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Eigentlich ist ja nicht zu fassen – aber es gibt tatsächlich immer mal wieder was Neues, was Intelligentes, noch nicht Dagewesenes, was man gut verschenken kann – ja, ist denn nicht bald Weihnachten – oder man behält es einfach selbst. Ein paar schicke, praktische, leckere Neuheiten haben wir für Sie gefunden:
Ravare: Ein Start-up aus Leipzig fertigt aus buntem Nadelfilz Laptophüllen und Rucksäcke, Taschen und Brillenetuis, Geldbörsen und Smartphonehüllen. Sogar Organizer fürs Homeoffice gibt es in Ihrer Lieblingsfarbe. Alles handgemacht und wunderschön!
Moses: Der Fachverlag für intelligente Spiele hat mit dem Autor Moritz Freiherr Knigge vier Kartenspiele mit je 50 Fragen entwickelt. Zu den Themen Essen, Büro, Smartphone und Umwelt wird je eine Frage auf einer Karte abgedruckt und auf der Rückseite beantwortet und erörtert. Zum Beispiel kann man mit Familie und Freunden darüber diskutieren: „Gibt es intelligente Verschwendung?“
Microplane: Die wunderbaren Reiben kennt man ja schon lange – nun gibt es einen gezahnten Profi-Schäler, mit dem man Tomaten, Paprika, Mangos und Kiwis problemlos von ihrer Haut befreien kann.…

Kunstforum, Wien, 1.10.20 bis 14.2.21
Gerhard Richter: Landschaft

Hoffentlich läßt uns Corona wieder reisen, denn diese einzigartige Schau möchte man nicht versäumen: 150 Arbeiten des als bedeutendster lebender Künstler geltenden Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden, werden in Wien gezeigt. Erstmals beschäftigt sich eine Ausstellung mit Richters Landschaften der vergangenen sechzig Jahre. Die Schau ist in fünf Themen gegliedert, beginnend mit den von Richter selbst als „Kuckuckseier“ bezeichneten Bilder, die romantisch wie Werke von Caspar David Friedrich wirken, bis zu seinen Übermalungen, bei denen er auf Gemälden, Fotos, Drucke von Landschaften Ölfarbe abstrakt aufgetragen hat. Verblüffend verbinden sich die beiden Ebenen zu einer Einheit.
Mit dabei sind Leihgaben des Künstlers und einige Werke, die noch nie öffentlich gezeigt wurden.
Foto: Kunstforum

Ist es nicht mal wieder Zeit, ein Wochenende in Hamburg zu verbringen? Genau – und wenn Sie dann hier sind und Elphi, Reeperbahn und Michel erledigt haben, dann nehmen Sie sich mal drei Stunden Zeit und bummeln ein wenig durch Eppendorf. Dieses Dorf, 1140 erstmals als Eppenthorp erwähnt, ist der älteste Stadtteil Hamburgs.
Am besten fahren Sie aus der Innenstadt mit der U1 bis zur Haltestelle Hudtwalckerstraße, dort rechts die Straße entlang, sind Sie gleich am Theater „Komödie Winterhuder Fährhaus“, wo im Oktober Hardy Krüger jr. in „Arthur & Claire“ auf der Bühne steht. Gleich nebenan gibt es immer was zu lachen, im Lustspielhaus „Alma Hoppe“ wird jeden Abend Comedy vom Feinsten gegeben.

Falls Sie einen goldenen Oktober erwischt haben, gehen Sie gegenüber im Cafe Leinpfad  Kaffeetrinken. Sie sitzen dort direkt am Wasser, und auf dem Alsterkanal tummeln sich Kanus, Tretboote und viele Stand-up-Paddler, es gibt also immer was zu sehen – und oft auch hier zu lachen.…

„Seit ich weniger Zucker esse, nicht mehr rauche und das Kiffen sein lasse, wird das Gehirn immer schneller. Das ist geil, das genieße ich sehr. Klarer Kopf ist eigentlich die geilste Droge.“

Der Schauspieler und Fotograf Armin Rohde, der eigentlich Armin Kurt Rohde – Baron von Schilling heißt, in einem Interview mit dem Stern vom 13. August 2020.
Foto: Wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr
als 2 Millionen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.butschkow.de

