Allgemein

Von Frauen – überwiegend, für Frauen – aber nicht nur, über Frauen – ausnahmslos.

 

 

Starke Frauen

Am besten schenkt man ihn sich selbst: Dieser Wochen-Wandkalender mit 53 Porträts von Frauen, jede gezeichnet von einer anderen Illustratorin, erzählt die ungewöhnlichen Lebenswege solch bemerkenswerter Frauen wie Vicki Baum und Barbara Bohlen, Cornelia Funke und Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Meret Oppenheim, Hildegard Hamm-Brücher und Petra Pau. Viele der Illustratorinnen haben zugunsten des „FeM Mädchenhaus Frankfurt“ auf ihr Honorar verzichtet.

Starke Frauen. Wandkalender,21 x 29,7cm, Dumont, 18 Euro Foto: Dumont
 
 
 

Frauen mit Stil

Die britische Modejournalistin und Dozentin Tamsin Blanchard hat für ihr Buch 100 Frauen ausgesucht, deren Stil sie beeindruckt hat. Sie kombiniert je ein oder zwei ausdrucksstarke  Fotos mit einem ausführlichen Text zum Leben und zum Stil der jeweiligen Frau. Porträtiert hat sie u.a. Yoko Ono und Frida Kahlo, Tilda Swinton und Lauren Bacall, Nina Simone und Sofia Coppola, Anna Wintour und Jean Seberg, Donna Karan und Beth Ditto.

Jerusalem: Seit dem 17. Dezember ist der nächste Abschnitt der Mauerpromenade, der „Northern Ramparts Walk“ fertig gestellt. Nach fünf Jahren Bauzeit können die Besucher jetzt mehr als drei Kilometer – vom Jaffa- zum Löwentor – hoch über der Stadt spazieren und haben dabei großartige Ausblicke auf den Felsendom, den Tempel- und den Ölberg.
Die Bibel:Der Schauspieler Rufus Beck hat ein gewaltiges Projekt verwirklicht – er hat die gesamte Bibel eingelesen. Nun gibt es eine Kassette mit 86 CDs, auf den man 98 Stunden der Luther-Übersetzung der Bibel lauschen kann. Preis 199 Euro.
Farbe des Jahres: Pantone hat die Farbe des Jahres 2020 vorgestellt, das klassische Blau ist in den nächsten 12 Monaten überall angesagt. Wie schön!

Fotos: Hersteller/Veranstalter

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                
                                                  

                  Das letzte aus der Anstalt im Jahr 2019

                                                           & Die lustigsten Streiche

Nicht am frühen Morgen verunglücken! Budapest gegen sechs Uhr: Der erste Rettungswagen wird gerufen. Laut Gesetz muss er mit allen Geräten und einem Arzt sogleich losbrausen. Tut er auch. Rund drei Minuten später folgt der nächste, und gegen neun Uhr gibt es im Rettungszentrum keine Retter mehr. Man kann dabei auch Glück haben. Wenn sich bei der Ankunft eines Rettungsarztes etwa herausstellt, dass der Verunglückte nur seinen Fuß verstaucht hat, steht der Wagen wahrscheinlich bald wieder zur Verfügung.
In weniger lustigen Ländern als Ungarn gibt es einen automatischen Anrufbeantworter, der bei einem verstauchten Fuß erstmal einige Ratschläge gibt, bevor ein Wagen losfährt – aber ein derartiges System gibt es in Budapest bzw.…

Kunstpalast, Düsseldorf, 30.1. bis 24.5.2020:
Angelika Kauffmann – Künstlerin, Powerfrau, Influencerin

 

