„Und ich denke, wenn man einen Stuhl kauft, will man keine Skulptur sondern vor allem einen Platz zum Sitzen.“

Der italienische Designer Antonio Citterio in einem Interview mit der Zeitschrift Elle Decoration Mai/Juni 2017.

Foto: Antonio Citterio

 

 
 

Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

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Hotel Metropole, Brüssel

Wäre nicht unmittelbar vor der Tür eine große Baustelle, dann hätte man das Gefühl: Ich bin in einem Märchenschloss! Eine riesige Halle mit Gewölbedecke, Rundbogenfenstern mit bunten Mosaiken, dunklen Holztresen und Marmorsäulen, mit Kristalllüstern und jeder Menge Spiegel, Lederfauteuils und dicken Teppichen machen jeden erst einmal sprachlos. Auch die Zimmer sind mit üppigen Stoffen, feinen Tapeten und vergoldeten Spiegeln ziemlich barockig eingerichtet. Allerdings gibt es auch Räume, die eindeutig in die Jahre gekommen sind und von denen man in einen hässlichen Hinterhof schauen muss. Dafür sind sie absolut ruhig, und die aktuellen Bauarbeiten auf der Place de Brouckère stören überhaupt nicht. Das Frühstück ist – wie in vielen solcher edlen Herbergen – viel zu teuer, aber das Hotel liegt so zentral, dass man fußläufig jede Menge Cafés und Bäcker findet, in denen man lecker preiswert frühstücken kann.DZ ab ca.125 Euro.  Foto: Hotel Metropole

Köstlich.

In der Reihe „kleine gourmandisen“ des österreichischen Mandelbaum Verlags sind schon viele hübsche Bändchen erschienen, über Quitten, Spargel oder Holunder zum Beispiel. Nun hat die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit eigenhändig in die Tastatur gegriffen und ihrer großen Liebe ein Büchlein gewidmet – der Avocado. Neben herrlichen Rezepten, wie Avocadoeis mit Kokosmilch, Avocado-Spinat-Smoothie und natürlich Guacomole, erläutert sie alles Wissenswerte über die gesunde Frucht, die wohl schon seit 10 000 Jahren gegessen wird. Sehr unterhaltsam berichtet die Autorin von der Geschichte der Dunkelgrünen, wie begeistert zum Beispiel die spanischen Eroberer in Mexiko auf die butterweiche Avocado reagierten; sie erzählt von den vielen verschiedenen Sorten und deren Inhaltsstoffen, sie notiert, dass 2015  bereits 45 000 Tonnen nach Deutschland importiert wurden, für deren Gedeihen pro Kilo allerdings bis zu 1100 Liter Wasser notwendig sind. Außerdem gibt sie Tipps zum Einkauf von und zum Umgang mit Avocados und macht sogar einen Exkurs in die Kunst: Die amerikanische Malerin Georgia O’Keefe porträtierte die Avocado nämlich mehrfach.

Kathrin Konrad: Avocado. 60 S., Mandelbaum Verlag, 12 Euro Foto: Mandelbaum Verlag


Formidabel.

Den Formschnitt, also

 

4. Juli : Das Hamburger Auswanderer Museum BallinStadt  feiert seinen zehnten Geburtstag. Seit dem 16. Jahrhundert wanderten Menschen über Hamburg in ferne Welten aus, ihre Schicksale werden hier gezeigt. Zur Zeit gibt es „ Bin abgereist – Koffergeschichten“ zu sehen. Foto: BallinStadt

 

 

 

 

Stuttgart: Der niederländische Einrichter „Rivièra Maison“  hat seinen ersten Shop in Deutschlands Süden, in der Stuttgarter Eduard-Breuninger-Straße 6, eröffnet. Der Spezialist für den lässigen Stil der Holländer hat damit seinen vierten Standort in der Bundesrepublik.

Berlin: Das House of Tales  bietet spannende Spiele in vier unterschiedlichen, detailliert ausgestatteten „Escape Rooms“, in denen bis zu 12 Mitspieler schwierige, gefährliche Aufgaben lösen müssen. Und das nicht digital, sondern ganz real.
 
Hamburg: Woodie, ein Studentenheim, ganz aus Holz wird gerade im trendigen Stadtteil Wilhelmsburg nach nur neun Monaten Bauzeit fertig gestellt. 371 Wohnmodule von je 20 qm aus Vollholz mit Bett, Bad, Schränken, Klapptisch und Mini-Küchenzeile sind übereinander gestapelt und können ab 1. Oktober bezogen werden.

Fotos: Veranstalter


 

 

 

 

 

 

 

 

Moroso:  Bisher war der amerikanische Architekt Daniel Libeskind (geb. 1946) bekannt für seine spektakulären Museumsbauten. Jetzt hat er für den italienischen Hersteller Moroso ein aberwitziges Sofa mit passendem Sessel aus Stahl und Polyurethan entworfen. Macht sich bestimmt in Wartezimmern von Schönheitschirurgen ganz gut.

