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Kunst: Glanzvoller Umbruch

Wer die italienische Kunst liebt, ist sicher schon in der Alten Pinakothek in München gewesen. Derzeit widmet sich das Haus der Kunst Venedigs in der Renaissance. Damals, vor 500 Jahren, erlebte die Lagunenstadt mit Künstlern wie Bellini, Giorgione oder Tintoretto und Tizian eine unnachahmliche Perfektion der figürlichen Malerei. Vor allem Werke von Tizian faszinieren uns bis heute und beeinflussten Maler und Malerinnen bis in die europäische Moderne.
Die reiche Handelsstadt Venedig war allerdings schon seinerzeit ein Zentrum der Innovation. Die Malkunst florierte, und die großen Meister begannen, sich intensiv mit dem Wesen von Mensch und Natur zu beschäftigen. So spiegelten Porträts das zeitgenössische Selbstverständnis der Menschen, und Landschaften ließen einen Traum von Arkadien erahnen. 
Anschaulich vermittelt der Bildband dazu in verständlich gehaltenen Aufsätzen kunsthistorische Hintergründe, und wer mag, kann gleich neueste Forschungsergebnisse nachlesen.
Die umfangreich bebilderte Publikation zur Münchner Schau (bis zum 4.2.2024) ist zwar nicht so opulent geraten wie wir das eigentlich von Bänden zur italienischen Kunst kennen, sondern erscheint diesmal nur als Klappbroschur – schwelgen lässt sich darin aber dennoch.

Hamburger Kunsthalle, 15.12.23 bis 21.4.24: 

Caspar David Friedrich
Kunst für eine neue Zeit
 

Das romantische Verhältnis des Menschen zur Natur war das zentrale Thema von Caspar David Friedrich (1774 bis 1840). Anläßlich seines 250. Geburtstages zeigt die Hamburger Kunsthalle mehr als 60 Gemälde und etwa 100 Zeichnungen, dazu ausgewählte Werke seiner Künstlerfreunde und zeitgenössische Arbeiten von 20 internationalen Künstlern, die sich mit dem Werk Friedrichs auseinandergesetzt haben.
Anschließend an die Hamburger Ausstellung widmen auch die Alte Nationalgalerie in Berlin und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem großen Ausnahmemaler eine Retrospektive.

FOTO: Caspar David Friedrcih (1774-1840), Der Watzmann, 1824/25, Öl auf Leinwand, 135x170cm, Staatliche Museen Berlin, Alte Nationalgalerie@bpk/Nationalgalerie, SMB, Leihgabe der Deka Bank/ Andreas Kilger

Was für ein Spaß! Am Schlossberg der steirischen Hauptstadt kann man sich in 64m Höhe
in eine Röhre setzen und in ca. 40 Sekunden 175m nach unten rutschen!
Hinauf geht’s natürlich langsamer, entweder mit der Standseilbahn, die eine Steigung von 61% hinaufschnauft, dem gläserenen Lift  im Inneren des Berges oder natürlich zu Fuß über die 260 Stufen der Schlossbergstiege, die von Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges in den Fels gehauen wurden.

 

 

Ein Schloss gibt es eigentlich nicht oben auf dem Schlossberg, eher eine Burg, die 1544 zu einer großen Festung ausgebaut wurde. Sie ist im Guinnessbuch der Rekorde als stärkste aller Zeiten verzeichnet, die sogar Napoleon nicht erobern konnte.
Hier oben steht auch der berühmte 23m hohe Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, das Wahrzeichen von Graz. In ihm gibt es drei Glocken: die Stundenglocke von 1382 schlägt zur vollen Stunde, die Feuerglocke von 1645 warnte durch die Anzahl der Schläge vor Feuer in einem bestimmten Bezirk, und die Armesünderglocke von 1450 läutete zu Hinrichtungen und später ab dem 19.

„Satire, Komik, Humor muss vollkommen frei sein, ansonsten kann man nicht ehrlich lachen. Wenn man sich den Begriff „Person of Color“ mal ernsthaft anschaut, muss man den doch albern finden. Was soll das denn eigentlich heißen? Mensch heißt das doch!“

Helge Schneider (geb. 1955), Musiker, Komiker, Kabarettist, Schriftsteller und Schauspieler, in einem Gespräch in der „Zeit“ vom 5. Oktober. Gerade hat er einen neuen Kommissar Schneider- Krimi veröffentlicht.

Foto: Helge Schneider

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat so seine Ansichten zur weitverbreiteten Handy-Manie! 

Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de
 
 

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Palais-Hotel Erzherzog-Johann, Graz, Österreich
 

 Man muss nicht unbedingt von Adel sein, wenn man im Hotel Erzherzog Johann absteigt, aber man darf natürlich. Gefallen wird dieses charmante Hotel sicher fast jedem. Die meisten Zimmer liegen rund um einen drei Stockwerke hohen Lichthof, in dem gefrühstückt wird, und sind mit einer Mischung aus Antiquitäten, zum Beispiel üppigen Kronleuchtern, und schlichtem modernem Design in harmonischen Farben eingerichtet. Die Bäder mit Wanne und Dusche sind sehr groß. Überall auf den Fluren stehen gut gepflegte Grünpflanzen.

Vom Hotel zum Hauptplatz mit dem klassizistischen Rathaus von 1807 sind es gerade mal 30 Meter, und auch der sehenswerte Schlossberg ist nur 200m weg. Da muss man unbedingt hinauffahren – mit einem Lift oder der Standseilbahn, und runter können Wagemutige durch ein Rohrsystem in 40 Sekunden rutschen! DZ ab ca 104 Euro. Foto: CO

Nett sein!

 

Ratgeber-Bücher mag man oder man mag sie nicht. Die einen finden sie hilfreich für ihr Leben, die anderen lassen sich ungern hineinreden. Aber wie überall, sind auch hier Pauschalurteile nie richtig. Also schaut man am besten in die Bücher hinein, bevor man urteilt.

Bei diesem Buch waren wir zuerst überrascht, dann angetan und schließlich haben wir uns festgelesen – und uns sehr gut amüsiert.

Es ist sehr attraktiv gestaltet mit zarten Farben, schönen Schriften, tollen Fotos, interessanten Textkästen und erstaunlichen bis lustigen Zwischentiteln. Das Thema, wie bin ich netter zu mir in Bezug auf meine Wohnsituation, wird an den Räumen einer Wohnung und dem Leben der Autorin erzählt. So geht es im Kapitel „30 ist das neue 60“ – wer hätte das gedacht – um das Wäschewaschen. Und wussten Sie, dass Babyseife ein Schnüffelstück für die Seele ist? Oder, dass jeder ein Recht auf Krempel hat? Oder, dass Drahtbügel doof sind?…

Ikea: Umkippende Kommoden, die Übergewicht bekommen haben, weil zu viele Schubladen gleichzeitig geöffnet wurden, sind ein weithin bekanntes Problem. Dagegen hat nun Ikea eine Verankerungs- und Entriegelungsfunktion entwickelt. Erst wenn eine Kommode an der Wand verankert ist, lassen sich mehrere Schubladen gleichzeitig öffnen. Diese Erfindung stellt Ikea allen Möbelproduzenten zur Verfügung, um das Wohnen sicherer zu machen.

Foto: Ikea

7. November: Die Dubai Design Week(bis 12. 11.) bietet wieder einen umfassenden Überblick über regionales und weltweites Design. Mehr als 500 Teilnehmer aus etwa 40 Ländern zeigen Neues zum Verpackungsdesign und Outdoor-Möbeln, Trends in Architektur, Kunsthandwerk, Fotografie und vieles mehr.

17. November: Im Botanischen Garten in Hamburg-Flottbek startet der „Christmas-Garden“ mit romantischen Licht-Installationen und überraschendem Leuchten-Spektakel. Auf dem zwei Kilometer langen Rundweg kann man magische Lichtkunst entdecken. Tickets gibt es online: www.christmas-garden.de

21. November:In Düsseldorf öffnet nach drei Jahren Umbauzeit der Kunstpalast  wieder seine Türen. Beim Rundgang durch die 49 Räume gibt es Sonderausstellungen und Teile der 130 000 Objekte umfassenden Sammlung zu sehen, es gibt Spezialangebote für Kinder und diverse Kurse und Workshops.

2024: Tartu, gelegen in Südestland, ist Kulturhauptstadtdes nächsten Jahres. Ihr Motto: Künste des Überlebens. Mit über tausend Veranstaltungen wird das Jahr gefeiert, mit Ausstellungen, Jazz-Konzerten, einem Filmfestival, einem Sauna-Marathon und ganz viel mehr.…

Moooi: Sofa  und Chaise Longue der Serie „Aldora“ haben eine Schwester bekommen. „Aldora Vis a Vis“, entworfen von Cristina Celestino, ist gedacht für entspannte Plauderstunden zu zweit. Mit Leder- oder Stoffbezug lieferbar.