Was die Künstlerin wohl zu diesem Titel gesagt hätte? Natürlich wusste Angelika Kauffmann (1741 bis 1807) überhaupt nicht, was eine Powerfrau, geschweige denn eine Influencerin sein sollte.
Aber immerhin hieß es zu ihrer Zeit: „Die ganze Welt ist verrückt nach Angelika!“  Schon als Sechsjährige galt sie als zeichnerisches Wunderkind, eine Malausbildung erhielt sie von ihrem Vater, der Freskenmaler war und mit dem sie lange Jahre durch Italien und später durch England reiste. Zu Ruhm kam sie durch ihre feinsinnigen Porträts von Persönlichkeiten ihrer Zeit. Sie wurde wegen ihrer umfassenden Bildung und ihres künstlerischen Talents verehrt und galt laut Johann Gottfried Herder als „vielleicht kultivierteste Frau in Europa“.
Der Kunstpalast zeigt jetzt etwa 100 ihrer Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, aber auch Druckgrafiken und Kunsthandwerk nach Motiven der Malerin.

Foto: Angelika Kauffmann, Selbstbildnis mit der Büste der Minerva, um 1784, Öl auf Leinwand, 93 x 76,5 cm, Bündner Kunstmuseum, Chur, Depositum

Gigantisch! Die imposante Heidecksburg liegt auf einem 60m hohen Berg direkt über der Altstadt von Rudolstadt an der Saale nicht weit von Weimar. Die auf den Resten eines Schlosses etwa 1570 entstandene Renaissance-Burg brannte 1735 ab, 1737 begannen die Arbeiten zu der barocken Residenz, wie man sie jetzt sehen kann.
Heute ist hier das Thüringer Landesmuseum und das Staatsarchiv Rudolstadt untergebracht. Außerdem kann man über 4000 Exponate einer Waffensammlung anschauen – und sich von der Ausstellung „Rococo en miniature“ verzaubern lassen. Einer Märchenwelt in den Phantasie-Königreichen Pelerine und Dyonien, die innerhalb von 50 Jahren von zwei Hobbybastlern im Maßstab 1:50 im Stil des Rokoko geschaffen wurden. Hunderte von Mini-Bewohnern, vom König bis zur Magd, dazu Tiere, Wagen, Betten, Tische und Schränke, Kochgeschirr, Uniformen und Ballkleider begeistern jeden Betrachter.
Gleich am Fuß des Burgbergs findet man die Stiftsgasse und dort das alte Rathaus von 1524 mit seinem prägnanten Glockenturm, in dem heute das Stadtarchiv und die Historische Bibliothek untergebracht sind.…

Zitat

 

Die Klugen und die Dummen sind auf alle Völker gerecht verteilt. Wenn es Sie als West-Mensch in den Osten verschlagen hätte, dann wären Sie im Osten natürlich der Dumme, der Anfänger gewesen. Als ich ab 1976 endlich in der Freiheit an der Menschheit lecken konnte, ging es mir schlecht. Warum? Weil ich der Anfänger war, der Neue im Westen.“

Der Liedermacher Wolf Biermann in einem Interview im Stern Nr. 46 vom 7. 11 2019.
Foto: wikipedia

 

 

Cartoon

 

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

 

Iberotel, Boltenhagen

Meerblick gibt es aus jedem Zimmer des Iberotels, und Balkon oder Terrasse gehören auch überall dazu. Nicht mal fünfzig Meter sind es zur Ostsee und dem schicken Yachthafen. Die Zimmer sind großzügig und farblich beruhigend dekoriert, die Bäder mit viel Ablagefläche ausgestattet. Das Frühstücksbüfett ist vielfältig bestückt mit diversen Brotsorten und Brötchen, mit Obst und verschiedenen Müslis, mit Eiern in fast jeder Form und natürlich Aufschnitt, Käse, Marmelade und Honig.
Auch die Bar im Foyer ist einladend und bietet die leckersten Cocktails. Wenn allerdings ein ganzes Orchester nach seinem Auftritt hier seinen Durst löschen möchte, ist der Service etwas überfordert. Das DZ ab ca. 190 Euro. Foto:CO

