„Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“

Der Maler Pablo Picasso (1881 bis 1973), zitiert auf www.spruch-des-tages.org.
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck ist kostenpflichtig: www.butschkow.de

Hotel Barcelo, Bilbao

Welcome to Hotel Barcelo

Das famose Guggenheim Museum kann man vom Hotel aus zwar nicht sehen, aber zu Fuß ist man in zehn Minuten dort. Museum und Hotel liegen an verschiedenen Seiten des Flusses Ria, an dem man auf einer breiten Promenade spazieren kann. Die Hotelzimmer sind behaglich eingerichtet, die Bäder ausreichend groß, das Frühstücksbüfett lässt nichts zu wünschen übrig, und die Bar in der Lobby lockt mit kühlen Cocktails. Vor dem Hotel steht übrigens eine (fast) lebensgroße Kuh!
DZ ab ca. 130 Euro Foto: CO

Spannende Blicke hinter berühmte Fassaden

Spektakuläre Zeichnungen

Wußten Sie, dass der Einsteinturm in Potsdam die Relativitätstheorie darstellen soll? Und dass das Taj Mahal im indischen Agra ein gewaltiges Mausoleum ist, das ein Groß-Mogul im 17. Jahrhundert für seine verstorbene Lieblingsfrau errichten ließ? 50 markante Gebäude aus der ganzen Welt werden in diesem Buch vorgestellt – das National Museum of African American History and Culture in Washington mit seinem filigranen Fassaden-Gitter ebenso wie die Hagia Sophia in Istanbul, die zwischen 532 und 562 erbaut, aber erst 1453 zur Moschee geweiht wurde. Der Clou des schönen Bandes: die 3D-Zeichnungen, in denen der Illustrator Robbie Polley überaus plastisch zeigt, wie das Innenleben all dieser großartigen Gebäude aussieht.
John Zukowsky: Architektur – Einblicke in Konstruktion und Details, 304 S., Prestel Verlag, 45 Euro
Foto: Prestel

Neugierige Blicke in appetitliche Töpfe

 

Leckere Rezepte

Ganz unbekannt ist die orientalische Küche bei uns ja nicht mehr, aber wer kann schon Rote-Beete-Mutabal oder Kishkamel-Moussaka zubereiten? Mit dem Buch „Karam“ von Bethany Kehdy, einer in London lebenden libanesisch-amerikanischen Foodjournalistin, ist das ganz einfach. Außerdem lernt man Wichtiges über orientalische Gastfreundschaft, erfährt die Geschichte der Moussaka, was echten Hummus ausmacht und welche Varianten es von Tabouleh gibt. Das Buch ist mit feinen Illustrationen, leckeren Foodfotos und Szenen aus der jeweiligen Region angereichert. Was für Genüsse!
Bethany Kehdy: Karam – gemeinsam geniessen. 272 S., Haupt Verlag. 36 Euro

Foto: Sieveking Verlag

 

Ein schönes Sonderheft

Klosterwelten: Wahrscheinlich kennen Sie das Leben im Kloster auch nur aus dem Fernsehen. „Um Himmels Willen“ kann man da nur sagen, denn dass es hinter Klostermauern ganz anders zugeht, kann man jetzt in einem Sonderheft der Steyler Missionare „Klosterwelten“ nachlesen. In dem gut gemachten Heft erzählt der Pater Anselm Grün von seinen täglichen Ritualen, man bekommt einen Einblick in paradiesische Klostergärten und erfährt, welches Kraut wogegen gewachsen ist. Für 4,90 zu beziehen über www.klosterwelten-magazin.de.

