Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                

                                Der besondere Film – mit einem besonderen Schicksal
                                                   A Tanú – Der Zeuge

Satire über den real existierenden Sozialismus der 1950er Jahre in Ungarn: Zeit der Schauprozesse, als man leicht für Nichts ins Gefängnis kam und manchmal auch überraschend wieder heraus.
Der Regisseur Peter Bacsó begann 1969 mit den Arbeiten an dem Film, und allein die Drehgenehmigung vor 50 Jahren war ein Wunder: Denn gleich die erste Einstellung muss für die damalige kommunistische Führung als Beleidigung gewirkt haben. Man sieht einen Mann, der samt Hund am Bug eines alten Holzkahns steht und an einer Wiese anlegen will. Der Hund springt schon vorher an Land und pinkelt auf die, aus roten Nelken sorgfältig angelegte, Schrift: „Es lebe unser großer, weiser Führer“, womit nur Stalin gemeint sein konnte.
Der fertige Film verschwand denn auch in der staatlichen Versenkung und hatte, als nächstes Wunder, 1981 Premiere in Cannes. Er lief dort als Un Certain Regard, etwa „Ein besonderer Blickwinkel“, und wurde von Verleihern aus 32 Ländern gekauft. Der Regisseur starb 2009, erlebte also nicht mehr, dass die restaurierte Originalfassung seines erfolgreichsten Filmes 2019 wieder in Cannes gezeigt und gefeiert wurde.

Die irrwitzige Geschichte
Josef Pelikan ist ein einfacher, ehrlicher Mensch, alter Kämpfer des Sozialismus, dem faschistische Verhörspezialisten 1944 alle Zähne ausgeschlagen haben. Er lebt und arbeitet in einem winzigen Dorf an der Donau, als Dammwärter. Er hat acht Kinder, die Frau ist mit einem rumänischen Lastenkahn-Schiffer abgehauen, die älteste Tochter hilft ihm, wo sie kann. Pelikan liebt seine Arbeit. Und freut sich über die Besuche seines alten Mitkämpfers, Zoltán Dániel, jetzt Minister (von was, erfahren wir nicht), der immer wieder zum Angeln kommt und ab und zu ins Wasser fällt.

Filmszene

Eines Tages, als Pelikan wieder einmal kein Fleisch im leergekauften Dorfladen bekommt, beschließt die Familie, das lange gemästete und geliebte Schwein zu „ermorden“ und es zu Wurst, Speck und Gulasch zu verarbeiten. Doch leider werden sie verpfiffen, und Pelikan kommt wegen Schwarzschlachtens ins Gefängnis. Dort trifft er den Schläger von einst, der seine Zähne auf dem Gewissen hat.
Kaum in Haft, wird er zum mächtigen Genossen Virág gerufen. Der teilt ihm mit, dass die Partei Pelikan bald um einen Gefallen bitten werde. Bis dahin ist er der Direktor eines Schwimmbades in Budapest. Pelikan möchte zwar lieber an die Donau, aber er hat keine Wahl. Und gleich am nächsten Morgen macht er einen Fehler. Er lässt zwei lärmende Schulklassen ins Bad, während der Verteidigungsminister schwimmt. Also wieder Knast. Als nächstes wird er Direktor der Geisterbahn, dessen Wände er mit Bildern der „geliebten Führer der Nation“ schmücken lässt. Die Mächtigen der Partei fallen angesichts ihrer Schreckens-Fotos in Ohnmacht.
Diesmal jedoch kein Knast für Pelikán, sondern endlich die Bitte: Er soll gegen seinen alten Mitkämpfer Daniel vor Gericht aussagen. Der sei ein Spion des westlichen Kapitalismus und habe, als er bei Pelikán zu Besuch war, als Frosch verkleidet unter Wasser mit anderen „Frosch-Männern“ konferiert und Nachrichten dem Feind übermittelt.
Pelikán lacht zunächst, doch als er von Virág erfährt, dass er, Pelikán, ohne es zu ahnen selbst ein Verräter am Sozialismus sein könne, stimmt er zu. Ein Dichter schreibt sein Geständnis, Genosse Virág das Urteil, eine Logopädin versucht sein Lispeln zu mindern, und ein Nervenarzt behandelt ihn wegen seiner Vergesslichkeit.
Der Prozess beginnt, und Pelikán sieht, wer der andere Zeuge gegen seinen Freund, Mitkämpfer und Ex-Minister Dániel ist: Ausgerechnet der Schläger der Faschisten, der, nach einem Wortwechsel, auch ihn als Verräter anzeigt.
Dafür gibt‘s die Todesstrafe. Pelikán sitzt Monate in Einzelhaft, bis er eines Abends seine Henkersmahlzeit bekommt: Rinderbraten mit Semmelknödel und Weißwein. Am nächsten Morgen führen die Wächter ihn in den Hof, wo die Hinrichtungen stattfinden. Doch da ist kein Mensch. Sie warten. Schließlich rufen sie im Chor den Namen des Direktors, bis endlich in einem der Fenster des ersten Stocks ein Mann im Nachthemd erscheint und fragt, was sie wollen.
„Verzeihen Sie bitte die Störung“, ruft Pelikán , „aber ich soll aufgehängt werden.“
„Wir heißen Sie?“ „Pelikán.“ Pause.
Dann endlich wieder der Direktor: „So ein Bordell! Sie sind längst rehabilitiert worden. Sie sind frei. Das Schmerzensgeld wird ihnen nachhause geschickt.“
Kommentar des Delinquenten: „Sowas von Unfähigkeit! Die können nicht einmal eine einfache Hinrichtung durchführen!“ Schnitt.
Pelikán und Virág treffen sich irgendwann, viel später in einer überfüllten Budapester Straßenbahn und offenbar in einer anderen, besseren Welt. Ihre Unterhaltung ist mühsam. Schließlich sagt Virág: „Die neue Führung kommt bald darauf, dass sie mich braucht.“
Pelikán: „Ich weiß nicht. Ich glaube eher nicht, Genosse Virág.“

