Maarten Spruyt hat die ehemalige Diamantenbörse mit lustigen, schönen, aufregenden Skulpturen, Objekten und Gemälden eingerichtet. Foto: Capital kitchen

11. September: Am Tag des offenen Denkmals führt der Chef selbst durchs Haus! Museumsdirektor Dr. Volker Kielstein begleitet seine Gäste durchs 1915 fertiggestellte Haus Schulenburg in Gera und erzählt aus der wechselvollen Geschichte der von dem Architekten Henry van de Velde entworfenen Pracht-Villa.
21.-24. September: In Hamburg findet endlich wieder das schon legendäre Reeperbahn Festival statt. 470 Konzerte von Künstlern aus 30 Ländern lassen den Kiez auf St. Pauli wieder vibrieren!
25. September: Und noch ein Konzert in Hamburg: Unter dem Titel „Sing4Life“ gibt es ein Benefizkonzert für die Aids-Hilfe im Schmidtchen Theater. Die Künstler stammen aus Afrika, USA, Brasilien und England.
28. September bis 2. Oktober: Zürich veranstaltet eine neue Kunstmesse, den Art Salon, in dem 28 Galerien ihre aktuellen Künstler vorstellen.

Kartell: Der italienische Möbelhersteller hat sich mit Illycafe zusammengetan und aus ausgemusterten Kaffeekapseln einen Stuhl entwickelt, den es nur in Schwarz gibt. Das Design stammt von Antonio Citterio. Tolle Idee!

Driade: Für die Möbelmesse in Mailand ließ Driade unter der Leitung ihres Artdirektors Fabio Novembre junge Künstler ihre Ideen präsentieren. Herausgekommen ist u.a. der Sessel „Cocky“ vom italienischen Rapper Sfera Ebbasta. Ziemlich lustig! Fotos: Hersteller

Re-Chair aus Kaffeekapseln

Cocky mit Spiegelfläche und Vogelfüßen

Ehem. Galeria Kaufhof (UG), Mönckebergstraße 3, Hamburg, noch bis 3.10.22
The Mystery of Banksy: Yes
Photographs, Paintings, Films, 1948 – 2013
 

Auch ein Elefant ist in Hamburg dabei

Nur wenige wissen, wer Banksy ist. Vermutet wird, dass er 1973 oder 1974 in der Nähe von Bristol geboren wurde. Aber es gibt auch Hinweise, es könne sich um ein Kollektiv von Street Art- Künstlern handeln.
Weltweit bekannt wurde Banksy 2018, als sein Bild „Love is in the bin“ unmittelbar nach seiner Versteigerung bei Sotheby’s geschreddert wurde. In der aktuellen Hamburger Ausstellung, die noch in weiteren europäischen Städten gezeigt wird, bekommt man einen guten Überblick über das Werk dieses Ausnahme-Künstlers, der mit Schablonen lustige, anklagende, aufklärende und fast immer hochpolitische Graffitis an öffentlichen Plätzen auf Wände sprüht. Wer nach dem Besuch dieser ebenso wichtigen wie sehenswerten Ausstellung mehr erfahren will: Ein umfassender, informativer Katalog über das Werk von Banksy ist im Midas Verlag für 29,95 Euro erschienen. Foto:  Banksy Ausstellung Hamburg

Unsere Mühle

Am besten sucht man sich eine Bleibe mittendrin und fährt von dort aus sternförmig zu den Schlössern der Loire. Wir haben uns bei Monts südlich von Tours in eine alte Mühle in einem privaten Park eingemietet und von der Terrasse über der Indre erstmal den Bibern beim Dammbauen zugeschaut. Danach konnten wir morgens gut ausgeruht gleich zu einem der bedeutendsten Schlösser aufbrechen,  nach Chambord zwischen Blois und Orléans.
„Sie können sich nicht vorstellen, wie ungewöhnlich schön es ist. Alle Formen der Magie, der Poesie, der Exzentrik kommen in der bewunderswerten Eigentümlichkeit dieses Palastes der Feen und Ritter zum Ausdruck“, schwärmte der französische Schriftsteller Victor Hugo (1802 -1885) am 7. Mai 1825 in dem Brief an einen Freund. Und besser kann man es auch heute noch nicht erläutern, was dieser Bau mit

