Allgemein

Falls Sie die Altstadt von Vannes durch das Stadttor „Saint Vincent“ – erbaut 1624 und 1747 umgestaltet – betreten, sollten Sie gleich links abbiegen zur Place de la Poissonnerie und erst einmal die äußerlich

unscheinbare Markthalle dort besuchen: So eine Fülle an frischen Austern und Muscheln, Krebsen und Hummern, Doraden, Lachs und Tintenfisch sieht man selten. Zu und zu schade, wenn man hier im Hotel wohnt und nirgends grillen kann.
Wenige Schritte weiter, die Rue Saint Vincent entlang bis zur Place des Lices mit wunderbar erhaltenen Fachwerkhäusern, gibt es einen Wochenmarkt und um die Ecke eine weitere Markthalle, wo man das passende Gemüse, Obst, Gewürze und viel Fleisch kaufen könnte.
Gehen Sie jetzt wieder raus aus der Altstadt durch die Stadtmauer an der Port Poterne und schauen sich dort unbedingt das Waschhaus von 1817 an, es liegt direkt am Fluss Marle und wurde bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts für die große Wäsche genutzt.

„Unser Gesetz schreibt vor, dass Unternehmen in Deutschland dafür sorgen müssen, dass in ihren Lieferketten die Menschenrechte eingehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel: keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit, ein angemessener Lohn.“

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum von ihm durchgesetzten Lieferkettengesetz in einem Interview mit der Zeit, Nr. 10 vom 4. März 2021.
Foto: CDU/CSU

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Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.peter-butschkow.de

Hostellerie Normande, Houlgate, Normandie, Frankreich

Wie charmant! Das hübsche Hotel mit wenigen Zimmern nicht weit vom Atlantik im malerischen Kurort Houlgate wird von zwei reizenden jungen Männern geführt. Die kleinen Zimmer sind etwas plüschig, aber romantisch dekoriert, die Bäder verwinkelt, das Frühstücksbüfett ist abwechslungsreich, und im Restaurant mit großer Terrasse kann man abends ganz köstlich speisen.
DZ ab ca 115 Euro. Foto:  houlgate beach hotel

 

Fotos:  Wiedersehen mit Freunden

Gelernt hatte er Elektriker. Aber weil ihn Bilder schon immer mehr interessierten als Lüsterklemmen und Verteilerkästen, beschloss Volker Hinz nach seiner Zeit bei der Bundeswehr, sein Geld fortan mit der Kamera zu verdienen. Die Finessen des Metiers brachte er sich selbst bei, und schon als 20-Jähriger verkaufte er seine ersten Fotos an Tageszeitungen: Beginn einer spektakulären Karriere, in der er einer der großen Geschichtenerzähler der zeitgenössischen Fotografie wurde. Vor allem in seiner über 40jährigen Arbeit für das Magazin „Stern“ entstanden Aufnahmen, die längst zu Ikonen wurden: Boxer-Legende Muhammad Ali drosch für ihn auf Sandsäcke ein, Kult-Autor William Burrough posierte mit einer Flinte, Fußball-Star Franz Beckenbauer schlenderte durch ein menschenleeres New York. „Ich habe immer versucht, so zu fotografieren, dass das Foto einen Tag überlebt“, war seine ebenso bescheidene wie professionelle Maxime. 2019 ist Volker Hinz mit 72 Jahren gestorben, dass seine Bilder noch viele Tage bestehen werden, belegt dieser schöne Band.…

Gutscheine: Die in Mettmann ansässige Firma Eismann, die Tiefkühlkost vertreibt, spendiert Pflegekräften in Altenheimen Gutscheine über je 60 Euro, insgesamt für 10 Mio. Euro, die in Tiefkühlkost eingelöst werden können. Im letzten Jahr hatte Eismann schon den Pflegenden in Krankenhäusern, die sich um Corona-Patienten kümmerten, 180000 Gutscheine geschenkt.
Die neuen Bons gibt’s über über einen Code, den man hier bekommt: www.eismann.de/pflegevorteil