Schloss Purschenstein, Neuhausen, Erzgebirge 
Wollten Sie nicht immer schon mal zum Wandern ins Erzgebirge? Vom wunderschönen Hotel Schloß Purschenstein kann man zum Beispiel ein Stück auf der Alten Salzstraße, die von Lübeck bis nach Sizilien führt, und an der idylischen Talsperre Rauschenbach vorbei spazieren, oder der Geschichte des Holzflößens auf einem Naturlehrpfad folgen. Einen Wanderführer stellt Ihnen das Hotel gern zur Verfügung.
So um 1200 wurde das Schloss gebaut, das von etwa 1352 bis 1945 im Besitz der Familie von Schönberg war. Bis 1989 nutzte die DDR das Anwesen als Kinderheim und später als Kulturhaus. Ab 1999 sanierten die neuen Besitzer das Gemäuer aufwendig und detailgenau und eröffneten ein Hotel für alle, die sich mal wie Königs fühlen möchten. Bei Führungen zu verschiedenen Themen wird den Besuchern die Geschichte des Schlosses näher gebracht.
Die Zimmer sind groß und mit schönen Antiquitäten eingerichtet, die Bäder luxuriös. Das Frühstück wird im Schlosssaal serviert, am Abend speist man im edlen Saal der Remise.…

Kochen:
Von Böse-Stiefmutter-Schwarzbrot und mehr

„Die Gerichte in diesem Buch haben mir das Leben gerettet“, schreibt die Autorin in ihrem Vorwort. Eine schwere Depression brachte sie an den Rand des Selbstmords, aber statt sich umzubringen, fing sie lieber an zu kochen. Zuerst das beste Brathuhn aller Zeiten, später dann Jackentaschenkartoffeln, Trüber-Tag-Porridge und Notfallrisotto. Auch bei Gerichten für mitternächtliche Stunden kennt sich die englische Jounalistin Ella Risbridger inzwischen aus, beteuert, dass Essen am besten im Freien schmeckt und man das Alltägliche immer zu etwas Wertvollem machen sollte. Zu ihren durch und durch fröhlichen Texten stellt die vergnügte Hobby-Köchin viele Tipps, was etwa in Küche und Vorratskammer immer vorrätig sein sollte, wie man Picknicks veranstaltet oder langweilige Gerichte interessanter macht. Und zu jedem Rezept gibt es eine Geschichte, zum Beispiel die vom überraschenden Besuch von Harry und dem Anfänger-Hühnchencurry. Viel Spaß dabei – und guten Appetit!
Ella Risbridger: Die Geschichte beginnt mit einem Huhn 288 S.,…

Michele de Luchi:  Für das Hotel Zirmerhof in Südtirol hat der Mailänder Architekt und Designer Michele de Lucchi zwei „Häuser der Wiese“ ganz aus Holz entworfen, die das Gästehaus um sechs Zimmer erweitern. Eingerichtet sind die hübschen Räume mit speziell entworfenem Design. Das verbaute Holz stammt aus hauseigenen Wäldern, die Ende 2018 zu großen Teilen einem gewaltigen Sturm zum Opfer fielen.
Ikea:  Nachhaltigkeit ist für das schwedische Möbelhaus dieses Jahr zum zentralen Thema geworden. So gibt es dort von nun an nur noch LED-Leuchtmittel, übrigens schon für 1 Euro pro Birne. Aus PET-Flaschen werden Kunststofffolien für Küchenfronten hergestellt, aus schnell nachwachsendem Bambus Körbe, Leuchten, Schneidbretter und Kästen, und aus Wasserhyazinthe entstehen Übertöpfe und Sets. Ab Februar wird es in den deutschen Ikea-Filialen außerdem Teppiche, Körbe und Leuchtenschirme aus Reisstroh geben, das sonst in gigantischen Feuern verbrannt wird und so enorme CO2 Emissionen verursacht. Foto: Zirmerhof

Lladro: Der spanische Porzellanhersteller hat ein handgemachtes Rhinozeros in Knallblau mit goldenem Horn und vergoldeten Ohren herausgebracht. Das beeindruckende Tier ist 22 x 45 x 19cm groß, im Blauton von Yves Klein lackiert, und die Auflage ist auf 500 Exemplare begrenzt. Kostenpunkt: 740 Euro.