Schloss Chambord

seinen vielen Türmen und Türmchen, seinen Gewölben und Sälen, seinen Kabinetten und Terrassen in einem auslöst. Und dann erst diese Treppe!
Man nimmt an, dass Leonardo da Vinci, der seit 1516 als Gast des Königs Franz I. in Frankreich lebte, Ideengeber der doppelläufigen Wendeltreppe ist. Was für ein Erlebnis, sie hinaufzusteigen und einem anderen Gast auf der zweiten Treppe nie zu begegnen, ihn aber durch die Fenster zum Kern der Spindel immer wieder zu sehen!
Franz I. saß erst vier Jahre auf dem Thron, als er am 6. September 1519 den Bau von Chambord anordnete. Der jagdbegeisterte Monarch wählte den Ort wegen der herrlichen Wälder ringsherum. An der Planung des „idealen“ Baus war er selbst intensiv beteiligt. So entstand ein quadratischer Donjon (Wohn- und Wehturm) mit runden Türmen an den Ecken und mit der doppelläufigen Treppe in der Mitte, um die die Wohnräume angeordnet wurden. Vervollständigt wurde das Schloss durch einen Königs- und einen Kappellenflügel und den sehr viel niedrigeren Einfassungsbau.
Franz I. war nicht sehr häufig in Chambord, aber im Dezember 1539 erhielt er hier illustren Besuch: Kaiser Karl V. soll überwältigt von Chambord gewesen sein.
Zweihundert Jahre später erlebte der Sonnenkönig, Ludwig XIV., hier die Uraufführung des Stückes „Der Bürger als Edelmann“ des Dramatikers Molière (1622-1673), der selbst anwesend war.
Die französische Revolution von 1789 überlebte das Schloss zunächst unbeschadet, 1792 aber wurde es geplündert, die Möbel wurden versteigert und die Wälder durch Wilderei und Kahlschlag schwer beschädigt.
Im Zweiten Weltkrieg beherbergte Chambord Kunstschätze aus ganz Frankreich, auch die Mona Lisa war hier sicher. Die sehenswerten Gärten wurden 2016/17 nach dem Vorbild aus dem 18. Jahrhundert neu bepflanzt.

Schloss Villandry

Einen mindestens ebenso beeindruckenden Garten hat das Schloss Villandry, erbaut um 1536 südwestlich von Tours. Im 19. Jahrhundert hatte man den traditionellen Garten zerstört und einen englischen Park angelegt. Aber als 1906 der in Spanien geborene Arzt und medizinische Forscher Joachim Carvallo (1869-1936) das Anwesen erwarb, ließ er mit Hilfe literarischer Quellen wieder einen Renaissancegarten anlegen, mit einem Wassergarten, einem Labyrinth sowie einem Gemüse-, Zier- und Sonnengarten. Ein großes Gärtnerteam kümmert sich heute um über 1000 Linden, fast 52km Buchsbaumhecken und 115000

Schloss Azay-Le-Rideau

Blüh- und Gemüsepflanzen. Lassen Sie sich Zeit beim Durchschlendern, er ist wunderschön!
Herausragend gelegen ist auch das Schloss Azay-Le-Rideau zwischen Monts und Chinon. Es wird seit 1855 von der Indre umflossen und gilt als eines der schönsten Loire-Schlösser. Es entstand Anfang des 16. Jahrhunderts und wurde seither liebevoll perfektioniert. Seit 1905 gehört es dem französischen Staat, der es völlig leer übernahm und seither mit Nachbildungen möbliert. So kann man durch spärlich eingerichtete Säle aus dem 16. Jahrhundert spazieren, damals war der Köngishof nämlich noch fahrend, und den Geschmack des 17. und des 18. Jahrhunderts in anderen Räumen kennenlernen.
Es gibt entlang der Loire und ihrer Nebenflüsse über hundert Schlösser, Burgen, Parks und Gärten, größtenteils aus der Renaissance, die alle sehenswert sind. Also los, worauf warten Sie noch!  Fotos: CO/wikipedia

„Aber die Idee, Putin etwas zu geben, damit er sich beruhigt, ist widersinnig. Wenn du einem Banditen etwas gibst, glaubt er, dass er dir alles wegnehmen kann.“

Der ehemalige Oligarch und Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowskij, der zehn Jahre in einem Straflager saß, in einem Gespräch mit dem Stern Nr. 28 vom 7.7.2022
Foto: wikipedia

Der Berliner Zeichner Peter Butschkow, der in Nordfriesland lebt und arbeitet, beschäftigt sich gern mit dem alltäglichen Leben. Dieses Mal mit der Wohnungssuche.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de

 