Grüne Stunde: Die Königliche Gartenakademie in Berlin bietet wieder die beliebten „grünen Stunden“ an. Gebucht werden kann für etwa 60 Euro ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Gärtner unter der Nummer: 030 8322 0900…

Barberini, Potsdam

Das Büro „Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht“ mit Sitz in Berlin und München hat schon viele bekannte Bauten errichtet, das Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz zum Beispiel, die Berliner Gemäldegalerie und die Stadtbibliothek in Pforzheim. Erfolgreich war es auch mit denkmalgerechten Renovierungen, wie der Modernisierung des Schlosses Elmau, dem Bau des Humboldt Forums und eben des Museums Barberini.
Der ursprüngliche Bau von 1771/72 entstand als Bürgerhaus ohne Seitenflügel nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom. Im 19. Jahrhundert kamen die Flügel hinzu, doch im 2. Weltkrieg wurde das ganze Gebäude zerstört, der Rest nach Kriegsende abgetragen.
Für den Neubau rekonstruierten die Architekten die alte Fassade, aber dahinter ist alles neu und mit modernster Technik ausgestattet. Das Untergeschoss füllt das gesamte Grundstück, das Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse umschließen einen zum Nebenarm der Havel ausgerichteten Innenhof mit Cafe-Terrasse.
Die Seitenflügel haben nur zum Innenhof Fenster, die Außenwände sind ganz der Kunst vorbehalten.…

Hamburg:   Wer in der Hansestadt ein kleines Geschenk oder ein Mitbringsel sucht, der wird sicherlich im Seifenkontor fündig. Wie gut das riecht, schon wenn man den kleinen Laden unweit des Isemarktes betritt! Nach Oliven- und Kokosöl zum Beispiel, denn daraus sind die unverpackten, schön bunten Seifen aus eigener Seifenwerft, aber garantiert ohne Palmöl. Festes Shampoo ohne Farb- und Duftstoffe gibt es auch. Und sogar „Savon noir“, den seit vielen Jahrhunderten bekannten Haushaltsreiniger. Schauen Sie doch einfach mal vorbei, es lohnt sich! Fotos: Hersteller

Fondation Beyeler, Riehen/Basel, April bis Juli 2021
Olafur Eliasson

Der 1967 in Kopenhagen geborene, in Island aufgewachsene und jetzt in Berlin und Kopenhagen lebende Künstler  Olafur Eliasson wurde bekannt durch seine riesige künstliche Sonne, die er 2003/04 in der Tate Modern in London vorstellte, und seine kleine LED-Leuchte „Little Sun“, die mit Solarenergie gespeist wird und Licht zu Menschen bringen soll, die noch heute ohne Strom leben müssen. Nun installiert der Künstler im gesamten Museum der „Fondation Beyeler“ eine Erkundung „unserer Vorstellungen von Natur und Kultur“. Das wird mit Sicherheit überaus spannend. Foto: Fondation Beyeler

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Budapester Impressionen  

Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!
Die Losung der Französischen Revolution war auch die Devise beim Aufstand der Ungarn gegen die Unterdrückung des Hauses Habsburg am 15. März 1848 – wobei die intellektuellen Aufständischen, die Dichter, Professoren, Schriftsteller, großzügig darauf verzichteten, auf den ersten Broterwerb der inzwischen kaiserlichen Familie als Straßenräuber hinzuweisen.
Bemerkenswert auch, dass die Paprika, mit ihren grünem Blättern, kleine weiße Blüten und roten Früchten, zum nationalen Gewürz avancierte. Am 15. März 1848 wurde Rot-Weiß-Grün zu den Nationalfarben erklärt, die auch die Nationalflagge schmückten. Nach der Niederschlagung der Erhebung 1849 wurde die Fahne wieder verboten, erst nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 wurde sie als Nationalflagge anerkannt. Auch beim bewaffneten Aufstand gegen die Sowjet-Diktatur 1956 war Rot-Weiß-Grün das Zeichen des Widerstandes.…

Darauf ist man in Merseburg besonders stolz: Im April 2013 drehte Hollywood-Star George Clooney mit Matt Damon, Bill Murray und John Goodman in der Stadt Teile seines Filmes „Monument Men“, in dem es um eine Gruppe amerikanischer Soldaten geht, die Kunstschätze vor den Nazis schützen sollen. Kleiner Schönheitsfehler: Merseburg heißt in dem Streifen Brügge und liegt in Belgien.