Désirée: Der neue Sessel„Eben“, entworfen von Matteo Thun und Antonio Rodriguez, ist mit hoher Rückenlehne oder niedriger zu bekommen. Auf einem Holzrahmen mit feinem Korbgeflecht liegen ein dickes Kissen und eine Rückenrolle.

Fotos: Moooi/Désirée

 

Albertina Modern, Wien, noch bis 21.1.20

Österreich – Deutschland

Malerei 1970 bis 2020

Die Gegenüberstellungen sind verblüffend: Die Albertina Modern zeigt zeitgenössische Kunst aus Österreich und Deutschland und stellt dabei aus der eigenen Sammlung interessante Paarungen vor, die in den vielen Räume für einen schwungvollen Rhythmus sorgen. Da hängen die Großformate von Xenia Hauser neben denen von Neo Rauch, die von Arnulf Rainer neben denen von Gerhard Richter und die von Maria Lassnig neben den Überkopfbildern von Georg Baselitz. So entstehen 13 spannende Dialoge, die dem Besucher dieser sehenswerten Ausstellung die Einsicht vermitteln, dass in der Kunst Nationalstile weitgehend abgedankt haben.
Foto: Xenia Hausner | EXILES 3, 2017 | ALBERTINA, Wien – Familiensammlung Haselsteiner © Xenia Hausner / Bildrecht Wien, 2023  

Tulpen aus Amsterdam gibt es natürlich auch im Winter, dann aus dem Gewächshaus. Wer riesige, blühende Tulpenfelder sehen möchte, der sollte nächstes Jahr zwischen dem 21. März und 12. Mai die Niederlande besuchen, dann feiert man hier das Tulpenfest. Zur Zeit kann man vor Ort aber jede Menge Tulpenzwiebeln kaufen, die ja jetzt gesetzt werden sollten; besonders schöne Exemplare findet man auf dem Blumenmarkt an der Gracht Singel am Amsterdamer Muntplein.

Zum Teil sehen die Zwiebeln zwar ziemlich bizarr aus, aber die Auswahl ist gigantisch: Da gibt es die tief dunkelrote „Nachtwacht“, die zierliche „Ballerina“, die „Honeymoon“ mit dem zerfaserten Rand oder die vielfarbigen „Papageien“. Da ist die Entscheidung unheimlich schwer! Auf jeden Fall kann man sich schon mal auf den nächsten Frühling freuen!

 

 

Vorbei am Munttoren, dem 48m hohen Turm von 1618, der einst mit einem Zwilling ein Tor in der Stadtmauer bildete, und dann als Münze diente, gehen wir über die Brücke zur Nieuwe Doelen Straat zum Café de Jaren mit seiner Terrasse direkt an der Amstel.…

“Ich trinke Champagner, wenn ich froh bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich allein bin; in Gesellschaft geht es gar nicht ohne. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an – außer, wenn ich Durst habe.«
Lilly Bollinger (1899-1977), die von 1941 bis 1971 das Champagner-Haus Bollinger leitete, zitiert im SZ Magazin 36/2023
Foto: Bollinger

Unser Lieblings-Cartoonist Peter Butschkow, der in Berlin geboren wurde und heute in Nordfriesland lebt und arbeitet, hat ein neues, sehr lustiges Buch zum Thema Älterwerden herausgebracht.

 
Cartoon-Abdruck kostenpflichtig www.peter-butschkow.de
 

Hotel Le Anfore, Villasimius, Sardinien

Herrliche Strände, wunderschöne Natur, ein hübsches Städtchen und mittendrin: das charmante Hotel Le Anfore. Es hat nur 10 Zimmer im Haupthaus und 10 kleine Bungalows rund um den Pool in einem Park. Alle haben Balkon oder Terrasse. Die Bäder sind großzügig und hübsch ausgestattet. Das feine Restaurant hat eine wunderbare Terrasse, auf der auch das Frühstück serviert wird. Villasimius ist etwa drei Kilometer, die Strände sind noch etwas weiter entfernt. DZ ab ca 108 Euro. Foto: le anfore

Bücher, Bücher und noch eins!