Kochen in Pink

Knallbunte Küchen : Seit zehn Jahren stellt die Firma „Popstahl“ individuelle Küchen aus Stahlblech her, und die können in den schönsten Farben geliefert werden. Von leuchtendem Sonnengelb über Grasgrün bis zu Himmelblau ist alles möglich. Fotos: Hersteller

Der Turm des Ulmer Münsters

8. September: Am Tag des offenen Denkmals  sind ca. 8000 deutsche Denkmale für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Programm kann auf der Website nach Regionen, Gattungen und auch nach barrierefreiem Zugang durchsucht werden.
14. bis 22. September: In London veranstaltet Englands Star-Designer Tom Dixon in seinem Cool Office in Kings Cross das Event „TouchySmellyFeelyNoisyTasty“  mit Workshops, Podiumsdiskussionen und Parties, bei denen er seine neuesten Entwürfe vorstellt. Anmelden kann man sich unter press@tomdixon.net

Unser Autor

Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Webseite www.ungarnaktuell.de , außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 

Das Hauptpostamt in Budapest und die Großbuchstaben
Das Amt für den Postverkehr liegt an der brüllend lauten Großen Ringstraße in einem riesigen, heruntergekommenen Gebäude. Es ist auch für mich zuständig. Und weil mir meine Verwandtschaft meine Post aus Hamburg per Einschreiben nachschickt, bin ich dort häufiger Gast. Der riesige, längliche Saal für „benachrichtigte Sendungen“ (welch ein Unsinn!) besteht aus einem breiten Gang von ca. drei mal dreißig Metern, in dem die Kundschaft mehr oder weniger geduldig wartet, und einem genauso langen aber dreimal so breiten Raum, darin ein Durcheinander von Briefen und Paketen teils in Regalen, teils am Boden. Zwischen den beiden Teilen eine lange Theke mit offenen Schaltern und den Postangestellten dahinter.

Schöne Briefmarken kann man hier auch kaufen

Vor Parlamentswahlen bekommen die Rentner des Bezirks vom Ministerpräsidenten regelmäßig je 10.000 Forint (33.-€) geschenkt, die sie in ebendiesem Raum abholen können. Vor der letzten Wahl musste auch ich an einem dieser Chaos-Tage dorthin. Gleich hinter dem Eingang stand eine junge Frau, die jedem Neuankömmling, der natürlich fragte, wo er sein Bestechungsgeld entgegennehmen könne, antwortete: „Bitte etwa drei Schritte weiter, bei der blonden Kollegin.“ Während ich wartete, sagte sie diesen Satz ununterbrochen, unzählige Male – und das freundlich, sogar lächelnd. Ich habe die Frau tief bewundert.
Als ich endlich drankam, um mein Päckchen abzuholen, geriet ich an einen älteren Mann, der meine Sendung nach ca. fünf Minuten im Durcheinander fand. Ich fragte ihn anerkennend und staunend: Wie?
„Ach“, antwortete er, „ich arbeite seit meinem 18. Lebensjahr hier. Da weiß man schon, wo das Päckchen sein kann, wenn es nicht dort ist, wo es hingehört.“ Himmel, dachte ich mir, das ist auch ein Leben.
Jetzt wird’s ein wenig lustiger.
Die Bewohner des Hauses, in dem auch ich wohne, werden von mehreren Postboten beliefert. Wenn einer von ihnen mich daheim erwischt, ist alles gut, dann gibt‘s auch Trinkgeld. Wenn aber nicht, kann es kompliziert werden. So auch vor wenigen Tagen (dabei fiel mir ein, nicht das erste Mal), als ich die Benachrichtigung nicht entziffern konnte. Weder meinen Namen, noch Straße oder Hausnummer, nichts. Es war ein Durcheinander von Strichen und Punkten – immerhin lag es in meinem Briefkasten, und ich erwartete eine Sendung.
Ich ging also voller Zweifel zu dem „Benachrichtigte Sendungen“-Schalter, kam zu einer freundlichen, hübschen Frau, zeigte ihr den Schein und gestand, dass ich die Schrift nicht lesen konnte. Sie warf nur einen kurzen Blick darauf und sagte fröhlich: „Ach ja, den kenne ich. Der kann nicht schreiben. Immerhin, lesen kann er.“
Ich dachte zuerst, ich habe mich verhört, fragte nach, aber ich hatte richtig verstanden. Ich dachte kurz nach und schlug vor: „Wir könnten doch zusammenlegen und ihm einen Schreibkurs schenken – wenigstens die Großbuchstaben lernen.“
Die junge Postlerin schenkte mir ein zauberhaftes Lächeln und meinte: „Ja, daran haben wir früher auch schon mal gedacht, aber es blieb dabei. Und jetzt geht der Mann im nächsten Monat in Pension.“ Sprach’s, holte meinen großformatigen Umschlag, ich quittierte den Empfang, und wir verabschiedeten uns. Das höfliche Abschiedslächeln  fiel bei uns beiden etwas gedämpft aus.

