Museum Haus Lange, Krefeld,
noch bis 26.2.23
Maison Sonia
Die ukrainisch-französische Malerin und Designerin Sonia Delaunay (1885-1979) entwickelte mit ihrem Mann Robert Delaunay den sogenannten Orphismus, eine Variante der abstrakten Malerei, die darauf abzielte, der reinen Musik eine reine Malerei entgegen zu setzen. Ab 1926 beschäftigte sie sich auch mit Theaterdekorationen, entwarf Stoffe und eröffnete ein Mode- und Einrichtungshaus. In Krefeld wird jetzt ein umfassender Überblick über ihr Werk gezeigt. Mit dabei sind Objekte aus den Bereichen Mode, Textil, Möbel, Buchkunst.
Foto: Sonia Delaunay, Handtasche, um 1930, Francesca Galloway, London, Pracusa S.A.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Hatje Cantz…

Von weitem sieht es aus wie ein wuchtiger, dunkler Klotz, geformt wie ein Tellerstapel: das Museum für die Geschichte und Kultur der Afro-Amerikaner, das von Präsident Obama am 24. September 2016 direkt an der Mall unweit des Capitols in Washington eingeweiht wurde.
In Deutschland ist er nicht vielen bekannt, der New Yorker Fotograf William Klein (geb.1928), dessen Großeltern Ende des 19. Jahrhunderts aus Ungarn in die USA eingewandert waren und der heute längst zu den Großen seines Metiers gehört. 1948 ging er nach Paris und widmete sich im Atelier von Fernand Léger der Malerei, beschäftigte sich dann mit Fotografie, Grafik-Design, Dokumentarfilmen und dem Büchermachen.
„La Raffinerie“ nennen die Pariser ihr Kulturzentrum „Centre Georges Pompidou“ wegen der bunten Röhren für Wasser, Strom, Luft und die Rolltreppen für Besucher, die außen vor der Fassade hängen. Der Bau, der 1977 eröffnet und umgehend eine Sensation wurde, stammt von den Architekten Renzo Piano und Gianfranco Franchini aus Italien und dem Briten Richard Rogers, die den von Staatspräsident Georges Pompidou initiierten internationalen Architektenwettbewerb gewonnen hatten und eine damals völlig neue Art Museum planten. Etwa mit den Rolltreppen, die in ihren Glasröhren herrliche Ausblicke auf Paris bieten. Drinnen gibt es
Weg mit dem Blumenbeet und dem Traktorfahrer: Der abstrakte Expressionismus in den USA und die informelle Malerei in Europa entstanden nach dem 2. Weltkrieg als Reaktion auf die zuvor dominanten Stilrichtungen. Die jungen Künstler diesseits und jenseits des Atlantiks setzen sich mit Form, Farbe und Material auseinander, und verabschiedeten sich von figürlichen Motiven.
Viele Künstler haben ihre Ateliers gemalt, oft mit sich selbst an der Staffelei. Nicht so Henri Matisse (1869-1954), der sein Studio im Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux 1911 in intensives Rot tauchte, obwohl es weiß gestrichen war, den Raum nur durch feine Striche andeutete und sich selbst aussparte. Sein Gemälde „The Red Studio“ gilt heute als eines der Hauptwerke der klassischen Moderne.
Die Werke des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir (1841 – 1919) orientierten sich früh an Sujets und Techniken des Rokoko, die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder beliebt wurden. Lebensfreude war sein großes Thema, so taucht etwa die Schaukel, die schon 100 Jahre vorher die Leichtigkeit (und Wankelmütigkeit) der Liebe symbolisierte, auf etlichen seiner Bilder auf. Das Städel zeigt jetzt insgesamt 120 Werke, darunter auch Arbeiten von 23 Künstlern, die Renoir Anregung für seine eigenen Fete Galantes-, Boudoir- und Landschaftsbilder gaben. Mit dabei sind Leihgaben aus London, Paris, Washington, New York und Los Angeles.
Die langjährige Chefredakteurin der deutschen Vogue Angelica Blechschmidt (1942-2018) kleidete sich in einem ganz eigenen Stil: schwarze Cocktailkleider mit viel und besonders großem Modeschmuck. Die Galeristin Elke Dröscher (geb. 1941) trug schon früh am liebsten Mode von Designer Yves Saint Laurent. Elegante Tageskleider und wunderbare Abendroben der Diplomatengattin Edith von Maltzan Freifrau zu Wartenberg und Penzlin (1886 -1976) stemmen aus der Zeit von 1917 bis 1946.
Im Bois de Boulogne, dem 846 Hektar großen Park im Westen von Paris, der 1860 von Napoleon III. der Öffentlichkeit geschenkt wurde, herrscht absolutes Bauverbot. Um hier – unmittelbar neben dem Jardin d’Acclimation, einem kleinen Vergnügungspark im großen Park – trotzdem das Museum „Fondation Louis Vuitton“ zu bauen, war ein Trick nötig: Eine vorhandene Bowlingbahn wurde abgerissen, und auf ihrem Areal entstand ein spektakulärer Bau des Architekten Frank Gehry (geb. 1929), der für seine dekonstruktivistischen Entwürfe bekannt ist. Beauftragt wurde er von Bernard Arnault, dem Chef des Modekonzerns LVMH, den das 2014 eröffnete Museum geschätzte 100 Millionen Euro gekostet hat. Dafür geht der Besitz erst in 55 Jahren an die Stadt Paris über.
Sie haben sich nur ein einziges Mal persönlich getroffen. Am 19. Juli 1938 empfing Sigmund Freud (1856-1939), der am 4. Juni das nationalsozialistische Österreich verlassen hatte, den jungen Spanier Salvador Dali (1904 – 1989) in seinem Londoner Exil. Dali hatte davor schon mehrfach versucht, sein Idol zu treffen, denn Freuds Traumdeutung war die „Hauptentdeckung meines Lebens“. Freud hielt allerdings zeitlebens wenig von den Surrealisten.
„Man nimmt sich selten Zeit, eine Blume wirklich zu sehen. Ich habe sie groß genug gemalt, damit andere sehen, was ich sehe.“ Das sagte die amerikanische Malerin Georgia O´Keeffe (1887 – 1986) bereits 1926, und dem Prinzip von Größe folgte sie in ihrem gesamten Werk, das etwa 2000 Arbeiten umfasst. Die Künstlerin war mit dem Fotografen Alfred Stieglitz (1864 – 1946) verheiratet, der sie sehr häufig porträtierte und ihre Entwicklung unterstützte.
Er hat ein gewaltiges Werk hinterlassen, der Architekt, Designer, Ausstellungsmacher und Hochschullehrer Josef Hoffmann (1870 bis 1956), und so kann das Wiener MaK jetzt fast 1000 seiner Objekte zeigen. In 20 Kapiteln lernt man zum Beispiel seine erste große Architektur kennen, das Sanatorium in Purkersdorf, unterschiedliche Wohnungseinrichtungen, von ihm gestaltete Alltagsgegenstände wie Möbel, Geschirr und sogar Mode. Hoffmann stammte aus Mähren in Österreich-Ungarn, studierte in Wien, lebte und baute ein Jahr lang in Italien, war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, 1903 der Wiener Werkstätten, 1907 des Deutschen Werkbundes und 1912 des Österreichischen Werkbundes: Ein Großmeister seiner Zunft, den man jetzt neu entdecken kann.