Der Cartoonist Peter Gaymann – ja, genau, der mit den Hühnern –
liebt außer dem Federvieh ganz besonders bedrucktes Papier – Bücher sind für ihn lebenswichtig. Und da es von dieser Spezies noch immer jede Menge gibt, hat er ihnen allen jetzt ein Buch gewidmet. Jeder seiner hier versammelten Cartoons beschäftigt sich mit Lesern, Büchern, Buchhandlungen und Autoren. Unser Liebling ist dabei der mit dem unrasierten Trinker vor der Bücherwand, der sein Glas hebt und ausruft: „Proust!“

Peter Gaymann: Noch’n Buch?! – Cartoons für alle Bücherfans 70 Seiten, Chr. Belser Verlag, 18 Euro.
   

Rembrandt oder Papageien?

Jetzt ist es an der Zeit für den nächsten Frühling vorzusorgen: Tulpenzwiebeln zum Beispiel sollten im Oktober/November

gesetzt werden, damit im März die ersten Blüten da sind. Wie man das macht, was Tulpen mögen und nicht mögen, welche Farben, Größen und Sorten es gibt (Rembrandt- oder Papageien-Tulpen etwa), wie man sie am besten kombiniert, welche Erde ihnen bekommt, ob sie lieber im Topf oder im Beet wachsen und welche Feinde sie haben, steht alles im neuen Buch der Garten-Bloggerin Sarah Stiller, kombiniert mit üppigen Fotos verschiedener Fotografen.…

Postmoderne : In der Bundeskunsthalle in Bonn wird noch bis zum 28. Januar 2024 die Ausstellung „Alles auf einmal: Die Postmoderne, 1967 – 1992“ mit Beispielen aus Design, Architektur, Kino, Pop, Philosophie, Kunst und Literatur gezeigt. Diese bizarre, exzentrische Welt von heute aus noch mal zu betrachten, ist sicher ein ganz besonderes Erlebnis.
Foto: postmoderne-carlton2.jpg Ettore Sottsass (Memphis Milano), Carlton, Raumteiler, 1981, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Kartause: Noch bis 10. März 2024  zeigt das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Mainz die Geschichte  der ältesten Kartause Deutschlands, der 1323 gegründeten St. Michael, die ganz besonders prunkvoll ausgestattet war und eine wertvolle Bibliothek beherbergte. Das Kloster wurde bereits 1781 abgerissen. Die Ausstellung erinnert mit Gemälden, Zeichnungen und geretteten Teilen des Chorgestühls an das verlorene Kleinod.…

3. Oktober: Zum 33. Jahrestag der Wiedervereinigung wird wieder in ganz Deutschland gesungen. Ab 19 Uhr werden zehn Lieder, u.a. „Oh happy day“, auf einer Bühne in Hamburgs Binnenalster angestimmt und per Livestream zum Mitsingen ins ganze Land übertragen. Schirmherr ist in diesem Jahr Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher.

 

14. Oktober : Im Hamburger Bucerius Kunstforum (siehe auch weiter unten) eröffnet die Ausstellung: „Geniale Frauen. Künstlerinnen und ihre Weggefährten“ (bis 28. 1.2024), die Werke von Frauen aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert zeigt. Thematisiert wird dabei auch der familiäre Kontext, denn damals arbeiteten die Frauen meist im Verborgenen ihren Vätern, Brüdern, Ehemännern zu.
Foto: Judith Leyster: Lustiger Zecher, um 1630, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie /Jörg P. Anders; Public Domain Mark 1.0

10.September 2024: Es ist noch fast ein Jahr hin, aber buchen sollte man schon bald: „Mein Schiff“ bietet wieder eine Heavy Metal Kreuzfahrt an.…

 

Kartell: Die barocke Leuchte „Bourgie“ aus Kunststoff, die Ferruccio Laviani 2004 für Kartell entworfen hat, bekommt in diesem Herbst vier schöne neue Farbtöne: Burgunderrot, Grau, Bronze und Champagnermatt.
Foto: Kartell

Kunsthalle Bremen, 7.10. 2023 bis 18.2.2024:

Geburtstagsgäste
Monet bis van Gogh

 

Den 200. Geburtstag des Bremer Kunstvereins feiert die Kunsthalle mit Meisterwerken der französischen Malerei aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. Damals machte der Direktor Gustav Pauli sein Haus zu einem der führenden Museen moderner Kunst in Deutschland. Mit dabei sind Bilder von Manet, Renoir, Degas und Courbet – neben den namensgebenden Monet und van Gogh.

Foto: Vincent van Gogh, Porträt Armand Roulin, 1888, Foto: Museum Folkwang Essen – ARTOTHEK