 

 

 

Instabilelab: Mustertapeten sind wieder im Trend, und jetzt auch im Badezimmer. Der italienische Hersteller Instabilelab hat dafür wasserbeständige Texturen entwickelt, sodass man etwa im nebeligen Herbstwald in die warme Wanne steigen kann.
Fotos: Lladro/Instabilelab

Barberini, Potsdam, ab 7.September
Impressionismus. Die Sammlung Hasso Plattner
 
Allein 34 Werke von Claude Monet hat der Sammler Hasso Plattner jetzt dem Museum Barberini als Dauerleihgabe überlassen. Damit besitzt Potsdam nach Paris weltweit die meisten Bilder des Malers. Außerdem hat der Mäzen Gemälde von Auguste Renoir, Camille Pissaro, Alfred Sisley, Paul Signac und anderen Impressionisten ausgeliehen. So kann das Barberini jetzt etwa hundert wunderbare Landschafts-Bilder in seiner Dauerausstellung zeigen.
Foto: Claude Monet: Getreideschober, 1890, Öl auf Leinwand, 73 x 92,5 cm, Sammlung Hasso Plattner. Photo: Lutz Bertram, Berlin

Die zweitgrößte Stadt Niedersachsens ist weit über tausend Jahre alt; kein Wunder also, dass sie einiges zu bieten hat. Zum Beispiel die erste freistehende Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen: den Braunschweiger Löwen , den Herzog Heinrich, genannt der Löwe, um 1170 auf dem Domplatz aufstellen ließ. Die Bronzeplastik wiegt 880 kg und ist wohl ursprünglich vergoldet gewesen.
1173 begann der Bau des Doms nebenan www.braunschweigerdom.de , den Heinrich der Löwe als seine Grablege stiftete. Seine Frau Mathilde wurde dort 1189 und Heinrich selbst 1195 bestattet. Das Grabmal hat deren Sohn erst später in Auftrag gegeben, es wird wohl erst 1240 fertig geworden sein. Das bedeutendste Kunstwerk im Dom ist das sogenannte Imervard-Kreuz, sowohl sein Entstehungsjahr als auch die Identität des Künstlers Imervard sind unbekannt.
Gegenüber vom Gotteshaus steht die Burg Dankwarderrode, ein Nachbau vom Ende des 19. Jahrhunderts, der die niedergebrannte Burg von 1175 ersetzte. Heute residiert dort die mittelalterliche Abteilung des Herzog Anton Ulrich-Museums.…

„In meinem Leben hat mich nichts mehr inspiriert und bewegt als Menschen. Das Gefühl zu teilen brauche ich wie die Luft zum Atmen. „Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen.“ Dieser Satz von Beethoven ist mir heilig, weil er einfach genau das beschreibt: Es geht um teilen, nicht ums Besitzen.“

Der deutsch-russische Pianist Igor Levit in Chrismon 7/8 2020 in der Rubrik „Fragen an das Leben“. Levit stammt aus einer jüdischen Familie, ist Mitglied der Grünen und engagiert sich für Fridays for Future. Er ist Professor in Hannover und lebt in Berlin.
 

Foto: wikipedia

Peter Butschkow, der Berliner Zeichner, lebt und arbeitet in Nordfriesland und hat schon weit mehr
als 2 Millioen Bücher, Kalender und unzählige Postkarten verkauft.

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig
www.butschkow.de

 
 

Hotel Al Capello Rosso, Bologna

Die Lage ist geradezu ideal: Kaum 200 Meter vom Dom und der Piazza Maggiore entfernt steht in einer ruhigen Gasse das kleine, feine Hotel – nicht nur für Rothaarige. Alle Hotelzimmer sind unterschiedlich dekoriert, von knallblauen Wänden mit weißer Schrift über sattrote mit jeder Menge gerahmter Schwarzweiß-Porträts bis zu wandgroßen Comics. Die Bäder hat man praktisch und unspektakulär ausgestattet. Das Frühstücksbüfett war vor Corona recht einladend. Das Hotel öffnet wieder ab 23. August. DZ ab ca 110 Euro.
Foto: Al Capello Rosso

Kochen:

Nur ne Suppe?

Wer bloß schnell ne Suppe auf den Tisch bringen möchte, der ist hier falsch. Der Trend zu den japanischen „Ramen“ hat nichts mit Schnelligkeit zu tun.  Ramen zu servieren erfordert Zeit, denn die Grundlage sind Knochen, die über viele Stunden ausgekocht werden müssen. Diese Brühe wird dann gewürzt, mit sogenanntem „Tare“, das aus Soja, Salz, Sake, Reisessig und vielem anderen hergestellt wird. Zuletzt bereitet man die Toppings zu, z.B. Huhn oder Schweinebauch, verschiedene Gemüse oder Eier.
In ihrem Buch „Ramen Otaku“ erzählt die Amerikanerin Sarah Gavigan wie sie zum Fan wurde, erklärt die komplizierten Rezepte und gibt auch einen Rat, wie Ramen zu essen ist:  Aroma schnuppern, genussvoll die langen Nudeln schlürfen, Topping probieren – und zum Schluss hoch mit der Schüssel und austrinken.