Fotos: privat/wikipedia

Deichtorhallen, Hamburg, 13.9. bis 5.1.2020:
Baselitz, Richter, Polke, Kiefer –
Die jungen Jahre der alten Meister

Mehr als hundert Gemälde der vier großen Maler zeigt die Ausstellung in den Deichtorhallen, die vorher in Stuttgart bewundert wurde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war jedenfalls schwer begeistert, als er die Ausstellung dort eröffnete. Thema sind die Frühwerke der Künstler, beginnend 1959 mit Georg Baselitz und endend 1977 mit Anselm Kiefer; der Schwerpunkt liegt in den 60er Jahren.
Mit dieser Ausstellung feiern die Deichtorhallen nicht nur ihr 30-jähriges Jubiläum, sondern auch 30 Jahre deutsche Einheit.

Foto: Georg Baselitz, Ein Grüner zerrissen, 1967 
Öl auf Leinwand, 162 x 131,5 cm
Staatsgalerie Stuttgart
© Georg Baselitz 2019

Wie der Name Greifswald entstanden ist, darüber gibt es mehrere Vermutungen. Die hübscheste geht so: Die Mönche des Klosters Eldena , das 1199 unter dem Namen Kloster Hilda an der Mündung des Flusses Ryck gegründet worden war, schickten eine Abordnung aus, die einen guten Platz für eine Stadtgründung suchen sollte. Sie lief am Fluss entlang durch den Wald und stieß bald auf eine Lichtung, auf der ein Greif (Wappentier aus Adler und Löwe) brütete. Das war der richtige Platz!
Der Wald ist längst abgeholzt, und Greife hat man hier auch schon lange nicht mehr gesehen, dafür gibt es jetzt jede Menge Studenten.

Das Uni Hauptgebäude

Die Uni wurde schon 1456 gegründet und ist damit eine der ältesten in Mitteleuropa. Die heute über 10000 Studenten stammen aus über 90 Ländern, was die Stadt lebendig und sehr international macht.
Das Hauptgebäude der Uni mit einer barocken Aula und einem noch immer zu besichtigenden Karzer wurde zwischen 1747 und 1750 errichtet, die Bibliothek daneben hat Martin Gropius von 1880 bis 1882 gebaut. Vor dem imposanten Uni-Hautgebäude steht auf

Das Rubenow-Denkmal

einem großzügigen Platz das Rubenowdenkmal, eine 12 m hohe Skulptur aus Zinkguss, die die vier Gründungsfakultäten und wichtige Persönlichkeiten Greifswalds darstellt, darunter den Bürgermeister und Mitbegründer der Uni Heinrich Rubenow (1400 bis 1462). Das Denkmal entstand 1856 zum 400. Jubiläum der Universität.
Schräg gegenüber steht die gotische Backsteinkirche St. Jacobi  von ca. 1275. Napoleons Soldaten nutzten sie von 1807 bis 1810 als Feldbäckerei!
Um die Ecke in der Langen Straße findet man das Hospital aus dem Mittelalter St. Spiritus, das heute ein Zentrum für Kunst und Kultur beherbergt. Ein paar Schritte weiter steht der Dom St. Nikolai, in dem der Maler Caspar David Friedrich 1774 getauft, und daneben das Wohnhaus der Familie, in dem der Künstler geboren wurde. Heute befindet sich dort das Caspar-David-Friedrich-Zentrum www.caspar-david-friedrich-gesellschaft.de mit einer Ausstellung zu seinem Werk; noch ein Stück weiter steht ein Denkmal des Malers.