B&B: Dagegen hat der italienische Designer Pierro Lissoni (geb. 1956) ein völlig „normales“ Sofa vorgestellt. „Saké“ , bezogen mit elegantem Leder, gibt es auch als Recamìere, schlichte Liege oder Sofabett.

Dedon:  Das Design des jungen Deutschen Sebastian Herkner (Jahrgang 1981) ist momentan überall zu finden. So auch bei Dedon mit einer Outdoor Kollektion bestehend aus Schaukelstuhl, Sessel, Hochlehner und Hocker aus geflochtenen Sitzschalen auf einem Teakholzgestell. Das Geflecht aus Kunstfaser gibt es in drei Farben.

Ligne Roset: Endlich mal ein Regal, das etwas anders aussieht. „Kyra“ vom deutschen Designer Michael Koenig (geb. 1971), der aus einer Handwerker-Familie stammt, hat asymmetrische, dreieckige Wangen in warmen Holztönen und seidenmatt lackierte Fachböden. Sieht auch als Raumteiler klasse aus.

Foto: Hersteller

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com  

Die „Kleine U-Bahn“ in Budapest und ihre ungewöhnlichen Fahrgäste

Klein ist sie tatsächlich. Die Sitze in den Waggons sind höchstens für schlanke Kinder bequem, die Decke ist so niedrig, dass viele junge Männer im Stehen nur mit gebeugtem Kopf reisen können. Kein Zweifel, die Menschen Ende des 19. Jahrhunderts waren weniger hoch gewachsen als die Heutigen.
Geplant und errichtet wurde die erste Metro auf dem Kontinent (nach London) für die 1000-Jahr-Feier Ungarns 1896 von der Firma Siemens & Halske. Die Bahn verläuft nur wenige Meter unter dem Asphalt des Andrássy Boulevards. Sie verbindet das Pester Stadtzentrum (Vörösmarty Platz) nahe der Donau mit dem Stadtwäldchen, einem weitläufigen Park. Darin befinden sich ein See zum Rudern (im Sommer) und zum Schlittschuh laufen (im Winter) und das größte Thermalfreibad der Stadt. 
Ich benutze

noch bis 24. September: Design Museum London

Breathing Colour by Hella Jongerius

Die in Berlin lebende und arbeitende holländische Designerin Hella Jongerius (geb. 1963) zeigt in London verschiedene Installationen ihrer Möbel und Objekte. Die Show ist eingeteilt in Morgen, Mittag und Abend und lotet den Einfluss des Tageslichts auf unsere Wahrnehmung von Farbe aus. Dabei gibt es unterschiedliche Materialien und verschiedene Strukturen zu sehen.

Foto: Hella Jongerius

 

noch bis 3. Oktober: Kunsthaus Stade:

Wolfgang Herrndorf

Bekannt ist Wolfgang Herrndorf (1965-2013) als Autor von Büchern wie „Tschick“ oder „Sand“ geworden, dass er aber auch ausgebildeter Maler war, ist nicht so vielen präsent. Nach seinem Kunststudium in Nürnberg ging er als Zeichner zur Satirezeitschrift Titanic und gab drei Jahre später, 1997, einen viel beachteten Kalender heraus, u.a. mit Karikaturen von Helmut Kohl. In Stade zeigt man jetzt mehr als 140 Gemälde aus seinem Nachlass, der gerade erst aufgearbeitet wird. Mit dabei sind mehrere Selbstbildnisse, Buchillustrationen, Comics und Karikaturen, die seine enorme Spottlust dokumentieren.

Foto: Wolfgang Herrndorf, ohne Titel, undatiert © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Eine Hochburg des Tourismus ist die kleine Stadt Mâcon, etwa sechzig Kilometer nördlich von Lyon, ganz und gar nicht. Aber wer Lust hat, den Franzosen mal im Alltag zuzuschauen, der ist hier richtig. 34000 Einwohner zählt der Ort an der Saone im Süden des Burgund heute, gegründet wurde er im 3. Jahrhundert v. Chr. Eine Furt führte hier einst durch den Fluss, bis die Römer eine Holzbrücke errichteten, die im 11. Jahrhundert von einer imposanten Bogenbrücke aus Stein ersetzt wurde, der heute noch rege genutzten Pont St. Laurent. Nicht weit entfernt von der Brücke steht das Denkmal für den berühmtesten Sohn der Stadt, Alphonse de Lamartine (1790 bis 1869). Er schrieb Gedichte, Romane, Theaterstücke, Opern, war Landedelmann und Bürgermeister, entwickelte sich zum Republikaner, hielt flammende Reden und war kurzzeitig Außenminister. In Frankreich kennt ihn jeder.