E N D E
Nachtrag
Der Zeuge – A Tanú und sein Schicksal: Als der Film 1981 wieder auftauchte, kam der damalige künstlerische Leiter der Internationalen Festspiele in Cannes, Gilles Jacob, Anfang desselben Jahres kurz nach Budapest, um István Szabós „Mephisto“ mit nach Cannes zu nehmen. Doch weil dichter Nebel herrschte, verzögerte sich der Abflug, und ein
einfallsreicher Mitarbeiter der Budapester Filmfabriken fragte Jacob, ob er sich während der Wartezeit nicht eine gerade fertiggestellte Satire ansehen wolle? Jacob sah ihn, nahm ihn mit nach Cannes und kaufte die Rechte.
Die restaurierte Originalversion wurde kürzlich, am 24. September diesen Jahres, in Cannes wieder mit großem Erfolg gezeigt. In die Budapester Kinos kommt Der Zeuge, A Tanú, am 19. November.     
 

Fotos: privat/mubi.com 

Bundeskunsthalle, Bonn, 1.11. bis 16.2.2020:
Martin Kippenberger:
Bitteschön Dankeschön

Der deutsche Künstler Martin Kippenberger war wirklich ein Universaltalent. Er malte und schrieb, zeichnete, fotografierte, schuf Collagen, Skulpturen, Performances und Installationen, kuratierte Ausstellungen und trat als Schauspieler auf. 1997 starb er mit nur 44 Jahren. Die Bundeskunsthalle widmet ihm nun eine Retrospektive unter dem Namen eines Werkes des Künstlers: Bitteschön Dankeschön. Gezeigt werden Gemälde, Fotos, Skulpturen, Lithografien und auch Fotos von Elfie Semotan, der Ehefrau des Künstlers.

Foto: Paris Bar 1991, 1993, Öl auf Leinwand, Pinault Collection
 

Eine kleine Stadt und zwei große Namen: Neuruppin in Brandenburg ehrt seine wichtigsten Söhne mit Denkmalen, Museen und vielen Feiern. Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841), der große Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner, wurde in hier geboren und erlebte 1787 den großen Brand mit. Insgesamt 401 bürgerliche Häuser, 159 Neben- und Hintergebäude, 228 Ställe und 38 Scheunen, die Pfarrkirche St. Marien, das Rathaus, die reformierte Kirche und das Prinzliche Palais wurden zerstört. Menschenleben waren nicht zu beklagen, aber Schinkels Vater starb an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich beim Löschen zugezogen hatte. Der Wiederaufbau des Ortes wird wohl Schinkel in seiner Berufswahl beeinflusst haben.

Die Löwenapotheke

Der andere große Sohn der Stadt, Theodor Fontane (1819 bis 1898), lebte sieben Jahre in seinem Geburtsort, bis sein Vater wegen Spielschulden seine Apotheke verkaufen musste. Die Löwenapotheke gibt es heute noch in der Karl-Marx-Straße.
Nach dem großen Brand sorgte der Städtebaudirektor Bernhard Mattias Brasch dafür, dass Neuruppin nach einem neuen strengen Grundriss wiederaufgebaut wurde. So entstand ein rechtwinkliges Netz breiter Straßen mit zweigeschossigen Traufenhäusern im frühklassizistischen Stil. Ab 1824 war hier ein Infanterie-Regiment stationiert, das die breiten Straßen für seine Aufmärsche nutzte.