Doch das können die Bewohner der über 1200 Jahre alten Stadt sicher verschmerzen: Der Dom als vierter Flügel des Schlosses und die umgebenden Straßen sind eine wirklich wunderbare und obendrein geschichtsträchtige Kulisse. Der Grundstein für den Dom wurde 1015 gelegt,  ein später angebauter fünfter Turm stürzte 1230 ein, 1510 baute man den Dom spätgotisch um, 1545 predigte Martin Luther hier. 1654 entstand eine Fürstengruft, in der von 1671 bis 1743 Mitglieder der Herzogfamilie von Sachsen-Merseburg bestattet wurden. Die herrliche Orgel wurde zwischen 1853 und 1866 in zwei Etappen von Friedrich Ladegast geschaffen und im Beisein von Franz Liszt mit seiner Komposition „Ad nos, ad salutarem undam“ eingeweiht.…

„Wenn ich in den Wald gehe, sehe ich zwar Natur, aber auch sterbende Bäume. Und Menschen, die einen Geländewagen fahren, ohne Gelände in der Nähe….“

Der Arzt, Kabarettist und Entertainer Dr. Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit Ildikó von Kürthy in Brigitte 5/2021
Foto: www.hirschhausen.com

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehrals 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Und natürlich hat er sich auch für 2021 einiges einfallen lassen.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.peter-butschkow.de

 

Hotel Scandic, Aarhus, Dänemarkt

In der Halle mit der schicken Bar kann man prima abhängen, wenn man den Nachmittag durch die hübschen Altstadt von Aarhus geschlendert ist, die nur wenig Schritte vom Hotel entfernt ist. Ein halbes Stockwerk höher gelangt man ins Restaurant, in dem auch das üppige Frühstücksbüfett aufgebaut wird – wenn denn Corona das wieder zulässt. Die Zimmer sind zweckmäßig und die Bäder schlicht eingerichtet – alles bestens also für einen Städtetrip, der hoffentlich bald wieder möglich ist.
DZ ab ca 130 Euro. Foto: Hotel Scandic
 

Reise:  Die ganze Welt in einer Stadt

Die Pariserin ist stets elegant gekleidet, gut frisiert und perfekt geschminkt, immer verbindlich, höflich und interessiert.
Das ist ein Mythos, ein Klischee und eine Vorstellung des Stadtmarketings, mit dem im Laufe der Zeit auch Parfüms, Kosmetik und Kleidung gut verkauft wurden.
Die Amerikanerin Lindsey Tramuta lebt seit zehn Jahren in Paris
und hat so viele Frauen getroffen, die so viel mehr sind als das Klischee, dass sie daraus unbedingt ein Buch machen wollte.
Für „La Parisienne“ hat sie Autorinnen, Galeristinnen, Fotografinnen, eine Kaffeerösterin und eine Verlegerin, eine Bäckerin und eine Stadtentwicklerin getroffen und zu ihrem Leben in Paris befragt. Entstanden sind höchst aufschlussreiche Gespräche, Porträts und Interviews, jeweils erweitert um ein paar Geheimtipps und viele erklärende Fußnoten.
Wenn man denn mal wieder nach Paris darf, kann man die Stadt mit diesem Buch ganz neu entdecken.

Lindsey Tramuta: La Parisienne – das neue Paris – Stadt der Frauen Midas Verlag.…

Foodwatch: Amazonfresh hat vor Gericht verloren. Auch Online-Lebensmittelhändler müssen sich an die Kennzeichnungsregeln halten, haben die Richter entschieden. Geklagt hatte Foodwatch , ein Verein zum Schutz der Verbraucherrechte, weil Amazon die Herkunftsländer von Obst und Gemüse nur pauschal angab.