Schlendert man jetzt weiter am Fluss entlang, dann erreicht man bald das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert und gleich daneben das in den Jahren 1752 bis 1762 vom Architekten Jacques-Germain Soufflot erbaute Hospice de la Charité, an dem heute noch eine Tonne zu

 

Eines der wichtigsten Elemente einer Demokratie ist die Unabhängigkeit staatlicher Institutionen. Eine Demokratie ist keine gewählte Diktatur, in der ein Präsident machen kann, was er will.“

Der in Deutschland aufgewachsene Politologe Yascha Mounk, Sohn polnischer Eltern, der in Harvard forscht und lehrt und der ein Buch mit dem Titel „Echt, Du bist Jude?“ herausgebracht hat, in einem Interview mit dem Stern, Nr. 21 vom 18.Mai, zum Thema Trump und die Demokratie.

Foto: Yascha Mounk

 

 
 
 

Peter Butschow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

 

Hotel Heidehof, Moraas 

Moraas im Landkreis Ludwigslust-Parchim, nur 30 km von der Landeshauptstadt Mecklenburg Vorpommerns Schwerin entfernt, hat weniger als 500 Einwohner – und ein romantisches Hotel. Der ehemalige Bauernhof wurde liebevoll restauriert und bietet ordentliche Zimmer und ein sehr gutes Restaurant, das für Wildspezialitäten und hausgebackenen Kuchen bekannt ist. Das leckere Büfett-Frühstück wird in der rustikal eingerichteten Gaststube oder auf der großen Terrasse am Teich serviert. DZ ab ca. 78 Euro. Foto: CO

 

Hübsch & lecker.

Bastler, Selbermacher, Hobbyköche – aufgepasst! Dieses Buch ist was für Euch! Wer immer schon mal Zucchini einlegen, Löwenzahngelee kochen und Saattüten verschenken wollte, der ist hier richtig. Bringen Sie doch mal als Gastgeschenk samtig-vanilliges Birnenmus oder Wiesenkräuterbutter mit. Ist gar nicht besonders schwer, denn die beiden Autorinnen haben ihre Garten-, Ernte- und Bastelbegeisterung in ein ebenso hübsches wie praktikables Buch umgesetzt, mit vielen Erklärungstexten, Rezepten, Tippkästen und schönen Fotos. Und am Ende gibt es sogar noch Vorlagen für dekorative Etiketten.

Clara Moring, Hanna Charlotte Erhorn: Schönes aus dem Garten mit Liebe verschenkt. 128 S., Dorling Kindersley, 12,95 Euro

Foto: Dorling Kindersley


 

 Idyllisch & satirisch.

Im ersten Moment verblüffend, aber im zweiten durchaus einleuchtend: die Kombination Carl Spitzweg/Erwin Wurm, die das Wiener Leopold Museum in diesem Frühjahr präsentierte. Denn den 1885 gestorbenen Biedermeier-Maler und den mittlerweile 62-jährigen Plastiker und Performance-Künstler (siehe auch weiter unten) verbindet ein ebenso präziser wie sarkastischer Blick auf menschliche Verhältnisse. Und so erweisen sich Spitzwegs vermeintliche Idylle als ebenso subtile Zeitkritik wie Wurms satirische Skulpturen, mit denen er nach eigener Aussage

 

Noch bis 10. September: Im Wiener Museum Oberes Belvedere steht jetzt das bereits 2003 entstandene „Fat House“ von Erwin Wurm, dem österreichischen Bildhauer (geb. 1954), der in diesem Jahr den Pavillon seiner Heimat auf der Biennale in Venedig ausgestattet hat. Sein pralles Domizil ist Teil der Ausstellung „Erwin Wurm – Performative Skulpturen“, in der es etwa um die Frage geht: “Wann ist ein Haus Kunst, und wer befindet darüber?“

 

4. bis 6. Juni: Auf Rügen begeht man die Deutschen Welterbetage mit der Eröffnung des UNESCO-Welterbeforums  im Nationalpark Jasmund am Königsstuhl. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen; und in einem restaurierten Fachwerkbau von 1888, in dem das Nationalparkzentrum Königsstuhl seinen Sitz hat, wird man zukünftig u.a. über die alten Buchenwälder auf Rügen informiert.

 

8. bis 15. Juni: In Jerusalem findet zum sechsten Mal die „Jerusalem Design Week“  statt, diesmal unter dem Thema „Islands“. Dabei sollen politische, kulturelle und soziale Barrieren in der Mode, dem Produkt-Design und der Verbindung von Design und Handwerk dargestellt werden.