Die alte Schule

Nur wenige Schritte entfernt von der Löwenapotheke liegt der Schulplatz mit dem alten Gymnasium, der Fontane Buchhandlung und einem Denkmal Friedrich Wilhelms II., der den Wiederaufbau der Stadt nach 1787 maßgeblich förderte und dafür von ihren Bürgern mit einem von Schinkel entworfenen Denkmal geehrt wurde. Die Statue schmolz man 1950 ein, heute steht dort eine Nachbildung.
Um die Ecke findet man das Heimatmuseum  in der August-Bebel-Straße, wo noch bis Ende 2019 eine große Fontane-Ausstellung u.a. die Wort(er)findungen des Dichters dokumentiert. Schräg gegenüber liegt der Tempelgarten , den Kronprinz Friedrich, der 1732 nach seinem Fluchtversuch und der Hinrichtung seines Freundes Katte von seinem Vater nach Neuruppin geschickt worden war, als Nutzgarten anlegen ließ.
Heute gehört der liebevoll gepflegte Garten mit wunderschön restauriertem Restaurant der Stadt.
Auf dem Weg zum See sollte man durch die Fischbänkenstraße schlendern, vorbei am Museumshof  mit dem Handwerksmuseum, wo man noch bereits ausgestorbene Gewerke kennenlernen kann.

Das Predigerwitwenhaus

Gleich daneben steht das Predigerwitwenhaus, wo die Witwen verstorbener Geistlicher unterkamen. 1787 zog dort die Familie Schinkel ein, und knapp 50 Jahre später lebten Fontanes Mutter und seine Schwester eine Zeitlang in dem seit 1998 vollständig restaurierten Haus.
In der nächsten Querstraße, der Siechenstraße, steht seit 1491 die Siechenhauskapelle mit anschließendem Siechenhospital, das heute ein romantisches Hotel mit Restaurant  im ältesten Fachwerkhaus des Ortes ist. Machen Sie Pause und gönnen Sie sich eine gebratene Forelle und nachher Arme Ritter! Oder lieber warmen Schokoladenkuchen?

St. Trinitatis

So gestärkt spazieren Sie dann zur Klosterkirche Sankt Trinitatis von 1246 mit ihren markanten Türmen, die das Wahrzeichen der Stadt Neuruppin sind. Saniert wurde die Kirche 1834 bis 1841 von Friedrich Karl Schinkel auf Wunsch von König Friedrich Wilhelm III.
Nun aber: Zum See! Der Ruppiner See ist mit 14 km der längste im Land Brandenburg. Einstündige Rundfahrten gibt es das ganze Jahr hindurch, aber man kann auch Silvester auf dem See feiern, und sogar heiraten kann man an Bord. Na dann: Ahoi! Fotos: CO

Weitere Spaziergänge unter kuno-kulturnotizen.de

„Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst.“

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (73) in einem Interview im Zeit Magazin vom 6.6.2019 Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland udn hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Schlosshotel Klaffenbach, Chemnitz

Das Schloss Klaffenbach

Das erwartet man wirklich nicht: Kaum hat man die hässliche Innenstadt von Chemnitz hinter sich gelassen und ist nach Süden gefahren, schon steht man mitten in einem Idyll: dem 1560 vollendeten Wasserschloss Klaffenbach. Der markante Renaissancebau, für rund zwei Jahrhunderte im Besitz der Grafen von Taube, ab 1935 für den Reichsarbeitsdienst und von 1947 bis 1989 als Jugendwerkhof für Mädchen nicht gerade ruhmreich genutzt, wurde von 1991 bis 1995 umfangreich und kenntnisreich saniert. Nun finden im Schloss Konzerte statt, und im U-förmigen Nebengebäude residiert das Hotel mit feinem Restaurant und großer Terrasse im Innenhof mit Blick aufs Schloss. Die Zimmer sind nicht besonders groß, aber stilsicher und behaglich eingerichtet. Und im Schlosspark kann man schön flanieren …                                                           oder Golf spielen. DZ ab ca. 110 Euro Foto: CO