Verrückte LIebe

Warum eigentlich hat dieser Katalog zu einer aktuellen Ausstellung im Frankfurter Städel einen englischen Titel, erzählt er doch, laut Untertitel, die „Geschichte einer deutschen Liebe“? Und die war – die Autoren schildern sie mit eindrucksvoller Detailfreude – durchaus leidenschaftlich. Nach eher stockendem Beginn entdeckten die Deutschen rasch ihr Herz für den (vermeintlich) verrückten Mal-Revoluzzer Vincent van Gogh, der von dem einflußreichen Kunstkritiker Julius Meier-Graefe zum „Christus der modernen Kunst“ ernannt und von etlichen Galeristen geschickt vermarktet wurde. 1914 besaßen Sammler und Museen im Deutschen Reich bereits rund 150 Gemälde des genialen Niederländers, zahlreiche deutsche Expressionisten nahmen sich den furiosen Pinselstrich und die kräftigen Farben van Goghs zum Vorbild. 120 seiner Gemälde und Zeichnungen sind jetzt in Frankfurt zu sehen, dazu kommen rund 100 Bilder seiner
deutschen Kollegen.
Kein Wunder, dass soviel Wertschätzung auch Kriminelle auf den Plan rief. Der vormalige Ausdruckstänzer Otto Wacker musste sich 1932 vor Gericht verantworten, weil er 30 falsche van Gogh-Bilder in Umlauf gebracht hatte, deren Echtheit unter anderen auch Meier-Graefe bestätigt hatte.

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                
                                                   Was Ungarn so alles reden

Der „Schäferhund“ heißt auf Ungarisch „Schwänziger-Hund“ (farkas kutya) – die anderen Hunderassen haben andere Namen, damit man sie von den Schwänzigern unterscheiden kann. Das versteht jedes ungarische Kind.
Sie, die ungarischen Kinder, begrüßen Erwachsene mit „Küss‘ die Hand!“ Männer grüßen Frauen ebenso. Und junge Frauen begrüßen ältere Männer nicht anders. Also grüßen wir, meine junge Gemüsehändlerin und ich, uns gegenseitig mit „Küss‘ die Hand!“ Und da das deutsche Wort „bitte“ in der höflichen ungarischen Variante, „es möge Ihnen gefallen…“ heißt, empfängt sie mich regelmäßig am Eingang mit: „Es möge Ihnen gefallen, sich herein zu bemühen!“ Und im kalten Winter, mit vereisten Gehwegen, bittet sie mich: „Es sollte Ihnen heute nicht gefallen, auszurutschen!“

Hamburger Kunsthalle, noch bis 1.3.2020:
Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard

Das dänische Ehepaar Wilhelm (gestorben 1936) und Henny (gestorben 1951) Hansen begann 1916 gezielt, französische Malerei zu sammeln. Ihre spektakuläre Sammlung vermachten die Hansens schließlich dem dänischen Staat mit der Auflage, in ihrem Heimatort Ordrupgaard ein öffentliches Museum für die Sammlung zu schaffen. Von dort wurden jetzt Werke von Camille Pissarro, Eduard Manet, Edgar Degas, Claude Monet und anderen nach Hamburg ausgeliehen. Und weil die wunderbaren Bilder im zweiten Stock der Galerie der Gegenwart (und nicht, wie sonst bei Ausstellungen gerne üblich, im Keller) ausgestellt werden, sind sie ein Fest für die Augen.
Der hervorragende Katalog mit informativen und lesbaren Artikeln zu jedem Bild ist im Wienand Verlag erschienen.
Foto: CAMILLE PISSARRO (1830–1903) Blühende Pflaumenbäume in Éragny. Das Haus des Künstlers, 1894, Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm Ordrupgaard, Kopenhagen© Foto: Anders Sune Berg

