Albertina Modern, Wien, noch bis 21.1.20
Malerei 1970 bis 2020
Die Gegenüberstellungen sind verblüffend: Die Albertina Modern zeigt zeitgenössische Kunst aus Österreich und Deutschland und stellt dabei aus der eigenen Sammlung interessante Paarungen vor, die in den vielen Räume für einen schwungvollen Rhythmus sorgen. Da hängen die Großformate von Xenia Hauser neben denen von Neo Rauch, die von Arnulf Rainer neben denen von Gerhard Richter und die von Maria Lassnig neben den Überkopfbildern von Georg Baselitz. So entstehen 13 spannende Dialoge, die dem Besucher dieser sehenswerten Ausstellung die Einsicht vermitteln, dass in der Kunst Nationalstile weitgehend abgedankt haben.
Foto: Xenia Hausner | EXILES 3, 2017 | ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Xenia Hausner / Bildrecht Wien, 2023 …

Den 200. Geburtstag des Bremer Kunstvereins feiert die Kunsthalle mit Meisterwerken der französischen Malerei aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. Damals machte der Direktor Gustav Pauli sein Haus zu einem der führenden Museen moderner Kunst in Deutschland. Mit dabei sind Bilder von Manet, Renoir, Degas und Courbet – neben den namensgebenden Monet und van Gogh.
Seit 1955 werden alljährlich die besten internationalen Pressefotografen ausgezeichnet. Bereits zum zweiten Mal gibt es die prämierten Bilder des vorherigen Jahres im Altonaer Museum in Hamburg zu sehen. Diesmal sind Fotos u.a. zu den Themen Klimakrise, Krieg in der Ukraine, die Taliban in Afghanistan, die Demenzkranken in Afrika und die Proteste im Iran zu entdecken.
Die „Beatlemania“ ist zur Zeit wieder in London ausgebrochen: Paul McCartney hat 250 seiner privaten Fotos aus den Jahren 1963/64 für diese Ausstellung zusammengestellt. Noch nie gezeigte Momentaufnahmen, die er mit einer 35mm-Kamera in Liverpool, London, Paris, New York, Washington und Miami eingefangen hat, als die erste Beatlemania gerade den Globus heimsuchte. Da gibt es Bilder, wo vier junge Männer halb ungläubig, halb übermütig erleben, wie sie berühmt werden, wo Ringo seinen Pilzkopf schleudert und John mit Brille eher wie ein Lehrer statt wie ein Rockstar aussieht.
Die kleine Stadt Groningen im Norden Hollands hatte Glück, ein spendabler Mäzen vermachte der Stadt eine große Summe, um das zu klein gewordene Museum zu erneuern. So konnte der italienische Architekt und Designer Alessandro Mendini (1931 – 2019) 1994 beauftragt werden, auf einer Insel in einem Kanal zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt einen Neubau zu errichten. Mendini holte sich berühmte Kollegen dazu: den Franzosen Philippe Starck, den Italiener Michélle de Lucchi und die Wiener Architektengruppe Coop Himmelb(l)au.
Sie zählt zu den vielseitigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, und kaum eine hat ein so abenteuerliches Leben geführt. Dabei wäre die Amerikanerin Lee Miller (1907-1977) 1926 in New York fast von einem Auto erfasst worden, gerettet hat sie zufällig der Verleger Condé Montrose Nast, der die hübsche junge Frau sogleich als Fotomodell engagierte. Zwei Jahre später wechselte sie hinter die Kamera und ging nach Paris, wo sie mit der Surrealismus-Legende Man Ray arbeitete und auch liiert war.
Wie ein halbfertiges Schiff liegt das Technik-Museum im Hafen von Amsterdam. Die Außenhaut ist mit Kupfer verkleidet und leuchtet in charakteristischem Grün. Gebaut hat es der italienische Architekt Renzo Piano 1997 auf dem Fundament des IJ-Tunnels, man fährt also praktisch unter dem Museum in den Tunnel.