Ab in die Küche

Jetzt ist Apfelzeit!  Die kompakte Frucht ist nicht nur lecker, sie liefert auch reichlich Vitamin A und C, Magnesium und Ballaststoffe. Etwa 30.000 Apfelsorten werden weltweit kultiviert, gerade mal elf davon stellt James Rich, der von einem Apfelhof in Somerset stammt, in seinem Buch vor. Aber die hundert Rezepte aus Familientradition, die der Autor hier preisgibt, können natürlich auch mit anderen Äpfeln zubereitet werden. Huhn-Apfel-Crumble mit Boskop zum Beispiel oder Apfel-Käse-Scones mit Cox Orange. Den Rezepten vorangestellt ist das Kapitel „Alles über Äpfel“ und eine kleine Familiengeschichte des Autors.
James Rich: Äpfel – Rezepte aus dem Obstgarten, 224 S., at Verlag, 25 Euro Foto: at Verlag

 


Auf an die Donau

Angesichts durchhängender Regalbretter in den Buchhandlungen: Braucht die Welt wirklich noch einen weiteren Wien-Reiseführer? Wenn er so kurzweilig und informativ ist wie dieser hier – unbedingt ja. In acht Spaziergängen führt er, nach einer Einleitung mit Basis-Fakten, durch Österreichs geschichtsträchtige Hauptstadt, und als Schmankerl gibt’s zu jedem Abschnitt noch ein Interview mit einem vor Ort lebenden Insider. Klar wird nicht jeder Piefke den Hutmacher Klaus Mühlbauer oder den Kabarettisten Josef Hader kennen, aber allein ihre Tipps – abseits vom Stephansdom und Prater – lesen sich so spannend, dass man am liebsten gleich aufbrechen möchte. Mit dem Buch unterm Arm natürlich, damit man bloß nichts versäumt.

 Lufthansa City Guide: Wien. 128 S. Callwey. 18 Euro  Foto: Callwey Verlag

 

Stimmt, es ist erst Oktober, aber Sie wissen ja, der ganz frühe Vogel sammelt schon mal Geschenkideen – müssen ja nicht alle bis Weihnachten warten! Wir haben uns schon mal umgeschaut und hätten da den einen oder anderen Vorschlag:
Für die fitte Großmama gibt es zum Beispiel „Rätsel to go“: ein buntes Büchlein für die Handtasche mit Sudokus, Kreuzworträtseln und Knobeleien (8,95 Euro, Moses). Für Fans des skandinavischen Designs bieten sich die schicken Seifenspender oder das Abwaschset aus Bürstenständer und Spülmittelspender in elegantem Grau, Schwarz oder Weiß an ( Zone). Der Liebsten (oder sich selbst) macht man bestimmt mit einer Keramik-Pfanne eine große Freude, hat sie doch ein integriertes Öl-Dosiersystem. So hat man nie zu viel Fett in der Pfanne (ab ca 60 Euro, ELO).  Für die verwöhnten Schwiegereltern schließlich wäre bestimmt ein Joouly richtig. Der ist einerseits eine Leuchte, die in neun verschiedenen Farben strahlt, andererseits ist er ein Cooler für zwei Weinflaschen gleichzeitig, drittens ist er eine Box, über die man per Handy seine Lieblingsmusik in den Garten überträgt, und viertens kann man ihn als Blumenvase nutzen und am Griff durch die Gegend tragen. Cool, nicht wahr? (in drei Größen ab 149 Euro, Joouls)
Fotos: Hersteller

12. Oktober bis 5. Mai 2020:

Spektakulär, dieses Museum

Zum 25.Geburtstag des Groninger Kunstmuseums  wird eine große Schau „Mondo Mendini – the world of Alessandro Mendini“ gezeigt. Der vergangenen Februar gestorbene Mendini, einer der Pioniere des modernen italienischen Designs, hat das Museum damals zusammen mit Michele de Lucchi, Philippe Starck und Coop Himmelb(l)au gebaut. Die Ausstellung hat der gebürtige Mailänder kurz vor seinem Tod noch selbst zusammengestellt. Foto: Museum

Unser Autor

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

Die Grenzöffnung Ungarns in Richtung Österreich, vor                                                      30 Jahren  – und die Vorgeschichte