Der Marktplatz

Dann sind wir schon am Marktplatz mit den gotischen Giebelhäusern und dem ochsenblutroten Rathaus www.greifswald.de von 1369, das nach zwei großen Bränden 1738 in der heutigen Form aufgebaut wurde.
Lassen Sie sich für einen Cappuccino in einem der Cafés nieder und genießen Sie diesen lebendigen Platz – vielleicht ist ja gerade Markttag!
Anschließend sollten Sie sich im „Pommerschen Landesmuseum“  einige Gemälde von Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Vincent van Gogh anschauen.
Und jetzt? Vielleicht besuchen Sie die Kirche St. Marien, eine der größten Hallenkirchen Norddeutschlands, mit einer Orgel von Friedrich Albert Mehmel (1827 bis 1888). Oder Sie besuchen das Koeppenhaus, in dem der Schriftsteller Wolfgang Köppen 1906 zur Welt kam,

Frischer Fisch wird auf dem Kutter serviert

und wo heute das Literaturzentrum Vorpommern residiert. Alternativ vielleicht das Falladahaus? Denn auch der Dichter Hans Fallada ist gebürtiger Greifswalder.
Haben Sie jetzt Lust auf frischen Fisch in uriger Umgebung? Dann auf ans Flussufer des Ryck, an der Salinenstraße liegen im Museumshafen zwei kleine Restaurant-Kutter, auf denen fröhliche junge Menschen kross gebratene Schollen, köstlichen Pannfisch und knusprige Bratkartoffeln servieren. Unglaublich lecker!

Fotos: CO

Dre Anonymus

„Je älter man wird, desto früher ist es spät.“

Anonymus, verewigt auf einer Postkarte.
Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Hotel Butz, Schürsdorf, Schleswig Holstein

 

wunderschön restauriert: Das Hotel Butz

Schürsdorf gehört zu den eher unbekannten Orten in Schleswig Holstein, dabei ist es nicht mal 5 km vom gutbesuchten Ostseebad Scharbeutz entfernt. Und ein Besuch lohnt sich allemal: Am idyllischen Dorfteich des hübschen Ortes mit seinen 300 Einwohnern findet man das Hotel/Cafe/Restaurant Butz in einem 200 Jahre alten, wunderbar restaurierten Fachwerkhaus. Oben liegen die mit antiken Bauernmöbeln und knarrenden Holzdielen ausgestatteten Zimmer, unten laden mehrere hübsche Räume an ein üppiges Frühstücksbüffet, zu Kaffee und hausgebackenem Kuchen oder am Abend zu Kutterscholle und Labskaus. Bei schönem Wetter wird auch im Vordergarten serviert.

DZ ab 97 Euro
Foto: Hotel Butz

Eine Stilikone erzählt

Iris Apfel trägt Brille – immer

Sie ist 97 Jahre alt und hat gerade einen Vertrag als Fotomodell unterschrieben – ein neuer Meilenstein im bewegten Leben von Iris Apfel. Die New Yorkerin begann ihr Berufsleben als Journalistin, arbeitete bei einer Inneneinrichterin und bei einem Illustrator, führte 40 Jahre lang mit ihrem Mann Carl Apfel eine Textilfirma und richtete ganze Wohnungen ein. Sie liebte Mode schon als Kind, stöberte auf Flohmärkten und kombinierte ihre Kleidung immer bunt bis schrill, immer auffallend mit eigenem Stil und trägt noch heute eine riesige schwarzgeränderte Brille. 2005 stellte das Metropolitan Museum of Art ihre Mode und ihre Accessoires in einer großen Ausstellung vor, eine gefilmte Dokumentation machte sie 2014 auch international bekannt. Jetzt hat Iris Apfel ihre Biografie vorgelegt, ein fröhliches Buch voller schräger Outfits, kleiner Geschichten und jeder Menge bedenkenswerter Erkenntnisse. So wie dieser: More is more, and less is a bore.
Iris Apfel: Stil ist keine Frage des Alters, 176 S., Midas Verlag, 25 Euro Foto: Midas