Hier möchte man einfach nicht wieder weg: Der Place Wilson ist unser erklärter Lieblingsort in Toulouse. Das ovale Areal – benannt nach dem amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson (1856 bis 1924) – ist umstanden von fast identischen, braunrot leuchtenden Backsteinbauten vom Ende des 18. Jahrhunderts mit sechs abgehenden Straßen und einem sehr breitem Fußgängerweg, auf dem sich Tische und Stühle der vielen Cafés und Restaurants aneinanderreihen. In der Mitte des Platzes ist ein kleiner Park mit hohen Bäumen, Wiesen und Blumenrabatten und einem Brunnen mit Fontänen und drumherum vielen Bänken zum Verweilen. Dort zu sitzen und den Kindern zuzuschauen, die sich auf das entzückende nostalgische Karussell stürzen und ihre Eltern immer wieder um noch eine Fahrt in der Kutsche, auf dem Pferdchen oder im Schlitten anbetteln, das ist einfach wunderbar. Sitzt man am Spätnachmittag hier, kann man auch all die eleganten Bewohner mit Laptop und feiner Ledertasche auf ihrem Heimweg anschauen.
Falls Sie vormittags hier sind, müssen Sie unbedingt zur Place Victor Hugo und der Markthalle gehen.…

„Ich mag alles, was keinen Stil hat: Wörterbücher, Fotos, die Natur, mich und meine Bilder.“

Der deutsche Künstler Gerhard Richter, zitiert im Buch „Gerhard Richter“ von Klaus Honnef, erschienen im Taschen Verlag. Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland udn hat schon weit mehr als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Die weiße Glycinie, Pomas, Frankreich

Außen schlicht, innen üppig: Das zauberhafte Hotel „La Glycine blanche“ in dem winzigen Ort Pomas südlich von Carcassonne entfaltet seinen Reiz erst hinter der Eingangstür. Es gibt nur zwei Gästezimmer, aber die sind mit Blumentapeten, dunklen Antiquitäten und hübschen Accessoires wohnlich eingerichtet, die Bäder sind groß und behaglich ausgestattet. Aber richtig charmant wird das kleine Gästehaus erst dank der Eigentümer Jean-Francois und Claude, die sich liebevoll um ihre Gäste kümmern, ein leckeres Frühstück auf den Tisch stellen und viele Tipps rundum das touristische Programm der Gegend bereit halten. DZ ab ca 90 Euro.
Foto: la glycine blanche

Mehr Nuss geht nicht

Für die meisten von uns ist Walnuss gleich Walnuss: lecker, gesund und irgendwie weihnachtlich. So war das auch für den Schweizer Landschaftsarchitekten, Dokumentarfilmer, Fotografen und Autor Jonas Frei – bis er die Vielfalt der riesigen Familie der Walnusspflanzen entdeckte. Es begann mit den Früchten eines Butternussbaumes, die er nicht genau bestimmen konnte. Sein Interesse war geweckt. Für dieses Buch hat er jetzt mehr als 40 unterschiedliche Walnüsse porträtiert, angefangen mit der echten Walnuss, über die Herznuss und die Ferkelnuss  bis zur Zapfennuss. Von allen erfährt man ihre Verbreitung, ihren Wuchs, ihre Blätter- und Fruchtform in Texten, Fotos und liebevollen Illustrationen. Dazu lernt man viele Details zur Geschichte, ihrer Erforschung und Nutzung und ihrem Einsatz als Heilmittel kennen. Ein wahrer Wälzer für Nuss-Enthusiasten. Wer allerdings mit Walnüssen kochen möchte, muss sich anderswo informieren.

Jonas Frei: Die Walnuss – Alle in Mitteleuropa kultivierten Arten – Botanik, Geschichte, Kultur.

Letzten Monat haben wir schon mal die Vor-Vorweihnachtszeit eingeläutet, und so machen wir weiter, denn es gibt einfach so viele neue Produkte, die wir gerne zeigen möchten. Und schließlich kann man ja auch schon mal mit dem Basteln der Weihnachtsdeko anfangen.