Es begann bereits nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die damalige Sowjetunion beklagte mit 37 Millionen Toten den größten Menschenverlust. Staats- und Parteichef Stalin wollte so etwas für alle Zukunft verhindern. So entstand, nach Verhandlungen mit den anderen Siegermächten, ein Schutzwall vor der Westgrenze der UdSSR aus Ländern, auf die er somit Einfluss bekam. Zu diesem „Ostblock“ gehörten Polen, die DDR, die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Dort gelang es Stalin, eine Art europäischen Sozialismus unter seiner Überwachung einzuführen. Natürlich gab es Widerstand. Den ungarischen Aufstand 1956, darauf die Rache der Partei mit Hinrichtungen; den ebenfalls zerschlagenen Prager Frühling 1968. Doch Jahre später dann der allererste Erfolg mit weitreichender Wirkung zumindest für Polen: Die Gründung der freien Gewerkschaft Solidarnosc 1980. Leider hatte sie auf die anderen Ostblockländer kaum Einfluss.
Das Leben im Sozialismus ging weiter. Beispiel Ungarn: Jeder hatte Arbeit, musste eine haben, es gab preiswerte Mietwohnungen, die Häuser gehörten dem Staat. Witzeln über den Kommunismus durfte man, aber nicht zu laut. Alle (staatlichen) Firmen hatten Ferienheime für die eigenen Mitarbeiter und deren Familien. Die Brudervölker reisten ans Schwarze Meer, nach Rumänien, in die polnischen Berge und an den Plattensee. Ungarn war besonders bei der DDR-Jugend beliebt, war es doch die „lustigste Baracke im Sozialistischen Lager“, dazu die hübschen und willigen Ungarinnen.
Und dann kam 1989. Aus Moskau wehte schon seit einiger Zeit ein besonders würziger Frühlingswind. Der neue KP-Generalsekretär Michail Gorbatschow sympathisierte mit dem ungarischen Reformkommunismus. So flogen im August der ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth und Außenminister Gyula Horn zu Helmut Kohl nach Bonn. Sie  würden gern die Grenze zu Österreich öffnen, sagten sie. Kohl (so der Dolmetsch): „Was kostet das?“ Horn (laut Dolmetsch): „Herr Bundeskanzler, wir sind keine Menschenhändler.“ Darauf rief Kohl Gorbatschow an, der (laut Kohls Erinnerungen) sinngemäß sagte: Nichts dagegen und wörtlich (laut Kohls Erinnerungen) „Die Ungarn sind gute Leute.“

August 1989

Noch Im August wurden die Grenzanlagen abgebaut, am 11. September wurde die Grenze offiziell geöffnet, und in den folgenden Tagen verließen ca. 15.000 DDR-Bürger Ungarn. Die allermeisten fuhren aus Österreich weiter nach Westdeutschland. Und damit begann der Zerfall der DDR.           

Den 30. Jahrestag der Grenzöffnung feierten im August 2019 Angela Merkel und Viktor Orbán in der  Grenzstadt Sopron – zusammen mit geladenen Gästen. Frau Merkel bedankte sich bei „den Ungarn“ für die Grenzöffnung, was historisch nicht ganz korrekt ist. Die Öffnung verdankte Mitteleuropa den ungarischen Reformkommunisten und ihren hervorragenden Assistenten: dem damaligen Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Mihail Gorbatschow, und dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl.

Nachschlag
Bei der Feier lobte Frau Merkel Viktor Orbán für dessen überlegte Ausgaben der EU-Gelder. Meinte sie etwa Orbáns Waffenkäufe in diesem Jahr für 1,76 Milliarden Euro in der Bundesrepublik Deutschland?
     
Und schließlich, der neueste Witz aus Ungarn
Frage: Gibt es eine Antwort darauf, weshalb Orbáns Partei „Fidesz“ noch nicht aus der Europäischen Volkspartei in Brüssel hinausgeworfen wurde? Antwort: Nein. Es gibt drei: Audi, BMW, Mercedes.
Frage: Ist das alles? Antwort: Nein: Neuerdings auch (der Waffenhersteller) Rheinmetall.
   
Soweit der Witz. Erklärung für Menschen, die sich in der Industrie nicht so auskennen: Die deutschen Autohersteller produzieren gern in Ungarn (Zeit Online: „Ungarn gnadenlos günstig“). So kostet die Unternehmen eine Arbeitsstunde in Deutschland 34 €, in Ungarn 9 € – dazu kommen 400 mögliche, unbezahlte Überstunden Jährlich. Fotos: privat/bundesregierun

 

Royal Museums der schönen Künste, Brüssel, 11.10. bis 9.2.2020:
Dali & Magritte in Brüssel

Im Frühling 1929 lernten sie sich kennen: Der Katalane Salvador Dalí traf den Belgier René Magritte in Paris. Im selben Jahr besuchte Magritte Dali in seinem Heimatort Cadaqués und lernte dort auch Paul Éluard, Joan Miró und Luis Buñuel kennen. Es wurde ein surrealistischer Sommer. Das Brüsseler Museum zeigt jetzt mehr als hundert Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Filme und Objekte der beiden, und dokumentiert damit, wie sehr sich die großen Surrealisten beeinflussten.