 

Rote Lustmacher

 

Die kleinen Roten sind so lecker

Wohl dem, der einen Garten hat und seine eigenen Tomaten anbauen kann. Der weiß, wie wunderbar aromatisch und süß die Früchte dieser Nachtschattengewächse schmecken können. Sogar auf dem Balkon geht das. Also: Nie wieder wässerige, völlig geschmacksneutrale, aber schick aussehende Exemplare aus dem Supermarkt!
Die Tomaten-Fans Ute und Martin Studer haben für ihr Buch nicht nur ihre eigenen Erfahrungen zusammen getragen, sie haben auch andere Tomatologen besucht und ihnen Tipps und Tricks entlockt und alle Lieblingssorten gesammelt. Heraus gekommen sind locker geschriebene Texte über die Herkunft, die Vielfalt, die Sorten-Unterschiede dieser herrlichen Gemüsefrucht, angereichert mit vielen praktischen Hinweisen und jeder Menge appetitmachenden Fotos.
Ute und Martin Studer: Tomatenlust – die Geheimnisse der Tomatenpioniere. 240 S., Haupt Verlag. 39,90 Euro 

Foto: Haupt Verlag

Leid und Herrlichkeit

Antonio Banderas spielt die Hauptrolle

Das Überraschende ist die Stille. Hat man überhaupt schon mal einen so stillen Film von Pedro Almodóvar gesehen?
Es geht um den alternden, schwulen Regisseur Salvador Mallo (grandios gespielt von Antonio Banderas), der nicht mehr arbeiten kann, der unter grässlichen Schmerzen leidet und deshalb drogenabhängig wird, der seine Mutter vermisst (wie immer entzückend: Penélope Cruz) und sich an seine Kindheit, seinen langjährigen ersten Liebhaber und seine Anfänge in der Filmbranche in Madrid erinnert. Die poetische, subtil erzählte Geschichte wird als Biografie des Regisseurs interpretiert. Mehr dazu: www.filmstarts.de/kritiken/264147.html

 

Ein Karussell designt von Jaime Hayon

Swarovski: Für die österreichische Glitzerfirma hat der spanische Designer Jaime Hayon jetzt ein funkelndes Karussell aus 15 Millionen Kristallen geschaffen, das mitten im großzügigen Garten in Wattens von 28 Gästen gleichzeitig benutzt werden kann. Es ist 6,5 m hoch und 12,5 m lang und wurde in sechs Monaten aufgebaut.
Celle: Die kleine Stadt in der Lüneburger Heide hat seit kurzem in ihrem Zentrum fünf sprechende Laternen, die auf einer 32 qm großen Fläche stehen. Stellt man sich in ihre Mitte, fangen sie an zu erzählen, darunter Anekdoten aus der ehemaligen Residenz und ihren blaublütigen Bewohnern.

Die Bänke wurden versteigert

Ercol: Die britische Firma hat einen Entwurf des italienischen Designers Lucian Ercolani aus dem Jahr 1956 vom Londoner „2LG Studio“ anläßlich des London Pride Month im Juni neu gestalten lassen. Die vier quietschbunten Loveseats wurden versteigert, der Erlös ging an die London Pride und Stonewall, die beiden großen Organisationen der Lesben und Schwulen im Vereinigten Königreich. Schade nur, dass es von diesen hübschen Bänken nicht mehr gibt – bis jetzt. Fotos: Swarovski/Ercol

Sterne über La Palma: In der Nacht auf den 13. August wird man bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde über der kanarischen Insel sehen können. Seit 1988 dürfen Flugzeuge die Insel nicht mehr überfliegen, und es gibt spezielle Straßenbeleuchtungen, deshalb ist der Nachthimmel hier besonders klar. Am besten wird man das am höchsten Punkt der Insel beobachten können, an der Sternwarte Roque de los Muchachos.
Weimarer Sommer: Noch bis zum 7. September gibt es in der thüringischen Stadt jede Menge Veranstaltungen: jiddische Oper zum Beispiel, Tangotanzen auf dem Theaterplatz und radikale Sprachartisten mit ihrem Programm „Otto’s Mops hopst“.