Hotel am Dom, Greifswald

Weit von der imposanten Kirche entfernt ist das Hotel in der Tat nicht, und auch zum quirligen Marktplatz sind es nur ein paar Schritte. Das Hotel am Dom residiert in einem schön restaurierten Bürgerhaus von 1595, hat nur wenige, einfach aber solide ausgestattete Zimmer, in der Gaststätte im Parterre wird ein leckeres Frühstück serviert, und einen Parkplatz gibt es auch.
DZ ab ca 95 Euro. Foto: Hotel am Dom

 

Kunst: Kühl und objektiv

Weg mit dem ekstatischen Expressionismus, und mit heroischen Schlachtengemälden hatte man erst recht nicht mehr viel am Hut – nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs war Umdenken unter Deutschlands Künstlern angesagt. Kühle Objektivität statt wirre Emotionalität sollte fortan ihre Arbeiten prägen; die „Neue Sachlichkeit“, wie der Kunsthistoriker Georg Friedrich Hartlaub die Richtung alsbald nannte, wollte die moderne Zeit ebenso präzise wie kritisch darstellen. Die bis dahin weitgehend ignorierte Fotografie spielte dabei eine wichtige Rolle, und so stellt die aktuelle Pariser Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ (die ab Oktober im Museum Louisiana bei Kopenhagen gezeigt wird) denn auch August Sanders strenge Aufnahmen von „Menschen des 20. Jahrhunderts“ in den Mittelpunkt. Die Werke der anderen Künstler sind mindestens so beeindruckend: bitterböse Porträts von George Grosz und Otto Dix etwa, verblüffende Fotomontagen von Sasha Stone oder kühne Entwürfe der Bauhaus-Stars Walter Gropius und Marcel Breuer. Viel Zeit blieb den Revolutionären allerdings nicht: Die Nazis machten der großartigen Vielfalt nach 1933 rasch ein rabiates Ende. PM

Hrsg. Angela Lampe: Deutschland/1920er Jahre/Neue Sachlichkeit/August Sander.
320 S., 340 Abb. Schirmer/Mosel. 78 Euro Foto: Schirmer/Mosel

 

Mode: Bunt und fröhlich

Sie sind dabei, die Laufstege der Welt zu erobern, die jungen Modedesigner, Stylisten und Fotografen Afrikas. Bekannt für  intensive, fröhliche Farbtöne waren sie schon immer, aber die neue Generation bedient sich traditioneller Stoffe und Muster, handwerklicher Künste und neuer Schnitte und kombiniert daraus einen ganz eigenen Stil. Die französische Autorin Emmanuelle Courrèges, die zwanzig Jahre in Afrika lebte, stellt in diesem Buch die wichtigsten Modeschöpfer vor und zeigt ihre Arbeiten in herrlichen Fotos. Dazu beschreibt sie die neuesten Trends. Ein wunderschönes Buch für alle, die sich für Mode, Stil und Fotografie interessieren.

 

Emmanuelle Courrèges: Atemberaubende Mode aus Afrika. 240 S., Gerstenberg. 45 Euro
Foto: Gerstenberg

 

 

National Museum of African American History & Culture, Washington, USA

Von weitem sieht es aus wie ein wuchtiger, dunkler Klotz, geformt wie ein Tellerstapel: das Museum für die Geschichte und Kultur der Afro-Amerikaner, das von Präsident Obama am 24. September 2016 direkt an der Mall unweit des Capitols in Washington eingeweiht wurde.
Entworfen hat es der ghanaisch-britische Architekt David Adjaye, der schon in England, Afrika, Südkorea, USA und Russland gebaut hat. Nähert man sich dem Museum, dann erst sieht man, dass Adjaye dem Gebäude ein Ornament aus Metall vorgehängt hat, das an die Handwerkskunst von Sklaven erinnert. Auch für die Form der drei oberen Geschosse hat er sich ein Vorbild in Afrika gesucht: die dreigestaffelte Krone des Stammes der Yoruban in West-Afrika. Da in Washington kein Bauwerk höher als das Capitol sein darf, hat der Architekt auch drei Etagen in die Erde hinein geplant. Im untersten Stockwerk beginnt der Rundgang mit den Anfängen des Sklavenhandels im 15. Jahrhundert und führt über die Freiheitskämpfe des 18. Jahrhunderts gegen die Briten bis zur Wahl des ersten Afro-Amerikaners zum Präsidenten. Ganz oben im Licht ist ein Stockwerk der Kultur gewidmet: Musik, Filme, Theater, Sport.
Es ist ein riesiges, beeindruckendes Museum, das man unbedingt mehrfach besuchen muss und das jedesmal wieder irritiert und betroffen macht.
Foto: National Museum of African American History & Culture