Foto: Salvador DALÍ – “The Path of the Enigma” (ca. 1981) | Work loaned by the Fundació Gala- Salvador Dalí, Madrid |
© Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí, Figueres

 

Der Boulevard Maréchal Joffre

Ein wahrhaft malerisches Städtchen: Céret, 35 km südwestlich von Perpignan und 180 km nördlich von Barcelona gelegen, hat nur knapp 8000 Einwohner und ist in Frankreich wegen seiner sehr früh reifen Kirschen – das erste Körbchen bekommt traditionell der Staatspräsident – und sein exzellentes Kunstmuseum bekannt. Aber das mittelalterliche Städtchen ist auch aus anderen Gründen sehenswert.
Da ist zuerst einmal die Teufelsbrücke, Pont du Diable, erbaut 1321 bis 1341, die einen einzigen Bogen über 45 m spannt und damit im Mittelalter die größte halbkreisförmige Bogenspann-Steinbrücke der Welt war. Wenn man auf die Stadt zufährt, sieht man sie links neben der Autobrücke von 1939, rechts eine steinerne Eisenbahnbrücke von 1883. Ihren Namen hat sie übrigens dank der Legende, dass der Teufel die Brücke in einer einzigen Nacht aufgebaut haben soll.
Am Rande der Altstadt mit ihren schmalen Gassen gibt es große Parkplätze, in der Stadt ist man am besten zu Fuß unterwegs.
Gleich hinter dem alten Stadttor „La Porte de France“ beginnt der malerische Boulevard Maréchal Joffre mit seinen Schatten spendenden Platanen. Hier findet sich auch die erste von zwanzig großformatigen Kopien der Gemälde, die Kubisten in der Stadt gemalt haben. Das erste ist natürlich von Pablo Picasso, es folgen Werke von Georges Braque, Juan Gris, Chaim Soutane und anderen, die über die Stadt verteilt in den Straßen hängen.
Es begann 1910, als der katalanische Bildhauer Manolo Hugué, der Maler Frank Burty-Haviland und der Komponist Déodat de Séverac  nach Céret kamen, begeistert waren und bald ihre Freunde einluden, und alle kamen: Picasso, Braque, Gris. Der Maler Pierre Bruno lebte dann ab 1916 ganz in Céret und forderte seine Künstlerkollegen zu Spenden für ein zu gründendes Museum auf.

Hier gehts zur Kunst

Der jetzige, 1993 eröffnete Neubau ist nur wenige Schritte vom Stadttor entfernt und in der Tat großartig. Dort hängen Stadtansichten von Céret, gemalt von Joan Miró, Raoul Dufy und Chaim Soutine, neben Tonschalen mit Stierkampfszenen von Pablo Picasso, Zeichnungen von Henri Matisse und Arbeiten von Marc Chagall, Jean Cocteau und vielen anderen. Nun weiß man, warum Céret das „Mekka des Kubismus“ genannt wird.

Der Brunnen „Fontaine des Neuf Jets“

Nach so viel Kunst schlendert man gern weiter durch die engen Gassen und über die schönen Plätze der kleinen Stadt. Anschauen sollte man sich die Kirche Saint Peter, ein römisch-katholisches Gotteshaus aus dem 11. Jahrhundert. Und natürlich den wunderschönen Brunnen „Fontaine des Neuf Jets“ von 1313 am gleichnamigen, zauberhaften Platz.
Auf dem Rückweg sollten Sie noch eine ausgiebige Pause in der Brasserie „Le France“ am Boulevard Maréchal Joffre einlegen. Auf der großen Terrasse unter den riesigen Platanen könnten Sie zum Beispiel mit Schinken und Käse beginnen, danach Risotto mit Scampi genießen und anschließend einen riesigen Eisbecher verdrücken. Falls Sie sich dann nicht mehr bewegen können, raten wir zu einem Kaffee. Fotos: CO

„Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“

Der Maler Pablo Picasso (1881 bis 1973), zitiert auf www.spruch-des-tages.org.
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck ist kostenpflichtig: www.butschkow.de