Auf ein Wort:
Meldungen aus einem kleinen Land
Peter Meleghy berichtet aus Ungarn

Er lebt in Hamburg und Budapest und betreibt die Webseite www.ungarnaktuell.de , außerdem die beiden Literaturseiten www.phantastisch-realistische-literatur.de und www.ein-oscar-fuer-hitler.com 
Die große Dame der ungarischen Philosophie ist tot.

Sie hatte einige Tage im Ferienhaus der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Balatonalmádi am Plattensee verbracht. Am Freitagnachmittag, dem 19. Juli, ging sie schwimmen, einige ihrer Freunde begleiteten sie bis zum Strand. Sie ging ins Wasser, die Freunde warteten. Etwa eine Stunde später meldete die örtliche Wasserpolizei, dass ihre Leiche gefunden wurde. Dann ging die Meldung um die Welt.

Ágnes Heller bleibt ihren Freunden in Erinnerung

Als Ungläubige:
Sie hat nicht an einen Gott geglaubt, sondern an sich.

Als Träumerin:
Nachdem sie die Schriften des Karl Marx und Immanuel Kant studiert hatte, glaubte sie sogar lange an eine „anthropologische Wende“, einer radikalen Änderung des Homo Sapiens. Erst nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand 1956 erkannte sie, dass die meisten Menschen sich wie Schafe den Umständen anpassen möchten.

Als gefährlich Kluge:
Ihr Ehemann wurde von der Staatspolizei befragt, was sie wohl mit einem Satz in einem ihrer Vorträge gemeint habe, und ob der Satz eventuell als Kritik am Sozialismus verstanden werden könnte. Der Satz lautete: „Auch im Sozialismus existiert eine gewisse Entfremdung.“ Ihr Mann wusste ihn nicht genau zu erklären, war aber sicher, dass er nicht gegen den Sozialismus gerichtet sein könne. Weil dieses Ergebnis der Nachforschung nicht befriedigend war, befragten die Ermittler auch einen ihrer Kollegen von der Budapester Universität. Der war aufgeweckter und antwortete mit einer Gegenfrage: „Weshalb fragen Sie nicht gleich Frau Heller?“
„Ach, wissen Sie, die ist viel zu klug für uns“, kam die ehrliche Antwort – ein Kompliment.

Als Stilistin:
Sie hasste das Wort, „entschlafen“. Sie sagte, wenn sie es hörte: „Ich werde nicht ‚entschlafen‘, ich werde sterben.“
Das ist vor wenigen Tagen geschehen. Und wir – viele Menschen – denken mit Anerkennung und Zuneigung an sie.

Fotos: privat/wikipedia

 

Thea ist ein Loveseat

Fendi Casa : „Thea“ ist für draußen gedacht. Sessel, Loveseat und Sofa sind aus Stahl und Kunstfaser gefertigt, die Bezüge und Kissen wasserabweisend.

BeBop gibt es in mehreren Farben

Kartell: Für „BeBop“, den Sessel aus gebogenen Mehrschichtplatten in Weiß, Grau, Schwarz und nur für drinnen in Gold, hat sich das italienische Designerpaar Ludovica und Roberto Palomba vom gleichnamigen Jazzstil anregen lassen, dessen Kennzeichen – laut Kartell – schnelles Tempo und innovative Harmonien seien. Sei’s drum, der Sessel ist trotzdem schön. Fotos: Hersteller

Kunsthaus, Zürich, 30.8. bis 8.12.2019:
Matisse-
Metamorphosen

Der große Franzose Henri Matisse (1869 bis 1954) war nicht nur Maler, Grafiker, Zeichner und Meister der Scherenschnitts, er schuf auch 82 Skulpturen, die meisten zwischen 1900 und 1910. Er wurde dabei vom Bildhauer Auguste Rodin (1840 bis 1917) inspiriert und nutzte für sein Werk „Der Knecht“ dasselbe Modell wie Kollege Rodin.
Das Kunsthaus Zürich dokumentiert jetzt anhand von über 70 Werken die bildhauerische Methode des Franzosen, der, von einer naturalistischen Darstellung seines Objektes ausgehend, immer weiter abstrahierte und dabei jeden Schritt in einer eigenen Skulptur festhielt. Dieser Verwandlungsprozess seiner Bronzen findet Parallelen in seinen Gemälden und Zeichnungen, die hier auch zu sehen sind. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien des Meisters bei der Arbeit und Fotos seiner Inspirationsquellen aus Afrika und aus der Antike, z.B. Aktbilder.