Am 20. Mai feiert die amerikanische Bürgerrechtsbewegung seit 1951 den „Josephine Baker Day“, denn die Revuetänzerin, Sängerin und Schauspielerin engagierte sich ihr Leben lang gegen Rassismus. 1906 in St. Louis in Mississippi geboren, erlebte sie in einem armen Schwarzenviertel schon früh Diskriminierung und Rassenhass. Mit 13 verließ sie ihr Zuhause und begann auf der Straße zu tanzen, mit 15 ging sie nach New York und hatte erste Erfolge. Mit 19 machte sie sich nach Paris auf, wo sie bald berühmt wurde. Künstler wie Picasso, Henri Matisse, Alexander Calder, Andy Warhol und Keith Haring ließen sich von ihr zu Gemälden, Skulpturen und Scherenschnitten inspirieren. Josephine Baker adoptierte zwölf Kinder, wurde Französin und nutzte ihre Bekanntheit im Kampf gegen die Rassenpolitik der Nationalsozialisten, den Rassismus in den amerikanischen Streitkräften im Zweiten Weltkrieg und später in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
Am 8. April vor 50 Jahren starb der wichtigste Künstler des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso, mit 91 Jahren. Er hinterliess etwa 50 000 Werke – neben Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen, Keramik-Objekte auch Skizzenbücher, die die politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen und Strömungen seiner Lebenszeit widerspiegeln. Denn die Neugier des genialen Spaniers war unersättlich: Er beschäftigte sich mit Krieg und Frieden, besonders mit dem Spanischen Bürgerkrieg, den Gräueln des Zweiten Weltkriegs, aber auch mit dem Stierkampf, mit Stilleben und Porträts.
Das Museum kann man sogar mit dem Kajak besuchen, denn es ist auf einer künstlichen Insel, angedockt an der „Insel des Glücks“ (Saadiyat), mitten im Persischen Golf nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel erbaut worden. Eröffnet wurde es 2017 in Anwesenheit von Präsident Emmanuel Macron.
Sie konnte zeichnen und fotografieren, ließ sich druckgrafisch und bildhauerisch ausbilden, aber vor allem war sie eine großartige Malerin: Gabriele Münter (1877 bis 1962), die 1911 Mitgründerin der legendären Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ war.
Sie gilt als Sinnbild der Sündhaftigkeit, als dämonische Verführerin, als wollüstiges Machtweib, gar als männermordend – die Femme Fatale. Die Hamburger Kunsthalle beschäftigt sich jetzt in einer großen Ausstellung mit dem Mythos dieser verführerischen Figur in Kunst und Literatur. Zu sehen sind etwa 200 Werke, beginnend mit den Präraffaeliten, den Symbolisten, den Impressionisten, gefolgt von Werken des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit bis zu aktuellen Arbeiten der feministischen Avantgarde. Am Anfang wird mit Darstellungen von Salome oder Medusa das „klassische“ Bild der biblischen, mythologischen „verhängnisvollen“ Frau gezeigt, um 1900 wurde der Begriff dann auch auf reale Menschen wie Sarah Bernhardt projiziert. Dekonstruiert wurde der Mythos schließlich in den 1960er Jahren durch feministische Aktionen; die jüngsten Arbeiten stammen aus der MeToo-Bewegung oder dokumentieren den male gaze im Film.
Wer hat das schon: eine eigene spektakuläre Kunstsammlung und ein eigenes ebenso spektakuläres Museum. Der Schweizer Galerist Ernst Beyeler, er starb 2010 mit 88 Jahren, besaß beides – nur naheliegend also, jetzt zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Hauses im Baseler Vorort Riehen das eine für das andere zu nutzen. Herausgekommen ist eine der schönsten Ausstellungen des Jahres: In den großzügigen Räumen reiht sich ein Meisterwerk der Klassischen Moderne an das nächste – und um der Versammlung von Picassos, Rothkos oder Warhols noch einen besonderen Kick zu geben, haben sich die Ausstellungsmacher 13 hyperrealistische Skulpturen des Amerikaners Duane Hanson ausgeliehen. Nun sinnen ein älteres Ehepaar, ein Rasenmäher oder ein paar Bauarbeiter in Gesellschaft von Matisse, Monet & Co. vor sich hin. Und wenn Sie sich ein Fest für die Augen gönnen wollen, stellen Sie sich dazu. PM