Hotel Barcelo, Bilbao

Welcome to Hotel Barcelo

Das famose Guggenheim Museum kann man vom Hotel aus zwar nicht sehen, aber zu Fuß ist man in zehn Minuten dort. Museum und Hotel liegen an verschiedenen Seiten des Flusses Ria, an dem man auf einer breiten Promenade spazieren kann. Die Hotelzimmer sind behaglich eingerichtet, die Bäder ausreichend groß, das Frühstücksbüfett lässt nichts zu wünschen übrig, und die Bar in der Lobby lockt mit kühlen Cocktails. Vor dem Hotel steht übrigens eine (fast) lebensgroße Kuh!
DZ ab ca. 130 Euro Foto: CO

Spannende Blicke hinter berühmte Fassaden

Spektakuläre Zeichnungen

Wußten Sie, dass der Einsteinturm in Potsdam die Relativitätstheorie darstellen soll? Und dass das Taj Mahal im indischen Agra ein gewaltiges Mausoleum ist, das ein Groß-Mogul im 17. Jahrhundert für seine verstorbene Lieblingsfrau errichten ließ? 50 markante Gebäude aus der ganzen Welt werden in diesem Buch vorgestellt – das National Museum of African American History and Culture in Washington mit seinem filigranen Fassaden-Gitter ebenso wie die Hagia Sophia in Istanbul, die zwischen 532 und 562 erbaut, aber erst 1453 zur Moschee geweiht wurde. Der Clou des schönen Bandes: die 3D-Zeichnungen, in denen der Illustrator Robbie Polley überaus plastisch zeigt, wie das Innenleben all dieser großartigen Gebäude aussieht.
John Zukowsky: Architektur – Einblicke in Konstruktion und Details, 304 S., Prestel Verlag, 45 Euro
Foto: Prestel

Neugierige Blicke in appetitliche Töpfe

 

Leckere Rezepte

Ganz unbekannt ist die orientalische Küche bei uns ja nicht mehr, aber wer kann schon Rote-Beete-Mutabal oder Kishkamel-Moussaka zubereiten? Mit dem Buch „Karam“ von Bethany Kehdy, einer in London lebenden libanesisch-amerikanischen Foodjournalistin, ist das ganz einfach. Außerdem lernt man Wichtiges über orientalische Gastfreundschaft, erfährt die Geschichte der Moussaka, was echten Hummus ausmacht und welche Varianten es von Tabouleh gibt. Das Buch ist mit feinen Illustrationen, leckeren Foodfotos und Szenen aus der jeweiligen Region angereichert. Was für Genüsse!
Bethany Kehdy: Karam – gemeinsam geniessen. 272 S., Haupt Verlag. 36 Euro

Foto: Sieveking Verlag

 

Ein schönes Sonderheft

Klosterwelten: Wahrscheinlich kennen Sie das Leben im Kloster auch nur aus dem Fernsehen. „Um Himmels Willen“ kann man da nur sagen, denn dass es hinter Klostermauern ganz anders zugeht, kann man jetzt in einem Sonderheft der Steyler Missionare „Klosterwelten“ nachlesen. In dem gut gemachten Heft erzählt der Pater Anselm Grün von seinen täglichen Ritualen, man bekommt einen Einblick in paradiesische Klostergärten und erfährt, welches Kraut wogegen gewachsen ist. Für 4,90 zu beziehen über www.klosterwelten-magazin.de.

Kochen in Pink

Knallbunte Küchen : Seit zehn Jahren stellt die Firma „Popstahl“ individuelle Küchen aus Stahlblech her, und die können in den schönsten Farben geliefert werden. Von leuchtendem Sonnengelb über Grasgrün bis zu Himmelblau ist alles möglich. Fotos: Hersteller

Der Turm des Ulmer Münsters

8. September: Am Tag des offenen Denkmals  sind ca. 8000 deutsche Denkmale für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Programm kann auf der Website nach Regionen, Gattungen und auch nach barrierefreiem Zugang durchsucht werden.
14. bis 22. September: In London veranstaltet Englands Star-Designer Tom Dixon in seinem Cool Office in Kings Cross das Event „TouchySmellyFeelyNoisyTasty“  mit Workshops, Podiumsdiskussionen und Parties, bei denen er seine neuesten Entwürfe vorstellt. Anmelden kann man sich unter press@tomdixon.net

Unser Autor

Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Webseite www.ungarnaktuell.de , außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 

Das Hauptpostamt in Budapest und die Großbuchstaben
Das Amt für den Postverkehr liegt an der brüllend lauten Großen Ringstraße in einem riesigen, heruntergekommenen Gebäude. Es ist auch für mich zuständig. Und weil mir meine Verwandtschaft meine Post aus Hamburg per Einschreiben nachschickt, bin ich dort häufiger Gast. Der riesige, längliche Saal für „benachrichtigte Sendungen“ (welch ein Unsinn!) besteht aus einem breiten Gang von ca. drei mal dreißig Metern, in dem die Kundschaft mehr oder weniger geduldig wartet, und einem genauso langen aber dreimal so breiten Raum, darin ein Durcheinander von Briefen und Paketen teils in Regalen, teils am Boden. Zwischen den beiden Teilen eine lange Theke mit offenen Schaltern und den Postangestellten dahinter.