Zum Beispiel mit den herrlichen Bändern von Halbach aus Seide, Leinen und Jute, aus Lamé, Samt und Wolle, bedruckt, bestickt und gestrickt. Inspirationen für Dekorationen, Tannenbaumschmuck, Verpackungen und Geschenke findet man auf der Website des Herstellers.
Handgemachte Geschenke sind immer die schönsten, hier mal per Siebdruck dekorierte Leinenservietten. Die Firma Frohstoff  bietet bedruckte Decken, Kissen, Beutel und Handtücher, aber auch Postkarten, Brief- und Geschenkpapier mit Motiven nach Wunsch. Und das Beste: Jeder kann hier Siebdrucken lernen!
Falls Sie nicht zu den Bastlern gehören, haben wir einen Vorschlag für die Liebste: Eine Herzschale mit rosa Hirsch wird sicher begeistert ausgepackt. Gmundner hat passend dazu auch Weihnachtskugeln und Glocken im Programm.
Wer üppige Weihnachten nicht so mag, der wird sich über diesen eleganten Adventskranz aus goldbeschichtetem Aluminium bestimmt freuen.

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                

                                Der besondere Film – mit einem besonderen Schicksal
                                                   A Tanú – Der Zeuge

Satire über den real existierenden Sozialismus der 1950er Jahre in Ungarn: Zeit der Schauprozesse, als man leicht für Nichts ins Gefängnis kam und manchmal auch überraschend wieder heraus.
Der Regisseur Peter Bacsó begann 1969 mit den Arbeiten an dem Film, und allein die Drehgenehmigung vor 50 Jahren war ein Wunder: Denn gleich die erste Einstellung muss für die damalige kommunistische Führung als Beleidigung gewirkt haben. Man sieht einen Mann, der samt Hund am Bug eines alten Holzkahns steht und an einer Wiese anlegen will. Der Hund springt schon vorher an Land und pinkelt auf die, aus roten Nelken sorgfältig angelegte, Schrift: „Es lebe unser großer, weiser Führer“, womit nur Stalin gemeint sein konnte.

Bundeskunsthalle, Bonn, 1.11. bis 16.2.2020:
Martin Kippenberger:
Bitteschön Dankeschön

Der deutsche Künstler Martin Kippenberger war wirklich ein Universaltalent. Er malte und schrieb, zeichnete, fotografierte, schuf Collagen, Skulpturen, Performances und Installationen, kuratierte Ausstellungen und trat als Schauspieler auf. 1997 starb er mit nur 44 Jahren. Die Bundeskunsthalle widmet ihm nun eine Retrospektive unter dem Namen eines Werkes des Künstlers: Bitteschön Dankeschön. Gezeigt werden Gemälde, Fotos, Skulpturen, Lithografien und auch Fotos von Elfie Semotan, der Ehefrau des Künstlers.
Foto: Paris Bar 1991, 1993, Öl auf Leinwand, Pinault Collection
 

Eine kleine Stadt und zwei große Namen: Neuruppin in Brandenburg ehrt seine wichtigsten Söhne mit Denkmalen, Museen und vielen Feiern. Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841), der große Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner, wurde in hier geboren und erlebte 1787 den großen Brand mit. Insgesamt 401 bürgerliche Häuser, 159 Neben- und Hintergebäude, 228 Ställe und 38 Scheunen, die Pfarrkirche St. Marien, das Rathaus, die reformierte Kirche und das Prinzliche Palais wurden zerstört. Menschenleben waren nicht zu beklagen, aber Schinkels Vater starb an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich beim Löschen zugezogen hatte. Der Wiederaufbau des Ortes wird wohl Schinkel in seiner Berufswahl beeinflusst haben.

Der andere große Sohn der Stadt, Theodor Fontane (1819 bis 1898), lebte sieben Jahre in seinem Geburtsort, bis sein Vater wegen Spielschulden seine Apotheke verkaufen musste. Die Löwenapotheke gibt es heute noch in der Karl-Marx-Straße.
Nach dem großen Brand sorgte der Städtebaudirektor Bernhard Mattias Brasch dafür, dass Neuruppin nach einem neuen strengen Grundriss wiederaufgebaut wurde.