Japan: In Maebashi, zwei Stunden nördlich von Tokio, wurde jetzt das Shiroiya Hotel mit je einem Zimmer, eingerichtet von Michele de Lucchi, Jasper Morrison, Leandro Erlich und Sou Fujimoto, eröffnet. Die anderen 21 Zimmer, alle in einem begrünten Hügel, wurden von einheimischen Künstlern ausgestattet. Foto: Hotel Shiroiya
Kettnaker: Der Möbelhersteller aus Oberschwaben mit eigenem Ausbildungszentrum sucht Lehrlinge für den Beruf des Holzmechanikers. Das Familienunternehmen mit 150jähriger Tradition konnte 2020 seinen Umsatz um 9% steigern, deshalb ist eine Kapazitätserweiterung geplant.…

Neues Museum Nürnberg

Ein Museumsbau soll der Kunst, die gezeigt wird, keine Konkurrenz machen, soll den Werken einen Rahmen geben, aber selbst im Hintergrund bleiben. Jedenfalls innen. Außen ist das ganz etwas anderes.
Der Berliner Architekt Volker Staab, 1957 in Heidelberg geboren, hat sich mit seinem Entwurf für das Neue Museum Nürnberg an diese Maxime gehalten. Mitten in die Altstadt hat er einen 100m langen Kubus mit geschwungener Glasfassade gesetzt, in dem sich die mittelalterliche Stadtmauer spiegelt. Innen ist alles schlicht weiß, aber versetzte Wände bieten überraschende Ausblicke. Besonders markant ist die große Wendeltreppe in der Eingangshalle, die alle Stockwerke verbindet.
Foto: Wikipedia

Brühl: Viktor, der gemütliche Drehsessel, hat eine 108 cm hohe Rückenlehne und steht auf einem grazilen Stahlrohrgestell. Den Bezug gibt es in vielen Farben und auch aus Leder.
Instabilelab: Der italienische Tapetenhersteller holt schon mal den Frühling in die Wohnung. Sehr große Blütenbilder – natürlich nur an einer Wand des Zimmers –
schmücken schlichte Räume.
Fatboy: Bald geht es wieder raus, also können wir schon mal ein tolles Sofa für die Terrasse zeigen. Das Gestell von Paletti besteht aus recyceltem Material, die Rückenlehne ist korrosionsbeständig, die Polster sind wasserabweisend. Fotos: Hersteller

 

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Vitra Design Museum, Weil am Rhein, bis 23. Januar 2022
Memphis, 40 Jahre Kitsch und Eleganz

Die Gruppe Memphis um den italienischen Architekten und Designer Ettore Sottsass wurde Ende 1980 gegründet und hatte bereits im folgenden September eine große Ausstellung in Mailand. Das Ziel der Gruppe hieß: „Das Banale feiern und die Regeln des guten Geschmacks brechen“, und so entstand mit schrillen Farben und wilden Mustern ein neuer Look, der an Werbung und Comics angelehnt war. Der große Durchbruch kam 1982, als Karl Lagerfeld seine Wohnung in Monte Carlo mit Memphis-Möbeln einrichtete. 1987 löste sich die Gruppe auf – das Vitra Design Museum widmet den Stil-Revoluzzern jetzt eine Hommage mit Zeichnungen, Fotos und vielen Original-Möbeln.
Foto: Sessel Bel-Air von Peter Shire von 1982

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com

                                       Klubrádió im Internet-Exil  

Seit Montag, dem 15. Februar hört man auf der Budapester Wellenlänge 92,9 kHz nur noch ein leises Rauschen. Das Klubrádió mit dem Motto Nachrichten und Meinungen sendet nicht mehr. Am ganzen Tag zuvor nahmen die Mitarbeiter Abschied von den Hörern – es war rührend. Dabei fiel mir auf, wie viele Mitarbeiter es waren; darunter allerdings viele freie, die nur einmal in der Woche auf Sendung waren/sind. Meine Favoriten: zwei alte, ehemalige Redakteure der größten Tageszeitung Népszabadság („Volksfreiheit“), deren Blatt schon vor gut zehn Jahren einkassiert wurde. Sie hatten jeden Donnerstag-Abend im Klubrádió ihre Sendung, zu der sie jeweils einen ehemaligen Kollegen oder Volontär mit ins Studio brachten, der inzwischen weit weg arbeitete und Interessantes zu berichten hatte.…