Schöne Briefmarken kann man hier auch kaufen

Vor Parlamentswahlen bekommen die Rentner des Bezirks vom Ministerpräsidenten regelmäßig je 10.000 Forint (33.-€) geschenkt, die sie in ebendiesem Raum abholen können. Vor der letzten Wahl musste auch ich an einem dieser Chaos-Tage dorthin. Gleich hinter dem Eingang stand eine junge Frau, die jedem Neuankömmling, der natürlich fragte, wo er sein Bestechungsgeld entgegennehmen könne, antwortete: „Bitte etwa drei Schritte weiter, bei der blonden Kollegin.“ Während ich wartete, sagte sie diesen Satz ununterbrochen, unzählige Male – und das freundlich, sogar lächelnd. Ich habe die Frau tief bewundert.
Als ich endlich drankam, um mein Päckchen abzuholen, geriet ich an einen älteren Mann, der meine Sendung nach ca. fünf Minuten im Durcheinander fand. Ich fragte ihn anerkennend und staunend: Wie?
„Ach“, antwortete er, „ich arbeite seit meinem 18. Lebensjahr hier. Da weiß man schon, wo das Päckchen sein kann, wenn es nicht dort ist, wo es hingehört.“ Himmel, dachte ich mir, das ist auch ein Leben.
Jetzt wird’s ein wenig lustiger.
Die Bewohner des Hauses, in dem auch ich wohne, werden von mehreren Postboten beliefert. Wenn einer von ihnen mich daheim erwischt, ist alles gut, dann gibt‘s auch Trinkgeld. Wenn aber nicht, kann es kompliziert werden. So auch vor wenigen Tagen (dabei fiel mir ein, nicht das erste Mal), als ich die Benachrichtigung nicht entziffern konnte. Weder meinen Namen, noch Straße oder Hausnummer, nichts. Es war ein Durcheinander von Strichen und Punkten – immerhin lag es in meinem Briefkasten, und ich erwartete eine Sendung.
Ich ging also voller Zweifel zu dem „Benachrichtigte Sendungen“-Schalter, kam zu einer freundlichen, hübschen Frau, zeigte ihr den Schein und gestand, dass ich die Schrift nicht lesen konnte. Sie warf nur einen kurzen Blick darauf und sagte fröhlich: „Ach ja, den kenne ich. Der kann nicht schreiben. Immerhin, lesen kann er.“
Ich dachte zuerst, ich habe mich verhört, fragte nach, aber ich hatte richtig verstanden. Ich dachte kurz nach und schlug vor: „Wir könnten doch zusammenlegen und ihm einen Schreibkurs schenken – wenigstens die Großbuchstaben lernen.“
Die junge Postlerin schenkte mir ein zauberhaftes Lächeln und meinte: „Ja, daran haben wir früher auch schon mal gedacht, aber es blieb dabei. Und jetzt geht der Mann im nächsten Monat in Pension.“ Sprach’s, holte meinen großformatigen Umschlag, ich quittierte den Empfang, und wir verabschiedeten uns. Das höfliche Abschiedslächeln  fiel bei uns beiden etwas gedämpft aus.

Fotos: privat/wikipedia

Deichtorhallen, Hamburg, 13.9. bis 5.1.2020:
Baselitz, Richter, Polke, Kiefer –
Die jungen Jahre der alten Meister

Mehr als hundert Gemälde der vier großen Maler zeigt die Ausstellung in den Deichtorhallen, die vorher in Stuttgart bewundert wurde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war jedenfalls schwer begeistert, als er die Ausstellung dort eröffnete. Thema sind die Frühwerke der Künstler, beginnend 1959 mit Georg Baselitz und endend 1977 mit Anselm Kiefer; der Schwerpunkt liegt in den 60er Jahren.
Mit dieser Ausstellung feiern die Deichtorhallen nicht nur ihr 30-jähriges Jubiläum, sondern auch 30 Jahre deutsche Einheit.

Foto: Georg Baselitz, Ein Grüner zerrissen, 1967 
Öl auf Leinwand, 162 x 131,5 cm
Staatsgalerie Stuttgart
© Georg Baselitz 2019