Fotos: matisse__jeannette_III_paris.jpg

Für viele Urlauber ist die Großstadt Nantes lediglich Ausgangspunkt für eine Schlössertour entlang der Loire. Dabei hat die Stadt selbst auch einiges zu bieten. 250 km Wege am Wasser zum Beispiel, denn hier fliessen die Erdre und die Sèvre in die Loire, und die Stadt liegt zum Teil auf einer großen Loire-Insel.
Oder die beeindruckende Schlossanlage „Chateau des ducs de Bretagne“ von 1466 aus weißem Tuffstein mit sieben massiven Türmen, die mit einem 500m langen Wehrgang verbunden sind. Hier befindet sich heute das Historische Museum.

Die Kathedrale von Nantes

Nicht weit davon steht die gotische Kathedrale  von 1434, die auf Resten einer Kirche von 549 entstand. Während der Französischen Revolution diente sie als Pferdestall und Magazin, die Glasfenster und Teile der Ausstattung wurden zerstört. Nach unterbrochenen Bauarbeiten, einem Brand und Zerstörungen im Krieg ist das Gotteshaus seit 1985 wunderbar restauriert wieder anzuschauen.
Direkt dahinter liegt das Musée d’ Arts mit Werken von Rubens, Breughel, Rousseau, Monet, Kandinsky, Tinguely, Richter und vielen anderen.
Wenn Sie nach so viel Kunst verschnaufen wollen: Es sind nur wenige Schritte bis zum botanischen Garten „Jardin des Plantes de Nantes“  mit Bänken zwischen Teichen und Springbrunnen, mit einem künstlichen Berg und vielen Statuen, mit einer Sammlung von 600 Kamelien, einem Palmenhaus und mehreren Gewächshäusern. Ein kleines Paradies mitten in der Stadt.
Sind Sie am frühen Abend in Nantes? Dann müssen Sie unbedingt durch die schmalen Gassen rund ums Hotel de Ville spazieren, denn hier reihen sich jede Menge Bistros, Restaurants und Kneipen aneinander, jederzeit gut gefüllt mit Studenten, von denen es 55000 in der Stadt gibt. Und essen kann man einfach überall ziemlich gut.

Der Elephant ist 12 m hoch

Am nächsten Morgen geht es dann ausgeruht auf die Loire-Insel zu „Les Machines de L’Ile“ . Hier haben sich nämlich zwei verrückte Künstler der Gruppe „La Machine“ am phantastischen Schriftsteller Jules Verne, dem berühmtesten Sohn der Stadt, orientiert und riesige Tiere gebaut, die sich bewegen lassen. Der Elefant etwa ist 12 m hoch und 21 m lang, besteht aus 48 Tonnen Stahl und Holz und trägt ca. 50 Menschen über das ehemalige Werftgelände. In der Galerie gibt es eine mechanische Spinne, die bestiegen und bewegt werden darf, einen fliegenden Reiher von acht Metern Spannweite und seit Neuestem ein mächtiges mechanisches Faultier zu bewundern.

Das Karussel zeigt die Meereswelt

Direkt an der Loire steht das „Carrousel des Mondes Marine“, eine 25 m hohe Meereswelten-Skulptur, eigentlich ein 360 Grad Theater, in dem auf drei Stockwerken mechanische Meeresbewohner zu bewundern und zu bewegen sind. Einen halben Tag sollten Sie schon für diesen wunderbaren Spaß einplanen. Fotos: CO