 

Noch bis 31. Dezember: Schottland feiert ein ganzes Jahr lang seinen Whisky Festivals, geführten Touren durch Brennereien in Glasgow, Edinburgh und auf der Isle of

 

Wien: Im Herbst versucht Englands Star-Koch Jamie Oliver, in der österreichischen Hauptstadt  den deutschsprachigen Raum zu erobern, mit seinem Jamie’s-Italian-Restaurant-Konzept. Mehr als 50 dieser Lokale gibt es bereits weltweit, in denen Jamies Lieblingsrezepte gekocht werden. Neu ist, dass nur 30% der Tische vorbestellt werden können, die restlichen sollen an Laufkundschaft vergeben werden.

(Quelle: Nikos Weinwelten)

Iserlohn: Der Hersteller Dornbracht feiert den 25. Geburtstag seiner Armatur „Tara“, die schon lange als Design-Ikone gilt. Nach den Versionen in Chrom, Platin und Messing gibt es jetzt ganz neu eine Ausführung in Cyprum, einer Oberfläche aus 18-karätigem Gold und Kupfer, die zart rosa glänzt. Fotos: Oliver/Dornbracht

 Produkt des Monats 

Moooi: Der holländische Design-Star Marcel Wanders hat seine Boutique-Serie für den niederländischen Möbelhersteller um ein üppiges, bequemes Sofa erweitert. Es heißt „Botero“, weil es an die wulstigen Figuren des kolumbianischen Malers und Bildhauers Fernando Botero erinnert. Foto: Hersteller

Nachrichten aus einem kleinen Land

Unser Kolumnist, der Ungar Péter Pál Meleghy, ist Autor vieler Reiseführer und Kochbücher und schreibt für verschiedene deutsche Zeitschriften. Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Website www.ungarnaktuell.de, außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 

Die Kettenbrücke, die Verliebten und Orbans neue Residenz ganz oben.

Sie ist die älteste der sieben Brücken, die in Budapest die Donau überspannen. Ihr Bau wurde vom Grafen István Széchenyi zu Beginn des 19. Jahrhunderts erträumt, doch als er davon seinem Kaiser Franz Joseph berichtete, wandte der ein, es gäbe ja gar keine Straße, die zur Brücke führte. Széchenyi aber meinte, die werde schon kommen, wenn erst eine Brücke da sein werde. Neben dem Geld, das schließlich der Wiener Bankier Baron György Sina besorgte, gab es allerdings noch eine große Schwierigkeit: Nur wenige Meter vom westlichen Donauufer erhebt sich eine Bergkette. So musste der aus England herbeigerufene Planungs-Ingenieur, William Clark, auch noch gleich einen Durchgang für Menschen und Fuhrwerke mit berechnen. 
Doch schließlich, aller Schwierigkeiten zum Trotz, wurden beide, Brücke wie Tunnel, 1849 vollendet.
Die

noch bis 7. Juli: Dänische Botschaft, Berlin

Much more than one good chair

Wer sich für Design interessiert, der kennt natürlich den Schwan, die Ameise oder das Ei, Sitzmöbel des Dänen Arne Jacobson (1902-1971), die längst Klassiker geworden sind. In der Botschaft ihres Landes in Berlin werden sie und viele andere jetzt als Beispiele für Dänemarks Designgeschichte seit 1945 gezeigt. Neben den Ikonen sind auch verblüffende Neuheiten wie ein wasserreinigender Strohhalm oder eine App für Blinde zu bestaunen. Foto: Hansen

 

Sehenswerte Plätze von historischer Bedeutung hat Wien wirklich mehr als genug. Eine besondere Attraktion ist der Platz „Am Hof“, der 1155 durch den Bau einer Residenz für Heinrich Jasomirgott aus dem Hause Babenberg, einem österreichischen Herzogengeschlecht, entstand, gebildet aus einem Häuserkomplex rund um einen Platz – den Hof. Im Laufe der Jahrhunderte fanden hier Minnesang-Wettbewerbe mit Walther von der Vogelweide statt, für kaiserliche Hochzeiten und Hinrichtungen nutzte man ihn, zwei Päpste hielten Reden, und hier stand auch die Litfaßsäule, durch die man im Film „Der dritte Mann“ (1948) in Wiens Kanalisationssystem einsteigen konnte. Statt der Litfaßsäule steht dort natürlich seit 1648 die Mariensäule, zuerst aus Sandstein, seit 1667 dann aus Bronze. Die vier Putten am Sockel, auf dem Maria Immaculata hoch oben steht, symbolisieren den erfolgreichen Kampf gegen Hunger, Krieg, Unglauben und die Pest. Zu den wunderbar restaurierten Häusern am Platz gehören die Kirche am Hof von 1386,  das Zeughaus (Nr 10), in dem heute die Berufsfeuerwehr residiert, das Collaltopalais (Nr 13), in dem 1762 der sechsjährige Wolfgang Amadeus Mozart das erste Mal auftrat, und der erste Stahlbetonbau Wiens mit klassizistischer Verkleidung