Sarah Gavigan: Ramen Otaku – Japans Spezialitäten für Nudel-Nerds
232 S., 22,80 Euro, Unimedica Verlag. Foto: Unimedica
 

Kunst:
 

Nur Papier

Profaner geht es eigentlich kaum: ein großer Bogen Papier, auf dem eine Mitteilung steht.

Rolf Benz : Der italienische Designer Luca Nichetto hat ein Sitzsystem namens „Liv“ entwickelt, das aus verschiedenen Sofas und Sesseln, in zwei Sitztiefen, zwei Sitzhöhen, verschiedenen Breiten und je nach Wunsch vielen losen Kissen  besteht. Foto: Benz

Folkwang, Essen, 21.8. bis 29.11.2020
Keith Haring

85 Werke des Amerikaners Keith Haring (1958 bis 1990) hat man in Essen zusammengetragen: Gemälde, Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos zeigen die enorme Bandbreite des Künstlers. Haring gilt als eines der Sprachrohre seiner Generation, das sich mit Themen wie Diktatur, Rassismus, Homophobie, Drogensucht, Aids, Kapitalismus und Umweltzerstörung auseinander setzte. Seine mehr als 5000 Subway Drawings, die er von 1980 bis 85 im Tunnelsystem der New Yorker U-Bahn sehr schnell, ohne die Kreide abzusetzen zeichnete, sind legendär und durch einen befreundeten Fotografen gut dokumentiert.
Foto: Folkwang

Fondation Beyeler: Gute Nachricht aus Basel – die Edward Hopper- Ausstellung konnte
bis 20. September verlängert werden.

 Tickets gibt es online unter https://shop.fondationbeyeler.ch/de/tickets.html
Ballinstadt: Im Hamburger Auswanderer Museum gibt es noch bis zum 31. Oktober die Sonderausstellung „Fluchtursache Liebe“ mit erschütternden und berührenden Lebensgeschichten zu sehen – die meisten aus der Welt der Homosexuellen. Schirmherrin der Ausstellung ist die Drag Queen Olivia Jones. Foto: Auswanderer Museum
                                                                                        

 

 

 

Dieses Mal beginnen wir unseren Stadtspaziergang ganz geruhsam, mit einem ausgiebigen Frühstück im romantischen Garten des Cafes „Zum Händel“  in der Großen Nikolaistraße. Der Hinterhof steht voller hoher Bäume, dazwischen gibt es hübsch bepflanzte Beete, große Sonnenschirme und jede Menge liebevolle Dekorationen. Auch im Lokal im Souterrain gibt es vieles zu entdecken: Pflanzen, Kerzen und Vasen, Trödel und Antiquitäten.  Und das Frühstück ist köstlich!
Nebenan steht – nicht sehr überraschend – das Händelhaus, in dem der Barockkomponist Georg Friedrich Händel 1685 geboren wurde und bis 1703 lebte (gestorben ist er 1759 in London). Heute beherbergt es ein Museum mit Dokumenten zu Händels Lebensgeschichte und seinem Werk, dazu historische Musikinstrumente.

Anschließend sind es nur wenige Schritte bis zum Marktplatz mit dem Händeldenkmal, der dreischiffigen Hallenkirche St. Marien, dem 84m hohen RotenTurm von 1506, einem Stadthaus von 1894 und dem schlichten Ratshof von 1928. Nehmen Sie auf einer der Bänke Platz und sehen Sie dem lebendigen Treiben vor sich ein wenig zu.…

„Mir wird manchmal vorgehalten, ich sei zu gut gelaunt. Aber ich bin nun mal optimistisch, ich lache gerne. Wenn ich sauertöpfisch rumliefe, würde es der Sache auch nicht weiterhelfen. Außerdem sollen die Menschen ruhig sehen, dass Politik auch Spaß macht. Mich hat niemand dazu gezwungen, ich mache das gerne! Aber ich habe oft das Gefühl, so etwas verstößt gegen die Konventionen. Politiker müssen wohl eher an ihrem Amt leiden.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze im politischen Fragebogen der Zeit
vom 20. Mai 2020.
Foto: Bundesregierung